Unsere Klimaziele

Unser Beitrag zu den SDG

Wir leisten unseren Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels und zur Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens. Im Jahr 2013 haben wir erstmals ein konzernweites Klimaschutzziel verabschiedet: Bis 2020 sollten unsere eigenen CO2e-Emissionen um 20 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2008 sinken (ohne T-Mobile US). Dieses Ziel haben wir mit rund 60 Prozent sogar übererfüllt. Unsere aktuellen Klimaziele für die Zeit nach 2020 wurden 2019 vom Vorstand verabschiedet und ihr Ambitionsniveau im März 2021 nochmals angehoben:

  • Ziel bis Ende 2021 war es, konzernweit Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien einzusetzen (Scope 2). Dieses Ziel haben wir erreicht. 
  • Bis Ende 2025 wollen wir Klimaneutralität im Unternehmen erreichen (Scope 1 und 2). Dafür wollen wir die entsprechenden CO2-Emissionen gegenüber 2017 um bis zu 95 Prozent reduzieren und verbleibende Emissionen über geeignete Offsetting-Maßnahmen ausgleichen. Dabei konzentrieren wir uns auf Offsetting-Maßnahmen zur langfristigen Bindung von CO2 aus der Atmosphäre, zum Beispiel durch Aufforstung. Neben der Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien planen wir die Klimaneutralität vor allem durch Energieeffizienzmaßnahmen zu erreichen. Im Berichtsjahr wurde dieses Ziel durch die Integration in die Vorstandsvergütung als eines von zwei ESG-Zielen noch einmal unterstrichen.
  • Durch die konsequente Senkung unserer Scope-1- und Scope-2-Emissionen img entstehen über 98 Prozent unseres CO2-Fußabdrucks nicht direkt bei uns, sondern bei der Herstellung und der Nutzung unserer Produkte. Diese Emissionen wollen wir bis 2030 pro Kund*in um 25 Prozent (gegenüber 2017) senken (Scope 3, Kategorien: Eingekaufte Güter und Dienstleistungen Kapitalgüter, Nutzung der verkauften Produkte, vermietete oder verleaste Sachanlagen). Wir stehen in engem Dialog mit unseren Lieferanten, um die Emissionen in der Produktion zu verringern und Produkte herstellen zu lassen, die in der Nutzungsphase weniger Energie verbrauchen.
  • Spätestens ab 2040 wollen wir „netto-null“ sein und über alle drei Scopes keinen CO2-Fußabdruck mehr hinterlassen.

Unsere Klimaziele aus dem Jahr 2019 wurden anhand der Methodik der „Science Based Targets initiative (SBTi)“ erarbeitet. Die SBTi hat uns im Mai 2019 als drittem DAX-Konzern offiziell bestätigt, dass unsere Klimaschutzziele zur Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens beitragen. Damit folgen wir den Landesgesellschaften in den USA und Ungarn, deren Ziele bereits 2018 beziehungsweise 2019 durch die SBTi positiv geprüft wurden.

Unser Ansatz zur Fortschrittsmessung im Klimaschutz

Die Berechnung unserer Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette für unsere Klimaziele erfolgt entsprechend der marktbasierten Methode des international anerkannten „Greenhouse Gas (GHG)“-Protokolls. Alle CO2e-Emissionen schlüsseln wir hier detailliert auf.

Die Emissionen gehen in verschiedene Kennzahlen ein, mit denen wir unseren Beitrag zum Klimaschutz messen und unsere Fortschritte transparent machen. Die KPIs „Carbon Intensity“ und „Energy Intensity“ setzen unsere CO2e-Emissionen beziehungsweise unseren Energieverbrauch zu dem transportierten Datenvolumen in Beziehung. Zusammen mit dem Datenvolumen als Bezugsgröße wird eine direkte Verknüpfung zur Leistungsfähigkeit unserer Netze hergestellt. Auch die KPIs „Enablement Faktor“, „PUE“ und „Erneuerbare Energien“ dienen der Steuerung und Transparenz im Thema Klimaschutz.

Indirekte Emissionen entlang unserer Wertschöpfungskette – sogenannte Scope-3-Emissionen img – machen den größten Teil unserer Gesamtemissionen aus. Indem wir sie erfassen, legen wir die Grundlage, um gemeinsam mit unseren Lieferanten und Kund*innen die Emissionen in unseren Wertschöpfungsketten durch gezielte Maßnahmen zu senken.

Der Vorstand wird jedes Jahr durch den Bereich Group Corporate Responsibility (GCR) ausführlich über den Status der Programme informiert, mit denen wir unsere Klimaziele erreichen wollen.

Heinz-Gerd Peters

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Heinz-Gerd Peters

Status Klimazielerreichung KPI

Die Zielerreichung befand sich zum Jahresende auf prognostiziertem Niveau. Die Emissionen des Basisjahres wurden auf Basis der Zusammenführung von T-Mobile US und Sprint rekalkuliert und liegen deshalb über dem im CR-Bericht 2019 kommunizierten Niveau für 2017.

Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien
Unser Ziel für 2021 war es, konzernweit Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien einzusetzen (Scope 2). Dieses Ziel haben wir erreicht und werden auch weiterhin nur noch erneuerbare Energien nutzen.

Klimaneutralität bis 2025 (Scope 1 und 2)
Unsere Ziele sehen vor, die Scope-1- und Scope-2-Emissionen bereits bis 2025 um bis zu 95 Prozent gegenüber 2017 zu reduzieren und verbleibende Emissionen über geeignete Offsetting-Maßnahmen auszugleichen, um so Klimaneutralität im eigenen Betrieb zu erreichen.

Im Berichtsjahr konnten wir unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen gegenüber 2017 um 94 Prozent reduzieren.

Senkung der Scope-3-Emissionen pro Kund*in um 25 Prozent bis 2030
Über 95 Prozent unseres CO2-Fußabdrucks entsteht bei der Herstellung und der Nutzung unserer Produkte. Diese Emissionen wollen wir bis 2030 pro Kund*in um 25 Prozent (gegenüber 2017) senken (Scope 3, Kategorien: Eingekaufte Güter und Dienstleistungen, Kapitalgüter, Nutzung der verkauften Produkte, Vermietete oder verleaste Sachanlagen).

Der Wert für das Basisjahr 2017 wurde im Vergleich zur Berichterstattung im Vorjahr aufgrund einer anderen Berechnungsgrundlage nachträglich korrigiert. Grund hierfür ist eine nachträgliche Korrektur der Kundenzahl im US-Segment nach dem Kauf von Sprint. Für die Berechnung werden die Kundenzahlen exklusive Wholesale Kund*innen genutzt. Durch die Anpassung hat sich der Wert für 2017 sowie der Zielwert für 2030 geändert.

Im Berichtszeitraum lagen die Emissionen pro Kund*in rund 4 Prozent unter dem Wert des Basisjahrs 2017.


Klimaneutralität bis spätestens 2040 (Scope 1, 2 und 3)
Außerdem wollen wir bis spätestens 2040 netto-null Emissionen über alle drei Scopes erreichen und keinen CO2-Fußabdruck mehr hinterlassen. Ziel ist es, alle noch nicht reduzierten Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette der Atmosphäre zu entziehen. Im Berichtsjahr lagen unsere Gesamtemissionen bei 15 023 kt CO2e.

 

Ausrichtung an den Empfehlungen der TCFD

2015 wurde auf der Klimakonferenz von Paris die „Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD img)“ gegründet. Ihr Ziel ist es, freiwillige und einheitliche klimabezogene Finanzangaben zu entwickeln. Für die Umsetzung hat die TCFD im Jahr 2017 konkrete Empfehlungen veröffentlicht. Unternehmen können diese als Leitfaden nutzen, um Investoren, Kreditgeber, Versicherer und andere Interessengruppen über die Risiken des Klimawandels für ihr Geschäftsmodell zu informieren.

Wir begrüßen die hinter der TCFD stehenden Ziele und treiben ihre TCFD-konforme Berichterstattung stetig voran. Zu den physischen Risiken, die der Klimawandel mit sich bringt, zählen extreme Wetterbedingungen, die bereits heute zunehmend erkennbar sind. Auch transitorische Risiken wie die Entwicklung des CO2-Preises bestimmen zunehmend den politischen Diskurs. Dies beeinflusst unsere Arbeit sowie unsere Stakeholder img unmittelbar. Die Risiken für die Fortführung unseres Betriebs werden durch unser Risikomanagement analysiert und operativ in den Geschäftseinheiten gesteuert. Darüber hinaus evaluieren wir intern, wie die Berichterstattung zu klimabezogenen Finanzrisiken und Opportunitäten an den Empfehlungen der TCFD ausgerichtet werden kann. Dies soll aufbauend auf den bestehenden Ansätzen der Strategie, des Controllings und Risikomanagements geschehen.

Governance
Strategie
Risikomanagement
Kennzahlen und Zielsetzungen
Governance
Disclosures   Input
a) Beschreiben Sie die Aufsicht des Vorstands über klimabezogene Chancen und Risiken.  
  • Da Nachhaltigkeit und Klimawandel wichtige Themen für die Deutsche Telekom sind, werden sie von der Konzernspitze aus gesteuert: Unser Vorstandsvorsitzender trägt zusammen mit dem übrigen Vorstand der Deutschen Telekom die Verantwortung für klimarelevante Themen des gesamten Konzerns. Dies beinhaltet unter anderem unsere Klimastrategie, die Klimaziele sowie klimabezogene Chancen und Risiken.
  • Der Vorstand der Deutschen Telekom wird jährlich mit dem Climate Target Monitoring Board Report über den aktuellen Stand der Klimazielerreichung und unternehmensrelevante Klimathemen informiert. Zusätzlich sind Klimaschutzkennzahlen (ESG KPI imgEnergy Intensity“, ESG KPI „Carbon Intensity“) Teil der vierteljährlichen Berichterstattung an das Vorstandsmitglied Personal und Recht, das als zuständiges Vorstandsmitglied unsere CR- und Klimathemen bis Ende 2021 betreut hat. Ab 2022 ist der CEO zuständiges Vorstandsmitglied.

    Das Risikomanagement der Deutschen Telekom berichtet zusätzlich dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates vierteljährlich über ESG-Risiken und Chancen. Treten außerhalb der regelmäßigen Berichterstattung unvorhergesehene Risiken auf, werden diese ad hoc gemeldet und an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Die wesentlichen Risiken für den Konzern Deutsche Telekom werden in unserem Geschäftsbericht berichtet.

Weitere Informationen finden Sie unter:

b) Beschreiben Sie die Rolle des Managements bei der Bewertung und dem Management klimabezogener Chancen und Risiken.  
  • Das Management der CR- und klimarelevanten Themen obliegt dem Bereich Group Corporate Responsibility (GCR). Dies umfasst außerdem die Bewertung klimabezogener Chancen und Risiken. Um einen regelmäßigen Austausch mit dem Management Board sicherzustellen, wird GCR vom CR-Board beraten. Dieses Gremium setzt sich aus den Leiter*innen wesentlicher Konzernbereiche zusammen.

    Einen Überblick über die vollständige CR-Organisationsstruktur der Deutschen Telekom finden Sie im CR-Bericht.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Strategie
Disclosures   Input
a) Beschreiben Sie die klimabedingten Chancen und Risiken, die die Organisation kurz-, mittel- und langfristig identifiziert hat.  
  • Ein zentrales klimabedingtes Risiko ist der mögliche Ausfall der Netzinfrastruktur durch beschädigte Sekundärinfrastruktur (z. B. Stromausfälle) oder ausgefallene Kühlanlagen. Ein weiteres Risiko ist die mögliche Beschädigung oder der Ausfall des Netzes aufgrund von Schäden an der Netzinfrastruktur selbst, die durch klimatische Ereignisse oder Veränderungen der klimatischen Bedingungen entstehen können. Als transitorische Risiken wurden primär die CO2-Bepreisung und die Regulierungen von Produkten und Dienstleistungen, beispielsweise durch steigende Energieeffizienzanforderungen, benannt. Zudem besteht das Risiko für negatives Stakeholder-Feedback oder Reputationsschäden. Die identifizierten Risiken beziehen sich überwiegend auf einen mittel- bis langfristigen Zeithorizont.
  • Demgegenüber haben wir den zunehmenden Einsatz energieeffizienter Technologien und die wachsende Nachfrage nach klimafreundlichen Produkten und Dienstleistungen als bedeutende klimabezogene Chancen identifiziert.

