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Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.
  • Corporate Responsibility Bericht 2020
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Gameon

Game on

Jetzt wird es ernst: Begib dich auf Amor‘s Abenteuer und spiele das wohl erste Spiel der Welt, in dem du nur mit Liebe ans Ziel kommst.
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Hier stimmt doch etwas nicht? Kam dir bei dem Spiel etwas seltsam vor? Richtig – die Spielfiguren entsprechen nicht den Figuren, so wie wir sie aus Computerspielen kennen: starke, muskulöse Helden und hilflose, schöne Frauen.

Achtung, Autopilot!

Wusstest Du, dass rund 90 Prozent aller Wahrnehmungs- und Denkprozesse auf „Autopilot“ unbewusst ablaufen? Deshalb müssen wir übers Zähneputzen oder Fahrradfahren nicht mehr groß nach­denken. Ganz automatisch bildet unser Gehirn auch Assoziationen: Zum Beispiel denken viele sofort an Pizza oder Spaghetti, wenn sie das Wort „Italien“ hören. Doch Vorsicht ist geboten, wenn wir solche unbewussten Denkmuster auf andere Menschen anwenden – das kann schnell zu Vorurteilen führen, die uns dann genauso unbewusst steuern.

Was das mit Computerspielen zu tun hat? Eine ganze Menge: Denn in Games erleben wir Spielfiguren, die häufig den gängigen Klischees entsprechen, wie dem männlichen, muskulösen, mittel­euro­päischen Helden und der schönen, jungen, weißen, hilflosen Frau. Stereotype, die wir im Spiel leicht akzeptieren – ist ja schließlich nur ein Spiel. Aber wir lernen durch Wiederholung.

So verfestigen sich in unserem Unter­bewusstsein Bilder von dem, was wir als „normal“ empfinden – und unser Bewusstsein wird ausgetrickst. Auf die gleiche Weise wirken auch die Werte, die uns Spiele vermitteln – sie können beeinflussen, was uns richtig erscheint und was falsch, was wir als moralisch gut und was als verwerflich empfinden.

Games könnten also auch das perfekte Medium sein, um Vorurteile und vorgefertigte Rollenbilder zu durch­brechen sowie positive und demo­kratische Werte zu vermitteln. Schließlich können Spieler*innen in Form eines Avatars verschiedene Rollen ausprobieren, die einen Perspektiv­wechsel ermöglichen.

Heldinnen gesucht

  • 29%

29 Prozent aller Spieler*innen wünschen sich generell mehr Vielfalt in Video- oder Computerspielen, was die Darstellung verschiedener Bevölkerungsgruppen angeht.

Spielen verbindet

Keine Spezies spielt so intensiv wie der Mensch: Zwar lässt sich auch bei Tieren ein klarer Spieltrieb erkennen, doch beim Menschen ist er besonders stark aus­ge­prägt. Spiele bringen Menschen zu­sam­men. Das gilt auch für Computer­spiele. Mehr als drei Milliarden Menschen spielen weltweit an Rechner, Konsole oder Smartphone.

48% Fast die Hälfte der Gamer*innen sind weiblich

Spielerisch das Klima schützen

Spielend lernen

Menschen spielen nicht nur zum Vergnügen. Wir lernen im Spiel die Welt kennen, erleben unsere eigenen Grenzen, erfahren Herausforderungen und wachsen über uns hinaus. In Computerspielen entwickeln wir Teamfähigkeit und Kreativität, lernen strategisches Denken und den Umgang mit Komplexität, lassen uns für Technik und Geschichte begeistern. Spielen wirkt befreiend und entspannend, kompensiert Alltagsfrust, vertreibt Langeweile und lässt uns Neues erfahren. Und nicht zuletzt: Im Spiel lernt es sich leichter! Sogenannte Serious Games machen nicht nur Spaß, sondern vermitteln gleichzeitig Wissen, etwa über Geschichte oder Politik. Dazu zählen auch Lernspiele, die speziell für den Schul­unterricht oder die Ausbildung entwickelt werden. Und wieder andere Spiele bringen uns aktuelle gesellschaftliche Themen wie den Klimawandel nahe.

Gute Spiele, schlechte Spiele?

Der Ton ist rau

Was tun?

Es scheint eine Minderheit zu sein, die den anderen Gamer*innen mit ihren Beleidigungen den Spaß verdirbt – doch eine besonders lautstarke. Was kann man dagegen tun? Ein Problem ist, dass die bestehenden Gesetze bei Online-Gaming-Plattformen nicht ausreichend greifen. Das deutsche Netzwerkdurchsetzungsgesetz gilt für sie beispielsweise bislang nicht, weil die Kommunika­tions­funktion in Spielen nur eine „Nebenfunktion“ ist. Auch beim Jugendschutzgesetz gibt es Lücken. Derzeit werden die gesetzlichen Regelungen überarbeitet. Und natürlich sind auch die Spiele­anbieter gefragt. Bisher werden viele Chats noch zu wenig moderiert. Erfolgversprechende Ansätze gibt es aber bereits: Beim beliebten Spiel „League of Legends“ etwa können Spieler*innen nach dem Spiel negatives und positives Verhalten melden. Die Konsequenzen bei Fehlverhalten reichen von einer Einschränkung der Chatfunktion bis zur permanenten Sperre.

„Gaming – wo der Spaß aufhört“

Digitale Teilhabe – das heißt für die Telekom auch gesellschaftliche Teilhabe. Als Treiber und Gestalter der Digitalisierung verstehen wir es als unseren Auftrag, demokratische Spielregeln im Netz zu fördern – und zwar auch in Feldern, in denen Hass, Ausgrenzung und Manipulation nicht sofort erwartet werden. Zum Beispiel, wenn im Spielgeschehen menschenfeindliche Äußerungen offen zutage treten und sich so die „Grenzen des Sagbaren“ immer mehr verschieben. Deshalb setzen wir uns im Zuge unserer Kampagne „#DABEI – Gegen Hass im Netz“ gemeinsam mit unseren Partnern dafür ein, auch im Gaming dem Hass etwas entgegenzusetzen.

Magenta Moon

#DABEI-Geschichten: Interaktive Workshops zum Gaming

SCROLLER: Das Medienmagazin für Kinder

Rechtes Gaming

Prisma Redakteur Mick Prinz über Rechtsextremismus in Games – Quelle: Prisma

Keine Chance für den Hass

Es werden immer mehr Stimmen laut, die sich dagegen wehren, dass die Spielekultur durch eine toxische Minderheit beschädigt wird. Hier einige Aktionen, die sich Fair Play zum Ziel gesetzt haben:

1„Good Gaming – Well Played Democracy“

Die Amadeu Antonio Stiftung setzt sich seit Jahren gegen rechte Medienstrategien ein. Gemeinsam mit der Forschungsgruppe Modellprojekte e.V. analysiert sie im Projekt „Good Gaming – Well Played Democracy“, wie rechts-alternative Akteur*innen versuchen, auf Gaming-Plattformen eine menschen­verachtende Stimmung zu schüren. Das Projekt entwickelt Kampagnen gemeinsam mit User*innen.

2„Keinen Pixel den Faschisten!“

Die Initiative „Keinen Pixel den Faschisten!“ wehrt sich dagegen, dass rechte Gruppierungen Computerspiele als Kommunikationsplattform nutzen. In der Initiative haben sich Websites, Medienschaffende, Forschungskollektive und Entwicklerstudios aus der Computerspielekultur zusammengeschlossen.

3„Hier spielt Vielfalt“

Ende 2019 hat die deutsche Games-Branche die Initiative „Hier spielt Vielfalt“ gestartet. Sie macht sich stark für eine Branche, die frei ist von Vorurteilen und Diskriminierung, die respektvoll und wert­schätzend mit allen Menschen umgeht – ungeachtet ihrer Herkunft, Weltanschauung oder Lebensweise. Zahlreiche Unternehmen, Institutionen und Gamer*innen haben das Selbstverständnis der Initiative unterzeichnet – darunter auch die Telekom.

Gaming-Angebot der Telekom

E-Sport-Förderung und Spitzentalente als Vorbilder

Toxicity in Games
Die Telekom setzt sich gegen Hass im Netz ein – und das auch im Bereich Gaming! Auf Gaming-Plattformen findet viel Austausch statt. Sie werden leider auch gezielt für die Verbreitung von Hass und Hetze missbraucht. Das trägt zur Spaltung unserer Gesellschaft bei. Dagegen müssen wir etwas tun! Wir schauen dorthin, wo der Spaß aufhört. Barbara Costanzo, Telekom

Für eine starke Community

Was können Spieler*innen selbst tun, wenn sie in Spielen mit Beleidigungen oder Hassbotschaften konfrontiert sind? Einige Tipps für den Umgang mit Hatespeech in Online-Spielen:

1Stummschalten und melden

Immer wieder sorgen Hater*innen für Ärger: Sie provozieren und beleidigen. Darauf musst du dich nicht einlassen: Schalte deinen Chat stumm – das nimmt ihnen ihre Stimme. Hasskommentare kannst du zudem auf vielen Plattformen melden.

2Für andere einstehen

Wenn du mitbekommst, dass jemand im Chat beleidigt wird, sei mutig und schalte dich ein. Du wirst sehen – wenn du jemandem zur Seite stehst, dann trauen sich vielleicht auch andere, sich für die Person einzusetzen.

3Den richtigen Ton treffen

Hüte dich aber davor, selbst aggressiv und be­leid­igend zu werden. Versuch sachlich und nüch­tern zu bleiben. Lass dich nicht in einen Schlag­abtausch verwickeln. Nutze wenige klare Worte.

4Anonymität – schütze dich und andere!

Mit deinem Nickname kannst du dir nicht nur eine Identität in der Gamer*innen-Welt aufbauen – du kannst dich gleichzeitig selber schützen. Achte darauf, nie zu viel Persönliches preiszugeben wie deinen echten Namen, deine Adresse oder deine Telefonnummer.