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Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.
  • Corporate Responsibility Bericht 2020

Unser Ansatz für Gesundheit und Arbeitssicherheit

Unser Beitrag zu den SDG

Wir nehmen unsere Verpflichtung, für die Gesundheit und Sicherheit unserer Beschäftigten zu sorgen, sehr ernst. Die übergeordnete Verantwortung für Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz trägt der Vorstand. Unsere Maßnahmen zur „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ bündeln und steuern wir auf Konzernebene; vor Ort sind Health & Safety Manager (H&S-Manager) dafür verantwortlich, sie umzusetzen. Die allgemeinen Verantwortlichkeiten, Aufgaben und Maßnahmen des Gesundheits- und Sicherheitsmanagements haben wir im Managementsystem-Handbuch für Qualität, Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz festgeschrieben. Es dient dazu, unsere Managementsysteme konzernweit zu vereinheitlichen und gezielt auszurichten.

Der Arbeitsschutz (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz) ist über zertifizierte Managementsysteme sowie entsprechende Leit- und Richtlinien fest in unseren Strukturen verankert. Inzwischen richten wir uns dabei an der Norm ISO 45001 aus: Als eines der ersten DAX-Unternehmen haben wir im Jahr 2018 unser H&S-Managementsystem danach zertifizieren lassen. Zuvor lag bereits seit 2011 die Zertifizierung für OHSAS 18001 img vor. Bis Ende des Berichtsjahres 2020 wurden insgesamt 94 nationale und internationale Standorte gemäß den Normen ISO 45001 und ISO 14001 img auditiert und die Zertifikate aktualisiert.

Mit zielgruppenspezifischen Maßnahmen und breit angelegten Angeboten fördern wir konzernweit das Gesundheitsbewusstsein und die Gesundheitskompetenz unserer Beschäftigten. Zugleich legen wir höchsten Wert auf Sicherheit am Arbeitsplatz. Gesetzliche Vorgaben zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit stellen für uns dabei Minimalanforderungen dar. Insbesondere die Sensibilisierung, Prävention und Eigenverantwortung sind für uns bedeutsam. Unser Maßnahmenportfolio zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit umfasst auch viele freiwillige Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung.

Dazu gehören zum Beispiel

  • ein jährlicher, umfassender Gesundheitscheck durch den Betriebsarzt,
  • Impfungen und Hygienemaßnahmen,
  • Darmkrebsvorsorge,
  • Bewegungs-/Fitnessangebote,
  • Angebote zu Erholungsfähigkeit, Achtsamkeit sowie gesundheitsorientierter Führung
  • und zunehmend digitale Trainings.

Wirksamkeit unserer Maßnahmen im Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutz

Die Wirksamkeit unserer Maßnahmen untersuchen und messen wir systematisch. Dabei greifen wir unter anderem auf Ergebnisse unserer Mitarbeiterbefragung, Auswertungen aus den tariflichen Belastungsschutzregelungen, Wettbewerbsanalysen sowie weitere Kennzahlen zurück. Diese Daten analysieren wir jährlich und leiten daraus Maßnahmen ab, die die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Beschäftigten fördern.

Verschiedene Kennzahlen belegen, dass unsere Leistungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement wirksam sind:

  • Bei der Telekom in Deutschland betrug die Gesundheitsquote (mit Berücksichtigung von Langzeitkranken) 2020 95,0 Prozent (Vorjahr 94,0 Prozent). Die Gesundheitsquote ohne Berücksichtigung der Langzeitkranken betrug 2020 96,5 Prozent (Vorjahr 95,5 Prozent). Damit haben wir unser konzernweites Ziel für 2020 (95,9 Prozent ohne Berücksichtigung von Langzeitkranken) erreicht. Die Gesundheitsquote wird zum Ende jedes Quartals an den Vorstand berichtet.
  • Die Gesamtzahl der Arbeitsunfälle hat sich im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr verringert. Die Unfallquote lag 2020 in Deutschland bei 3,8 Unfällen (mit mehr als drei Ausfalltagen) pro Tausend Mitarbeiter*innen.
  • Der konzernweite Gesundheitsindex – zuletzt ermittelt in 29 Ländern im Rahmen der konzernweiten Mitarbeiterbefragung 2019 – lag bei 3,6 (auf einer Skala von 1,0 bis 5,0). Der nächste Gesundheitsindex wird im Jahr 2021 bestimmt.

Maßnahmen während der COVID-19-Pandemie
Zum Schutz unserer Beschäftigten haben wir mit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie, wo immer es ging, die Möglichkeit geschaffen, auch mobil von zu Hause zu arbeiten. Gemeinsam mit dem Hygieneinstitut Bonn haben wir zudem ein umfassendes Hygienekonzept erarbeitet. So konnten Mitarbeiter*innen – nachdem die erste Infektionswelle abgeflacht war – im Mai teilweise an den betrieblichen Arbeitsplatz zurückkehren. Als sich im Herbst die zweite Welle abzeichnete, haben wir diese Möglichkeit wieder stark eingeschränkt. Unsere Personalvorständin Birgit Bohle hat die Beschäftigten regelmäßig über unsere umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen informiert. Unser Ansatz im Umgang mit der Pandemie stieß bei unseren Beschäftigten auf sehr große Zustimmung, wie unsere Pulsbefragung bestätigte.