Weitere Informationen finden Sie unter:

b) Beschreiben Sie die Auswirkungen der klimabedingten Chancen und Risiken auf die Geschäftstätigkeit, die Strategie und die Finanzplanung der Organisation.  
  • Klimabezogene Chancen und Risiken haben unsere Geschäftstätigkeit in vielerlei Hinsicht beeinflusst: Energieeffizienz ist für die Deutsche Telekom von großer Bedeutung, da sich der Energieverbrauch im Netz stark auf die Betriebskosten auswirkt, aber auch aufgrund des strategischen Ansatzes zum Klimaschutz und der zunehmenden Bedenken und Erwartungen unserer Interessengruppen. Wir haben uns daher zum Ziel gesetzt, unseren Energieverbrauch jährlich zu begrenzen – was auch als vergütungsrelevantes Ziel unseres Vorstands definiert wurde – und die Kosten für den Stromverbrauch zu senken.
  • Aus diesem Grund wurden mehrere Programme zur Verbesserung der Energieeffizienz an unseren Standorten und in unseren Betrieben gestartet. Im Rahmen unseres Umweltprogramms haben wir unsere Wertschöpfungskette auf Möglichkeiten für eine größere Ressourceneffizienz und CO2-Reduktion untersucht. Es wurden zehn zentrale Handlungsfelder für künftige Maßnahmen identifiziert, die zu einem nachhaltigeren Unternehmen im Allgemeinen führen sollen, beispielsweise eine Kennzeichnung besonders nachhaltiger Produkte

Weitere Informationen finden Sie unter:

