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  • Corporate Responsibility Bericht 2020
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Hass

im Netz

Was Jay erlebt hat, berührt uns tief und macht sprachlos. Viel zu oft wird das Netz heute zum Nährboden für Hass und Hetze. Doch wir können dem etwas entgegensetzen. Und je mehr Menschen Zivilcourage im Netz zeigen, umso eher wird es zu einem Ort, an dem sich jeder sicher fühlen kann und wo wir nach demokratischen Spielregeln zusammenleben.
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Ein Angriff auf uns alle

Das Internet ist ein Raum voller Möglichkeiten und Inspirationen. Er bringt Menschen zusammen. Doch immer häufiger wird das Netz dazu missbraucht, Menschen auszugrenzen oder gezielt einzuschüchtern. In den sozialen Netzwerken wird gelogen, beleidigt und verleumdet, dass sich die Balken biegen. In der Anonymität glauben manche, dass sie andere Menschen folgenlos attackieren können – und im Netz verbreiten sich Angriffe rasend schnell und locken Mitläufer*innen an. Dieser geballte Hass macht erst mal sprachlos. Die Attacken zielen oft auf Merkmale wie Hautfarbe, Herkunft, Sexualität, Geschlecht, Alter, Behinderung oder Religion von Menschen. Oder auf Menschen, die zu einer bestimmten Schicht oder Berufsgruppe gehören. Aber auch politische Meinungen geraten ins Kreuzfeuer. Letztlich kann jede oder jeder betroffen sein.

Hass spaltet
die Gesellschaft

Doch was sollen diese Attacken eigentlich bezwecken? Das kommt darauf an: Beim „Silencing“ sollen Menschen gezielt zum Schweigen gebracht werden. Wer sich beispielsweise für die Menschenrechte von Flüchtlingen im Netz einsetzt, sich für Frauenrechte stark macht oder wie Jay für Transgender, der braucht nicht lange auf Hass­kom­men­tare zu warten. Viele Betroffene ziehen sich daraufhin zurück, weil sie sich dem massiven Druck nicht gewachsen fühlen. Und genau das wollen die Angreifer erreichen: Denn wenn es ihnen gelingt, Andersdenkende mundtot zu machen, scheint es, als wäre ihre Meinung die einzig wahre. Und tatsächlich fehlen dann auch wichtige Perspektiven zur Meinungsbildung, denn diese sind ja ausgeschaltet worden. So können sich extreme politische Ansichten verbreiten. Das bedroht unsere Demokratie!

Anders sieht es mit den sogenannten Trollen aus. Sie scheinen tatsächlich einfach Spaß daran zu haben, andere zu beleidigen und suchen sich ein beliebiges Opfer. Diese „Trolle“ lieben die Provokation. Auch wenn es sich dabei um eine kleinere Gruppe als beim Silencing handelt, haben auch ihre Angriffe nicht nur Folgen für die Betroffenen, sondern letztlich für uns alle:

Denn wenn Beleidigungen und menschenfeindliche Aussagen immer häufiger zu lesen sind, tritt irgendwann ein Gewöhnungseffekt ein. Und plötzlich wird salonfähig, was vorher „unsagbar“ war und als extrem galt.

Quiz

Ist das erlaubt?

Wer auf der Straße eine Person beleidigt, riskiert eine Anzeige. Aber was gilt für die sozialen Medien?

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Frage 1 von 4

Tom schreibt auf Facebook „Michaela hat jede Nacht einen anderen im Bett!“

Richtig

Falsch

Bewusst unwahre Tatsachen zu behaupten oder zu verbreiten, die die Ehre eines Menschen verletzen und dessen Ruf in der öffentlichen Meinung herabwürdigen, nennt man “üble Nachrede” und ist verboten.

Nächste Frage (2 von 4)
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Schade. Willst Du es vielleicht nochmal probieren? Das ist ein Anfang. Super Ergebnis!

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Frage 2 von 4

Ich teile online ein Bild mit Hakenkreuz – soll nur lustig sein!

Richtig

Falsch

Das Hakenkreuz ist ein verbotenes Symbol und darf in Deutschland weder verwendet noch verbreitet werden. Beides ist eine Straftat.

Nächste Frage (3 von 4)
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Frage 3 von 4

Gerd postet auf Instagram „Der Islam ist kein Teil von Deutschland!“

Richtig

Falsch

Aber entscheidend ist der Zusammenhang! Ist eigene Meinung erkennbar („Ich finde, dass…..“), ist eine solche Aussage erlaubt. Werden aber Personen diskriminiert oder herabgesetzt, ist es nicht erlaubt und fällt nicht mehr unter Meinungsfreiheit.

Nächste Frage (4 von 4)
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Frage 4 von 4

Renate kommentiert „Schlagt Löcher in die Boote! Flüchtlinge stehlen doch nur unser deutsches Geld!“

Richtig

Falsch

Das ist Volksverhetzung. Wer gegen eine bestimmte Personengruppe zu Hass, Gewalt und Willkür aufruft oder die Menschenwürde anderer angreift und so den öffentlichen Frieden stört, macht sich strafbar.

