Unser Ansatz zur Gestaltung der Mitarbeiterbeziehungen

Unser Beitrag zu den SDG

Wir pflegen im gesamten Konzern dialogorientierte Beziehungen zu unseren Mitarbeitenden sowie eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretungen und den Gewerkschaften. Im deutschen Konzern vertreten die Betriebsräte, die Gesamtbetriebsräte und der Konzernbetriebsrat die Interessen der Beschäftigten.

Auf europäischer Ebene ist unser Sozialpartner der europäische Betriebsrat (EBR). Hinzu kommen die Vertretungen der leitenden Angestellten und die Vertretungen der Schwerbehinderten auf Betriebs- und Unternehmens- beziehungsweise Konzernebene.

Aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher und vertraglicher Grundlagen in den jeweiligen Ländern werden Mitbestimmungsthemen dezentral zusammen mit Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter*innen gesteuert. In wichtigen Fragen ist grundsätzlich die Konzernleitung eingebunden.

Für das Management unserer Mitarbeiterbeziehungen haben wir konzernweit einheitliche Standards gesetzt. Festgeschrieben wurden diese in unseren Leitlinien (Guiding Principles) sowie in unserer Konzernrichtlinie zu Mitarbeiterbeziehungen (Employee Relations Policy). Umfangreiche Informationen zum Umgang mit Menschenrechten in unserem Konzern finden Sie im Abschnitt Menschenrechte und auch auf einer eigenen Seite unter „Nachhaltig #DABEI“.

Dialog und Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern

Im Laufe des Berichtsjahrs wurden in Deutschland 115 Tarifverträge mit der Gewerkschaft ver.di abgeschlossen. Mit dem Abschluss der Tarifrunden gaben wir den tariflich Beschäftigten in der Corona-Krise Sicherheit und setzten wirtschaftlich ein klares positives Signal. Im Zuge der Harmonisierung der Entgeltsysteme im Konzern haben wir zudem tarifvertragliche Regelungen über eine globale, einheitliche Jobarchitektur vereinbart.

Eine verantwortungsvolle Tarifpolitik hat bei uns eine hohe Bedeutung und lange Tradition. Den Grad der Abdeckung unserer Beschäftigten durch Tarifverträge veröffentlichen wir in der nichtfinanziellen Erklärung in unserem Geschäftsbericht.

Konstruktiver Dialog
2021 haben wir den konstruktiven Dialog mit unseren Betriebsräten fortgesetzt. Aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher und vertraglicher Grundlagen in den jeweiligen Ländern werden Mitbestimmungsthemen mit Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter*innen dezentral gesteuert. In wichtigen Fragen ist grundsätzlich die Konzernleitung eingebunden. Weitere Informationen finden Sie im Geschäftsbericht.

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Global Compact

  • Prinzip 3 (Wahrung der Vereinigungsfreiheit und des Rechts auf Kollektivverhandlung)

Employee Relations Policy

Die konzernweit gültige „Employee Relations Policy (ERP)“ beschreibt anhand von zwölf Kernprinzipien, wofür die Telekom weltweit als Arbeitgeberin einsteht. Unser Bekenntnis zur vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretungen ist hier ebenso festgeschrieben wie beispielsweise Mitarbeitergesundheit, faire Bezahlung oder Verbot der Diskriminierung. Die ERP ist ein Rahmenwerk, auf das sich unsere Beschäftigten konzernweit beziehen können. Es soll ihnen ermöglichen, individuell zu den Unternehmenszielen beizutragen und den Shareholder Value zu steigern. Das Rahmenwerk nimmt Bezug auf unsere Grundsatzerklärung „Menschenrechtskodex und Soziale Grundsätze“ und erläutert, mit welchen Instrumenten wir deren Einhaltung gewährleisten wollen.

