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Corporate Responsibility Bericht 2019

Steuerstrategie – Tax Compliance, Sustainable Tax Efficiency, Tax as Valued Business Partner

Grundsätze der Tätigkeit der Konzernsteuerabteilung
Im Einklang mit unseren steuerpolitischen Leitlinien steht die Einhaltung aller anwendbaren steuerlichen Regelungen für die Konzernsteuerabteilung an vorderster Stelle. Dabei geht es nicht nur um den Wortlaut der Vorschriften, sondern auch um deren Geist, Sinn und Zweck sowie sonstigen Kontext.

Bei ihrer Tätigkeit geht die Konzernsteuerabteilung daher wie folgt vor:

  • Ermittlung des relevanten Sachverhalts, der geschäftlichen, wirtschaftlichen, finanziellen, rechtlichen und sonstigen Beweggründe und Aspekte
  • Entwicklung in Kooperation mit den anderen Beteiligten von tragfähigen, praxistauglichen und robusten Vorgehensweisen
  • Formulierung von soliden steuerlichen Begründungen
  • Dokumentation des Sachverhalts und der eingenommenen steuerlichen Standpunkte mit deren Herleitung
  • Effiziente Prozesse zur zutreffenden Erfüllung von Steuererklärungspflichten
  • Enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Finanzbehörden

Auf die fachliche und persönliche Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird großer Wert gelegt. Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Konzernsteuerabteilung verfügen über die Qualifikationen für Steuerberater und/oder Rechtsanwälte sowie weitere relevante Zusatzqualifikationen wie Auslandsstudienaufenthalte und sonstige erworbene akademische Titel; ein betriebswirtschaftliches oder juristisches Studium sind der Regelfall. Die laufende Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird sowohl über interne wie externe, über regelmäßige und unregelmäßige Seminare, Besprechungen, Konferenzen und über sonstigen Know-how-Austausch abgebildet. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in einer Vielzahl von relevanten Arbeitskreisen und Gremien in Industrieverbänden mit, sodass aktuelle Themen und Entwicklungen aufgenommen werden. Eine sinnvolle Spezialisierung und Abdeckung von Sonderthemen gewährleistet das erforderliche Spezialwissen. Maßnahmen zur außerfachlichen Fortbildung, insbesondere auch zur Teampflege, beinhalten beispielsweise Impulsvorträge und die Durchführung von Workshops zu Themen wie unter anderem Energiemanagement, Haltung und Führung sowie Arbeitsatmosphäre, Zusammenarbeit und Kommunikation. 

Im Rahmen der Digitalisierung werden zunehmend spezielle IT-Tools für und durch die Konzernsteuerabteilung geschaffen, die die Dokumentation der steuerlichen Sachverhalte und die Erfüllung der steuerlichen Pflichten effizient unterstützen wie auch der Finanzverwaltung eine möglichst optimale Arbeitsumgebung bei der steuerlichen Betriebsprüfung schaffen sollen.

Da eine zutreffende steuerliche Beurteilung ebenso wie eine steuereffiziente Betreuung von Themen und Projekten eine genaue und tiefe Kenntnis der geschäftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Sachverhalte sowie ihrer rechtlichen und sonstigen relevanten Aspekte und entsprechenden Rahmenbedingungen erfordert, liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Gewährleistung einer allgemein großen Nähe zum Geschäft und zu sonstigen relevanten Abteilungen im Konzern. Hierfür wurden in der Konzernsteuerabteilung auch besondere Möglichkeiten insbesondere für Kurz-Secondments und sonstige Austauschgelegenheiten geschaffen, dies zusätzlich zu den anderen vorgesehenen regelmäßigen Quellen der Informationsgewinnung. 

Bei allen wesentlichen Maßnahmen des Konzerns ist die Konzernsteuerabteilung in den Entscheidungsprozess eingebunden. Dabei wird der relevante Sachverhalt umfassend aufgearbeitet und für die steuerliche Analyse berücksichtigt. Bei mehreren geeigneten Alternativen zur Erreichung desselben Zwecks wird von der Konzernsteuerabteilung die aus steuerlicher Sicht effizienteste Alternative empfohlen. Selbstverständlich sind steuerliche Gesichtspunkte regelmäßig nicht entscheidend, sondern es findet ein umfassender Abwägungsprozess aller relevanten Aspekte statt. Zur Vorbereitung von Entscheidungen arbeitet die Konzernsteuerabteilung mit allen anderen betroffenen Abteilungen effizient zusammen.

Steuerliche Analysen erfolgen beispielsweise bei:

  • Entwicklung neuer und Änderung bestehender Geschäfts-, Produktions- und Vertriebsmodelle, Erschließung neuer Märkte
  • Erwerb und Veräußerung von Anteilen, Betrieben, Gesellschaften und Unternehmensgruppen
  • Gesellschaftsrechtlichen und sonstigen Umstrukturierungen sowie Änderungen relevanter interner Prozesse
  • Finanzierungen
  • Sonstigen relevanten Projekten und Transaktionen

Unser Ansatz zum verantwortungsvollen Umgang mit Steuern 
Es ist der Anspruch der Konzernsteuerabteilung, das Geschäft und die Wertschöpfung im Konzern möglichst zu befähigen, nicht zu behindern, und durch tiefe Kenntnis der Geschäftsaktivitäten und Konzernabläufe zu steuerlich möglichst robusten, praxistauglichen Lösungen und Vorgehensweisen konstruktiv beizutragen. Die Konzernsteuerabteilung sieht sich der Wertschöpfung für die Aktionäre der Deutschen Telekom im Sinne einer nachhaltigen Steuereffizienz und eines Beitrags zum gemeinsamen Unternehmenserfolg verpflichtet. Entscheidungen und Vorgehensweisen der Konzernsteuerabteilung berücksichtigen daher stets auch die weiteren Folgen für die Geschäftstätigkeit und die konzerninternen Abläufe ebenso wie mögliche sonstige Auswirkungen, wie beispielsweise auf die Reputation, das Profil und die Policies des Konzerns. 

