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Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.
  • Corporate Responsibility Bericht 2020

Werden alle satt?

Wir werden immer mehr: Bis 2050 soll die Weltbevölkerung auf etwa 10 Milliarden Menschen anwachsen. Damit steigt auch der Bedarf an Lebensmitteln – denn alle sollen satt werden. Aber die natürlichen Ressourcen wie Wasser sind begrenzt, wertvolles Ackerland geht durch Bebauungen verloren – allein in Deutschland sind das jeden Tag um die 73 Hektar. Monokulturen und der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln belasten die Böden. Und die Landwirtschaft trägt weltweit nicht nur mit etwa 23 Prozent der globalen CO2-Emissionen zum Klimawandel bei, sie ist auch besonders stark von dessen Auswirkungen betroffen: Wetterextreme wie Dürren oder Starkregen nehmen zu und führen zu Ernteausfällen – Ressourcen und Nahrungsmittel gehen verloren. Die entscheidende Frage also lautet: Wie können wir die Ernährung so vieler Menschen sicherstellen und gleichzeitig die Umwelt schonen?

90%

der weltweiten Landflächen könnten laut Weltagrarbericht bis 2050 unfruchtbar sein – wenn wir so weitermachen wie bisher.


digital und nachhaltig

Sustainable development goals

Eine nachhaltige Landwirtschaft hat positiven Einfluss auf alle 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen , insbesondere auf die folgenden: 2, 6, 8, 12, 13, 15.

Digital und nachhaltig

Die Antwort auf die Frage lautet: durch eine nachhaltigere Landwirtschaft. Umweltbelastungen können durch einen gezielteren Einsatz von Dünger und Pestiziden verringert, Ressourcen wie Wasser sparsamer genutzt, Felder effizienter bewirtschaftet und Arbeitsprozesse erleichtert werden. Digitale und vernetzte Technologien können hierbei wichtige Hilfsmittel sein. Schon heute gibt es gute Beispiele für eine intelligente, nachhaltigere Landwirtschaft. Und wir stehen erst am Anfang: Mit dem 5G-Ausbau werden künftig noch viele weitere innovative Anwendungen möglich – denn durch 5G können große Datenmengen in Echtzeit übertragen werden. Selbstfahrende Maschinen können so beispielsweise aus der Ferne überwacht werden.

Mähdrescher

Der vernetzte Acker

Selbstfahrende Landmaschinen säen, düngen oder pflügen mithilfe von Satellitennavigation zentimetergenau und vermeiden so mehrfache Überfahrten. Mit unserem hochpräzisen Ortungs- und Navigationssystem (Precise Positioning) kann dafür die Position von Fahrzeugen und Maschinen nahezu exakt berechnet werden. Sensoren erkennen, wann Felder bewässert werden müssen – und intelligente Software-Lösungen passen die Wassermenge automatisch an die Bodenverhältnisse und die Wetteraussichten der kommenden Tage an. Drohnen überwachen Felder aus der Luft und erkennen, wo der gezielte Einsatz von Pestiziden sinnvoll ist und wo nicht– damit nicht das ganze Feld behandelt werden muss. Landwirt*innen können per App immer und überall erkennen, wie es ihren Tieren gerade geht, und sie stets optimal versorgen. Das Ergebnis sind höhere Erträge und gleichzeitig eine geringere Umweltbelastung. Und nicht nur das: Vereinfachte Arbeitsabläufe sparen zudem Zeit und Kosten und tragen so dazu bei, die Existenzgrundlage der Höfe zu sichern.

Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG

Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG

Anführungsstriche

Der digitalste Bauer hat die dicksten Kartoffeln! Die Landwirtschaft digitalisiert sich wie alle anderen Industrien auch. […] Die Telekom ist beim sogenannten Smart Farming Partner für viele landwirtschaftliche Unternehmen, beispielsweise beim Pilotprojekt mit der digitalen Kartoffel „nPotato“.


Kartoffeln

Digitaler Erntehelfer

Aus dem Projekt „Smart Farming Welt“ ist auch die „nPotato“ entstanden – eine Art digitale, mit Sensoren ausgestattete Kartoffel. Die nPotato kann in Echtzeit Stoß- und Rotationsbewegungen aufzeichnen und Nachrichten dazu an den Landwirt senden. So kann er zum Beispiel die Fahrweise des Erntefahrzeugs optimieren, um Beschädigungen an den geernteten Kartoffeln zu verhindern.

Ohne Daten läuft nichts

Werden landwirtschaftliche Maschinen miteinander vernetzt, können sie untereinander Daten austauschen – beispielsweise Informationen zum Wetter, zur Bodenbeschaffenheit oder zum Zustand der Pflanzen. Damit auch Geräte unterschiedlicher Hersteller verbunden werden können, haben wir gemeinsam mit Landmaschinenherstellern im Projekt „Smart Farming Welt“ die dazu notwendige technologische Basis entwickelt. Dies ermöglicht unter anderem auch die optimale Steuerung von Erntemaschinen, den zielgenauen Einsatz von Pestiziden oder Ferndiagnosen bei Störmeldungen.

Immer in der Spur

In Deutschland bewirtschaftete jede*r Landwirt*in im Jahr 2019 durchschnittlich 62,5 Hektar Land – das entspricht etwa 87 Fußballfeldern! Um die Bewirtschaftung dieser großen Flächen zu erleichtern, hat die Telekom ein hochpräzises Ortungs- und Navigationssystem (Precise Positioning) entwickelt. Damit lässt sich die Position von Fahrzeugen und Maschinen auch über Bundesländergrenzen hinweg nahezu exakt berechnen. Auf diese Weise löst die Technologie ein bisheriges Problem: Abhängig vom Empfang konnte es in Randgebieten zwischen den Bundesländern zu einem Versatz bei der Positionsbestimmung kommen. So ausgestattet können sich die Fahrzeuge und Maschinen dank Satellitennavigation und automatischen Lenksystemen präzise auf dem Feld bewegen. Eine kostspielige Infrastruktur ist für die Nutzung des Systems nicht nötig: Die Telekom bietet die Technologie per Mobilfunk an. Das senkt die Kosten und damit die Hürde für die Anschaffung.


Präzise wie nie zuvor

Bei bisherigen Ortungstechnologien lag der Fehlerradius bei etwa fünf Metern. Beim Precise Positioning hingegen ist exaktes Navigieren mit einer Genauigkeit von bis zu zehn Zentimetern möglich.

Der neue Trend: Smart Gardening

Auch zu Hause im eigenen Garten fällt Arbeit an – die macht nicht immer Spaß und kostet Zeit. Smart Gardening ist sozusagen die „Hobby“-Variante von Smart Farming für zu Hause. Seit 2019 sind intelligente Gartengeräte von Gardena in die Smart-Home-Systeme der Telekom integriert. Darüber lassen sich beispielsweise der smarte Mähroboter oder die automatische Bewässerungsanlage steuern. Das spart Ressourcen und Zeit.

Gemüse aus dem Wohnzimmer

Im Wohnzimmer Salate, Gemüse und Chilis anbauen? Das von der Telekom unterstützte Start-up BerlinGreen macht es möglich. Es hat einen intelligenten Mini-Garten für zu Hause entwickelt, der garantiert in jede Wohnung passt – die sogenannte GreenBox. Diese Box versorgt die Pflanzen je nach Bedürfnis mit Nährstoffen, Licht und Wasser. Integrierte Sensoren melden via App, ob die Raumtemperatur optimal ist, wann das Wasser nachgefüllt werden muss und ob Salate und Co. erntereif sind. Der Anbau im eigenen Zuhause macht Spaß – und was zu Hause geerntet wird, ist frisch und muss nicht lange transportiert werden. Der intelligente Mini-Garten kann problemlos in das Smart-Home-System der Telekom integriert und darüber gesteuert werden.


Schutzbekleidung

Wenn die Kleidung zum Lebensretter wird

Große Maschinen, gefährliche Geräte: In der Land- und Forstwirtschaft ist das Potenzial für Unfälle groß. Wenn das Unglück in entlegenen Anbaugebieten oder im Wald passiert, kann smarte Kleidung helfen, die verunglückte Person zu lokalisieren – und Leben zu retten.

Wie smart kann die Zukunft sein?

Die Potenziale für den Einsatz smarter Technologien in der Landwirtschaft sind groß. Aber auch in angrenzenden Bereichen können wir davon profitieren. Zum Beispiel bei der Lebensmittelrückverfolgung: Immer mehr Verbraucher*innen möchten wissen, wo das Fleisch auf ihrem Teller herkommt, wie die Tiere gehalten und transportiert wurden, ob das Gemüse mit Pestiziden behandelt wurde oder der Kaffee sozialverträglich angebaut wurde. Hier könnten smarte Lösungen in Zukunft für mehr Transparenz sorgen. Die App „Thank My Farmer“ kann bereits ermitteln, woher der morgendliche Kaffee stammt. Ganz schön smart, oder?