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Corporate Responsibility Bericht 2020

Lieferantenmanagement

Unser Beitrag zu den SDG

Alle Zulieferer müssen sich vor Aufnahme einer Geschäftsbeziehung zunächst in unserem Lieferantenpool registrieren. Dabei erhalten die Lieferanten umfassende Informationen über die wesentlichen Prinzipien und Werte der Deutschen Telekom – auch zum Thema Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit.

Grundsätzlich durchläuft unser Lieferantenmanagement einen fünf Schritte umfassenden Zyklus. Ziel ist es, die Risiken in der Lieferkette zu minimieren und unsere Lieferanten nachhaltig weiterzuentwickeln.

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Stufe 1: Klassifizierung

Alle neuen Lieferanten werden in unsere fundamentalen Prinzipien und Werte zu Nachhaltigkeit und Menschenrechten eingeführt. Um kritische, strategisch wichtige und nachhaltigkeitsrelevante Lieferanten zu identifizieren, werden alle Warengruppen einer dezidierten Chancen- und Risikoanalyse unterzogen.  
Dabei berücksichtigen wir ein breites Spektrum an Nachhaltigkeitsaspekten, wie etwa mögliche Einsparpotenziale beim Energieverbrauch und der Reduzierung von CO2 Emissionen, und das Risiko von Zwangs- oder Kinderarbeit sowie potenzielle Umweltverschmutzungen. Als unterstützende Instrumente setzen wir hierbei auf externe Überprüfungssysteme wie RepRisk und RiskMethods.

Daraus ergibt sich folgende Einstufung der Warengruppen und Lieferanten: 

  • Risiko-Warengruppen 2020: 5 526 Lieferanten (42,33 % des Einkaufsvolumens)
  • Nicht-Risiko-Warengruppen 2020: 28 439 Lieferanten (57,67 % des Einkaufsvolumens)

Innerhalb der Warengruppen berücksichtigen wir zudem ein breites Spektrum an Nachhaltigkeitsaspekten und -risiken, etwa das Risiko eines Auftretens von Zwangs- oder Kinderarbeit oder von Umweltverschmutzung. Auch Chancen, etwa Einsparpotenziale beim Energieverbrauch, fließen in die Klassifizierung ein.

Stufe 2: Auswahl

Alle Lieferanten – sowohl für kritische als auch unkritische Warengruppen – müssen vor der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen unseren Verhaltenskodex für Lieferanten akzeptieren. Die Auswahl erfolgt darüber hinaus nach Umwelt-, sozialen und Menschenrechtskriterien. Außerdem werden relevante Produktkriterien wie Energieverbrauch, Ressourceneffizienz, Eignung zur Kreislaufwirtschaft, Schadstoffe und Konfliktmaterialien beachtet.
Bei der Lieferantenauswahl werden die genannten Nachhaltigkeitskriterien mit 10 Prozent gewichtet.

Stufe 3: Bewertung

Unser grundsätzliches Ziel ist es, die Ursachen von Problemen in unserer Lieferkette zu erkennen und diese gemeinsam mit unseren Lieferanten zu beheben. Dazu führen wir bei ausgewählten Lieferanten, die kritischen Warengruppen zugeteilt wurden, umfassende Nachhaltigkeitsbewertungen und Überprüfungen durch – beispielsweise über den ESG-Fragebogen von EcoVadis, die Daten aus dem CDP Suppliers Disclosure oder dem RepRisk Rating. Außerdem nutzen wir Sozialaudits und anonyme mobile Umfragen zur Bewertung. Die Maßnahmen sowie die Anzahl der teilnehmenden Lieferanten finden Sie hier.

Die Entscheidung, wann welches Instrument zum Einsatz kommt, erfolgt für jeden Lieferanten individuell und ist unter anderem von dessen Nachhaltigkeitsperformance und Risikoklassifizierung abhängig. Die Effektivität unserer gesamten Bewertungsaktivitäten wird durch die Zusammenarbeit mit anderen Telekommunikationsbetreibern in der Joint Audit Cooperation (JAC) erhöht.

Ergibt sich aus der Bewertung ein Handlungsbedarf, definieren wir Korrekturmaßnahmen und einen Zeitrahmen für deren Umsetzung. Anschließend überwachen wir, ob die Zeitpläne eingehalten werden, und lösen nötigenfalls einen Eskalationsprozess aus, der zur Beendigung des Geschäftsverhältnisses führen kann.

Stufe 4: Monitoring

Mit kritischen, nachhaltigkeitsgefährdeten Lieferanten führen wir regelmäßig Gespräche, in denen wir auch auf CR-Themen eingehen, um die Nachhaltigkeitsleistung der Unternehmen sicherzustellen und zu fördern. Als Monitoring- und Steuerungsinstrument setzen wir zudem folgende konzernweite ESG-KPIs ein:

Stufe 5: Entwicklung

Um die Nachhaltigkeitsleistung in unserer Lieferkette zu steigern, führen wir – in enger Kooperation mit ausgewählten Lieferanten – ein eigens dafür konzipiertes Entwicklungsprogramm durch. Zudem veranstalten wir regelmäßige Workshops mit ausgesuchten Lieferanten zu relevanten Nachhaltigkeitsthemen. Darüber hinaus überprüfen, fördern und qualifizieren wir kontinuierlich unsere Lieferanten über die JAC-Aktivitäten. Mit mehr als 1 100 direkten und indirekten Betriebsstätten von Lieferanten hatten wir auf diesem Wege seit 2010 Kontakt. Die Workshops beschäftigten sich unter anderem mit folgenden Themen:

  • Emissionsmanagement
  • Vermeidung gefährlicher Stoffe und Nutzung alternativer Materialien in Produkten
  • Verlängerung der Lebensdauer
  • Reduzierung von Elektroschrott und Rücknahmeprogramme
  • Design für mehr Nachhaltigkeit und Innovation

Hauptziel der Lieferantenüberprüfung und der Qualifizierung ist es, potenzielle Risiken zu minimieren und zugleich einen langfristigen wirtschaftlichen Nutzen für alle Beteiligten zu generieren.

Mehr Infos bitte klicken

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Global Reporting Initiative (GRI)

  • GRI 102-9 (Allgemeine Standardangaben)

Global Compact

  • Prinzip 1 (Unterstützung und Respektierung der internationalen Menschenrechte)
  • Prinzip 2 (Keine Beteiligung des Unternehmens an Menschenrechtsverletzungen)
  • Prinzip 3 (Wahrung der Vereinigungsfreiheit und des Rechts auf Kollektivverhandlung)
  • Prinzip 4 (Beseitigung aller Formen von Zwangsarbeit)
  • Prinzip 5 (Abschaffung der Kinderarbeit)
  • Prinzip 7 (Unterstützung eines vorsorgenden Ansatzes im Umgang mit Umweltproblemen)
  • Prinzip 8 (Ergreifen von Initiativen für ein größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt)
  • Prinzip 9 (Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien)