Telekom Logo
Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.

Wirkungsmessung und -steuerung

Wir wollen die positiven gesellschaftlichen Auswirkungen unserer Produkte, Lösungen und Maßnahmen stetig vergrößern und deren negative Auswirkungen minimieren. Seit 2015 machen wir im Rahmen unserer Berichterstattung unseren Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals – SDGs) sichtbar. Mit Unterstützung interner und externer Experten haben wir zudem einen übergreifenden Ansatz entwickelt, mit dem wir die Wirkung unseres Handelns messen können: unseren sogenannten Blueprint. Es basiert auf einem sechsstufigen Schema, mit dem wir Wirkungszusammenhänge aufzeigen und bewerten können.

Um Transparenz und Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen, nutzen wir für die Beschreibung unserer Wirkungsbeiträge externe Rahmenwerke. Neben den SDGs gehört hierzu auch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.

Bei der Wirkungsmessung wird zunächst betrachtet, welche Auswirkungen ein Projekt, Produkt oder eine Maßnahme wie beispielsweise die Umstellung von Papierrechnungen auf „Rechnung Online“ auf die wesentlichen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Kernthemen hat. Die Ergebnisse nutzen wir sowohl anschließend für eine Betrachtung der SDG-Wirkung aus globaler Perspektive sowie zur internen Steuerung und Kommunikation der entsprechenden Aktivitäten.

2018 haben wir eine Wirkungsmessung für verschiedene Maßnahmen und Produkte eingeführt. Hierbei haben wir darauf geachtet, dass die von uns eingesetzten Methoden nachvollziehbar sind, auf robusten Daten und Annahmen beruhen und für mehrere Jahre gültig sind. Zudem haben wir die jeweilige Ausgangssituation („Baseline“) möglichst präzise beschrieben, um die konkrete Wirkung auf die SDGs zuverlässig bewerten zu können. Die Ergebnisse sind sowohl qualitativer als auch quantitativer Art und werden in den folgenden Abschnitten präsentiert.

Wirkungsmessung: Breitbandausbau

Mit dem Breitbandausbau haben wir eines unserer Kernthemen unter die Lupe genommen.

Der Breitbandausbau hat in vielen Bereichen eine positive Wirkung auf die Gesellschaft und leistet einen Beitrag dazu, die SDGs zu erreichen:

  • Eine verbesserte Netzabdeckung (SDGs 9 und 17) kann dazu beitragen neue Arbeitsplätze zu schaffen, zum Beispiel durch vermehrte Unternehmensgründungen (SDG 8). In der Folge steigen auch die durchschnittlichen Einkommen und das Bruttoinlandsprodukt.
  • Außerdem schafft der Netzausbau die Grundlage für weitere positive Effekte, zum Beispiel einen besseren und gleichberechtigteren Zugang zu digitalen Dienstleistungen, etwa im Bildungs- und Gesundheitsbereich (SDGs 3, 4 und 10).

Durch den Netzausbau kommt es jedoch auch zu negativen Wirkungen:

  • Notwendige Tiefbaumaßnahmen zum Ausbau der Infrastruktur führen zwischenzeitlich und einmalig zu Ressourcenverbräuchen, Emissionen und Eingriffen in natürliche Lebensräume.
  • Der Ausbau einer leistungsfähigeren Netzinfrastruktur kann zu einem höheren Energiebedarf führen.

Um diese Effekte abzuschwächen, bauen wir unser Netz energieeffizient aus und nutzen zunehmend erneuerbare Energien (SDG 7), wodurch langfristig die positiven Auswirkungen überwiegen.

Wirkungsmessung: Online-Rechnungen

Die schrittweise Umstellung von Print- auf Online-Rechnungen ist ein gutes Beispiel für das Nachhaltigkeitspotenzial der Digitalisierung. Für die Deutsche Telekom haben wir die Effekte mit unserem neuen Wirkungsmessungsansatz genauer analysiert. Hierzu wurde sowohl für Papier- als auch für Online-Rechnungen die gesamte Wirkungskette betrachtet.

  • Der Vergleich zeigt, dass die negativen Umweltwirkungen von Online-Rechnungen um mehr als 50 Prozent niedriger ausfallen als die von Print-Rechnungen. Bemerkbar machen sich hierbei ein geringerer Verbrauch von Papier und Tinte sowie rückläufige Logistikleistungen. (SDGs 3, 6, 7, 8, 9,11,12,13 und 14).

Als mögliche gegenläufige Effekte der Maßnahme haben wir Umsatzeinbußen für die Holz- und Papierindustrie sowie die Logistikbranche identifiziert. Diese fallen jedoch weniger ins Gewicht als die positiven Effekte.

Wirkungsmessung: Umweltbewusste Verpackungen

Wir arbeiten daran, den Materialeinsatz bei Verpackungen und von uns eingekauften Geräten soweit möglich zu reduzieren. Mithilfe unseres Wirkungsmessungsansatzes haben wir 2018 analysiert, welche Auswirkungen eine Verpackungsoptimierung bei einem unserer Kernprodukte hat.  Schon im Vorfeld hatten wir damit begonnen, die Verpackungen verschiedener Produkte zu reduzieren. 2019 haben wir bei weiteren Produkten das Verpackungsmaterial reduziert und auf alternative Verpackungsmaterialien umgestellt. Durch den Einsatz von „Paperfoam“ (zu 100 % kompostierbarer Papierschaum) sparen wir bei einem Produkt beispielsweise rund 95 Tonnen Papier und etwa 200 Tonnen CO2 (je 250 000 Verpackungen). Für 2020 planen wir im Rahmen unseres Programms "We Care for our Planet" zudem, das Gehäuse des Speedport-4-Routers und unserer Media Receiver neu zu konzipieren. Sie werden künftig zu 100 Prozent aus recyceltem Material bestehen.

Insgesamt werden durch die Umstellung neun SDGs positiv beeinflusst: Deutlich zeigt sich besonders die Wirkung auf spezifische Unterziele der SDGs 6,12,13 und 14, beispielsweise durch verringerte Wasserbelastung und CO2-Emissionen sowie geringeren Plastikverbrauch.

Wirkungsmessung: Unser Beitrag zur Einhaltung von Menschenrechten

Das folgende Schaubild zeigt, welche positive Wirkung unser Engagement für Menschenrechte sowohl in unserer Wertschöpfungskette also auch in der Gesellschaft erzielen kann.

Auswirkungen auf Menschenrechte


2019 führten wir ein „Human Rights Impact Assessment“ bei T-Systems in Indien durch. Untersucht wurden Themen wie Arbeitszeiten,Work-Life-Balance, psychische und physische Belastungen und auch Themen wie Diskriminierung oder Arbeitsbedingungen der Beschäftigten unserer Lieferanten.

Infolge der Überprüfung haben wir verschiedene Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt. Neben Veränderungen von  Prozessen der Arbeitsplanung umfasst dies auch unterschiedliche Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung, wie Workshops zur Erläuterung von Überstundenregelungen.

So haben wir die Chance, durch unsere gezielten Maßnahmen zur Erreichung der SDGs 3 und 8 beizutragen sowie auf die Empfehlungen des „United Nations Office of the High Commissioner for Human Rights“ einzuzahlen.

Wirkungsmessung: Medienkompetenz

Im Themenfeld Medienkompetenz haben wir unsere Initiative „Teachtoday“ analysiert.

Die Lernmethoden, die bei „Teachtoday“ zum Einsatz kommen, berühren mehrere Sinne. Laut unseren Ergebnissen, die wir gemeinsam mit den Wirtschaftsprüfern von PwC ermittelt haben, sind solche Methoden mehr als doppelt so wirksam wie Lernformen, die nur einen Sinn ansprechen. (SDG 4).