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Von Socken­puppen und Love Speech

Was süße Sockenpuppen mit Hass im Netz zu tun haben? Hier kommen einige interessante Begriffe rund um Umfangsformen im Netz:

1Sockenpuppe

Zweit- und Drittaccounts einer einzigen Person, die miteinander kommunizieren und sich gegenseitig bestätigen, damit es so aussieht, als ob mehrere Menschen miteinander diskutieren.

2Trolle

Personen, die in unglaublicher Anzahl negative und provokative Kommentare verbreiten, um Diskussionen zu stören.

3Hate Speech

Wenn Menschen abgewertet oder angegriffen werden oder wenn gegen sie zu Hass oder Gewalt aufgerufen wird.

4Love Speech

Das Gegenteil von Hate Speech. Love Speech ist ein Aufruf für eine wertschätzende und respektvolle Sprache.

5Shitstorm

Lawinenartiges Auftreten negativer Kritik gegen eine Person oder ein Unternehmen in Netz.

6Silencing

Massiver Hass mit dem Ziel, die Meinung Andersdenkende aus den sozialen Medien zu verdrängen.

Raus aus der Schockstarre!

Obwohl fast jeder von uns schon mal einen Hass­kom­men­tar im Netz gesehen hat, werden nur wenige aktiv. Mit Hass konfrontiert verfallen wir stattdessen in eine Art Schockstarre. Wir wissen nicht, ob und wie wir reagieren sollen. Und scrollen schnell weiter. Doch wie könnte eine Reaktion aussehen, die ein Zeichen gegen Hass setzt und den Dialog konstruktiver macht?

Zum Podcast Digitale Zivilcourage

Zum Podcast Digitale Zivilcourage

Dem Hass etwas entgegensetzen

Hass darf nicht zur Normalität werden. Die Verfas­ser*in­nen von Hass­kom­men­taren lassen sich meist nicht umstimmen. Aber es gibt viele stille Mit­le­ser*innen, die sich oft noch keine klare Meinung gebildet haben. Sie können wir zum Nachdenken anregen, ihnen alternative Sicht­weisen anbieten und ihnen Mut machen, sich ebenfalls gegen den Hass zu stellen. Wie das gehen soll? Zum Beispiel so:

1Solidarität zeigen!

Für die Opfer von Hass ist es wichtig, dass andere aktiv werden. Denn fehlende Soli­darität ist fast so schlimm wie der Hass selbst. Das bedeutet, unter Hass­kom­men­taren klar Stellung zu beziehen. Außer­dem ist es eine gute Idee, die Be­trof­fenen per Direkt­nachricht zu kon­tak­tieren und ihnen Mut zuzusprechen.

2Ruhig bleiben und nicht provozieren lassen!

Gar nicht so einfach! Es ist zwar gut, zügig zu antworten, aber kein Muss. Vor allem, wenn man emotional aufgewühlt ist, kann Durchatmen und erst mal etwas anderes tun eine gute Strategie sein, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

3Faktenchecks nutzen!

Oft werden Verallgemeinerungen oder Fake News genutzt, um gegen bestimmte Gruppen zu hetzen. Dann ist es gut, mit Fakten gegenzuhalten. Das ist oft einfacher als gedacht: Falschmeldungen, die wieder und wieder im Netz auftauchen, wurden häufig bereits von Profi- Faktencheckern wie Correctiv, Mimikama, dem Tagesschau Faktenfinder oder ZDFheuteCheck geprüft.

4Verstöße melden!

Bei Facebook geht das zum Beispiel, indem man auf die drei Punkte am oberen Rand des Beitrags klickt. Die Anbieter müssen die Meldung prüfen und den Beitrag gegebenenfalls löschen. Um bei der Polizei Anzeige zu erstatten, ist es wichtig, Screenshots beziehungsweise den Link zu sichern, noch besser mit Namen und Datum/Uhrzeit. Meldungen können online oder bei jeder Polizeidienststelle erfolgen.

5Widerstand üben!

Viele Gruppen, die sich im Netz gegen Hass und Ausgrenzung einsetzen, bieten kostenfreie Online-Kurse an, in denen man im geschützten Raum üben und neue Strategien ausprobieren kann. Das geht zum Beispiel bei #ichbinhier, der Amadeu Antonio Stiftung oder bei LOVE-Storm.

Hass und Hetze dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft einnehmen – nicht im Netz und nicht im realen Leben, wo aus Worten leider Taten werden. Wir wollen, dass alle Menschen fair mitein­ander in den Dialog treten können. Dafür engagieren wir uns konkret. Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG

Damit alle ohne Angst #DABEI sind

Bei der Telekom setzen wir uns mit Leidenschaft dafür ein, dass Menschen die Vorteile der digitalen Welt nutzen können. Dazu gehört auch, uns dafür starkzumachen, dass sie sich gerne in der digitalen Welt bewegen und nicht befürchten müssen, angegriffen, ausgegrenzt und verletzt zu werden. Wir sind erst zufrieden, wenn im digitalen Raum alle ohne Angst #DABEI sein können. Deshalb gestalten wir den Wandel hin zu einer positiven Dialogkultur im Netz aktiv mit.

