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Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.

Unser Ansatz für Nachhaltigkeit im Einkauf

Unser Beitrag zu den SDG

Unsere konzernweite nachhaltige Einkaufsstrategie umfasst den gesamten Beschaffungsprozess. Die Strategie wird mithilfe interner und externer Leistungskennzahlen und Managementinstrumente umgesetzt.

  • Die Verantwortung für Nachhaltigkeit im Einkauf ist sowohl im Vorstandsbereich Finanzen als auch im Vorstandsbereich Personal und Recht verankert.
  • Unsere Nachhaltigkeitskriterien werden im gesamten Beschaffungsprozess berücksichtigt und im Rahmen der Lieferantenauswahl bei Ausschreibungen mit 10 Prozent gewichtet.
  • Bei signifikanter Missachtung unserer Anforderungen starten wir einen Eskalationsprozess
  • Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schulen wir konzernweit über ein E-Learning-Tool; zusätzlich gibt die Global Procurement Policy einen Überblick darüber, welche CR-Kriterien an welcher Stelle des Beschaffungsprozesses zu berücksichtigen sind.
  • Geschäftspartner und Lieferanten entwickeln wir im Rahmen von spezifischen Workshops und über unser Lieferantenentwicklungsprogramm weiter.
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Unser Verhaltenskodex für Lieferanten* (Supplier Code of Conduct) ist Bestandteil unserer allgemeinen Einkaufsbedingungen und muss damit von unseren Lieferanten anerkannt werden. In dem Kodex sind ethische, soziale und ökologische Grundsätze sowie grundsätzliche Menschenrechte festgeschrieben.

Mit dem Lieferantenkodex bekennen wir uns zu den Leitlinien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie dem Global Compact der Vereinten Nationen.

Außerdem sind für unsere Lieferanten folgende Richtlinien bindend: Konzernrichtlinie zur Vermeidung von Korruption, Statement on Extractives und die Liste verbotener Stoffe. Bei unseren strategischen Lieferanten mit erhöhtem CR-Risiko lassen wir die Einhaltung des Lieferantenkodex regelmäßig vor Ort von externen Auditierungsfirmen prüfen.

Verankerung im Unternehmen

  • Wir leiten unsere Strategie zur Nachhaltigkeit im Einkauf aus unserer CR-Strategie ab; sie ist konzernweit in den Einkaufsprozessen verankert. Die Verantwortung für die Umsetzung von Nachhaltigkeit im Einkauf tragen die Leiter des CR- und des Einkaufsbereichs gemeinsam. Sie berichten an den Vorstand Personal und Recht beziehungsweise Finanzen. Ein Eskalationsprozess sieht in gravierenden Fällen Entscheidungen auf Vorstandsebene vor.
  • Die Arbeitsgruppe „Nachhaltiger Einkauf“ unterstützt die internationalen Einkaufsbereiche dabei, die Nachhaltigkeitsanforderungen umzusetzen. Fixiert sind unsere Nachhaltigkeitsprinzipien für den Einkauf in der Konzernrichtlinie „Global Procurement Policy“; die dazugehörigen „Procurement Practices“ liefern konkrete Handlungsanweisungen für den Einkauf in Deutschland und gelten als Empfehlung für die Landesgesellschaften.

* Seit Mitte 2018 setzen wir unseren „Lieferantenfragebogen zur Nachhaltigkeit“ in der Präqualifizierung nicht mehr ein. Stattdessen fordern wir nun von allen Zulieferern ein Bekenntnis zu unserem umfassenderen Verhaltenskodex für Lieferanten (SCoC).

Compliance bei unseren Lieferanten

Auch für unsere Lieferanten haben wir einen Lieferantenkodex aufgesetzt. Mit ihm verpflichten wir sie auf die Grundsätze und Werte, die wir in unserem Code of Conduct und in der Grundsatzerklärung „Menschenrechtskodex & Soziale Grundsätze“ niedergelegt haben. Wir erwarten zudem von unseren Lieferanten, dass sie dieselben Anforderungen auch an ihre Subunternehmer stellen. Zudem müssen sich die Lieferanten der Telekom verpflichten, alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um aktive und passive Korruption zu verhindern.