c) Beschreiben Sie die Belastbarkeit der Strategie der Organisation unter Berücksichtigung verschiedener klimabezogener Szenarien, einschließlich eines Szenarios von 2°C oder niedriger.  
  • Im Jahr 2020 haben wir – zunächst exemplarisch – 500 Standorte der Deutschen Telekom in Deutschland in Bezug auf ihre physischen Klimarisiken analysiert. Die Risikogefährdung für die jeweiligen Standorte wurden in zwei Klimaszenarien des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) betrachtet: einem Business-as-usual-Szenario (RCP 4.5), bei dem der weltweite Temperaturanstieg bei über zwei Grad liegen wird, und einem Vier-Grad-Szenario (RCP 8.5). Weitere Details finden Sie hier im CR-Bericht.
  • Wir planen, die Szenarioanalyse auf weitere internationale Standorte auszuweiten, um langfristig die Belastbarkeit unserer Organisation umfassend bewerten zu können.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Risikomanagement
Disclosures   Input
a) Beschreiben Sie die Prozesse der Organisation zur Identifizierung und Bewertung klimabezogener Risiken.  
  • 2020 haben wir in verschiedenen Workshops mit Expert*innen aus Technik, Einkauf sowie Strategie & Risikomanagement die wesentlichen klimabezogenen Chancen und Risiken definiert und eine erste Gewichtung vorgenommen. Hierbei haben wir zum einen die Konsequenzen für unsere Geschäftstätigkeit betrachtet, die aus physischen Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels resultieren könnten. Zum anderen haben wir auch die Auswirkungen, die durch politische, technologische und gesellschaftliche Entwicklungen, die mit der angestoßenen Transition hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft einhergehen können, analysiert. Weitere Details finden Sie hier im CR-Bericht.
  • Der Prozess zur Identifizierung der mit dem Klimawandel verbundenen Chancen und Risiken umfasst:
    • Screening von Medien und NGO-Publikationen
    • Aktive Unterstützung der Arbeit verschiedener Industrieverbände, die sich mit dem Klimawandel befassen, wie z. B. GeSI, econsense, Stiftung , ICC, GSMA, ETNO
    • Teilnahme und Initiierung von Stakeholder-Dialogen zum Thema Klimawandel
    • Analyse der Antworten auf das CDP-Lieferkettenprogramm
    • Analyse der Anfragen von Ratingagenturen wie RobecoSAM img, CDP img, Sustainalytics etc.
  • Der Prozess für die Bewertung der mit dem Klimawandel verbundenen Chancen und Risiken umfasst:
    • Identifizierung & Quantifizierung der relevanten Entwicklungen
    • Berechnung der Auswirkungen auf den Betrieb
    • Analyse der Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette
  • Zurzeit arbeiten wir an der finanziellen Quantifizierung aller klimabezogenen Chancen und Risiken – für einige liegt die Quantifizierung bereits vor und wird im CDP-Fragebogen kommuniziert. Die finanziellen Auswirkungen werden dann in die Unternehmensplanung integriert. Managementinstrumente zur Integration des Klimaschutzes in Investitionsentscheidungen werden regelmäßig auf Anwendbarkeit und Nutzen überprüft (z. B. interner CO2-Preis).
b) Beschreiben Sie die Prozesse der Organisation für den Umgang mit klimabedingten Risiken.  
  • Auf der Grundlage von Expertenwissen werden Risiken und Chancen nach ihren finanziellen Auswirkungen (auf EBITDA-AL-Basis) und der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens bewertet. Wenn es nicht möglich ist, Risiken und Chancen zu quantifizieren, ist auch eine qualitative Berichterstattung möglich. Sind die Risiken und Chancen identifiziert, werden sie hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen finanziellen Auswirkungen, zum Beispiel mithilfe einer Szenarioanalyse, genauer analysiert und bewertet. Anschließend entscheiden wir, welche konkreten Maßnahmen zu ergreifen sind, um beispielsweise Risiken zu reduzieren oder Chancen zu ergreifen. Im Anschluss setzt der jeweilige Risikoeigner die Maßnahmen um, überwacht und bewertet sie. Bei Bedarf werden die Schritte wiederholt durchlaufen und an die neuesten Entwicklungen und Entscheidungen angepasst.

Weitere Informationen finden Sie unter:

 

c) Beschreiben Sie, wie die Prozesse zur Identifizierung, Bewertung und zum Management klimabezogener Risiken in das Risikomanagement der Organisation integriert sind.  
  • Unsere Prozesse zur Identifizierung und Bewertung klimabezogener Risiken sind vollständig in unternehmensweise multidisziplinäre Risikoidentifikations-, -bewertungs- und -managementprozesse integriert. Risiken und Chancen (über 100 Mio. Euro EBITDA-Auswirkung) werden vierteljährlich durch einen konzernweiten Risikomanagementprozess (RMP) identifiziert, der vom Group-Risk-Governance-Bereich konzipiert und gesteuert wird. Der RMP stellt Methoden und Systeme zur Identifizierung und Bewertung von Risiken und Chancen zur Verfügung. Die Verantwortung für die Berichterstattung über Konzernrisiken und -chancen ist auf die jeweiligen Geschäftseinheiten verteilt, sodass GCR für Klimarisiken verantwortlich ist. Weitere Informationen zum Risikoprozess finden Sie in unserem Geschäftsbericht.
  • Darüber hinaus nahmen Manager*innen aus dem Risikobereich an unserem internen Workshop zur Identifizierung wesentlicher klimabezogener Chancen und Risiken teil.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Kennzahlen und Zielsetzungen
Disclosures   Input
a) Offenlegung der Messgrößen, die in Übereinstimmung mit ihrer Strategie und ihrem Risikomanagementprozess von der Organisation zur Bewertung klimabezogener Chancen und Risiken verwendet werden.  
b) Offenlegung der Treibhausgas (THG)-Emissionen (Scope 1, Scope 2 und ggf. Scope 3) und der damit verbundenen Risiken  

