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Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.
  • Corporate Responsibility Bericht 2020

Wirkungsmessung und -steuerung

Wir wollen zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) beitragen. Dazu gehört für uns auch, die positiven Auswirkungen unserer Produkte, Lösungen und Maßnahmen stetig zu vergrößern sowie negative zu reduzieren. Um unsere Wirkungsbeiträge messen und bewerten zu können, haben wir mit der Unterstützung unternehmensinterner und externer Expert*innen einen fünfstufigen Ansatz entwickelt: unseren sogenannten Blueprint.

Der Blueprint ermöglicht uns, die Auswirkungen von Projekten, Produkten oder Maßnahmen auf wesentliche ökologische, soziale und wirtschaftliche Themen zu erkennen. Auf dieser Basis können wir festlegen, wie zum Beispiel ein Produkt verändert werden muss. Die Wirkungen betrachten wir sowohl für die Ausgangs- als auch für die Zielsituation – also nachdem das Produkt angepasst wurde. So können wir die Veränderung bewerten. Um transparente und vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, beschreiben wir die Wirkungsbeiträge anhand etablierter Messgrößen und mithilfe externer Rahmenwerke: zum Beispiel den SDGs und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. So können wir unsere Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung auch aus globaler Perspektive bewerten. Dabei achten wir stets darauf, dass unsere Methoden auf robusten Daten und Annahmen beruhen und für mehrere Jahre gelten. Zudem beschreiben wir die jeweilige Ausgangssituation („Baseline“) präzise, um die konkrete externe Wirkung zuverlässig bewerten und bilanzieren zu können. Die Ergebnisse nutzen wir zur internen Steuerung sowie zur Kommunikation gegenüber Investor*innen, Geschäftskund*innen und anderen Interessierten.

In den vergangenen Jahren haben wir die beschriebene Wirkungsmessung für verschiedene Produkte und Maßnahmen durchgeführt. Die qualitativen und quantitativen Ergebnisse werden in den folgenden Abschnitten präsentiert.

So entwickeln wir unsere Wirkungsmessung weiter
Wirkungsmessung ist für die Telekom ein strategisches Thema. Der Bereich Group Corporate Responsibility (GCR) entwickelt den bestehenden Ansatz zur Wirkungsmessung, unseren Blueprint, stetig weiter und berücksichtigt dabei interne wie externe Anforderungen. Für 2021 haben wir uns vorgenommen, unsere Methodik einer breiteren Gruppe von Nutzer*innen im Konzern zugänglich zu machen. Auch die Vergabe unserer #GreenMagenta- und #GoodMagenta-Kennzeichnung wird dabei eng und systematisch an die Durchführung einer Wirkungsmessung gemäß dem Blueprint geknüpft werden. Damit machen wir die von uns nachgewiesenen Wirkungen unserer Produkte, Lösungen und Maßnahmen auf die SDGs und weitere Nachhaltigkeitsziele einer größeren Öffentlichkeit bekannt.

Wirkungsmessung: Breitbandausbau langfristig vorteilhaft

Mit dem Breitbandausbau üben wir in vielen Bereichen eine positive Wirkung auf die Gesellschaft aus und tragen dazu bei, folgende SDGs zu erreichen:

  • Eine verbesserte Netzabdeckung (SDGs 9 und 17) kann dazu beitragen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, zum Beispiel durch vermehrte Unternehmensgründungen (SDG 8). In der Folge steigen auch die durchschnittlichen Einkommen und das Bruttoinlandsprodukt.
  • Der Ausbau der Netze ist die Grundlage für weitere positive Effekte, zum Beispiel einen besseren und gleichberechtigteren Zugang zu digitalen Dienstleistungen, etwa im Bildungs- und Gesundheitsbereich (SDGs 3, 4 und 10).

Durch den Netzausbau kommt es jedoch auch zu negativen Wirkungen:

  • Notwendige Tiefbaumaßnahmen zum Ausbau der Infrastruktur führen zwischenzeitlich und einmalig zu Ressourcenverbräuchen, Emissionen und teilweise auch Eingriffen in natürliche Lebensräume.
  • Der Ausbau einer leistungsfähigeren Netzinfrastruktur kann zu einem höheren Energiebedarf führen.

