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Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.
  • Corporate Responsibility Bericht 2020
 

Magyar
Telekom Nyrt.

Walter Goldenits
Director of Technology
Deutsche Telekom GmbH

Im Mittelpunkt unserer vierten Nachhaltigkeitsstrategie, die für den Zeitraum von 2016 bis einschließlich 2020 galt, stand die Umsetzung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG). Das bedeutete für uns, dass Nachhaltigkeit zu einem integralen Bestandteil unserer Kerngeschäftstätigkeit werden musste. Zur Umsetzung dieses Ziels haben vier Bereiche Top-Priorität: Klimaschutz, Bildung, Nachhaltigkeit durch Digitalisierung und Diversität.

Klimaschutz
Wir wollen unseren Kund*innen helfen, klimabewusster zu werden und ihnen auf diesem Weg mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wir haben uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, mit unseren Klimaschutzmaßnahmen Umsätze zu erzielen, da sich die ICT-Branche hierfür hervorragend eignet, und gleichzeitig die CO2-Emissionen von Magyar Telekom auf unter 100 000 Tonnen zu reduzieren.

Bildung
Wir wollen maßgeblich an der Bildung der Gesellschaft und unserer Kund*innen beteiligt sein. Unser Ziel ist es, bis zum Ende des laufenden Strategiezeitraums eine Million Menschen in Ungarn direkt oder indirekt mit unseren Schulungsprogrammen zu erreichen. Die Schulungskurse in den Bereichen Digitalisierung und Verantwortung werden sich in erster Linie drei Aspekten widmen: dem Abbau der digitalen Kluft, der Unternehmensnachfolge in der Branche und Bewusstsein fördernden Edutainment-/Inspitainment-Aktivitäten.

Nachhaltigkeit durch Digitalisierung
Als nachhaltiges, digitales Unternehmen ist es für Magyar Telekom selbstverständlich, den Kunden ebenfalls nachhaltige digitale Dienste zur Verfügung zu stellen. Daher wollen wir durch verantwortungsvolles Marketing und achtsames Handeln Menschen begeistern und zur Selbstbestimmung befähigen. In diesem Zusammenhang haben wir uns das Ziel gesetzt, die Wahrnehmung von Magyar Telekom als nachhaltiges Unternehmen auf 50 Prozent zu steigern.

Diversität
Als verantwortungsbewusstes Unternehmen ist uns Chancengleichheit und Gleichstellung am Arbeitsplatz ein besonderes Anliegen. Wir wollen sicherstellen, dass alle Stimmen gehört und alle Gesichtspunkte respektiert werden. Im Rahmen unserer Bemühungen um Gleichstellung und Inklusion widmen wir uns verstärkt den vielfältigen Bedürfnissen von Mitarbeiter*innen aus benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen, besonders im Hinblick auf Gesundheit, Zugehörigkeitsgefühl und berufliche Ziele.

 

Auf einen Blick: Die wichtigsten Fakten

Märkte, Geschäftsfelder und Marktanteile   

Magyar Telekom ist der führende ICT-Anbieter Ungarns und versorgt seine Kund*innen mit einer breiten Palette an Produkten und Dienstleistungen wie Telefon, Breitband, TV und IT. Magyar Telekom steht für hohe Qualität, Zuverlässigkeit und ein umfassendes Leistungsspektrum. Mit unseren innovativen Lösungen wollen wir Vorreiter sein und den Markt gestalten. Der Konzern Magyar Telekom ist in drei grundlegenden Geschäftsfeldern aktiv:

  • Festnetz- und Mobilfunkdienste für Privatkund*innen (Telekom)
  • Dienste für kleine und mittelständische Unternehmen (Telekom)
  • ICT-Lösungen für Großkunden (T-Systems)

Dank unserer effizienten Führungsstruktur können wir innovatives Service- und Geschäftspotenzial erschließen, indem wir flexibel auf Veränderungen der Kundennachfrage und auf Herausforderungen des Marktes eingehen und modernste Spitzenprodukte und -dienste bereitstellen. Die Tochtergesellschaften von Magyar Telekom in Ungarn bieten unter verschiedenen Marken Content, Medien und andere nicht anschlussbasierte Dienste an. Die internationalen Tochtergesellschaften des Konzerns sind als integrierte und alternative Telekommunikationsdienstleister in den Märkten Südosteuropas tätig.