Weitere Informationen finden Sie unter:

c) Beschreiben Sie die Ziele, die von der Organisation verwendet werden, um klimabedingte Chancen und Risiken und die Leistung im Vergleich zu den Zielen zu managen.  
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Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD)

  • Die wichtigsten Kennzahlen zur Messung und zum Management klimabezogener Chancen und Risiken

Fortschritte bei der Umsetzung der TCFD Empfehlungen

2020 haben wir eine Lückenanalyse durchgeführt, um zu ermitteln, inwieweit unsere Maßnahmen den TCFD-Empfehlungen bereits entsprechen (siehe hier). In verschiedenen Workshops mit Expert*innen aus Technik, Einkauf sowie Strategie und Risikomanagement wurden die wesentlichen klimabezogenen Chancen und Risiken definiert und eine erste Gewichtung vorgenommen. Hierbei haben wir zum einen die Konsequenzen für unsere Geschäftstätigkeit betrachtet, die aus physischen Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels resultieren könnten. Zum anderen haben wir auch die Auswirkungen analysiert, die durch politische, technologische und gesellschaftliche Entwicklungen entstehen könnten, die mit der angestoßenen Transition hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft einhergehen können.

Ein wesentliches klimabezogenes Risiko stellt der mögliche Ausfall der Netzinfrastruktur durch beschädigte sekundäre Infrastruktur (beispielsweise Stromausfälle) oder durch ausgefallene Kühlgeräte dar. Ein weiteres Risiko besteht in der möglichen Beschädigung oder dem Ausfall des Netzes durch Schäden an der Netzinfrastruktur selbst, die aufgrund von klimatischen Ereignissen oder veränderten klimatischen Bedingungen auftreten können.

Als wesentliche klimabezogene Chancen ermittelten wir hingegen den zunehmenden Einsatz energieeffizienter Technologien (etwa im Netzbetrieb) und die steigende Nachfrage nach klimafreundlichen Produkten und Services.

Im nächsten Schritt haben wir – zunächst exemplarisch – 500 Standorte der Deutschen Telekom in Deutschland in Bezug auf ihre physischen Klimarisiken analysiert. Diese Klimarisikoanalyse wurde anhand der „Climate Change Edition“ der „Location Risk Intelligence“-Software der Rückversicherung Munich Re erstellt. Die Analyse umfasst acht Indizes img (siehe Grafik). Die Risikogefährdung für die jeweiligen Standorte betrachten wir in zwei Klimaszenarien des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC): einem Business-as-usual-Szenario (RCP 4.5), bei dem der weltweite Temperaturanstieg bei über zwei Grad liegen wird, und einem Vier-Grad-Szenario (RCP 8.5). Neben den Klimaszenarien beleuchten wir die Risikogefährdung außerdem in verschiedenen Zeiträumen: aktuell, für das Jahr 2050 und für 2100.

Die folgende Grafik zeigt einen vereinfachten Ausschnitt der Ergebnisse: die Risiken für das Jahr 2050 gemäß dem Vier-Grad-Szenario:

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Tropische Zyklone
Wahrscheinliche maximale Intensität von Zyklonen mit einer Überschreitungswahrscheinlichkeit von 10 % in zehn Jahren (entspricht einer Wiederkehrperiode von 100 Jahren).
Anstieg des Meeresspiegels**
Gefahrenzonen abgeleitet aus statistischen Daten zum Meeresspiegelanstieg und Höhendaten für das jeweilige Projektionsjahr und Szenario.
(Wald-)Brandgefahr
Der Index beschreibt aktuelle meteorologische Brandbedingungen auf der Basis von Brandgefahrenmodellen. Diese kombinieren die Entzündungswahrscheinlichkeit, die Geschwindigkeit und Ausbreitungsgeschwindigkeit und -wahrscheinlichkeit sowie die Verfügbarkeit von Brennstoff zu einer kombinierten Metrik. Der Index beinhaltet Informationen über z.B. die Länge der Feuersaison und extreme Feuergefahrentage.
Starkniederschläge
Der Index beschreibt die aktuelle meteorologische Bedrohung durch Starkniederschlag. Die Bedrohung wird abgeleitet aus Informationen über z.B. eintägige Starkniederschlagsereignisse und langanhaltende Niederschlagsereignisse.
Dürrestress
Der Index beschreibt die Veränderung der Wasserbilanz, abgeleitet aus dem modellierten standardisierten Niederschlags-Evapotranspirations-Index (SPEI). Dieser multiskalare Dürre-Index basiert auf klimatischen Daten und wird zur Bestimmung von Dauer, Intensität und Schweregrad von Dürrebedingungen im Vergleich zu normalen Bedingungen (in Referenzperioden) genutzt.
Hitzestress
Der Index beschreibt die aktuelle meteorologische Bedrohung durch Hitze. Die Bedrohung leitet sich aus Informationen über z.B. Hitzewellen, jährliche Maximal Temperatur und Tropennächte ab.
Hochwasser (exkl. Hochwasserschutz)
Von extremen Hochwassern bedrohte Gebiete mit Wiederkehrperioden von 100 oder 500 Jahren. Berücksichtigt keine Deiche.
Hochwasser (inkl. Hochwasserschutz (Deiche))
Von extremen Hochwassern bedrohte Gebiete mit Wiederkehrperioden von 100 oder 500 Jahren. Hochwasserschutz wird berücksichtigt.

Die Ergebnisse der Szenarioanalyse zeigen, dass für den Großteil der deutschen Standorte nur geringe physische Risiken bestehen. Trotzdem sind wir auf die Auswirkungen physischer Risiken, beispielsweise durch Veränderungen in den Niederschlagsmustern und extreme Variabilität der Wettermuster, vorbereitet. Denn Beispiele wie der Sturm Friederike im Jahr 2018 oder die Flutkatastrophe im Juli 2021 zeigen, dass lokale Schäden an unserer Telekommunikationsnetzinfrastruktur als Folge von Extremwetterereignissen bereits heute möglich sind. Unser Risikomanagement stützt sich daher auf mehrere Säulen: Wir bauen die Telekommunikationsnetze der Deutschen Telekom flexibel auf. Beispielsweise vermeiden wir durch Ringstrukturen, dass der Ausfall einer einzelnen Netzkomponente Auswirkungen auf die für unsere Kund*innen erbrachten Dienstleistungen hat. Für die meisten kritischen Standorte stellen wir eine unterbrechungsfreie Stromversorgung über mobile und feste Dieselgeneratoren und Batterien sicher. Dies hilft in der Regel für einige Stunden, falls es zu Stromausfällen kommt. Unser Krisenmanagement hilft zudem bei der zügigen Wiederherstellung im Falle von Unterbrechungen. Versicherungen decken die Risiken von Schäden an Gebäuden und an der Netzinfrastruktur der Deutschen Telekom ab. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Unser Umgang mit Klimarisiken“ sowie „Risiko- und Chancenmanagement“.

Im Jahr 2022 werden wir die wesentlichen Chancen und Risiken aus den oben abgebildeten verschiedenen Klimaszenarien weiter analysieren. Außerdem planen wir, die Standortanalyse auf weitere Länder auszuweiten – dazu sind wir bereits im Gespräch mit weiteren Landesgesellschaften. 

Auch aus regulatorischer Perspektive ist die Weiterentwicklung unseres Risikomanagements gemäß den Anforderungen der TCFD img von Bedeutung, insbesondere mit Blick auf die neuen EU-Taxonomie-Vorgaben. Die Kriterien des Umweltziels „Anpassung an den Klimawandel“ verlangen – wie auch TCFD –, dass sich Unternehmen mit physischen Klimarisiken auseinandersetzen und die Auswirkungen auf ihre Wirtschaftsaktivitäten kennen. Mit unserem TCFD-Prozess haben wir somit zugleich den Grundstein zur Definition taxonomiekonformer Geschäftsaktivitäten gelegt. Derzeit arbeiten wir auf die Erfüllung der Taxonomie-Anforderungen für das Geschäftsjahr 2022 hin.

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD)

  • Die wichtigsten Kennzahlen zur Messung und zum Management klimabezogener Chancen und Risiken

Unser Umgang mit Klimarisiken

Im Rahmen unserer integrierten Klimastrategie ermitteln wir klimabezogene Risiken und Chancen sowohl für uns als Unternehmen als auch für unsere Stakeholder img. Unser Vorstand wird vierteljährlich mit einem „Group Risk Report“ über aktuelle Klimarisiken informiert. Weitere Informationen zum Risikomanagement finden Sie im Kapitel „Risiko- und Chancenmanagement“ im Geschäftsbericht.

Physische Risiken
Extreme Wetterbedingungen infolge des Klimawandels können sich negativ auf unsere Geschäftsprozesse auswirken und zu Störungen im Netz oder gar Netzausfällen führen. Solche Ausfälle können unter anderem die Steuerung von Rettungseinsätzen massiv beeinträchtigen, wenn nicht gar unmöglich machen. Damit wir in solchen Fällen angemessen reagieren können, haben wir mit unserer internen Richtlinie „Group Policy on Continuity and Situation Management“ die nötigen Verantwortlichkeiten, Prozesse und Maßnahmen definiert. Die Richtlinie legt außerdem fest, was in Notfall- und Krisensituationen, etwa bei Überschwemmungen, zu tun ist.

Auch bei der Planung unserer zukünftigen Geschäftstätigkeit berücksichtigen wir mögliche Folgen des Klimawandels. Beispielsweise bauen wir unsere Netzinfrastruktur so aus, dass sie Unwettern, Temperaturveränderungen oder höheren Windgeschwindigkeiten besser standhält und halten mobile Versorgungsinfrastruktur für Notfälle vor.

Finanzielle Risiken
Der drohende Klimawandel birgt auch finanzielle Risiken, sei es durch Abgaben für CO2-Emissionen oder durch erhöhte Energiekosten. Einen Beitrag zur Vorbeugung leisten wir unter anderem, indem wir unsere eigene Energieeffizienz erfassen und Maßnahmen entwickeln, um diese zu verbessern. Um Infrastrukturausfällen durch Extremwetterereignisse vorzubeugen, könnten auch zusätzliche Investitionen in eine robustere Infrastruktur erforderlich werden.

Prävention
Zudem helfen wir unseren Kund*innen mit innovativen Lösungen, ihren eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren und so dazu beizutragen, den Klimawandel abzumildern („Mitigation“). Beispiele dafür sind Projekte im Bereich nachhaltiger Stadtentwicklung und Mobilität oder auch eine sogenannte Echtzeitlösung für die Landwirtschaft („Precise Positioning“). Mit dieser können unter anderem die für Agrarzwecke oft zu ungenauen GPS-Daten korrigiert und präzise Standortdaten in Echtzeit übermittelt werden – und zwar über 5G-Mobilfunk-Technologie. Unsere niedrigschwellige, vergleichsweise kostengünstige Lösung hilft Landwirt*innen, durch einen zielgenaueren Einsatz ihrer Maschinen Emissionen zu reduzieren, Düngemittel und Saatgut genauer zu dosieren und ihre Erträge zu erhöhen. So können wir mittelbar auch zur Erreichung des Sustainable Development Goal (SDG) 2, „Kein Hunger“, beitragen.

Weiterhin unterstützen wir unsere Kund*innen dabei, mit den negativen Folgen des Klimawandels umzugehen und sich an diese anzupassen („Adaptation“). Im Falle einer drohenden Katastrophe kann unsere Infrastruktur beispielsweise zur Verbreitung von Warnhinweisen über sogenannte Frühwarn-Apps genutzt werden. Die Anpassung an den Klimawandel („Climate Change Adaptation“) ist Bestandteil der EU-Taxonomie-Verordnung, auf die wir an dieser Stelle eingehen.

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD)

  • Die wichtigsten Kennzahlen zur Messung und zum Management klimabezogener Chancen und Risiken
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