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Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.

Ganzheitliches Compliance-Management-System

Unser Beitrag zu den SDG

Wir bekennen uns klar zu ethischen Grundsätzen sowie zu Recht und Gesetz. Verankert haben wir dies in unseren Leitlinien und unserem Verhaltenskodex (Code of Conduct). Der Verhaltenskodex ist konzernweit gültig und wurde in allen Landesgesellschaften eingeführt.

Für die Deutsche Telekom bedeutet Compliance, sich an Regeln zu halten und stets das Richtige zu tun. Integrität – und dies schließt Compliance ausdrücklich ein – ist Basis aller geschäftlichen Entscheidungen und betrieblichen Handlungen. Sie definiert das Verhalten aller Beschäftigten gegenüber Kund*innen, Mitarbeiter*innen, Investor*innen, Manager*innen sowie dem Umfeld der Deutschen Telekom.

Um konzernweit stets für integres und rechtskonformes Verhalten zu sorgen und um Compliance-Risiken erfolgreich zu begegnen, haben wir ein ganzheitliches Compliance-Management-System eingerichtet. Die Verantwortung für das Compliance-Management-System ist bei der Telekom auf oberster Führungsebene angesiedelt. Damit unterstreichen wir die hohe Bedeutung des Themas. Die konzernweite Ausgestaltung, Weiterentwicklung und Umsetzung des Compliance-Management-Systems obliegt der CCO (Chief Compliance Officer) der Deutschen Telekom AG und dem von ihr geleiteten Bereich Group Compliance Management. Auf der Ebene der operativen Segmente und Landesgesellschaften sind jeweils eigene CO (Compliance Officer) tätig. Ihr Auftrag ist es, das Compliance-Management-System und die Compliance-Ziele vor Ort umzusetzen.

Für unsere Compliance-Arbeit haben wir folgende Ziele festgelegt:

  • Compliance-Verstöße und nicht integre Geschäftsentscheidungen präventiv vorzubeugen
  • Compliance frühzeitig und dauerhaft in die Geschäftsprozesse integrieren
  • Haftungsrisiken für das Unternehmen minimieren
  • Als verlässlicher Partner für Kund*innen und Geschäftspartner*innen wahrgenommen werden
  • Konsequent vorbeugen, erkennen und reagieren
  • Compliance-Kultur und ethisches Verhalten fördern

Maike Scholz

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Maike Scholz

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Global Reporting Initiative (GRI)

  • GRI 102-17 (Allgemeine Standardangaben)

Kontinuierliche Prüfung des Compliance-Managements fortgesetzt

Im Jahr 2020 haben wir die 2010 begonnenen regelmäßigen Prüfungen unseres Compliance-Management-Systems nach dem Prüfungsstandard 980 des Instituts der Wirtschaftsprüfer mit dem Schwerpunkt „Antikorruption“ fortgesetzt. Auf diese Weise wollen wir stetig sicherstellen, dass wir Korruptionsrisiken konsequent begegnen und wirksame Prozesse im Unternehmen etabliert haben.

Zwischen 2016 und 2018 stellten wir das Compliance-Management in insgesamt 25 deutschen und internationalen Gesellschaften auf den Prüfstand. 2020 begann ein neuer Prüfungszyklus: Im Berichtsjahr fanden neun Prüfungen in deutschen Gesellschaften statt. 14 internationale Gesellschaften werden 2021 folgen. Im Fokus der Prüfung stehen Prozesse, die einem erhöhten Korruptionsrisiko ausgesetzt sind: zum Beispiel in den Bereichen Einkauf, Vertrieb, Events, Spenden, Sponsoring sowie Personal.

Für die 2020 geprüften Gesellschaften haben Wirtschaftsprüfer*innen erneut die Angemessenheit, Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Compliance-Management-Systems bestätigt. Details dazu sind den jeweiligen Prüfberichten zu entnehmen.

Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems durch regelmäßige Risikobewertung

Unser Ziel ist es, Compliance-Risiken für das Unternehmen systematisch zu erkennen, zu analysieren und zu bewerten. Daraus sollen risikoorientiert Maßnahmen zur Prävention von Rechts- und Regelverstößen abgeleitet werden. Deshalb wird jährlich durch das zentrale Group Compliance Management eine übergeordnete Compliance-Risikoerhebung (Compliance Risk Assessment, CRA) durchgeführt. Sie umfasst auch Beteiligungen der Deutschen Telekom, die risikobasiert ausgewählt werden. Hierfür haben wir einen konzernweiten Compliance-Management-Prozess etabliert, Verantwortlichkeiten festgelegt und Bewertungskriterien definiert. Die einzelnen Schritte werden nachvollziehbar dokumentiert. Im Einzelnen verlaufen die CRA wie folgt:

  • Die Gesellschaften, die am CRA teilnehmen, werden nach einem reifegradorientierten Modell ausgewählt. Im Jahr 2020 beteiligten sich 69 Gesellschaften. Dies entspricht einer Abdeckungsquote von 94,27 Prozent (nach Mitarbeiterzahl der vollkonsolidierten Gesellschaften zum Jahresende 2019). Die Durchführung des CRA liegt in der Verantwortung der jeweiligen Landesgesellschaft. Zudem unterstützt die zentrale Compliance-Organisation auf zentraler Seite bei der Durchführung und stellt eine einheitliche Methodik zur Verfügung. Somit nutzt das Group Compliance Management die Erkenntnisse aus dem CRA, um risikoorientiert konzernweite Maßnahmen abzuleiten. Der Vorstand und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Deutschen Telekom wird regelmäßig über die Compliance-Risikolage des Konzerns informiert.
  • Die Geschäftsführungen der Landesgesellschaften verantworten die Ergebnisse des Compliance Risk Assessments. Auf Grundlage der Ergebnisse wird das Compliance-Programm für das jeweilige Folgejahr mit entsprechenden Maßnahmen und Verantwortlichkeiten erstellt. Die Geschäftsführung fasst dazu einen dokumentierten Beschluss. Die Durchführung der Maßnahmen aus dem Compliance-Programm wird konsequent überprüft. Die für unser Unternehmen potenziell möglichen Risiken werden in einer Konzern-Risikolandkarte aufgeführt. Sie ermöglicht den verschiedenen Gesellschaften der Deutschen Telekom mit ihren unterschiedlichen Geschäftsmodellen, eine systematische Risikoanalyse vorzunehmen. Im Jahr 2020 umfasste die Risikolandkarte 27 Kernrisikofelder, dazu gehören beispielsweise Korruption, Kartellrechtsverstöße und Verstöße gegen den Menschenrechtskodex. Angesichts der rasant fortschreitenden Digitalisierung planen wir für 2021, die Risikolandkarte um das Thema „Digitale Ethik“ zu erweitern. Jede Landesgesellschaft kann geschäftsspezifisch und anlassbezogen weitere Kategorien definieren. Für jedes Risiko wird bestimmt, welche konkrete Bedrohung für die jeweilige Landesgesellschaft besteht und welche Schritte bereits eingeleitet wurden, um das Risiko möglichst auszuschließen. Sofern erforderlich, werden weitere Maßnahmen entwickelt, um die Risiken auf ein vertretbares Niveau zu senken.

Ein klarer Orientierungsrahmen: Verhaltenskodex und Ethikleitlinien für KI

Integrität, Wertschätzung und die Einhaltung von Gesetzen – auf diesen Prinzipien fußt das unternehmerische Handeln der Deutschen Telekom. Der Verhaltenskodex ist konzernweit gültig und wurde 2020 redaktionell überarbeitet. Den zentralen Orientierungsrahmen für rechtlich einwandfreies und integres Verhalten bildet unser Verhaltenskodex (Code of Conduct). Er stellt unsere Geschäftstätigkeit auf ein festes moralisches Fundament und leistet so einen wesentlichen Beitrag für unseren Geschäftserfolg.

Unsere Leitlinien zur Digitalen Ethik für Künstliche Intelligenz (KI) ergänzen unseren Verhaltenskodex auf strategischer Ebene. Sie machen klare Vorgaben dazu, wie wir bei der Telekom mit KI umgehen wollen. Mit den KI-Leitlinien setzten wir uns zum Ziel, unsere auf KI basierenden Produkte und Services verantwortungsvoll einzusetzen und weiterzuentwickeln. Zudem verpflichten wir uns dazu, stets geltendes Recht und Gesetz einzuhalten.

Sensibilisierung der Beschäftigten für Compliance-Risiken

Wir wollen sicherstellen, dass unsere Mitarbeiter*innen in ihrem Arbeitsalltag stets integer und rechtskonform handeln. Hierzu setzen wir konzernweit folgende Maßnahmen um:

  • Konzernweit gültiger Code of Conduct mit klaren Anforderungen an das Verhalten unserer Beschäftigten
  • Compliance-relevante Konzernrichtlinien unter anderem zu Antikorruption, Geschenken, Einladungen und Events sowie zum Umgang mit Berater*innen und Vertriebspartner*innen
  • Richtliniendatenbank, die Mitarbeiter*innen bei der Suche nach und Umsetzung von geltenden Vorschriften unterstützt
  • In einem Compliance-Programm gebündelte Präventionsmaßnahmen
  • Regelmäßige Compliance- und Antikorruptionsschulungen, die auch Teil unseres Onboardings sind (siehe GRI 205-2), seit 2020 ergänzt durch eine konzernweite Kampagne zum E-Learning
  • Seit 2020 schrittweise Einführung einer überarbeiteten Online-Schulung zu grundlegenden Compliance-Themen (E-Learning img Compliance Fundamentals 2.0)
  • „Ask me!“-Portal für Fragen rund um das Thema Compliance. Das Portal beinhaltet FAQ mit Beispielfällen sowie Informationen über Gesetze, interne Richtlinien und Verhaltensgrundsätze. Außerdem bietet es die Möglichkeit, das „Ask me!“-Beratungsteam zu kontaktieren, das zuverlässige Antworten bei Verhaltensunsicherheiten gibt. Die Anzahl der Anfragen sowie deren Themenfelder können hier eingesehen werden.
  • Jährliches Compliance Risk Assessment, mit dem wir Compliance-Risiken in den Landesgesellschaften identifizieren, bewerten und Schwerpunkte für geeignete Präventionsmaßnahmen festlegen
  • Seit 2013 zum Anlass des weltweiten UN-Antikorruptionstags am 9. Dezember: Durchführung von konzernweiten Kommunikationskampagnen und verschiedenen Maßnahmen in den Gesellschaften zum Thema
  • Regelmäßige Statements gegen Korruption von den DTAG-Vorstandsmitgliedern

Systematischer Umgang mit Regelverstößen

Allen Hinweisen, die sich auf einen Verstoß gegen gesetzliche oder interne Vorschriften beziehen, gehen wir nach, sofern eine hinreichend konkrete Sachverhaltsbeschreibung vorliegt. Um Hinweise entgegenzunehmen, betreiben wir unter anderem das Hinweisgeberportal „Tell me!“.

  • Alle Hinweise werden vertraulich behandelt, plausibilisiert und sorgfältig untersucht.
  • Hierbei festgestelltes Fehlverhalten wird im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen konsequent und ausnahmslos ohne Berücksichtigung von Rang und Position der handelnden Personen sanktioniert. Dies schließt auch eine eventuelle Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses und das Erheben von Schadensersatzansprüchen ein. Bei den Untersuchungen erkannte Schwächen im internen Kontrollsystem werden systematisch analysiert und behoben.

Die Telekom ist Partei in gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren mit Behörden, Wettbewerbern oder anderen Beteiligten. Über die aus Sicht der Deutschen Telekom wesentlichen Prozesse informieren wir im Geschäftsbericht 2020.

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Global Reporting Initiative (GRI)

  • GRI 102-17 (Allgemeine Standardangaben)
  • GRI 416-2 (Kundengesundheit und -sicherheit)
  • GRI 418-1 (Schutz der Privatsphäre von Kunden)
  • GRI 419-1 (Sozioökonomische Compliance)

Sustainability Accounting Standards Board (SASB)

  • TC-TL-220a.3 (Data Privacy)
  • TC-TL-520a.1 (Competitive Behaviour & Open Internet)

„Tell me!“-Hinweisgeberportal

Um Compliance-Verstöße aufzudecken, haben wir das Hinweisgeberportal „Tell me!“ eingerichtet. Hier können neben unseren Mitarbeiter*innen auch externe Personen, zum Beispiel Geschäftspartner*innen oder Kund*innen, Hinweise auf regelwidriges Verhalten abgeben – auch anonym. Zur Steuerung und Überwachung der eingehenden Hinweise haben wir einen konzernweit einheitlichen Prozess umgesetzt.

2020 sind über das „Tell me!“-Portal 113 Compliance-relevante Hinweise bei der Deutschen Telekom eingegangen (im Vorjahr 122 Hinweise). Zwölf Hinweise werden derzeit noch auf Plausibilität geprüft (Stand 31.12.2020). Hierbei wurden 38 Fälle als Fehlverhalten aufgedeckt und entsprechend geahndet. 63 plausible Hinweise wurden als Compliance-Fälle untersucht.

  • Das Gros der Hinweise bezog sich 2020 auf den Schwerpunkt „Vermögensinteressen“ (mögliche Fälle von Betrug, Untreue, Zielemanipulation sowie unlautere Vertriebsmethoden).
  • Bestätigte Fälle werden konsequent, tat- und schuldangemessen sowie im Einklang mit den einschlägigen Rechtsvorschriften sanktioniert. Eine Liste der verfolgten Maßnahmen veröffentlichen wir auf unserer Website.
  • Wir gehen selbstverständlich allen Compliance-relevanten Hinweisen nach, auch denjenigen, die uns über andere Kanäle erreichen.

Eingang und Bearbeitung von Hinweisen auf dem „Tell me!“-Portal*

  2020 2019 2018

Eingänge (gesamt)

1 060 1 058 953
Compliance relevante Hinweise 113

122

137
davon anonyme Hinweise 57

61

76
Bestätigtes Fehlverhalten 63 38 46
in Untersuchung 12 13 9
nicht plausible Hinweise 38 35 40
       

* Hinweiseingänge, die direkt bei den internationalen Gesellschaften eingehen, sind hier nur berücksichtigt, sofern sie Konzern-Relevanz haben.

Maßnahmen zur Stärkung der Unternehmenskultur

Seit 2016 stärkt unsere Initiative „Transparente Unternehmenskultur“ das integre Verhalten und eine aktive Widerspruchskultur („Speak Up! Culture“) im Konzern.

Aus unseren Mitarbeiterbefragungen 2018 und 2019 wurden verschiedene Maßnahmen abgeleitet; diese wurden 2020 konzernweit unter Beratung und Beteiligung unabhängiger externer Fachleute und Institute eingeführt.