Anzahl Kund*innen  

Magyar Telekom:

  • Mobilfunk – Anzahl Kund*innen: 5 425 433
  • Festnetz – Sprachanschlüsse insgesamt: 1 343 427
  • Internet – Retail-Breitbandkund*innen insgesamt: 1 298 825
  • TV – TV-Kund*innen insgesamt: 1 215 481
Anzahl Mitarbeiter*innen   7 132 (Konzern Magyar Telekom einschließlich aller ungarischen Tochtergesellschaften und Makedonski Telekom)
Beteiligung der Deutschen Telekom AG seit   2000
Zertifiziert nach  

ISO 9001 img, ISO 14001 img, ISO 27001, ISO 45001;

Magyar Telekom Plc & Makedonski Telekom: ISO 22301;

Magyar Telekom Plc & T-Systems: ISO 50001 img, ISO 20000 -1
Weitere Informationen im Internet   www.telekom.hu
Eigene CR-Berichte  

Magyar Telekom hat sich verpflichtet, einen jährlichen CR-Bericht zu veröffentlichen. Die Berichte werden entsprechend den GRI-Richtlinien (GRI-Standard ab 2016) der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt und entsprechen somit den Grundsätzen der Transparenz und internationalen Vergleichbarkeit. Seit 2007 hat Magyar Telekom die internationalen Standards jedes Jahr in vollem Umfang eingehalten. In jedem Jahr ist die umfassende Einhaltung der GRI-Kriterien im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Prüfung festgestellt und von PricewaterhouseCoopers nach dem internationalen Standard ISAE 3000 img bescheinigt worden. Weitere Informationen zur Nachhaltigkeit des Unternehmens sind in den jährlichen Nachhaltigkeitsberichten zu finden.

 

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

Auszeichnungen und Preise 2020:

  • Mitglied der FTSE4Good img Index Serie und Rating als Top 1 % Performer
  • Mitglied des CECE SRI img Index der Wiener Börse
  • ESG-Rating von ISS „B“ Prime und TOP3 Performer
  • Rating von MSCI: AA

Während des Berichtszeitraums haben wir uns zudem am Carbon Disclosure Project (CDP img) beteiligt und dafür ein „B“-Rating erhalten.

Klimaschutz bei Magyar Telekom

Magyar Telekom bleibt im sechsten Jahr in Folge klimaneutral
Auch im vergangenen Jahr blieb Magyar Telekom klimaneutral und setzte damit den Erfolg der vorangegangenen fünf Jahre fort. Damit überrundete Magyar Telekom in dieser Hinsicht die größten Telekommunikationsunternehmen der Welt. Dieser Erfolg basiert auf dem Einkauf von 100 Prozent erneuerbarer Energie mit Herkunftszertifikat für die ungarischen Tochtergesellschaften, der Verbesserung der Energieeffizienz sowie auf CO2-Kompensation und Energieeinsparungen. 2020 erwarben wir CO2-Zertifikate, mit denen 24 434 Tonnen CO2 kompensiert wurden.

Im vergangenen Jahr wurde unser wissenschaftsbasiertes Klimaziel („Science Based Target“) genehmigt und im Einklang mit den 1,5°C-Zielen des Weltklimarats IPCC aktualisiert.

Kommunales Solarenergieprojekt für Mitarbeiter*innen
Auch im letzten Jahr arbeiteten wir weiter an unserem kommunalen Solarenergieprojekt. Unsere Beschäftigten konnten Solarpanele mieten, die dann auf den Dächern unserer Ausbildungseinrichtungen installiert wurden. Als Dank für ihren Einsatz und Beitrag zu unseren Klimaschutzmaßnahmen erhielten sie Vergünstigungen, wie z. B. einen zusätzlichen Urlaubstag.

Green 1 GB
Unseren Kund*innen, die den Kampf gegen den Klimawandel für genauso wichtig halten wie wir, ermöglichen wir es seit 2019, einen klimafreundlichen Service zu wählen. Es ist die weltweit einzigartige „ExtraNet Green 1 GB“-Option. Entschließt sich ein Kunde oder eine Kundin für diese Daten-Zubuchoption, gewährleisten wir, dass wir genau die Energiemenge, die für die Übermittlung der Kundendaten erforderlich ist, auf umweltfreundliche Weise mit unseren Solarkraftanlagen erzeugen. 5,3 Prozent derGB-Zubuchoptionen entfielen im vergangenen Jahr auf die „grüne“ Option.