Im Jahr 2020 haben wir die ERP überarbeitet, aktualisiert und im Dezember vom Vorstand verabschieden lassen. Der Grundcharakter sowie die Kerninhalte blieben unberührt. Um den Veränderungen der Arbeitswelt sowie unserer Prozesse zu entsprechen, haben wir jedoch Themen wie Digitalisierung, Meinungsfreiheit oder virtuelle Arbeit hinzugefügt. Die neue Fassung der Policy trifft Aussagen zu folgenden Themen:

  • Wertegerüst
  • Recruitment und Förderung
  • Verantwortliches Management von organisatorischer Veränderung
  • Gesundheit, Sicherheit und Nachhaltigkeit
  • Vergütung und Anerkennung
  • Work-Life
  • Virtuelles Arbeiten
  • Führung
  • Diversity
  • Verbot der Diskriminierung
  • Engagement und Kommunikation
  • Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretungen

Wir kontrollieren die Einhaltung der ERP im Rahmen eines regelmäßigen Begutachtungsprozesses. Ergeben sich bei der Auswertung Hinweise darauf, dass unsere Selbstverpflichtungen unzureichend umgesetzt werden, gehen wir diesen Hinweisen nach und leiten Abhilfemaßnahmen ein. Zusammenfassungen und Ergebnisse zu einzelnen Länderberichten (sogenannte Reviews) veröffentlichen wir auf unserem Konzernportal unter „Verantwortungsvoller Arbeitgeber“.

Begutachtet: Mitarbeiterbeziehungen in den Landesgesellschaften

Welche Fortschritte machen die Landesgesellschaften bei der Umsetzung unserer „Employee Relations Policy“ (Konzernrichtlinie Mitarbeiterbeziehungen)? Diese Frage untersuchen wir mit speziellen Begutachtungsprozessen, sogenannten Reviews. Jedes Jahr stellen sich zwei bis drei Landesgesellschaften einer solchen Überprüfung. Die Ergebnisse nutzen sie, um die Beziehungen zu ihren Beschäftigten weiter zu verbessern. Konzernweit helfen uns die Reviews dabei, die Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen und menschenrechtsbezogenen Risiken unserer Geschäftstätigkeit einzuschätzen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnte 2021 erneut nur eine Gesellschaft einem Review unterzogen werden: die OTE Group in Griechenland. Das Ergebnis wird auf unserer Website veröffentlicht.

Bei Bedarf vereinbaren wir zusätzliche Maßnahmen, darunter ein „Human Rights Impact Assessment and Engagement“. Das Verfahren dient der Abschätzung von tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen unternehmerischen Handelns auf die Menschenrechte. Zudem wird mit ihm die Fähigkeit der Landesgesellschaft bewertet, negative Auswirkungen zu verhindern, zu mildern oder zu beheben. Im Jahr 2021 haben wir uns coronabedingt auf unsere unternehmerischen Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette konzentriert und eine „Human Rights Due Diligence“-Prüfung zu allen Prozessen und bisherigen Ergebnissen durchgeführt. Wir werten die Befunde intern aus und nutzen sie für weitere vorbereitende Maßnahmen, um die ab 2023 geltenden Vorgaben des Lieferkettengesetzes zu erfüllen. Die ausführlichen Ergebnisse veröffentlichen wir auf unserer Website. Seit 2019 veranstalten wir in den Landesgesellschaften auch Workshops, die zu Menschenrechtsthemen schulen und sensibilisieren.

Faire Vergütung und weitere betriebliche Leistungen

Wir bieten unseren Beschäftigten eine wettbewerbsfähige und leistungsgerechte Vergütung, die sich am jeweiligen nationalen Arbeitsmarkt orientiert. Sie honoriert die Arbeitsleistung aller Mitarbeitenden gleichberechtigt und diskriminierungsfrei.

Mit unserer „Global Compensation Guideline“ für leitende Angestellte, unseren Tarifverträgen und sonstigen kollektivrechtlichen Regelungen stellen wir für unsere Beschäftigten im Konzern eine transparente und geschlechtsneutrale Entgeltgestaltung und Entlohnung sicher. Demgemäß richtet sich die Bezahlung nach dem Schwierigkeitsgrad und der Komplexität der konkreten Aufgaben und nicht nach der jeweiligen Person. Damit stellen wir sicher, dass die Entlohnung im Konzern Deutsche Telekom nach Art und Umfang der ausgeübten Tätigkeit und den Anforderungen an die Funktion unabhängig von Diversity-Merkmalen wie Geschlecht, Alter oder Nationalität erfolgt. Zudem bieten wir unseren Beschäftigten weitergehende Leistungen, zum Beispiel für die betriebliche Altersversorgung oder durch vergünstigte Aktienkäufe im Rahmen unseres „Shares2you“-Programms.

Im Rahmen unserer konzernweiten Mitarbeiterbefragung ermitteln wir regelmäßig, wie zufrieden unsere Beschäftigten mit ihrer Vergütung sind. Darüber hinaus gibt es weitere themen- und bereichsbezogene Erhebungen.

Um den gesetzlichen Anforderungen des Entgelttransparenzgesetzes zu entsprechen, haben wir 2018 erstmals einen Bericht zur Entgeltgleichheit und Gleichstellung erstellt. Er erscheint alle fünf Jahre. Den aktuellen Bericht finden Sie als Anlage zum Lagebericht 2017.

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Global Reporting Initiative (GRI)

  • GRI 405-2 (Vielfalt und Chancengleichheit)

Global Compact

  • Prinzip 1 (Unterstützung und Respektierung der internationalen Menschenrechte)

Gehaltsentwicklung bei der Telekom in Deutschland

Im Rahmen der Tarifrunde 2020 wurde eine in zwei Schritten erfolgende Erhöhung der Gehälter von rund 60 000 tariflich Beschäftigten der Telekom Deutschland, der Konzernzentrale und der Deutschen Telekom IT vereinbart. Der erste Schritt trat bereits zum 1. Juli 2020 in Kraft. Der zweite folgte zum 1. Juli 2021. Die Erhöhung umfasst insgesamt 5 Prozent in den Entgeltgruppen 1 bis 5, 4,8 Prozent in der Entgeltgruppe 6 und 4,6 Prozent in den Entgeltgruppen 7 bis 10. Die Laufzeit der Entgelttarifverträge beträgt 24 Monate. Kündbar sind diese erstmals zum 31. März 2022.

Für Auszubildende und dual Studierende wurden zwei Gehaltssteigerungen um 40 Euro jeweils zum 1. Juli 2020 und 1. Juli 2021 vereinbart. Die Unterhaltsbeihilfe für Auszubildende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, erhöhte sich um 20 Euro auf 270 Euro.

Gehaltsentwicklung und Entgeltsysteme bei T-Systems in Deutschland

2019 haben wir begonnen, die variablen Vergütungsregelungen von T-Systems schrittweise zu harmonisieren. Als Ergebnis der Tarifrunde 2018 ist das variable Entgelt im Nichtvertrieb zum 1. Januar 2021 entfallen. Es erfolgte eine Umstellung auf Festentgelte. Zudem standen Anfang 2021, nach entsprechender Kündigung der Entgelttarifverträge zum 31. Dezember 2020, Verhandlungen über allgemeine Entgelterhöhungen an.

Die Tarifverhandlungen 2021 fielen in eine wichtige Phase der Transformation von T-Systems: Wir stellen uns als reiner IT-Dienstleister und europäischer Anbieter für Digital- und Multi-Cloud-Services auf. Weil die Corona-Pandemie die Weiterentwicklung von T-Systems im Geschäftsjahr 2020 stark beeinträchtigt hatte, einigten sich die Verhandlungsparteien, erneute Entgeltverhandlungen im vierten Quartal 2021 durchzuführen.

Für das Geschäftsjahr 2021 haben die Verhandlungspartner aufgrund der Corona-Pandemie eine einmalige Sonderzahlung in Höhe von 1 000 Euro für die tariflich Mitarbeitenden der T-Systems vereinbart. Zudem werden die individuellen Jahresgehälter bei den Gesellschaften Deutsche Telekom Security GmbH und T-Systems Multimedia Solutions GmbH mit Wirkung zum 1. Juli 2022 um 2,0 Prozent angehoben. Des Weiteren läuft der Verzicht auf betriebsbedingte Beendigungskündigungen bei der T-Systems weiter bis zum 31. Dezember 2022. Damit ist die sozialverträgliche Begleitung der Transformation für ein weiteres Jahr gesichert. Gleichzeitig erhöht T-Systems die Zahl der Übernahmen von Nachwuchskräften für das Jahr 2022 auf insgesamt 200.

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