Neues Programm „My Health Journey“
Trotz der Pandemie konnten wir 2020 in Deutschland das interne Gesundheitsprogramm „My Health Journey“ für mentale Stärke starten. Neben einer Workshop-Reihe zum Thema Resilienz – also der Entwicklung von psychischer Widerstandskraft – bietet es wissenschaftlich basierte Achtsamkeitstrainings für leitende Angestellte an. Dadurch sollen die eigene Selbstreflexion und -organisation gefördert werden. Zudem können sich unsere Mitarbeiter*innen mithilfe digitaler Tools vertieft mit den vermittelten Inhalten auseinandersetzen.

Erneute Auszeichnungen
2020 wurde die Telekom in Deutschland bereits zum vierten Mal mit dem Corporate Health Award als sozial nachhaltigster Arbeitgeber in der Branche Informations- und Kommunikationstechnik ausgezeichnet. Die Preisverleihung wird von EuPD Research und dem Handelsblatt ausgerichtet. Die Auszeichnung ehrt jene Arbeitgeber, die sich nachweislich überdurchschnittlich für die Gesundheit der Beschäftigten engagieren und eine vorausschauende, nachhaltige Personalstrategie verfolgen. Der Gewinn des Awards stellt gerade 2020 mit den wirtschaftlichen und personellen Herausforderungen der COVID-19-Pandemie eine besondere Anerkennung für unser H&S-Management dar.

Auch international wurden wir im Jahr 2020 ausgezeichnet: Die OTE Group Greece erhielt sechs Preise zu einzelnen Health- oder Safety-Themen.

Psychosoziale Unterstützung bei Veränderungen im Unternehmen

Konzernweit ist es für die Deutsche Telekom AG sehr wichtig, dass die Mitarbeiter- und Führungskräfteberatung (MFB) verschiedene Transformationsprozesse psychosozial begleitet. Ziel ist es, betroffene Mitarbeiter*innen, Führungskräfte sowie Teams im Umgang mit beruflichen – aber auch privaten – Veränderungen zu unterstützen und psychosozialen Krisen vorzubeugen.

Dazu bieten wir in Deutschland unter anderem kostenfreie und anonyme Individualberatungen sowie Sprechstunden an. Nach Anmeldung können sich die Beschäftigten persönlich von Experten beraten lassen. Sofortige telefonische Beratung ist über die Hotline „SPRECHZEIT“ montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr möglich. Bei Bedarf werden Hilfesuchende direkt an örtliche Expert*innen oder Fachstellen vermittelt. Die Berater*innen unterliegen der Schweigepflicht und kennen die Besonderheiten des Unternehmens. Aufgrund der massiven Veränderungen im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie haben wir das Angebot erweitert: SPRECHZEIT berät unter anderem zu Auswirkungen und dem Umgang mit verringerten sozialen Kontakten sowie Belastungen durch geschlossene Betreuungseinrichtungen und Schulen. Fachliche Fragen im Corona-Kontext beantwortet zudem ein ausgewähltes Team von Arbeitsmediziner*innen.

Fach- und Führungskräfte unterstützen wir seit vielen Jahren mit begleitenden Angeboten, zum Beispiel mit Vorträgen und Workshops zu den Themen „Gesunde Führung: Möglichkeiten und Grenzen im Führungsverhalten“ oder „Veränderung erfolgreich gestalten“ und zum Umgang mit psychischen Belastungsfaktoren.

Auch Schulungen zu virtueller Führung sind Bestandteil dieser Angebote. Das Arbeiten in hybriden oder standortverteilten Teams ist zwar in Teilen der Telekom schon längst Alltag. Dennoch stellt die Verlagerung der Arbeitsplätze durch COVID-19 ins Homeoffice – verbunden mit einem stark eingeschränkten persönlichen Kontakt – eine zusätzliche Herausforderung dar: Führungskräfte müssen sensibel auf Veränderungen in den Teams und des Einzelnen achten und ausreichend Zeit für den persönlichen Austausch einplanen, beispielsweise durch die Nutzung regelmäßiger Videokonferenzen.

Digitalisierung und Gesundheit – gemeinsames Projekt mit BARMER

2017 haben wir zusammen mit einem unserer Gesundheitspartner, der Krankenkasse BARMER, das Modellprojekt „Digitalisierung und Gesundheit“ gestartet, bei dem wir unter anderem von der Universität St. Gallen und IfOS Köln wissenschaftlich begleitet werden. Hierbei erarbeiten wir im Kontext der Digitalisierung Lösungen, die die Gesundheit stärken sowie die Motivation und Leistungsfähigkeit von Beschäftigten steigern können. In dem Kooperationsprojekt haben wir innerhalb der letzten drei Jahre verschiedene Maßnahmen eingeführt und gemeinsam mit dem Telekom-Personal getestet.