Weiterentwicklung der Compliance-Organisation
Das Marktumfeld der Telekom befindet sich im stetigen Wandel – und auch die Arbeitswelt der Telekom verändert sich in rasantem Tempo. Damit einher geht die Anforderung, auch das Aufgabenspektrum von Compliance stetig anzupassen und das Wissen der Compliance-Mitarbeiter*innen auf dem neuesten Stand zu halten. Um unsere Compliance-Organisation an Entwicklungen wie die Digitalisierung und die Agilisierung der Arbeitswelt anzupassen, haben wir 2020 die Initiative „Compliance der Zukunft/Compliance Next Level“ gestartet. Die Vision der Initiative ist eng verbunden mit der strategischen Entwicklung der Deutschen Telekom hin zu einer „Purpose Driven Company“ sowie der Neugestaltung der Unternehmensleitlinien. Dabei spielt vor allem die Leitlinie „Respekt und Integrität“ eine wichtige Rolle. Jede*r Beschäftigte der Telekom – vom Vorstand bis zum Beschäftigten – soll diese in seinem beziehungsweise ihrem Alltag leben. Die Maßnahmen zur Unternehmensleitlinie „Respekt und Integrität“ werden hauptsächlich durch den Bereich Group Compliance Management im Unternehmen gesteuert.

Die Ergebnisse unserer Mitarbeiterstudie zur Compliance-Kultur

2019 haben wir unter dem Dach der Initiative „Transparente Unternehmenskultur“ nach 2017 zum zweiten Mal eine internationale Mitarbeiterumfrage zum Thema Compliance durchgeführt. 2021 soll diese fortgeführt werden. Ziel war es, erneut zu prüfen, wie sich unsere Compliance-Kultur entwickelt hat. Künftig soll die Befragung regelmäßig in einem Turnus von maximal drei Jahren wiederholt werden. Forschungspartner der Auftaktstudie waren die European School of Management and Technology (ESMT Berlin) und die Hertie School of Governance. An der letzten Befragung nahmen 46 000 Mitarbeiter*innen der Telekom teil, nochmals mehr als bei der Ersterhebung. Unterstützt wird die Initiative von einem eigens dafür gegründeten Expertenkreis.

Die Antworten unserer Mitarbeiter*innen fielen gegenüber 2017 positiver aus:

  • 98 Prozent der Befragten bekannten sich zu den Regeln der Deutschen Telekom und gaben an, nicht bereit zu sein, sich unethisch zu verhalten (2017: 97 Prozent).
  • 88 Prozent gaben an, dass ihre Führungskraft beim ethischen Verhalten mit gutem Beispiel vorangehe.
  • Knapp 90 Prozent gaben an, dass sie vom Unternehmen gut darüber informiert worden seien, wie sie sich angemessen bei der Arbeit verhalten sollen, und dass sie sich gut darauf vorbereitet fühlten, mit ethisch fragwürdigen Situationen verantwortungsvoll umzugehen.  
  • Die deutliche Mehrheit der Befragten gab an, dass die Unternehmensleitung beim ethischen Verhalten mit gutem Beispiel vorangehe.
  • Schwächen benannten sie im Bereich der Feedbackkultur. Einige Beschäftigte gaben an, sie trauten sich nicht, ihre Meinung offen zu sagen.

Die benannten Schwächen wurden im Vorstand intensiv diskutiert und in ein Maßnahmenpaket gegossen. Ziel der Maßnahmen: die werteorientierte Compliance-Kultur im Konzern weiter zu stärken und den überwiegend positiven Trend auch in Zukunft fortzuschreiben. Unter anderem wurde das Virtual-Reality-Programm „Managing Dilemmas“ eingeführt. Mit ihm wollen wir unseren Beschäftigten helfen, kritische Situationen zu erkennen und sich auch in Konfliktfällen richtig zu verhalten. Darüber hinaus haben wir die „Speak Up! Culture“ durch ein neues E-Learning-Programm und weitere Maßnahmen gefördert. Dabei haben wir uns 2020 aufgrund der Corona-Pandemie auf virtuelle Lernerlebnisse fokussiert: Unter anderem haben wir ein E-Learning img für Führungskräfte zu „Ethical Leadership“ angeboten sowie für alle Beschäftigten das Virtual-Reality-Training „Managing Dilemmas“.

Grenzen überwinden: Weltweite Zusammenarbeit für Compliance

Unterschiedliche Rechtsprechungen und kulturelle Wertvorstellungen in den Ländern, in denen die Deutsche Telekom vertreten ist, stellen für uns eine wesentliche Compliance-Herausforderung dar. Auch die zunehmend dynamische Entwicklung der globalen Märkte, das Aufkommen neuer, digitaler Geschäftsmodelle und der verschärfte internationale Wettbewerb beeinflussen unsere Compliance-Strategie.

Um der internationalen Ausrichtung des Konzerns gerecht zu werden, besprechen wir strategische Compliance-Themen zweimal im Jahr mit einem internen internationalen Beratungsteam (International Compliance Advisory Team). 2020 tauschten sich die Compliance Officer der größten beziehungsweise strategisch wichtigsten internationalen Einheiten mit dem Group Compliance Management aufgrund der Corona-Pandemie per Online-Konferenzen aus. Auch die jährlichen International Compliance Days fanden 2020 Corona-bedingt nicht als Präsenzveranstaltung statt. Als Ausgleich wurden monatliche internationale Compliance-WebEx-Videokonferenzen durchgeführt. Strategische Projekte wurden vorgestellt und Erfahrungen aus der Compliance-Arbeit unserer internationalen Einheiten ausgetauscht. Die Themen lauteten unter anderem: „Being Agile and Compliant“, „Digital Ethics“ und „Corporate Strategy“.

Zudem tauschen wir uns auch mit nationalen und internationalen Organisationen sowie Fachkreisen unter anderem über Compliance-Fragen aus. Darüber hinaus bringen wir uns regelmäßig mit Fachvorträgen, Publikationen und anderen Beiträgen in die Weiterentwicklung von Compliance-Standards und -Managementsystemen ein.

Engagement in Antikorruptionsinitiativen

Die Deutsche Telekom arbeitet regelmäßig in nationalen und internationalen Organisationen mit, die sich schwerpunktmäßig mit Compliance-Fragen beschäftigen. Als Mitglied in Verbänden und Organisationen wie dem Deutschen Institut für Compliance (DICO e.V.), dem Forum Compliance & Integrity des ZfW (Zentrum für Wirtschaftsethik) und dem BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) nutzen wir die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch über Compliance-Fragen.

Den internationalen Antikorruptionstag der Vereinten Nationen am 9. Dezember nehmen wir seit Jahren zum Anlass, im Konzern auf das Thema Bestechung und Bestechlichkeit aufmerksam zu machen. Die Kommunikationsmaßnahmen wurden bewusst in die Vorweihnachtszeit gelegt, in der viele Fragen zum ethischen Umgang mit Geschenken aufkommen.

Verantwortungsvoller Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI)

Digitale Verantwortung img ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Deutsche Telekom entwickelt Künstliche Intelligenz (KI) und setzt sie in verschiedenen Produkten ein. Ende 2020 liefen konzernweit über 100 KI-gestützte Projekte. Die Telekom steht für einen ethischen Umgang mit KI, bei dem der Mensch und seine Bedürfnisse stets im Mittelpunkt stehen. Nicht zuletzt haben wir ein großes Interesse daran, dass unsere Kund*innen unseren Produkten Vertrauen entgegenbringen.

Vor diesem Hintergrund haben wir 2018 als eines der ersten Unternehmen der Welt Management-Leitlinien für den ethischen Umgang mit unserer KI entwickelt. Sie verdeutlichen, wie wir verantwortungsvoll mit KI umgehen und unsere auf KI basierenden Produkte und Services entwickeln wollen. Um unsere KI-Leitlinien zu konkretisieren und umzusetzen, bedurfte es – ähnlich wie beim Code of Conduct – weiterer Schritte, Regelungen und Prozesse. Im Berichtsjahr haben wir hierfür folgende Maßnahmen eingeleitet:

  • Unter dem Motto „teilen und aufklären“ („share and enlighten“) haben wir für unsere Mitarbeiter*innen eine Online-Schulung „Digitale Ethik“ erstellt sowie auf deutscher und internationaler Ebene „Artificial Intelligence Roadshows“ mit Vorträgen zu KI-Themen durchgeführt.
  • Betreiber von KI-Projekten werden von unserem „Digital Ethics“-Team direkt beraten und können ein internes Prüfsiegel erwerben.
  • Da KI nicht an Unternehmensgrenzen aufhört, wurde der bestehende Lieferantenkodex um entsprechende Anforderungen zum Umgang mit KI ergänzt.
  • Im Zuge unserer Gremienarbeit teilen wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse mit anderen Unternehmen – unter anderem im Rahmen unserer Arbeit im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom), Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), Zentrum für Wirtschaftsethik (ZfW) und im Ethisphere Institute.

2020 haben wir die KI-Leitlinien in unsere betrieblichen Abläufe integriert. Sie wurden als ein zusätzlicher Prüfschritt in unser Privacy and Security Assessment aufgenommen. Zudem haben wir interne Prüfverfahren und Prüfsiegel für KI-Projekte der Deutschen Telekom entwickelt. Darüber hinaus haben wir die Leitlinien in diverse Fort- und Weiterbildungen für unsere Beschäftigten integriert. Zum Beispiel haben wir entsprechende Trainings für die Fortbildung zum Data Scientist und unsere „Re-Skilling Academy“ entwickelt und bieten hierfür verschiedene attraktive Formate an, darunter virtuelle Rundgänge, Online-Schulungen und „Digital Learning Journeys“.

Weiterentwicklung der Compliance-Organisation

Aufgrund der gestiegenen Herausforderungen in unserem Marktumfeld und der Veränderungen der Arbeitswelt passen wir das Aufgabenspektrum von Compliance stetig an. Auch die Kenntnisse der Compliance-Mitarbeiter*innen halten wir stets aktuell. So bekamen 20 Mitarbeiter*innen aus den in- und ausländischen Compliance-Abteilungen der Deutschen Telekom die Möglichkeit, sich in einer thematisch breit gefächerten Compliance-Schulung („Certified Compliance Manager“) weiterzubilden. Corona-bedingt fand die Schulung in diesem Jahr erstmals als reine Online-Schulung statt.

Um unsere Compliance-Organisation an zunehmend digitale und agile Arbeitsformen anzupassen, haben wir im Jahr 2020 die Transformationsinitiative „Compliance Next Level/Compliance der Zukunft“ gestartet. Die Initiative beinhaltete zum Beispiel einen virtuellen Workshop zur Erfassung der zukünftigen Anforderungen, Tools und Skills für die Compliance-Organisation sowie die Aufnahme der Compliance-Anforderungen von Mitarbeiter*innen, die bereits in agilen Strukturen arbeiten.

  • Im Hinblick auf die neuen Anforderungen einer dynamischen, agilen und digitalen Arbeitswelt haben wir 2020 die Unternehmensleitlinien überarbeitet und ergänzt. Der von Group Compliance fachlich verantwortete Leitsatz „Respekt und Integrität“ wurde den Beschäftigten mit zahlreichen Maßnahmen konzernweit nähergebracht: Dazu haben wir verschiedene Trainings- und Kommunikationsmaßnahmen – wie unseren Living Culture Day – entwickelt, in denen Risiken, Konflikte und Compliance-bezogene Dilemmas beschrieben und bearbeitet werden.
  • Wir haben das Programm „Future of Leadership“ konzipiert, mit dem wir unsere Führungskräfte dabei unterstützen wollen, im Rahmen der Digitalisierung und der immer agiler werdenden Arbeitswelt integer und wirtschaftlich zu handeln.

Die Maßnahmen werden vom Bereich Group Compliance Management konzipiert und gesteuert.