 

We care for our planet
Um die schädlichen Umweltauswirkungen eines verschwenderischen Umgangs mit Ressourcen zu reduzieren, 

  • achten wir darauf, dass ungenutzte Geräte im Unternehmen einer Nutzung zugeführt werden, indem wir sie an Mitarbeiter*innen oder externe Partner verkaufen, vermieten oder spenden;
  • haben wir an weiteren Standorten die Abfalltrennung eingeführt;
  • verbessern wird die Effektivität technischer Einrichtungen durch das Upgrade bestehender Verträge, die regelmäßige Erneuerung von Sammelstellen und durch entsprechende Kommunikation.

Hauptziel des Unternehmens ist es, seine betrieblichen Abläufe mit einem Mindestmaß an Umweltbeeinflussung durchzuführen. Wir achten dabei besonders auf die Modernisierung, Reparatur und Wiederverwendung unserer Netztechnik. Die Wiederverwendungsrate für Endeinrichtungen bei den Kund*innen beträgt 52 Prozent.

Wir halten alle geltenden gesetzlichen Vorschriften ein und informieren unsere Kund*innen auf unseren Websites über die verschiedenen Möglichkeiten der Entsorgung von Altgeräten und verbrauchten Batterien. Das Volumen dieser Abfälle war rückläufig, obwohl wir Kund*innen die Möglichkeit geben, zurückgenommene Altgeräte auszutauschen und einen Preisnachlass für neue Geräte zu erhalten.

Wie verkaufen ausschließlich Produkte, die von der Europäischen Union als energieeffizient zertifiziert sind. Sie erfüllen auch die Umweltstandards gemäß geltendem ungarischem Recht. Herstellererklärungen mit detaillierten Angaben zu Nutzungsdauer, Wiederverwendung, Recycling, verwendeten Materialien und Reparaturmöglichkeiten sind in allen unseren Geschäften erhältlich. Alle von uns erworbenen Netzeinrichtungen müssen unsere hohen Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllen.

Förderung digitaler Inklusion

Förderung digitaler Inklusion
Wir wollen maßgeblich an der Bildung der Gesellschaft und unserer Kund*innen beteiligt sein. Unser Ziel ist es, bis zum Ende des laufenden Strategiezeitraums eine Million Menschen in Ungarn direkt oder indirekt mit unseren Schulungsprogrammen zu erreichen. Die Schulungskurse in den Bereichen Digitalisierung und Verantwortung werden sich in erster Linie drei Aspekten widmen: dem Abbau der digitalen Kluft, der Unternehmensnachfolge in der Branche und sensibilisierenden Edutainment-/Inspitainment-Aktivitäten. Wir haben unser Ziel übertroffen und im Zeitraum von 2016 bis 2020 mit unseren Bildungsprogrammen über zwei Millionen Menschen in Ungarn erreicht.

Werde IT-Expert*in
Auf dem ungarischen Arbeitsmarkt fehlen derzeit mehr als 10 000 IT-Fachleute. Der Konzern Magyar Telekom versucht diese Lücke durch das Berufsorientierungsprogramm „Werde IT-Expert*in“ zu schließen. Ziel des Programms ist es, mit Klischeevorstellungen aufzuräumen und eine Karriere im IT-Bereich attraktiver zu machen. Telekom-Mitarbeiter*innen übernehmen ehrenamtlich die Aufgabe, Schüler*innen aller Altersklassen die beruflichen Möglichkeiten im IT-Bereich vorzustellen. Bisher haben von 2016 bis 2020 über 30 000 Schüler*innen an diesem Programm teilgenommen. Das Unterrichtsmaterial führt Grundschulkinder spielerisch an das Thema heran und soll in Kürze zur Verfügung stehen. Langfristig verfolgt das Programm den Ansatz, einen gesellschaftlichen Dialog über IT-Berufe anzustoßen und andere IT-Unternehmen in die Initiative einzubeziehen.

Gen NOW – inklusive Großeltern!
Magyar Telekom führte im letzten Jahr ein neues, speziell für ältere Mitbürger*innen konzipiertes Programm ein, bei dem ihnen von jungen Menschen digitale Kenntnisse vermittelt werden. Wir möchten es allen Mitbürger*innen ungeachtet ihres Alters ermöglichen, sich die Vorteile der Digitalisierung zu erschließen, nicht nur indem wir Zugang bereitstellen, sondern auch durch Förderung ihrer digitalen Kompetenzen.

Im Rahmen einer von Magyar Telekom durchgeführten repräsentativen Studie wurden die spezifischen Bedürfnisse von älteren Menschen ermittelt, die an Neuentwicklungen interessiert sind. Viele der Befragten hatten bereits einige digitale Kenntnisse: Von den über 65-Jährigen nutzten 53 Prozent das Internet regelmäßig und 35 Prozent täglich. Senior*innen sind dort hauptsächlich an Nachrichten interessiert (74 Prozent) und schreiben E-Mails (67 Prozent), während 26 Prozent soziale Medien nutzen und 14 Prozent auch online einkaufen.

Die Mehrheit der Befragten war der Auffassung, dass das Leben ohne Internetkenntnisse schwieriger ist: 55 Prozent stimmten dieser Aussage uneingeschränkt zu, 28 Prozent teilweise. Nur 6 Prozent der Befragten jedoch verfügten über ausreichende Internet-Kenntnisse. Diejenigen, die das Internet nicht nutzen, würden gern mehr darüber erfahren, gaben aber an, dafür Hilfe zu benötigen, die sie wiederum gern von jungen Menschen annehmen würden. So wären 38 Prozent der Befragten, die das Internet nicht nutzen, gewillt, Hilfe von Teenagern anzunehmen, und sogar unter den über 80-Jährigen zeigten sich 40 Prozent unserer Initiative gegenüber offen.

Ältere Menschen dürfen sich die Vorteile der digitalen Welt nicht entgehen lassen und wir sind uns bewusst, dass sie dafür Hilfestellung benötigen. Dabei liegt es auf der Hand, dass diese Hilfe von denjenigen kommt, die sich besonders sicher und kompetent im digitalen Umfeld bewegen: von Teenagern. Wir haben ein Programm für die Zusammenarbeit mit Schulen entwickelt, bei dem Schüler*innen die Möglichkeit erhalten, digitale Schulungskurse für ältere Mitmenschen zu unterrichten. In diesen Kursen machen sie die Senior*innen mit digitalen Lösungen vertraut, die diesen im Alltagsleben helfen können. Bei der Initiative „Gen NOW – inklusive Großeltern!“ kommen sich nicht nur die beiden Generationen näher, sondern sie bietet den Schüler*innen auch eine weitere Gelegenheit für das ehrenamtliche Engagement. Sie ist nicht übermäßig anspruchsvoll, aber doch von erheblichem gesellschaftlichen Wert und vermittelt den Schüler*innen ein echtes Erfolgserlebnis. Die jungen Teilnehmer*innen können außerdem selbst viel dazulernen, denn Kooperation ist ein entscheidender Faktor in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und trägt zur Förderung ihrer eigenen Kompetenzen bei, darunter kritisches Denken, Lösung komplexer Probleme, Kreativität und Kommunikation. Wir unterstützen die Schüler*innen durch Bereitstellung eines detaillierten Lehrplans und das Angebot von Online-Vorbereitungskursen. Die Senior*innen können mithilfe eines Quiz herausfinden, welche Lerninhalte für sie am wichtigsten sind.

Im letzten Jahr wurde das Programm aufgrund der Corona-Pandemie modifiziert. Wir führten die Schulungskurse online durch, um die Abstandsregeln einzuhalten und unsere älteren Mitbürger*innen zu schützen. Wir stellten innovative Lösungen für Live-Videochats über Viber, Messenger und Zoom bereit, sodass die Senior*innen Fragen stellen und die Schüler*innen ihr Wissen weitergeben konnten. Die Schüler*innen entwickelten darüber hinaus eingängige Online- und E-Learning-Materialien, die sie den Senior*innen über Online-Kanäle zur Verfügung stellten. 54 kurze Videos sowie bebilderte Leitfäden zu acht verschiedenen Themen wurden auf der Website des Programms veröffentlicht, um der Isolation entgegenzuwirken, unter der so viele ältere Mitbürger*innen während des Lockdowns litten. Das Programm „Gen NOW – inklusive Großeltern!“ ging landesweit am 6. November 2019 an den Start. Mittlerweile nehmen mehrere Schulen und Ruheständler*innen in 16 Städten teil. Dank der Einführung eines Online-Schulungsangebots haben jetzt noch mehr Menschen die Möglichkeit ortsunabhängig an der Initiative teilzunehmen. Im letzten Jahr waren 730 Schüler*innen an Vorträgen und der Erstellung von E-Learning-Materialien beteiligt, und das Programm erreichte 4 900 Senior*innen.

Silber-Generation
Die COVID-19-Pandemie stellt eine besondere Gefahr für die ältere Generation dar. Daher beschlossen wir im letzten Jahr keine Präsenzveranstaltung für die „Silber-Generation“ der pensionierten Kolleg*innen von Magyar Telekom, T-Systems Hungary und deren Vorgängerorganisationen durchzuführen.

Das Unternehmen blieb aber trotzdem mit knapp 400 Mitgliedern der Gruppe online in Verbindung. Über 4 500 Personen der Silber-Generation nahmen im vergangenen Jahr an dem Programm „Gen NOW – inklusive Großeltern!“ teil.

Ehrenamtliches Engagement
Als verantwortungsbewusstes Großunternehmen, das Tausende von Mitarbeiter*innen beschäftigt, begrüßt und fördert Magyar Telekom deren ehrenamtliches Engagement. Der freiwillige Einsatz für wohltätige Zwecke ist uns wichtig, weil wir der Auffassung sind, dass dieses Engagement entscheidend zum Aufbau eines starken Gemeinschaftsgefühls beiträgt.

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie haben fast 6 000 Telekom-Mitarbeiter*innen in den letzten fünf Jahren insgesamt 46 202 Stunden mit ehrenamtlicher Arbeit verbracht.

Im vergangenen Jahr war es pandemiebedingt schwierig, viele der bisherigen ehrenamtlichen Initiativen fortzuführen, die eine persönliche Teilnahme erforderten. Trotzdem gelang es 222 Kolleg*innen, 3 270 Stunden im ehrenamtlichen Einsatz zu verbringen.
 

Nachhaltigkeit durch Digitalisierung

In Zeiten des Coronavirus sind digitale Dienste nicht nur für die alltägliche Arbeit, sondern auch für die Lebensqualität und den Familienzusammenhalt bestimmende Faktoren geworden. Aus diesem Grund setzte Magyar Telekom im vergangenen Jahr die eigenen Tools ein, um Kund*innen so effektiv wie möglich bei der Bewältigung der veränderten Umstände zu helfen.

Privat- und Geschäftskunden des Unternehmens erhielten zusätzliches Datenvolumen für berufliche und familiäre Zwecke, falls jemand aufgrund persönlicher Kontakte innerhalb der Familie nicht zur Arbeit kommen oder das Haus verlassen konnte.

Magyar Telekom verlängerte auch die für die aktuelle Pandemie geltenden Preisnachlässe:

  • Kostenlose Festnetzgespräche für ältere Mitbürger*innen im Mai 2020
  • Eintausend kostenlose Mobilfunkminuten für Allgemeinärzt*innen im Mai 2020
  • Neue Datenoptionen zu vergünstigten Preisen
  • 10 GB + 10 GB zusätzliche kostenlose Daten zu Beginn der Pandemie
  • Unterstützung der digitalen Bildung, da der Besuch mehrerer Schulungs-Websites nicht zu einer Reduzierung des in den meisten der mobilen Internettarifen von Magyar Telekom enthaltenen Datenvolumens führt
  • Schüler*innen in der Sekundarstufe und ihre Familien konnten 2 Monate lang (November bis Dezember 2020) kostenlose Festnetz-Internetdienste in Anspruch nehmen. Finanziell benachteiligten Familien half das Unternehmen mit Spenden.

Magyar Telekom spendete Laptops und Tablets im Wert von 8,9 Millionen HUF an UNICEF. Zweck der Spende war die Unterstützung von bedürftigen Kindern, die aufgrund fehlender Ressourcen pandemiebedingt keinen Zugang zu digitaler Bildung haben.

T-Systems Hungary spendete der Stiftung für die Patient*innen, Ärzt*innen und Beschäftigten des Gemeinschaftshospitals St. István und St. LászlóMillionen HUF, um das Klinikum in Pest Süd zu unterstützen, das schwerkranke COVID-19-Patienten versorgt, und stellte darüber hinaus der Hilfsorganisation der ungarischen KirchenMillionen HUF für die Fortsetzung ihrer karitativen Tätigkeit während der Pandemie zur Verfügung.

Diversität und Inklusion

Im vergangenen Jahr arbeiteten wir weiter an der Umsetzung der Hauptziele unseres Plans für Diversity und Inklusion (D&I), der Anpassung entsprechender Prozesse, z. B. zur Mittelbereitstellung, und der Optimierung unserer Unternehmenskultur. Im vierten Gleichstellungsplan des Unternehmens sind die entsprechenden Leit- und Richtlinien sowie die vorgesehenden Maßnahmen für den Zeitraum 20162020 festgelegt. Der Bericht zu den Ergebnissen des Plans wurden vom zentralen Betriebsrat Ende letzten Jahres angenommen.

Die wichtigsten Resultate und Entwicklungen 2020:

Lohngleichstellung
Als verantwortungsvolles Unternehmen sind wir uns des geschlechtsspezifischen Lohngefälles in der Gesellschaft bewusst und sind entschlossen, dessen Ursachen aus unserem eigenen Geschäftskontext zu beseitigen. Nachdem wir im Juli 2020 eine entsprechende umfassende Analyse durchgeführt hatten, legten wir einen Maßnahmenplan für die Geschlechtergleichstellung vor, um mögliche Benachteiligungen z. B. aufgrund von Mutterschaft und berufliche Aufstiegsbarrieren für Frauen zu reduzieren.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Förderung einer diversen Unternehmenskultur mit messbaren Geschäftsvorteilen verbunden ist. Im Mai letzten Jahres erreichten wir zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte einen Frauenanteil von 50 Prozent in unserer Top-Geschäftsführung. Unser Ziel, 30 Prozent aller Führungspositionen mit Frauen zu besetzen, haben wir allerdings noch nicht erreicht, und wir werden weiterhin mit Nachdruck an dessen Umsetzung arbeiten. Im September 2020 führten wir eine Regelung ein, derzufolge für alle Führungspositionen mindestens zwei qualifizierte Kandidatinnen in die engere Auswahl kommen müssen. 

Neue Elternzeitregelung und Hilfe beim Wiedereinstieg
Ein wichtiger Schritt zur Bindung unserer Mitarbeiterinnen bestand in der Entwicklung eines neuen Elternzeit- und Wiedereinstiegsprozesses. Dieser Prozess sieht Hilfestellung bei der Vorbereitung auf die Elternzeit sowie Möglichkeiten der Kontaktpflege während der Abwesenheit und einen Wiedereinstiegsplan vor. Mitarbeiter*innen erhalten einen Leitfaden, der sie schrittweise durch die Abläufe begleitet und Informationen über Leistungsansprüche für sie und ihre Familien sowie über den offiziellen Vorbereitungsprozess auf die Elternzeit bereitstellt. Auf diese Weise können Elternzeit und der Wiedereinstieg in das Berufsleben gezielt geplant werden.

Wir haben diese verschiedenen Hilfsmittel zusammengestellt, weil eine mehrjährige Abwesenheit vom Arbeitsplatz die Rückkehr in den Beruf sehr erschweren kann. Ein weiterer Vorteil dieses Programms besteht darin, dass unsere Mitarbeiter*innen während der gesamten Elternzeit Zugang zu den Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen des Unternehmens behalten.

E-Learning img zum Thema unbewusste Voreingenommenheit (Unconcious Bias)
Im Zuge der Optimierung unserer Unternehmenskultur machten wir einen entscheidenden Schritt nach vorn, als wir erkannten, dass unsere Entscheidungsprozesse täglich durch unbewusste Voreingenommenheit („Unconscious Bias“) beeinflusst werden und diese den Weg für unbeabsichtigte Diskriminierung am Arbeitsplatz bahnt. Auf der Suche nach dem besten Unterrichtsmaterial für unsere Mitarbeiter*innen stellten wir fest, dass englischsprachige Quellen und E-Learningmaterialien für unsere ungarischen Beschäftigten nicht zielführend waren. Sie konnten sich mit den beschriebenen Arbeitsplatzsituationen nicht identifizieren und empfanden die Beispiele aus dem internationalen Bereich als zu weit hergeholt.

Wir beschlossen daher, unser eigenes Trainingsmodul zum Thema Unconscious Bias zu entwickeln und an den kulturellen und wirtschaftlichen Kontext Ungarns anzupassen. Das Ergebnis war das erste E-Learning-Material zu diesem Thema in ungarischer Sprache und ein entsprechender Pflichtkurs für alle Beschäftigten von Magyar Telekom. Das Material wurde auch in unsere Programme für das Onboarding und die Entwicklung von Führungskompetenzen aufgenommen. Der Kurs wird jetzt als ein ungarisches Open Source E-Learning-Modul zum Thema Unconscious Bias veröffentlicht und kann von allen ungarischen Unternehmen, die ähnliche Ziele verfolgen, kostenlos heruntergeladen und genutzt werden. Expert*innen von Magyar Telekom unterstützten ungarische Unternehmen bei der Integration dieses Lösungsansatzes in ihre regulären Geschäftspraktiken.

Ein sicherer Ort für alle
Am „World Diversity Day“, dem weltweiten Tag der Vielfalt, haben wir unsere Intranet-Site Diversity@Telekom gestartet, eine umfassende Informationsplattform, die für Mitarbeiter*innen jeglicher Herkunft und Orientierung Hilfestellung leisten soll. Unser Ziel war es, einen geschützten Raum für alle einzurichten, in dem man sich sicher über ein breites Spektrum an Themen austauschen kann, von der Integration der Roma über Barrierefreiheit am Arbeitsplatz bis hin zum Kundenservice. Wir unterstützen auch LGBTI img*-Personen mit ausführlichem Informationsmaterial über Leistungsansprüche für Regenbogenfamilien, Unterstützung während der Transition, Whistleblowing und Selbsthilfegruppen. Parallel zum Budapester Pride Festival 2020 rief Magyar Telekom die LGBTQ+-Community des Unternehmens ins Leben und hielt ihre erste Veranstaltung online ab. Während des Festivals bot die Telekom-Videothek eine Auswahl themenspezifischer Filme an.

Gesundheit und Sicherheit während der COVID-19-Pandemie
Seit Ausbruch der ersten Pandemiewelle arbeiten rund 80 Prozent unserer Mitarbeiter*innen ausschließlich im Homeoffice. Kolleg*innen, denen dies aufgrund ihrer Tätigkeiten in Bereichen wie Netzwerkeinrichtung, Störungsbehebung oder Kundendienst nicht möglich war, wurden von uns technisch so ausgestattet, dass sie ihre Aufgaben unterbrechungsfrei und unter Einhaltung aller staatlichen Gesundheits- und Sicherheitsauflagen erledigen konnten.

Berufstätige Mitarbeiter*innen mit Kindern von unter 14 Jahren, die keine geeignete Betreuung organisieren konnten, nachdem die Schulen geschlossen hatten, erhielten zusätzliche Freistellungszeiten. Wir beschleunigten auch die Bereitstellung von Notfallhilfen sowie die Bearbeitung von Anträgen auf Gehaltsvorschusszahlungen. Anfang April 2020 übernahm Geschäftsführer Tibor Rékasi aufgrund einer Initiative und mithilfe von finanziellen Beiträgen der Führungsriege des Unternehmens persönliche Verantwortung und finanzierte die Magenta Alliance Foundation zur Unterstützung von Mitarbeiter*innen, die aufgrund der Corona-Krise vor großen finanziellen Problemen stehen. Die Stiftung nimmt Anträge und Spenden von allen Mitarbeiter*innen bei Magyar Telekom und T-Systems entgegen. Bis Ende 2020 waren Mitarbeiterspenden in Höhe von 5,7 Millionen HUF eingegangen.