2019 haben unsere Mitarbeiter*innen unter anderem den „Digital Health Guide“ getestet: eine Online-Plattform, die Beschäftigte bei der Auswahl passender Gesundheitsangebote unterstützt und deren Nutzung vereinfacht. Zudem konnten Mitarbeiter*innen die App img „NutriAssist“ ausprobieren, die den individuellen Bedarf an Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen oder Omega-Fettsäuren analysiert – und entsprechende Ernährungstipps gibt.

2019 startete darüber hinaus das Pilotprojekt „Gesundes und achtsames Führen“. Dabei handelt es sich um ein multimodales Training, das die digitale Gesundheitskompetenz der Beschäftigten verbessern soll. Das Angebot richtete sich zunächst an Führungskräfte als wichtige Multiplikatoren. Im Verlauf des Pilotprojekts wurden positive Trainingseffekte auf Gesundheit, Stressempfinden und Achtsamkeit wissenschaftlich nachgewiesen. Daher haben wir das Angebot 2020 national im Rahmen der „My Health Journey“ ausgeweitet und insgesamt zehn Einheiten à 50 Tage für leitende Angestellte angeboten. 90 Führungskräfte des oberen Managements nahmen bisher daran teil. Inzwischen konnten weitere positive Effekte nachgewiesen werden. So verbesserten sich auch die Arbeitsfähigkeit, die Arbeitsbewältigung und die Performance der Teilnehmer*innen. Deshalb soll das Angebot 2021 sukzessive weiteren Führungskräften zugänglich gemacht werden.

Auch das Gesundheitsthema Ernährung haben wir 2020 mit Unterstützung der BARMER weiterverfolgt. Ernährungsberater*innen sowie zwei bekannte Spitzensportlerinnen boten im Rahmen eines Pilotvorhabens virtuelle Vorträge zu verschiedenen Schwerpunktthemen wie Nervennahrung und Essenszubereitung an. Auch Team-Workshops und Zusatzangebote wie Weight Watchers Online konnten in Anspruch genommen werden. Das Pilotprojekt Ernährung wird 2021 mit weiteren Aktionen und Angeboten fortgeführt.

Gesundheitsquote KPI

Die Gesundheitsquote hat sich für den Konzern Deutsche Telekom national im Jahr 2020 mit einem Durchschnittswert von 95 Prozent (inkl. der Langzeitkranken) gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Prozent leicht verbessert. Die Hauptursachen für krankheitsbedingte Ausfalltage in der Deutschen Telekom AG sind Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, Atemwegserkrankungen und Störungen der psychischen Gesundheit.

Die Gesundheitsquote 2020 ohne Berücksichtigung der Langzeitkranken beträgt 96,5 Prozent. Die Gesundheitsquote wird zum Ende jeden Quartals an den Vorstand berichtet. Hierbei strebten wir für 2020 ein konzernweites Ziel von 95,9 Prozent (ohne Berücksichtigung von Langzeitkranken) an.

In den einzelnen Gesellschaften sind gezielte Programme zur Gesundheitsprävention implementiert worden. In allen Segmenten wurden Führungskräfteschulungen zum Thema „Gesunde Führung“ eingeführt bzw. fortgesetzt. Führungskräfte sollen dadurch für die Thematik sensibilisiert und qualifiziert werden. Ergänzend dazu soll ein strukturiertes Fehlzeitenmanagement Abwesenheitszeiten zum regelhaften Bestandteil der Kommunikation zwischen Mitarbeiter*innen und Führungskräften machen und dadurch frühzeitig Möglichkeiten zur Beeinflussung von krankheitsbedingten Fehlzeiten aufzeigen.

  Daten durch PwC geprüft. 

Weiterführende Informationen finden Sie im HR Factbook.

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Global Reporting Initiative (GRI)

  • GRI 403-2 (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz)

Deutscher Nachhaltigkeitskodex

  • Kriterium 15 (Chancengerechtigkeit)

Arbeitsunfälle in Deutschland KPI

Die Anzahl der Betriebs- und Wegeunfälle ist gegenüber 2019 gesunken. Die Unfallquote liegt weit unter dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen.

Um die Zahl der Arbeitsunfälle zu senken, nutzt die Deutsche Telekom ein Managementsystem für Arbeits- und Gesundheitsschutz. Auf Basis dieses zertifizierten Systems lässt sich der gesamte Prozess rund um den Arbeits- und Gesundheitsschutz strukturiert abbilden. So können wir Maßnahmenpakete entwickeln, die die Sicherheit unserer Mitarbeiter*innen erhöhen.


Weiterführende Informationen finden Sie im HR Factbook.

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Global Reporting Initiative (GRI)

  • GRI 403-2 (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz)