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Corporate Responsibility Bericht 2020

Förderung von Medien- und Demokratiekompetenz

Das Jahr 2020 hat eindrucksvoll vor Augen geführt, wie wichtig das Internet in unserem Alltag geworden ist: Während der COVID-19-Pandemie war das Netz für viele die einzige Möglichkeit, mit Freund*innen oder Familie zu kommunizieren, von zu Hause zu arbeiten, zur Schule zu gehen oder einzukaufen. Doch die digitale Kommunikation hat auch Schattenseiten: die ungehinderte Verbreitung von Fake News und Verschwörungstheorien, aber auch der zunehmende Hass, der vielen im Netz entgegenschlägt.

Medienkompetenz ist für uns der Schlüssel für einen sicheren und kompetenten Umgang mit digitalen Medien. Zugleich sind wir der Überzeugung, dass Medienkompetenz allein nicht ausreicht, um in der digitalen Welt gut und respektvoll zusammenleben zu können. Deshalb sind Medien- und Demokratiekompetenz für uns untrennbar miteinander verbunden. Mit vielfältigen Projekten und Initiativen setzen wir uns für Meinungsbildung und Vertrauen sowie gegen Ausgrenzung und Hass im Netz ein.

Einsatz gegen Hass im Netz
Im Sommer 2020 haben wir unsere Kampagne #gegenhassimnetz gestartet. Mit der Kampagne wollen wir ein Zeichen setzen und uns für ein Internet einsetzen, in dem alle die immensen Chancen der digitalen Welt genießen können, ohne Angst vor Ausgrenzung oder Hass haben zu müssen. Zudem unterstützen wir Initiativen, die sich gezielt gegen Ausgrenzung stellen, und tragen so dazu bei, die Demokratie und ein Zusammenleben in Vielfalt zu stärken. Dazu kooperieren wir mit 44 Initiativen und NGOs, die sich für das gleiche Ziel einsetzen. Mit unseren eigenen Maßnahmen rund um digitale Zivilcourage fordern wir zudem die Gesellschaft auf, uns in diesem Engagement zu unterstützen.

Im November 2020 haben wir in Kooperation mit Facebook einen Messenger-Bot installiert, um von Hass Betroffenen noch konkreter Hilfe vermitteln zu können und Menschen, die sich engagieren wollen, mit Organisationen in Verbindung zu bringen. Mithilfe des Bots lässt sich mit wenigen Klicks eine passende Anlaufstelle finden – egal ob man selbst Hilfe benötigt oder sich aktiv gegen Hass im Netz engagieren möchte. Je nach persönlicher Situation wird man an konkrete Organisationen wie Juuuport, Nummer gegen Kummer oder #ichbinhier weitergeleitet.

Auch mit Blick auf uns selbst sind wir aktiv geworden: Wir haben ein internes Netzwerk mit Beteiligten aus unterschiedlichen Bereichen gegründet – von interner Kommunikation bis Menschenrechte und von Prävention bis Bedrohungsmanagement. Es stellt sicher, dass wir unseren Anspruch „bei uns ist kein Platz für Ausgrenzung und Rassismus“ erfüllen können. Damit investieren wir nicht nur in Maßnahmen zur Vielfalt im Unternehmen, sondern gewährleisten auch, dass potenzielle Vorfälle ernst genommen werden. Transparente Prozesse sollen helfen, Vorfälle nachzuverfolgen. Zudem sorgen wir dafür, dass im Sinne der Opfer stets eine zügige und gute Lösung gefunden wird.

Auch für unsere Mitarbeiter*innen haben wir diverse Workshops durchgeführt – unter anderem für die Auszubildenden und dual Studierenden, die aufgrund von Corona-Maßnahmen eine Art Homeschooling durchgeführt haben. Dabei haben wir die Themen digitale Demokratie, Zivilcourage und Rassismus aufgegriffen.

Digitale Zivilcourage fördern
Im Fokus unserer Medienkompetenz-Initiativen stand im Berichtsjahr das Thema „Digitale Zivilcourage“. Wie kann Zivilcourage im Internet funktionieren? Was kann jede*r selbst tun – und was wird schon getan gegen Hassrede und Fake News im Netz? Wirkt Counterspeech, die Gegenrede im Netz, um Dialoge wieder konstruktiver werden zu lassen? Aber auch: Welche Rolle spielen Bots und Algorithmen, die zu Filterblasen und enormen Reichweiten von Hass und Fake News führen? Zu diesen Themen haben wir didaktisches Material für Zielgruppen von 9 bis 99 Jahren erstellt.

2020 haben wir rund 18 000 Menschen mit den von uns durchgeführten Kurzformaten, Diskussionsrunden und Workshops zum Thema „Digitale Zivilcourage“ erreicht. Zudem bieten wir Multiplikator*innen von uns entwickelte Online-Materialien kostenfrei und ohne Registrierung zu Schulungszwecken an. Über sie konnten wir viele weitere Menschen aus allen Zielgruppen erreichen. Diese sind in unserer Zählung nicht berücksichtigt.

Ein Beispiel für die Umsetzung ist der Magenta Moon. Unter dem Motto „Neues entdecken“ konnten die Teilnehmer*innen vom 17. Oktober bis zum 1. November 2020 digitale Bildung erleben – online und vor Ort in Berlin am Leipziger Platz.

Im Fokus stand die spielerische Vermittlung von Medienkompetenz. Daneben wurden in Workshops, Talks und interaktiven Performances neue Ideen und Ansätze zu Themen wie digitale Verantwortung, Nachhaltigkeit und Innovationen entwickelt. Magenta Moon ermöglichte mit seinem abwechslungsreichen Programm chancengleiche, digitale Bildung für alle – unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialer Herkunft. Er wird auch 2021 fortgeführt.

„Teachtoday“
Unsere Initiative „Teachtoday“ unterstützt Kinder und Jugendliche, Eltern und Großeltern sowie pädagogische Fachkräfte mit alltagsnahen Tipps und Materialien zur sicheren und kompetenten Mediennutzung. Das Angebot steht auf www.teachtoday.de und in sieben Sprachen (Deutsch, Englisch, Kroatisch, Montenegrinisch, Polnisch, Rumänisch und Ungarisch) zur Verfügung. 2020 haben wir den Schwerpunkt auch für diese Zielgruppe auf Zivilcourage gelegt – für die Zielgruppe der Neun- bis Zwölfjährigen unter dem Titel „Mut im Netz“.

Dem digitalen Lernen kommt dabei heute eine besondere Rolle zu, denn die digitale Schule und Fernunterricht, das sogenannte Remote Learning, gehören immer stärker zum Alltag von Schüler*innen. Deshalb haben wir 2020 eine neue digitale Toolbox auf „Teachtoday“ veröffentlicht und ständig erweitert. Die Toolbox bietet über 100 Formate zur Förderung der Medien- und Demokratiekompetenz junger Menschen im Alter von neun bis zwölf und 13 bis 16 Jahren: Dazu gehören Projektideen, Videotutorials, spannende Quiz und kurze Lerneinheiten. Sie richtet sich an Lerngruppen, Schüler*innen wie auch an Eltern und Lehrkräfte.

Auch auf YouTube ist „Teachtoday“ mit einem eigenen Kanal vertreten: Dort sind kurze, eingängige Videos zur sicheren und kompetenten Internet-Nutzung, zu Datenschutz und Authentizität im Netz zu sehen.

SCROLLER und SCROLLER TV
Das Kindermedienmagazin „SCROLLER“ vermittelt Kindern von neun bis zwölf Jahren Medienkompetenz auf Augenhöhe. Es ist in einer Webvariante und im kostenfreien Printformat erhältlich. Im Berichtsjahr haben wir die zehnte Ausgabe veröffentlicht, in der sich alles um das Thema „Mut im Netz“ drehte.

Das mit dem „Stiftung Lesen Siegel“ und dem „German Design Award“ ausgezeichnete Kindermedienmagazin ist zuletzt 2020 neben Teachtoday zusätzlich mit der bedeutendsten europäischen Auszeichnung für digitale Bildungsmedien, der „Comenius-Medaille“, prämiert worden.

2020 haben wir das neue Format SCROLLER TV initiiert, das auf Magenta TV und auf YouTube veröffentlicht wurde und damit eine große Reichweite erzielen konnte. Ziel war, Kindern eine Möglichkeit zu geben, während der COVID-19-Pandemie die Zeit ohne Schule zu Hause sinnvoll und zugleich unterhaltsam zu nutzen. SCROLLER TV bietet wichtige Themen der Mediennutzung aus dem Alltag von Grundschulkindern und lädt ein zum Austausch zwischen Jung und Alt. Jedes Thema verbindet Experteninterviews, Animationsfilme, Tipps und Do-it-yourself-Elemente zu einem unterhaltsamen Beitrag im Zeichen der kompetenten Mediennutzung.

Auch SCROLLER TV ist 2020 für sein innovatives Infotainment-Konzept mit der Comenius-Medaille ausgezeichnet worden.

#DABEI-Geschichten
Die #DABEI-Geschichten ist unsere Initiative, die sich praxisnah mit gesellschaftlich relevanten Themen der Digitalisierung auseinandersetzt und sie in ein Angebot für Multiplikator*innen überführt. Die Initiative zeigt Möglichkeiten zur Partizipation und zum verantwortungsvollen Handeln im Netz auf und regt damit zur kritischen Auseinandersetzung an. Damit leistet die Initiative einen Beitrag zu unserem Anspruch, dass jede*r #DABEI sein und an den Chancen der Digitalisierung partizipieren kann. Bei der Entwicklung der Inhalte werden didaktische Formate verwendet und in Form von innovativen Modulen umgesetzt. Die Module liegen auf Deutsch, Englisch und in Einfacher Sprache vor und werden für unterschiedliche Längen von Workshops angeboten. Unabhängig davon, wie komplex ein Thema ist, legen wir Wert darauf, den Nutzer*innen selbst die Entscheidung zu überlassen, ob es für sie wichtig ist. Wir sorgen für die entsprechende sprachliche und didaktische Aufbereitung.

Auch in den #DABEI-Geschichten finden sich verschiedene Module zum Schwerpunktthema Zivilcourage: digitale Demokratie, Meinungsmache im Netz, digitale Zivilcourage. Darüber hinaus werden andere Themen der digitalen Welt wie digitale Freundschaft und Leben in der Stadt der Zukunft aufgegriffen.

Vernetzte Schulen
Seit 20 Jahren bieten wir im Rahmen der Initiative „Telekom@School“ allen allgemein- und berufsbildenden Schulen in Deutschland entgeltfreie Breitbandanschlüsse mit einer Geschwindigkeit von 16 Mbit/s img an. Dieses kostenfreie Angebot nutzten im Herbst letzten Jahres rund 22 000 Schulen. Weitere 6 000 Schulen nahmen das entgeltpflichtige, von der Telekom geförderte Angebot mit höheren Bandbreiten img wahr. Im Berichtsjahr haben wir unser Engagement für vernetzte Schulen intensiviert. Um den Zugang zu modernen Informationstechnologien weiter zu verbessern, haben wir rund 17 000 Schulen angeschrieben: Mit einem Upgrade von ADSL img auf VDSL img können sie ihre Internet-Geschwindigkeit ohne größeren technischen Aufwand auf bis zu 250 Mbit/s erhöhen – bis August 2021 entgeltfrei. Rund zehn Prozent der angeschriebenen Schulen haben bisher davon Gebrauch gemacht.

Unsere Beratungstochter Detecon unterstützt Schulen dabei, Medienentwicklungspläne zu erstellen und Fördergelder zu beantragen. Im Berichtsjahr haben wir eine Bildungs-Flatrate für Schulträger gestartet: Für einen geringen monatlichen Betrag erhalten sie unbegrenztes Datenvolumen. Gleichzeitig können sie bedürftige Schüler*innen zum Beispiel mit Tablets oder Laptops, die beispielsweise vom Digitalpakt gefördert werden, ausstatten. Das gibt Kindern und Jugendlichen unabhängig vom Elternhaus die Chance, den Umgang mit digitalen Medien zu erlernen. Unser Engagement für Schulen bündeln wir bei unserer Konzernbeauftragten für Bildung.

Mit einem umfangreichen digitalen Bildungspaket unterstützen wir Schulen gemeinsam mit Microsoft seit Anfang 2021 noch weiter beim digitalen Arbeiten. Dabei stellen wir Laptops oder Tablets und spezielle Education-Lizenzen für „Microsoft MS365“-Software teilweise kostenfrei bereit. Gegen Gebühr übernimmt ein Expertenteam der Telekom – das eigens von Microsoft zertifiziert ist – den Service und hilft, die Geräte einzurichten. Schulen können die MS365-Software mit der sogenannten A1-Lizenz kostenlos nutzen.

In den USA setzt sich T-Mobile ebenfalls für die Vernetzung von Schulen und Schüler*innen ein. Im Jahr 2020 war besonders die Initiative „Project 10Million“ bedeutend – denn mehr als 50 Millionen US-amerikanische Schüler*innen waren aufgrund der COVID-19-Pandemie unerwartet auf Fernunterricht angewiesen. In mehreren Hundert US-Schulbezirken konnten sich Schüler*innen dank der Initiative kostenlos mit ihren Schulen verbinden. Insgesamt hat T-Mobile US gemeinsam mit Schulbezirken, außerschulischen Programmen und lokalen Behörden landesweit mehr als 2,5 Millionen Schüler*innen einen erschwinglichen Internet-Zugang geboten.

Im Zuge unseres gesellschaftlichen Engagements setzen wir nicht nur zentrale Projekte und Initiativen um, sondern fördern auch das ehrenamtliche Engagement unserer Mitarbeiter*innen. Darüber hinaus leisten wir finanzielle Unterstützung, beispielsweise engagieren wir uns als Sponsor, unterstützen Projekte und gemeinnützige Organisationen, die sich für ein besseres Zusammenleben und gegen Ausgrenzung einsetzen.

Die Landesgesellschaften führen eigenverantwortlich regionale Initiativen durch. Bei unserem Engagement arbeiten wir aber auch länderübergreifend intensiv zusammen und tauschen Erfahrungen und Best Practices aus. Eine wichtige Rolle spielt auch die enge Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Akteuren wie NGOs, Vereinen und Initiativen.

Annette Reuter

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Annette Reuter