#gegenhassimnetz

#gegenhassim netz

Im Sommer 2020 haben wir unsere Kampagne #gegenhassimnetz gestartet. In der Kampagne wirken reale Personen mit, die Opfer von Hass im Netz geworden sind. Der Kampagnenspot zeigt am Beispiel von Jay, wie sehr Hetze, Beleidigungen und Beschimpfungen Menschen verletzen. Wir wollen auf diesen unhaltbaren Zustand aufmerksam machen. Der Spot soll sensibilisieren und Opfern den Rücken stärken – und vor allem Mut machen. Damit mehr Menschen Zivilcourage zeigen und Hass nicht zur Normalität wird.

Wir setzen auf Partnerschaften

Es gibt eine Reihe engagierter Organisationen, die konkrete Strategien anbieten, um Hass im Netz etwas entgegenzusetzen. Mit vielen von ihnen arbeiten wir zusammen oder unterstützen sie bei ihrem gesellschaftlichen Engagement. Gemeinsam mit managerfragen.org sowie #ichbinhier bieten wir beispielsweise Workshops zu Digital- und Demokratiekompetenz an. Unter www.telekom.com/gegen-hass-im-netz haben wir einige unserer Partnerorganisationen und -initiativen und deren Angebote zusammengestellt.

Mit Wissen
gegen Hass

1#DABEI-Geschichten

2Teachtoday

3Kindermagazin SCROLLER

4Magenta Moon 2020

Wir beziehen Stellung

Wir erleben einen Rechtsruck in Europa. Zudem verunsichert die Pandemie viele Menschen und löst Ängste aus. All das ist ein Nährboden für Ver­schwö­rungs­theorien und Fake News. Mit unserer Podcast-Serie bieten wir Infos für alle, die mehr zu diesen Themen wissen wollen.

Digitale Zivilcourage

Digitale Zivilcourage

Was ist das überhaupt, welche Unterschiede zwischen der analogen und der digitalen Welt gibt es und: Was hat das mit jedem von uns zu tun? Hier geht es zum Podcast

Die Macht der Sprache

Die Macht der Sprache

Sprache beeinflusst unser Weltbild. Wir können Sprache bewusst nutzen und einen konstruktiven Dialog auch im Netz fördern. Hier geht es zum Podcast

Filterblasen und Echokammern

Filterblasen und Echokammern

Was ist Realität – und was ist unser Leben in der Filter­kammer? Wie man sich gegen Informationsmonotonie und Wahrnehmungs­verzerrungen schützen kann. Hier geht es zum Podcast

Erste-Hilfe-Kurs für das Netz?

Erste-Hilfe-Kurs für das Netz?

In der digitalen Welt gibt es jede Menge Mitleser*innen, die Hass und Hetze sehen, aber nur wenige reagieren. Welche Voraussetzungen braucht es, damit wir einschreiten? Hier geht es zum Podcast

Verschwörungstheorien

Verschwörungstheorien

Was steckt dahinter – und gibt es durch die digitale Welt eigentlich mehr und ganz neue Verschwörungstheorien? Hier geht es zum Podcast

Hass im Netz

Hass im Netz

Hass ist ein gesellschaftliches Problem und geht uns alle an. Aber wie kann man ihn stoppen? Hier geht es zum Podcast

Manipulation im Netz

Manipulation im Netz

Was ist der Unterschied zwischen Meinungsbildung und Meinungsmache und was passiert jeden Tag mit uns im Netz? Hier geht es zum Podcast

Fake News

Fake News

Jede und jeder von uns hat davon gehört und ist wahr­scheinlich selbst schon einer auf den Leim gegangen. Was jeder von uns tun kann. Hier geht es zum Podcast

Anlass zu Optimismus

Demokratie und Menschenrechte sind nicht selbstverständlich. Wir müssen uns deshalb dafür einsetzen, dass wir diese Errungenschaften nicht wieder verlieren. Rund 75 Prozent des Hasses im Netz kommt aus der antidemokratischen oder rechtradikalen Szene. Wir sollten uns nicht zurücklehnen und darauf warten, dass es neue rechtliche Rahmenbedingungen für den Umgang im Internet gib. Stattdessen müssen wir uns selbst befähigen, souverän mit der digitalen Welt umzugehen. Und dazu gehört auch, dass jeder von uns Zivilcourage zeigt, damit Hass nicht zur Normalität wird.

Und es gibt durchaus Anlass zum Optimismus! Es ist wissenschaftlich erwiesen: Wenn wir unsere eigene Kompetenz durch Erfahrung oder Erprobung stärken, werden wir mutiger und schreiten häufiger ein, wenn etwas falsch läuft. Zudem fühlen wir uns besser, wenn wir ein ungutes Gefühl in konkrete Taten umwandeln. Untersuchungen habe zudem gezeigt, dass sachliche Reaktionen auf Hass und Hetze im Netz die Diskussionen nachweislich entschärfen können. Und: Menschen, die Zivilcourage zeigen, sind nicht allein! Allein bei #ichbinhier haben sich mittlerweile über 45000 Menschen zusammengeschlossen, die ein Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung im Netz zeigen: jeden Tag!