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Corporate Responsibility Bericht 2020

Auditergebnisse 2020 KPI

Über das auf Konzernebene aufgesetzte und gesteuerte Auditierungsprogramm wurden 2020 insgesamt 76 Audits img durchgeführt.

Wie in den Vorjahren konzentrierten wir unsere Auditaktivitäten auf Lieferanten in Asien, aber auch in Nordamerika, Ozeanien, Afrika und Süd- und Osteuropa.

Zu den auditierten Lieferanten gehörten Produzenten aus den Bereichen IT-Hardware, -Software und -Dienstleistungen sowie Netzwerke und Endgeräte.
Bei den Überprüfungen haben wir bei einem Lieferanten neben gravierenden Verstößen der Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten auch konkrete Hinweise auf Zwangsarbeit und Verfehlungen im Jugendarbeitsschutz festgestellt. Daraufhin wurde die Geschäftsbeziehung mit diesem Lieferanten mit sofortiger Wirkung eingestellt und erst nach verifizierten Korrekturmaßnahmen wieder aufgenommen. Darüber hinaus wurden keine weiteren Fälle von Korruption oder Bestechung oder aber kritische Verstöße gegen Compliance-Regeln oder das Recht auf intellektuelles Eigentum aufgedeckt.

Legende: Themenbereich (Anzahl der Verstöße)

  • Von den 76 Lieferanten, die 2020 auditiert wurden (6 davon in sogenannten Validated Audit img Processes der Responsible Business Alliance img), waren circa 37 Prozent (28 Audits) direkte Lieferanten und 63 Prozent (48 Audits) Tier-2-, -3- und -4-Supplier, also indirekte Lieferanten.
  • Bei den 2020 durchgeführten Audits wurden insgesamt 665 Verstöße gegen die Lieferantenanforderungen der Telekom aufgedeckt. Diese Feststellungen teilen sich wie folgt auf: 297 Fälle im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, 101 Fälle im Bereich Arbeitszeiten, 96 Fälle im Bereich Umweltschutz, 34 Fälle in Arbeitspraktiken und 62 Fälle bei Löhnen und Leistungsentgelt sowie 61 Fälle im Bereich Unternehmensethik. Darunter waren 95 Verfehlungen mit zu priorisierender Erledigung und weitere 408 schwerwiegende Befunde (nach der im Berichtsjahr veränderten Definitions- und Bewertungsstruktur). Inklusive der Umsetzung einiger offener Verbesserungsmaßnahmen aus den Vorjahren konnten 2020 insgesamt 610 Verstöße behoben werden. Beispiele für kritische Verstöße im Jahr 2020 sowie eingeleitete Verbesserungsmaßnahmen finden sich in der unten stehenden Tabelle. Wie in den Vorjahren entfielen mit 45 Prozent die meisten Verstöße auf den Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (2019: 43 Prozent), gefolgt von Arbeitszeiten mit 15 Prozent (vergleichbar mit 2019). Der Bereich Umwelt mit 14 Prozent nimmt den dritten Platz ein (2019: 16 Prozent).
Bereich   Befunde bei Lieferanten Eingeleitete Verbesserungen Status
(Ende 2020)
Umwelt   In der Fabrik wurden keine Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen identifiziert und kein Reduktionsziel festgelegt. Der Energieverbrauch im Zusammenhang mit den Treibhausgasemissionen ist hauptsächlich auf die Verwendung von Strom und Wasser zurückzuführen. Das Unternehmen hat jährliche Ziele für den Strom- und Wasserverbrauch festgelegt und führt monatliche Auswertungen durch. Es wurden Maßnahmen zur Energieeinsparung und Emissionsreduzierung ausgearbeitet. abgeschlossen
  Gemäß geprüften Unterlagen und der Befragung des Managements wurde kein systematischer Ansatz zur Verhinderung der Verschmutzung des Regenwasserabflusses und zu illegaler Einleitungen und Verschüttungen in den Regenwasserkanal eingeführt. Einführung eines Managementsystems für die Regen- und Abwassereinleitung und die tägliche Wartung. abgeschlossen
Geschäftsethik   Gemäß geprüften Unterlagen und der Befragung des Managements verfügte die Einrichtung über keinen angemessenen und wirksamen Prozess zur Überwachung, Identifizierung und  Sicherstellung der Einhaltung  geltender Gesetze und Vorschriften der Geschäftsethik. Ein Verfahren für die Überwachung, Identifizierung, Bewertung und Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften der Geschäftsethik wurde etabliert. Außerdem wurde eine Liste der geschäftsethischen Gesetze und Vorschriften sowie der Kundenanforderungen erstellt. abgeschlossen
Kinderarbeit & jugendliche Beschäftigte   Trotz eines existierenden Verfahrens zum Schutz jugendlicher Beschäftigter, das ihnen untersagt Überstunden oder Nachtschichten zu leisten, wurden bei zufälligen Stichproben junge Arbeitnehmer bei der Nachtschicht angetroffen. Es wurde festgeschrieben, dass  jugendliche Beschäftigte besonders geschützt werden (z. B. keine Anordnung von Nachtschichten oder Überstunden). abgeschlossen
Zwangsarbeit   Keiner der stichprobenartig geprüften Arbeitsverträge enthielt Angaben zu Arbeitszeit und Vergütung. Die Arbeitsverträge erfordern nun die Unterzeichnung von Arbeitszeiten und Arbeitsvergütung. Überstundenarbeit darf 36 Stunden nicht überschreiten, und der Stundenlohn darf nicht unter dem örtlichen Mindestlohnstandard liegen. abgeschlossen

Arbeitsschutz


 

  Bei einem Teil der Chemikalien fehlten Sekundärcontainer und gültige Sicherheitsetiketten (z. B. beim Leim in den Leimmischräumen und bei der Druckfarbe im Verpackungsbereich). Im Verpackungsbereich und in den Leimmischräumen wurden Sekundärcontainer installiert und gültige Sicherheitsetiketten für Chemikalien angebracht. abgeschlossen
  Einige Notausgänge und Evakuierungswege waren blockiert. Die Notausgänge und Evakuierungswege wurden geräumt und können nun normal passiert werden. abgeschlossen
  Der Produktionsraum der Montagehalle war nicht mit einem Feueralarm- und Notfallmeldesystem ausgestattet. Es gab keine Hinweise auf eine regelmäßige technische Wartung der Brandmelde- und Warnanlage. Fehlende Brandmeldesensoren wurden installiert. Außerdem wurde ein Vertrag zur Wartung der Brandmeldeanlage mit einer staatlich anerkannten Firma abgeschlossen. abgeschlossen
Arbeitszeiten   Die Überstunden der Arbeiter überstiegen die gesetzlichen Anforderungen und ihre Wochenarbeitszeit überstieg 60 Stunden. Die Überstunden der Arbeiter entsprechen nun den gesetzlichen Vorgaben. abgeschlossen
Löhne & Gehälter   Im Rahmen der Prüfung wurde festgestellt, dass Lohnzahlungen für Arbeiter verzögert wurden.  Auch die Löhne ausgeschiedener Arbeiter wurden verzögert gezahlt. Das Datum der Gehaltszahlung wurde gemäß den lokalen rechtlichen Anforderungen angepasst. Außerdem muss das Austrittsgehalt nun innerhalb von drei Arbeitstagen ausgezahlt werden. abgeschlossen
Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Global Reporting Initiative (GRI)

  • GRI 414-2 (Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte)
  • GRI 308-2 (Bewertung der Lieferanten hinsichtlich ökologischer Aspekte)
  • GRI 408-1 (Kinderarbeit)