Um diese Effekte abzuschwächen, bauen wir unser Netz energieeffizient aus und nutzen zunehmend erneuerbare Energien (SDG 7), wodurch langfristig die positiven Auswirkungen überwiegen.

Wirkungsmessung: Rechnungen online umweltschonender als auf Papier

Die schrittweise Umstellung von Print- auf Online-Rechnungen ist ein gutes Beispiel für das Nachhaltigkeitspotenzial der Digitalisierung. Für die Deutsche Telekom haben wir die Effekte mit unserem neuen Wirkungsmessungsansatz genauer analysiert.

Hierbei zeigte sich, dass die negativen Umweltwirkungen von Online-Rechnungen um mehr als 50 Prozent niedriger ausfallen als die von Print-Rechnungen. Bemerkbar machen sich hierbei ein geringerer Verbrauch von Papier und Toner sowie rückläufige Logistikaktivitäten (SDGs 3, 6, 7, 8, 9, 11, 12, 13 und 14).

Als mögliche gegenläufige Effekte der Maßnahme identifizierten wir Umsatzeinbußen für die Holz- und Papierindustrie sowie die Logistikbranche. Diese fallen jedoch weniger ins Gewicht als die positiven Effekte.

Wirkungsmessung: Optimierte Verpackung für Router und Media Receiver

Wir arbeiten daran, den Materialeinsatz für die Transport- und Verkaufsverpackungen der von uns angebotenen Geräte weiter zu reduzieren. Mithilfe unseres Wirkungsmessungsansatzes haben wir analysiert, welche Auswirkungen eine Verpackungsoptimierung bei wichtigen Kernprodukten wie Routern und Media Receivern hat.

Allein durch den Einsatz von „PaperFoam“ (zu 100 Prozent kompostierbarer Papierschaum) sparen wir bei einem der untersuchten Produkte rund 95 Tonnen Papier und etwa 200 Tonnen CO2 (je 250 000 Verpackungen). Schrittweise reduzieren wir auch bei weiteren Produkten das Verpackungsmaterial oder stellen diese auf alternative Verpackungsmaterialien um.

Weitere Maßnahmen zur Optimierung von Produktverpackungen setzen wir im Rahmen unseres Umweltprogramms um.

Unsere Maßnahmen tragen zu neun SDGs bei: Deutlich zeigt sich die positive Wirkung bei spezifischen Unterzielen der SDGs 6, 12, 13 und 14. Erreicht werden unter anderem eine geringere Wasserbelastung, reduzierte CO2-Emissionen und ein niedrigerer Plastikverbrauch.

Die verbesserte Verpackung war auch ein Kriterium für die Kennzeichnung des Routers „Speedport Smart 4“ als #GreenMagenta.

Wirkungsmessung 2020: SIM-Karte

Die klassische SIM-Karte aus Kunststoff ist in den vergangenen Jahren stetig kleiner geworden. Mit der 2019 eingeführten „Half SIM“ leisten wir einen zusätzlichen Beitrag zur Müllvermeidung: Dabei wurde die SIM-Halterung um die Hälfte verkleinert. Dadurch konnten wir im ersten Jahr nach der Einführung den Plastikmüll in Deutschland bereits um 21 Tonnen reduzieren. Ein weiterer Beitrag zum Ressourcenschutz ist die „eSIM“: Das ist eine Karte, die fest in vielen neuen Geräten verbaut ist und die so die klassische SIM-Karte aus Kunststoff ersetzt. Das eSIM-Profil wird elektronisch übertragen. Es enthält alle wichtigen Daten für den Zugang ins Telekom-Mobilfunknetz.

2020 haben wir erstmalig detailliert analysiert, wie sich der technologische Übergang zu einer eSIM-Karte auf die ökologischen Effekte auswirken wird. Dabei haben wir die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet, die für SIM-Karten relevant ist. Wichtigster Hebel ist natürlich der Wegfall von Materialverbrauch und Produktionsaktivitäten der physischen Karte. Daneben gibt es aber weitere positive Umweltwirkungen. Dazu gehört vor allem der Wegfall von Logistikleistungen, begleitendem Briefverkehr sowie von Entsorgungsleistungen. Der Übergang zu einer eSIM-Karte wirkt sich daher deutlich positiv auf SDG 12 und 13 aus; weiterhin werden auch Unterziele der SDGs 3, 6, 8, 9, 14 und 15 beeinflusst. Ähnlich wie in der Wirkungsmessung zu „Rechnung Online“ gibt es mögliche gegenläufige Beschäftigungs- und Umsatzeffekte in der Produktion, für die Holz- und Papierindustrie und Logistikbranche.

Wirkungsmessung 2020: IoT Building Monitoring & Analytics

Die innovative IoT-Anwendung „Building Monitoring & Analytics“ (BMA) ermöglicht nachhaltiges Gebäudemanagement. BMA nutzt Sensorik und die IoT-Plattform „Cloud of Things“, um Energieverbräuche und Flächennutzung von Gebäuden zu visualisieren und transparent aufzuzeigen. Neben dem Monitoring bietet die Anwendung auch Analyse-Features, die die Optimierung und Einsparung von Energie- und Ressourcenverbräuchen ermöglichen.

Diese Lösung hat im Jahr 2020 auch bereits erfolgreich die #GreenMagenta-Kennzeichnung erhalten.

Wirkungsmessung 2020: CO2-Reduktion im Mobilitätsmanagement

Die Lösung „Low Carbon Mobility Management“ (LCMM) reduziert die CO2-Emissionen im Mobilitätsmanagement: eine App img, die das Effizienzprofil, die Fahreigenschaften und das Fahrverhalten bewertet – jeweils während und nach der Fahrt. LCMM ermöglicht den Nutzer*innen, 8 bis 15 Prozent ihres Kraftstoffverbrauchs einzusparen und reduziert so auch den Ausstoß von entsprechenden Treibhausgasen. So trägt LCMM zur Erreichung von 12 und 13 bei. Da durch die Lösung außerdem Fahrzeit, Feinstaub, Bremsenabrieb und Fahrtkosten verringert werden sowie ein sicherer und entspannter Fahrstil unterstützt wird, werden auch die SDGs 3, 8, 9 und 11 positiv beeinflusst.

Diese Lösung haben wir 2020 als #GreenMagenta gekennzeichnet.

Wirkungsmessung: Unser Beitrag zur Einhaltung von Menschenrechten

Das folgende Schaubild zeigt, welche positiven Wirkungen unser Engagement für Menschenrechte in unserer Wertschöpfungskette und darüber hinaus erzielen kann.

Auswirkungen auf Menschenrechte

Konkrete Engagements für Menschenrechte in der Lieferkette
2020 führten wir erneut ein „Human Rights Impact Assessment“ durch – diesmal bei Crnogorski Telekom in Montenegro. Dabei untersuchten wir die Auswirkungen unserer Lieferanten im Hinblick auf Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen, Work-Life-Balance, psychische und physische Belastungen sowie Diskriminierung am Arbeitsplatz.
Die Erkenntnisse nutzten wir, um Veränderungen bei der Arbeitsplanung durchzusetzen. Zudem veranlassten wir verschiedene Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung, darunter Workshops zur Erläuterung von Überstundenregelungen.

Mit diesen Aktivitäten tragen wir zur Erreichung der SDGs 3 und 8 bei und setzten die Empfehlungen des „United Nations Office of the High Commissioner for Human Rights“ um. Weitere Informationen zum Thema Menschenrechte finden Sie hier.

Wirkungsmessung: Multimediale Vermittlung von Medienkompetenz

Für das Themenfeld Medienkompetenz haben wir die Wirksamkeit unserer Initiative „Teachtoday“ analysiert. Gemeinsame Untersuchungen mit den Wirtschaftsprüfern von PwC zeigten: Die Methoden von „Teachtoday“ sind mehr als doppelt so wirksam wie herkömmliche Lernformen (SDG 4). Der Grund: Die multimedialen Lernmethoden, die bei „Teachtoday“ zum Einsatz kommen, sprechen anders als herkömmliche Methoden gleich mehrere Sinne an.

Die Aktivitäten von „Teachtoday“ zur Verbesserung der Medienkompetenz stellen wir jährlich unter ein neues Motto: Nach „Digitale Demokratie“ im Jahr 2019 hieß das Thema des Jahres 2020Digitale Zivilcourage“. Weitere Informationen zum Thema Medienkompetenz finden Sie hier.