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Internet

der

Dinge

Ein Montagmorgen, irgend­wann in nicht allzu ferner Zukunft. Leise Musik holt Anna sanft aus ihren Träumen. Die Jalousien öffnen sich lautlos und tauchen den Raum langsam in weiches Morgen­licht. Der Duft von frischem Kaffee steigt der Bürger­meisterin von Grün­stadt in die Nase. Anna hört ihren Mann und die Zwil­linge lachen. Kurz darauf stürmen alle drei ins Schlaf­zimmer und zu ihr ins Bett: Es ist Zeit für die gemeinsame Morgen­gymnastik –natürlich zur Lieb­lings­musik von Alex und Uli. Die Musik schallt auch schon wie von Zauber­hand aus den Boxen.

Inhalt

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Energiegeladen in den Tag

Kurze Ver­schnauf­pause im Bad. Beim Zähne­putzen verfolgt Anna über den Bade­zimmer­spiegel mit integriertem Display die Nachrichten.

Erfrischt geht sie in die Küche. Das Frühstück steht schon auf dem Tisch. Der Strom für Toaster, Kaffee­maschi­ne und Kühl­schrank stammt aus Wind­kraft- und Solar­anlagen. Die Energie­wende ist längst umgesetzt und der grüne Strom fließt immer zuverlässig – auch wenn Millionen von Menschen gleich­zeitig früh­stücken, kein Lüftchen weht und die Sonne hinter dicken Wolken versteckt ist.

Home, smart Home

In der Wohnung ist es dank smarter Ther­mo­state jeden Morgen pünktlich zum Aufstehen wohlig warm. Aber nicht nur die Heizung wird auto­matisch gesteuert, sondern auch das Licht und alle Elektro­geräte. So ist das Früh­stück schnell zubereitet – und es spart vor allem Energie.

IoT beschreibt die Vernetzung von Geräten mit dem Internet. Intelli­gente Geräte sind dabei miteinander und mit dem Internet vernetzt.

Zum Internet der Dinge gehören beispiels­weise Haushalts­geräte im Smart Home, intelligente Strom­netze, vernetzte Fahrräder und Autos oder vernetzte Maschinen in Industrie und Land­wirt­schaft. Die Basis für das Internet der Dinge, neudeutsch „Internet of Things“ oder kurz „IoT“, ist 5G. Diese Technologie ermöglicht die Übertragung von enormen Datenmengen in Echtzeit.

Auf Kollisionskurs

Quietschende Reifen und ein lautes Hupen lassen die beiden Frauen aufschrecken: Ein Fahrrad­fahrer ist bei Rot über die Straße geschossen. Der Autofahrer konnte gerade noch rechtzeitig bremsen. „Das hätte böse enden können“, sagt Marie. „Der Fahrrad­fahrer hat offenbar einen guten Schutz­engel.“ „Einen digitalen Schutzengel meinst du wohl“, entgegnet Anna.

Finden ohne suchen

Im Rathaus angekommen, trifft Anna sich mit zwei Kolleg*innen vom Sozial- und Gesund­heits­amt. Der Leiter des Kran­ken­hauses ist per Video­konferenz zugeschaltet. Er stellt ihnen die erwei­terten Funktionen der IoT-Infra­struktur vor. Diese sollen nicht nur zusätz­lichen Komfort für das Pflege­personal bieten, sondern auch für die nieder­gelassenen Ärzt*innen sowie für Patient*innen.

Wenn nicht jetzt, wann dann

Für ihren nächsten Termin muss die Bürger­meisterin ordentlich Strecke machen. Sie nutzt dazu ein E-Auto aus dem Fuhrpark der Stadt. Dank Lade­boxen mit IoT-Tech­no­logie werden die Fahrzeuge immer genau dann geladen, wenn der Preis für grünen Strom besonders günstig ist. Das ist gut für ein stabiles Stromnetz – und für die Stadtkasse.

Voll vernetzt auf der Baustelle

An der Baustelle des neuen Kinder­gartens angekommen, steht Anna vor verschlos­senen Türen. Nur wenige Sekunden später eilt ihr die Bauleiterin entgegen: „Digitale Zutritts­kon­trolle“, sagt sie entschuldigend, „so schützen wir die Baustelle vor Diebstahl.“ Die Bürger­meisterin nickt anerkennend.

Während Anna den selbst­fahrenden Trans­port­einheiten zuschaut, die Ma­te­rial von A nach B bewegen, er­klärt ihr die Bau­leiterin, dass die Maschinen per IoT aus der Ferne gesteuert wer­den. Super­praktisch, so können die Spezia­list*innen an meh­re­ren Bau­stellen gleich­zeitig arbei­ten und müs­sen nicht anreisen. Das er­mög­licht nicht nur ein effi­zien­teres Bauen, sondern spart Kosten und CO₂! Nicht zuletzt geht der Bau dank der smarten Technik planmäßig voran.

Wasser marsch – aber nur so viel wie nötig

Wasserrisiken managen

Auch im letzten Termin des Tages mit ihren Kolleg*in­nen vom städtischen Krisen­stab lässt Anna das Thema Was­ser nicht los. Denn was im Som­mer zu wenig ist, wird im Früh­jahr und Herbst schnell zu viel: Über­schwem­mungen durch Stark­regen können zu einer echten Gefahr werden. Und in den vergangenen Wochen hat es in und um Grünstadt sehr viel geregnet – und die Wasser­pegel sind angestiegen.

Doch der Krisen­stab beruhigt die Bürger­meisterin: Die Wasser­stände sind noch nicht kritisch. Ein Echtzeit-Warn­system auf Basis von IoT beob­achtet seit Jahren die Pegel der Stau­seen und Flüsse verlässlich und ermög­licht punkt­genaue Vorher­sagen. Zudem wurde die Infra­struktur zu­kunfts­fähig umgebaut und hält nicht nur Stark­regen besser stand, sondern auch längeren Hitze­perioden – unter anderem hat Anna sich dafür einge­setzt, dass unter Grün­flächen Wasser­speicher angelegt wurden.

Warten war gestern

Endlich Feierabend, also ab nach Hause! Uli und Alex stürmen ihr entgegen. „Da ist ein Paket für dich gekommen“, brüllt Alex. Anna wundert sich nicht – obwohl sie den neuen Fahrrad­helm erst gestern Abend bestellt hat. Seit die Logistik­branche in vielen Bereichen IoT-Lösungen einsetzt, geht der Waren­transport im Nullkommanichts. Änderungen von Verlade­terminals, Staus: Über alles Wichtige erhalten die Fah­rer*in­nen Echtzeit-Infos auf ihre Tablets. So gelingt die Lieferung ohne Umwege. Das spart CO₂.

Hör auf dein Herz

„Kommt, wir gehen zu Opa“, sagt Anna. „Ja!“, ist die jubelnde Antwort der Zwil­linge. Annas Vater wohnt nur ein paar Häuser weiter und hatte vor Kurzem eine Herz-OP. Sein neuer Herz­schritt­macher hat einen smarten Funkchip. Dieser überwacht perma­nent sowohl den Zustand ihres Vaters als auch den des Implantats. Sollte etwas nicht stimmen, schickt der Chip sofort eine Warn­meldung an seine behandelnde Ärztin. So kann er weiterhin mit Kater Timmi in seiner Wohnung leben – und Anna muss sich keine Sorgen machen.

Ihr Vater erwartet die drei schon. „Hallo, wo habt ihr denn den Papa gelassen?“, fragt er und nimmt sie zur Begrüßung in den Arm. „Der kommt etwas später, er hat noch einen Kun­den­termin. Was riecht denn hier so gut?“, fragt Anna neugierig zurück. „Lasst euch überraschen, der Tisch ist schon gedeckt“, sagt ihr Vater läch­elnd. Er liebt es, zu kochen, und lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen.

Immer im Blick

„Und wo ist Timmi?“, will Uli wissen. Der Opa holt sein Handy aus der Hosen­tasche. „Der scheint im Baumhaus zu liegen“, antwortet er. Der Kater hat einen winzig kleinen GPS-Tracker, über den man in Echtzeit verfolgen kann, wo Timmi gerade herum­streunt – so muss Opa sich keine Sorgen machen, wenn der Kater mal wieder bis spät in die Nacht seine Runde dreht. Anna lächelt ihren Vater an und denkt: „Was würden wir nur ohne IoT machen!“

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