Der Verhaltenskodex für Lieferanten ist Bestandteil unserer allgemeinen Einkaufsbedingungen. Er ersetzt selbstverständlich nicht die Gesetze und Vorschriften, die in jenen Ländern gelten, in denen unsere Lieferanten tätig sind. Vielmehr soll er deren Einhaltung fördern und gewährleisten, dass sie gewissenhaft und wirksam durchgesetzt werden. Seit 2014 bieten wir eine Online-Compliance-Schulung für unsere Lieferanten an.

Geschäftspartner wählen wir Compliance-konform aus und führen hierzu risikoorientierte Prüfungen (Compliance Business Assessments) durch. Neben Kunden und Lieferanten betrifft dies auch Berater (Consultant Policy), Vertriebsmittler und Entwicklungs- sowie Joint-Venture-Partner.
 

ESG KPI „Nachhaltiger Einkauf“ KPI

Der ESG KPI img „Nachhaltiger Einkauf“ blieb gegenüber dem Vorjahreswert auf einem stabilen Niveau. Der Anteil des risikogeprüften Einkaufsvolumens liegt derzeit bei knapp 81 %. Für unseren ESG KPI „Nachhaltiger Einkauf“ rechnen wir in den kommenden beiden Jahren mit einer Stabilisierung auf dem erreichten hohen Niveau. Unser Ziel ist es, bis 2020 eine Abdeckung von mindestens 80 % zu halten.

2020 werden wir einen etwas geänderten Ansatz zu der Erstellung der Kennzahlen des nachhaltigen Einkaufs verfolgen, um den aktuellen Anforderungen weiterhin gerecht zu werden.

Die Abdeckung unseres Bestellvolumens durch Nachhaltigkeitsaktivitäten messen wir mithilfe des ESG KPIs „Nachhaltiger Einkauf“; er misst den Anteil des Einkaufsvolumens von Lieferanten, bei denen innerhalb der Unternehmensgruppe eine oder mehrere Konzerngesellschaften auf die Einhaltung unserer Sozial- und Umweltstandards via Self Assessments und/oder Audits img überprüft wurden. Dies gilt auch, wenn Audits bei Vorlieferanten durchgeführt wurden. Seit 2018 wurde außerdem das Einkaufsvolumen von Lieferanten berücksichtigt, die den Verhaltenskodex für Lieferanten akzeptiert haben. Für unseren ESG KPI „Nachhaltiger Einkauf“ rechnen wir in den kommenden Jahren mit konstant bleibenden Werten.

 

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

Mit der Angabe des ESG KPI img "Nachhaltiger Einkauf" in Verbindung mit den Informationen zu unserer strategischen Ausrichtung werden die GRI-Indikatoren GRI 412-1 (Prüfung) und GRI 414-1 (Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Menschenrechten) vollständig abgedeckt. Mit der Angabe decken wir die EFFAS-Kennzahl V28-04 (Supply Chain) ab. Sie ist weiterhin relevant für die Kriterien 1 (Chancen und Risiken), 3 (Nachhaltigkeitsziele), 4 (Wertschöpfungskette), 6 (Regeln und Prozesse) und 7 (Leistungsindikatoren) sowie 17 (Menschenrechte) des Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Sie dient außerdem unserer Berichterstattung im Sinne der Global Compact-Prinzipien 1 (Respektierung der Menschenrechte), 2 (keine Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen) und 5 (Abschaffung von Kinderarbeit).

ESG KPI „CR-qualified TOP 200 suppliers“ KPI

Der ESG KPI img „CR-qualifizierte TOP-200-Lieferanten“ ist eine interne Steuerungskennzahl, die den ESG KPI „Nachhaltiger Einkauf“ ergänzt. Während der ESG KPI „Nachhaltiger Einkauf“ den Anteil des Einkaufsvolumens ausweist, der auf der Grundlage von Nachhaltigkeitskriterien geprüft wird, reflektiert der KPI „CR-qualifizierte TOP-200-Lieferanten“ den Anteil an Lieferanten aus dem Top-200-Lieferantenpool. Diese werden gemäß Nachhaltigkeitskriterien im Rahmen von Selbstauskunft, Audits img, Nachhaltigkeits-Workshops für Lieferanten und Lieferantenentwicklungsprogrammen geprüft. Der Anteil der CR-qualifizierten Lieferanten aus dem Top-200-Pool belief sich 2019 auf 87 Prozent. Damit wurde unser Ziel, bis 2020 75 Prozent unserer emissionsintensiven Lieferanten abzudecken, bereits übertroffen.

2020 werden wir einen etwas geänderten Ansatz zu der Erstellung der Kennzahlen des nachhaltigen Einkaufs verfolgen, um den aktuellen Anforderungen weiterhin gerecht zu werden.

Bewertung in Nachhaltigkeitsrankings

Jedes Jahr bewerten führende Ratingagenturen die Nachhaltigkeitsleistung von Großunternehmen. Im RobecoSAM img Corporate Sustainability Assessment 2019 erreichte die Deutsche Telekom in der Kategorie Lieferantenmanagement 83 von 100 Punkten. Damit gehören wir zu den führenden Unternehmen der ICT-Branche.

Lieferantenmanagement

Unser Beitrag zu den SDG

Alle Zulieferer müssen sich im Vorfeld einer Geschäftsbeziehung zunächst in unserem Lieferantenpool registrieren. Dabei erhalten die Lieferanten umfassende Informationen über die wesentlichen Prinzipien und Werte der Deutschen Telekom im Thema Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit.

Grundsätzlich nutzen wir einen dreistufigen Ansatz, um Risiken zu minimieren und unsere Lieferanten weiterzuentwickeln.

Im Vorfeld der Lieferantenbewertung teilen wir unsere Warengruppen risiko- und chancenbasiert in kritische und unkritische Warengruppen ein (Klassifizierung):

  • Risiko-Warengruppen 2019: 6 208 Lieferanten (20,6 % des Einkaufsvolumens)
  • Nicht-Risiko-Warengruppen 2019: 32 365 Lieferanten (79,4 % des Einkaufsvolumens)

Die Klassifizierung führen wir auf Basis von Chancen- und Risikoanalysen durch. Dabei berücksichtigen wir ein breites Spektrum an Nachhaltigkeitsaspekten und -risiken, etwa das Risiko für Zwangs- oder Kinderarbeit oder Umweltverschmutzung, aber auch Chancen wie etwa Einsparpotenziale beim Energieverbrauch.

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Stufe 1:

  • Alle Lieferanten (kritische und unkritische Warengruppen) werden aufgefordert, unseren Verhaltenskodex für Lieferanten zu akzeptieren.

Stufe 2:

  • Bei ausgewählten Lieferanten, die in kritischen Warengruppen agieren, werden dezidierte Nachhaltigkeitsbewertungen und Überprüfungen durchgeführt – beispielsweise durch EcoVadis, Rep Risk, Social Audits und mobile Umfragen. Die Maßnahmen sowie die Anzahl der teilnehmenden Lieferanten finden Sie hier.
  • Die Entscheidung, wann welches Instrument zum Einsatz kommt, erfolgt individuell und ist unter anderem von der Nachhaltigkeitsperformance und Risikoklassifizierung der Lieferanten abhängig.
  • Durchführung unseres Risikomonitorings

Stufe 3:

Die Optimierung der Nachhaltigkeitsperformance unserer Lieferanten geschieht über unser Entwicklungsprogramm für Lieferanten (in enger Kooperation mit ausgewählten Lieferanten), die JAC Academy oder regelmäßige Workshops.

Beispielhafte Themen der Workshops sind:

  • Emissionsmanagement
  • Vermeidung gefährlicher Stoffe und Nutzung alternativer Materialien in Produkten
  • Verlängerung der Lebensdauer
  • Reduzierung von Elektroschrott und Rücknahmeprogramme
  • Design für mehr Nachhaltigkeit und Innovation

2018 haben wir einen großen Meilenstein erreicht: Seitdem wird das Lieferantenentwicklungsprogramm vom ICT-Verband „GeSi“ unter dem Namen „Sustainable Development Program“ branchenweit fortgeführt. Der Vorteil: Es wird nun auch von anderen Unternehmen und ihren Lieferanten genutzt. So wird nicht nur unsere eigene Lieferkette nachhaltiger.

Eskalationsprozess

Bei signifikanter Missachtung der in unserem Lieferantenkodex festgelegten Anforderungen starten wir einen Eskalationsprozess img.

Der Eskalationsprozess kommt zum Tragen, wenn ein Lieferant sich weigert, unsere Nachhaltigkeitsanforderungen umfänglich und zufriedenstellend zu bedienen. Der Prozess läuft unter der primären Verantwortung der Einkaufsorganisation, wobei der GCR-Bereich hier stets beratend und unterstützend zur Seite steht. Sollten die im Laufe des Eskalationsprozesses img dezidierten Gespräche mit dem Lieferanten über verschiedene Instanzen hinweg nicht zum gewünschten Ergebnis führen, so geht das in letzter Instanz bis zum Vorstandsbereich. Dort wird dann final entschieden, wie mit dem Lieferanten weiter zu verfahren ist. Das kann im schlimmsten Fall zur Beendigung der Geschäftsbeziehung mit dem Lieferanten führen.

Sollte jemand entlang unserer Lieferkette Missstände bezüglich der Einhaltung von Gesetzen, internen Richtlinien und Verhaltensgrundsätzen feststellen, kann er diese auch anonym über unser “Tell me!“-Portal melden. Das Portal ist für alle unsere Stakeholder img öffentlich zugänglich.

Eskalationsprozess bei Verstössen gegen den Lieferantenkodex

Risikomonitoring

Im Jahr 2018 haben wir im Einkauf ein umfangreiches Risikomonitoring für Lieferanten etabliert. Dabei wird die existierende Lieferantenbasis einer erweiterten Risikoanalyse unterzogen. Der erste Schritt ist die Klassifizierung (Segmentierung) der Lieferanten, unter anderem auf Basis der folgenden Kriterien:

  • Einkaufsvolumen
  • Kritische Komponenten
  • Lieferantenabhängigkeit

Je nach Segmentierungsergebnis wird anschließend ein entsprechendes Risikomonitoring durchgeführt:

  • Einfaches Monitoring:
    Für alle Lieferanten wird im Rahmen einer kontinuierlichen Überprüfung ein Finanz-, CSR- und Compliance-Scoring (Punktebewertung) durchgeführt (durch eine externe Prüfgesellschaft).
  • Aktives Risikomonitoring:
    Die risikoreichsten Lieferanten werden zusätzlich mithilfe eines aktiven Risikomonitorings in Bezug auf weitere, global auftretende Risiken überwacht (z.B. Naturkatastrophen, politische Risiken).

Nachhaltigkeitsüberprüfungen von Lieferanten 2019 (ohne T-Mobile USA) KPI

2019 haben wir insgesamt 84 Vor-Ort-Bewertungen, sogenannte Social Audits img, über externe Auditierungsfirmen durchgeführt – 26 davon bei unseren direkten und 58 bei unseren indirekten Zulieferern. Dabei geben wir den Lieferanten im Vorfeld den ungefähren Zeitraum der Prüfung bekannt („semi-announced“). Dies ist notwendig, um die Anwesenheit relevanter Ansprechpartner bei der Überprüfung sicherzustellen. Zudem haben wir 2019 weitere 20 interne Audits über qualifizierte Lieferantenexperten durchführen lassen sowie zusätzlich 20 sogenannte mobile Umfragen vollzogen. Bei diesen mobilen Umfragen haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Lieferanten Gelegenheit, online anonyme Angaben zu der sozialen und ökologischen Situation in ihren Betrieben zu machen. Die Umfragen dienen in erster Linie dazu, einen ersten Eindruck über die Arbeitsbedingungen vor Ort zu gewinnen, um dann bei Bedarf weitere Maßnahmen wie beispielsweise dezidierte Vor-Ort-Überprüfungen (Social Audits img) einzuleiten.

  Anzahl Überprüfungen Anzahl Feststellungen Anzahl erledigte Feststellungen
Social Audits (durch externe Auditierungsfirmen) 84 567 165
Social Audits (intern) 20 309 98
Mobile Umfragen * 20 - -
EcoVadis img (20142019) 463 - -
CDP img Supply Chain ** 204 - -
Summe 791 - -

* Mobile Umfragen bei ausgesuchten Lieferanten als ergänzende, innovative Überprüfungsmethodik
** Das CDP Supply Chain Program wird bei direkten Lieferanten mit hoher Emissionsintensität angewendet.
 

Auditprozedere

Im Fokus unserer Auditaktivitäten stehen primär strategisch wichtige und/oder besonders risikobehaftete Lieferantengruppen. Dabei konzentrieren wir uns auf circa 250 unserer insgesamt rund 30 000 Lieferanten, die in einem Turnus von zwei bis drei Jahren regelmäßig auditiert werden sollen. Diese 250 Lieferanten decken bereits rund 80 Prozent unseres Einkaufsvolumens ab und verschaffen uns somit Transparenz über die Risiken in weiten Teilen unserer Lieferkette.

Die Mehrzahl der Audits img findet im Rahmen der Joint Audit Cooperation (JAC) statt. Dabei werden folgende Themenbereiche überprüft:

Die JAC Guidelines fordern von unseren Lieferanten unter anderem

  • dass sie einen fairen Lohn zahlen, der den Beschäftigten einen angemessenen Lebensstandard ermöglicht;
  • dass sie das Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen beachten sowie ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld bereitstellen und
  • dass sie eine wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden sowie maximal zwölf Überstunden pro Woche nicht überschreiten und mindestens einen freien Tag nach sechs aufeinanderfolgenden Arbeitstagen gewähren. 

Alle Anforderungen werden durch Vor-Ort-Audits regelmäßig geprüft. Dabei werden auch die Ausstattung und Qualität der Arbeits-, Schlaf- und Kantinenbereiche kontrolliert.

Die Telekom verpflichtet ihre Lieferanten nicht dazu, sich im Hinblick auf Umwelt- oder Sozialthemen extern zertifizieren zu lassen. Liegen keine Zertifikate in den Bereichen „Umwelt“ und „Social Accountability“ vor, erwarten wir jedoch, dass vergleichbare Managementsysteme genutzt werden. Die Erfahrung aus den Audits zeigt, dass die Mehrheit unserer relevanten produzierenden Lieferanten über ein externes Zertifikat oder vergleichbare Managementsysteme verfügt. 

Die Überprüfung der wesentlichen sozialen und ökologischen Aspekte sowie der grundsätzlichen Menschenrechte bei unseren Audits steht im Einklang mit international anerkannten Richtlinien und Standards, wie den ILO-Kernarbeitsnormen, den UN-Prinzipien zu Wirtschaft und Menschenrechten oder den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen.

Auditergebnisse 2019 KPI

Über das auf Konzernebene aufgesetzte und gesteuerte Auditierungsprogramm wurden 2019 insgesamt 84 Audits img durchgeführt.

Wie in den Vorjahren konzentrierten wir unsere Auditaktivitäten auf Lieferanten in Asien, aber auch in Lateinamerika und Süd- und Osteuropa.

Zu den auditierten Lieferanten gehörten Produzenten aus den Bereichen IT-Hardware, -Software und -Dienstleistungen sowie Netzwerke und Endgeräte.
Bei den Überprüfungen haben wir einen Fall von Bestechung festgestellt und daraufhin die Geschäftsbeziehung mit dem Lieferanten mit sofortiger Wirkung beendet. Darüber hinaus wurden keine weiteren Fälle von Korruption oder Bestechung oder aber kritische Verstöße gegen Compliance-Regeln oder das Recht auf intellektuelles Eigentum aufgedeckt.

Legende: Themenbereich (Anzahl der Verstöße)

  • Von den 84 Lieferanten, die 2019 auditiert wurden (13 davon in sogenannten Validated Audit img Processes der Responsible Business Alliance img), waren circa 31 Prozent (26 Audits) direkte Lieferanten und 69 Prozent (58 Audits) Tier-2-, -3- und -4-Supplier, also indirekte Lieferanten.
  • Bei den 2019 durchgeführten Audits wurden insgesamt 567 Verstöße gegen die Lieferantenanforderungen der Telekom aufgedeckt. Dabei konnten, inklusive der Umsetzung einiger offener Verbesserungsmaßnahmen aus den Vorjahren, im Jahr 2019 insgesamt 165 Verstöße behoben werden. Unter den Verstößen waren zwei inakzeptable Vorkommnisse und acht kritische Befunde. Beispiele für inakzeptable und kritische Verstöße sowie eingeleitete Verbesserungsmaßnahmen veröffentlichen wir in der unten stehenden Tabelle. Bei 45 Lieferanten wurden kritische Befunde im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, bei 45 im Bereich Arbeitszeiten, bei 34 im Bereich Umweltschutz, bei 24 bezüglich Arbeitspraktiken und bei 23 bezüglich Löhnen und Leistungsentgelt entdeckt. 15 kritische Befunde gab es im Bereich Unternehmensethik. Wie in den Vorjahren entfielen mit 43 Prozent die meisten Verstöße auf den Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (gegenüber 47 Prozent im Jahr 2018), gefolgt von Umwelt mit 16,4 Prozent (12,5 Prozent im Jahr 2018). Der Bereich Arbeitszeiten mit 15,7 Prozent nimmt den dritten Platz ein (2018: 16 Prozent).
Bereich   Befunde bei Lieferanten   Eingeleitete Verbesserungen Status
(Ende 2019)
Kinderarbeit & jugendliche Beschäftigte   Gemäß Beobachtungen vor Ort und Befragungen von Beschäftigten waren zwei jugendliche Beschäftigte einer Lötstation zugewiesen. Dies stellte eine gefährliche Aufgabe und einen Verstoß gegen nationale Rechtsvorschriften dar.   Einführung eines neuen Management- und Kontrollsystems für jugendliche Beschäftigte, einschließlich Schulung von Vorgesetzen, um zu vermeiden, dass junge Beschäftigte an gefährlichen Arbeitsstationen eingesetzt werden. abgeschlossen
Arbeitsschutz   Werk legte für zwei Produktionsgebäude und ein Wohnheim keine gültigen Brandschutzbescheinigungen vor.      Brandschutzbescheinigungen liegen jetzt für alle Gebäude vor; Brandschutzübungen werden regelmäßig durchgeführt. abgeschlossen
  Einige Evakuierungshinweistafeln in Produktionsgebäuden funktionierten nicht ordnungsgemäß. Außerdem waren Notausgänge und Fluchtwege im Wohnheim nicht vorschriftsmäßig markiert.   Alle Evakuierungshinweistafeln in Produktionsanlagen funktionieren jetzt ordnungsgemäß. Notausgänge und Fluchtwege im Wohnheim wurden vorschriftsmäßig markiert. Zusätzlich werden Brandschutzeinrichtungen in allen Produktionsanlagen und Wohnheimen regelmäßig inspiziert. abgeschlossen
  In einer Montagewerkstatt wurden dünnwandige Behälter aufbewahrt und verwendet, auf denen die darin enthaltenen Chemikalien zwar gekennzeichnet waren, jedoch nicht mit deren Hauptkomponenten, Sicherheitswarnungen usw..   Alle Chemikalienbehälter wurden mit vorschriftsmäßigen Sicherheitskennzeichen versehen. Zusätzlich wurden für alle Chemikalien Sicherheitsdatenblätter vorgelegt. abgeschlossen
Löhne & Gehälter   Das Werk zahlte Beschäftigten Löhne unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns. Das Werk zahlte darüber hinaus nicht die gesetzlich vorgeschriebene Überstundenvergütung.   Löhne der Beschäftigten wurden erhöht und liegen jetzt oberhalb der örtlich geltenden gesetzlichen Lohnuntergrenze. Überstunden werden jetzt gemäß geltender Rechtsvorschriften vergütet. abgeschlossen
Arbeitszeiten   Die Arbeitszeiten der Beschäftigten überstiegen die geltenden Rechtsvorschriften und SA8000-Normen.   Einführung eines elektronischen Zeiterfassungssystems zur Überwachung der regulären Arbeitszeiten, einschließlich Überstunden. Arbeitszeiten sind jetzt im Einklang mit nationalen Rechtsvorschriften und SA8000-Normen geregelt. abgeschlossen
Umwelt   Das Werk verfügt nicht über schriftlich festgelegte Notfallverfahren bei versehentlichen Leckagen oder Verschüttung bzw. unkontrollierter Freisetzung von Schadstoffen.      Notfallverfahren bei versehentlichen Leckagen oder Verschüttung bzw. unkontrollierter Freisetzung von Schadstoffen sind schriftlich festgelegt und bekanntgegeben worden. Zusätzlich werden regelmäßige Chemieunfall-Übungen durchgeführt. abgeschlossen

Entwicklungsprogramm für Lieferanten

Damit unsere Lieferanten unsere hohen Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen können, arbeiten wir partnerschaftlich mit ihnen zusammen.

2018 haben wir unser Lieferantenprogramm als Industrieansatz unter das Dach des ICT-Branchenverbands Global e-Sustainability Initiative  (GeSI img) gestellt. Dort wird es seitdem als „Sustainable Development Program“ (SDP) fortgesetzt. Die Grafik zeigt Themenbereiche, die bei den teilnehmenden Lieferanten überprüft werden. Auf dieser Basis wird gemeinsam ein Maßnahmenplan vereinbart. Alle Aktivitäten und Ergebnisse werden dokumentiert, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu messen.

Corporate Responsibility Excellence

CDP Supply Chain Program KPI

Bereits seit 2016 legen wir im Rahmen des „Supplier Engagement Rating“ des CDP img (ehemals „Carbon Disclosure Project“) unsere Aktivitäten bei der Lieferanteneinbindung offen. Das Rating bewertet, wie gut es Unternehmen gelingt, das Thema Klimaschutz in ihre Lieferkette zu integrieren. 2019 haben wir uns gegenüber dem Vorjahr wieder verbessert und wie 2016 ein „A“ erreicht. Damit sind wir im Supplier Enagement Leader Board. Ein wichtiger Schritt dorthin war die Berechnung von sogenannten lieferantenspezifischen Emissionsintensitäten auf der Basis der Antwort der Lieferanten zum CDP Supply Chain Program. Dabei werden die Gesamtemissionen des Lieferanten (Scope 1 und 2 sowie Scope 3 aus der vorgelagerten Lieferkette) in Gramm ins Verhältnis zum Gesamtumsatz des Lieferanten gesetzt.

Der ESG KPI imgCDP-Lieferkettenabdeckung“ wurde 2017 erstmalig extern ausgewiesen. Er gibt Aufschluss darüber, inwieweit das Volumen unserer Einkäufe bei emissionsintensiven Lieferanten vom CDP Supply Chain Program abgedeckt ist. 2019 belief sich der vom CDP Supply Chain Program abgedeckte Anteil des Einkaufsvolumens auf 63 Prozent. Das Antwortverhalten einzelner großer Lieferanten hat einen überproportionalen Einfluss auf den KPI. Wir  sind dazu mit dem Lieferanten im Austausch. Unser Ziel ist es, 70  Prozent unserer emissionsintensiven Lieferanten bis 2020 abzudecken.

Lieferantenbeziehung KPI

Der Anteil des auditierten Einkaufsvolumens stieg von 29 Prozent im Vorjahr auf 31 Prozent im Jahr 2019. Gleichzeitig stieg der Anteil des via EcoVadis img abgedeckten Einkaufsvolumens auf 45 Prozent leicht an. Eine Überprüfung durch Präqualifizierung über das Supplier Management Portal (SMP) erfolgte im Jahr 2019 für 61 % des Einkaufsvolumens. Eine Präqualifizierung ist für Lieferanten obligatorisch, bei denen wir ein Auftragsvolumen von über 100 000 Euro erwarten. 

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

Durch die Angaben zum Risikomanagement in Verbindung mit den Informationen zu unserer strategischen Ausrichtung wird der GRI-Indikator GRI 414-1 (Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Menschenrechten) vollständig abgedeckt. Zudem entsprechen wir dem Kriterium 17 (Menschenrechte) des Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Die Kennzahl ist weiterhin relevant für die EFFAS-Kennzahl (V28-04) sowie die Kriterien 1 (Chancen und Risiken), 3 (Nachhaltigkeitsziele), 4 (Wertschöpfungskette) und 6 (Regeln und Prozesse) des Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Sie dient außerdem unserer Berichterstattung im Sinne der Global Compact -Prinzipien 1 (Respektierung der Menschenrechte), 2 (keine Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen) und 5 (Abschaffung von Kinderarbeit).

Verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung

Unser Beitrag zu den SDG

Wir fordern von unseren Lieferanten, die Umwelt zu schützen und verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen. Dies findet sich sowohl in unserem „Menschenrechtskodex & Soziale Grundsätze“ wie auch in unserem Verhaltenskodex für Lieferanten wieder.

Zur Überprüfung verlangen wir von unseren Zulieferern Selbstauskünfte und führen Lieferantenkontrollen (Social Audits) durch. Dabei prüfen wir unter anderem, ob unsere Lieferanten über ein Umweltmanagementsystem inklusive eines Abfallmanagementsystems verfügen, und wie sie ihren Energie- und Wasserverbrauch managen. Außerdem überprüfen wir explizit, ob ein Managementsystem zum Umgang mit Konfliktrohstoffen besteht.

Antonio Veloso

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