Streitigkeiten mit den Finanzbehörden versucht die Konzernsteuerabteilung auf das absolut notwendige Maß zu reduzieren.

Steuerliche Risiken versuchen wir, soweit im Einzelfall möglich und sinnvoll, durch verbindliche Äußerungen der zuständigen Finanzbehörden im Vorhinein auszuschließen oder zu minimieren.

Umgang mit steuerlichen Strukturen & Verrechnungspreisen, Veröffentlichung von steuerlichen Informationen
Für Verrechnungspreissachverhalte bestehen Verrechnungspreisrichtlinien im Konzern der Deutschen Telekom, die das geltende Fremdvergleichsprinzip umsetzen. Die Verrechnungspreisrichtlinien sind konzernweit implementiert und verbindlich. Sie geben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Telekom Auskunft über die steuerlichen Anforderungen an die Ausgestaltung von Preisen bei konzerninternen Leistungsbeziehungen und machen insofern entsprechende Vorgaben. Durch entsprechende Prozesse stellen wir sicher, dass die Fremdvergleichsprinzipien bei der Vereinbarung von Bedingungen für Konzernleistungsbeziehungen berücksichtigt werden. Hierbei wird durch Austausch mit und Monitoring der Fachabteilungen durch Verrechnungspreisspezialisten der Konzernsteuerabteilung die Umsetzung der Verrechnungspreisrichtlinien sichergestellt.

Der Konzern Deutsche Telekom setzt die neuen Berichtspflichten im Zuge der BEPS (Base Erosion and Profit Shifting)-Entwicklungen einschließlich des Country-by-Country-Reportings um. Hierfür wurden frühzeitig ein Projektteam gebildet und ein eigenes IT-Tool entwickelt. Die entsprechenden Informationen und Unterlagen werden den zuständigen Finanzbehörden fristgemäß übermittelt. Auf eine darüber hinausgehende weitere Veröffentlichung über die bereits umfangreichen Informationen im Geschäftsbericht der Deutschen Telekom hinaus wird gegenwärtig verzichtet, weil die Daten letztlich mangels Aussagekraft aufgrund Besonderheiten der lokalen Steuerrechte und der besonderen Charakteristika unserer Auslandsaktivitäten keine Transparenz über die Verteilung und Angemessenheit der Steuerlasten in den einzelnen Ländern zulassen würden, zum Beispiel aufgrund Vorhandensein steuerlicher Verlustvorträge aus unserer vergangenen Geschäftstätigkeit. Gleichwohl enthalten unsere veröffentlichten Geschäftsberichte und weiteren Publikationen und Äußerungen, die der Allgemeinheit zugänglich sind, bereits von jeher umfangreiche Daten und sonstige Informationen zu den steuerlichen Rahmenbedingungen und der steuerlichen Situation im Konzern, auch in unseren einzelnen Segmenten, und in diesem Rahmen insofern auch relevante länderbezogene Informationen zu einigen besonders wichtigen Jurisdiktionen, einschließlich entsprechender Herleitungen beziehungsweise Erläuterungen; hierauf möchten wir an dieser Stelle daher zur Vermeidung von Wiederholungen umfassend verweisen.

Entsprechend unserem Unternehmensprofil als internationaler Telekommunikationskonzern besitzen wir geschäftliche Aktivitäten in einer Vielzahl von Ländern. In der Regel werden wir für lokale geschäftliche Aktivitäten über Tochtergesellschaften in den entsprechenden Ländern tätig.

Beispielsweise haben wir substanzielle Geschäftstätigkeiten über diverse Tochtergesellschaften in den Niederlanden, die für den Konzern Deutsche Telekom ein wichtiger Standort sind. So ist unter anderem die T-Systems dort, wie in einer Vielzahl anderer Länder auch, über eine niederländische Tochtergesellschaft für die lokalen Aktivitäten tätig. Wir verfügen dort ebenfalls über umfangreiche Engagements im Mobilfunk-Bereich, nämlich die Tochter T-Mobile Netherlands, die auch die Aktivitäten der niederländischen Tele2-Gruppe übernommen hat. Weil die Niederlande hierfür ein marktüblicher Standort sind, haben wir bereits vor Jahren in den Niederlanden ebenfalls eine Konzernfinanzierungsgesellschaft sowie auch unsere internationale Holdinggesellschaft etabliert.

Da wir als Konzern Deutsche Telekom international aufgestellt sind, legen wir großen Wert darauf, auch dementsprechend unsere Aktivitäten international auszulegen und nicht allein auf Deutschland zu konzentrieren, dies im Sinne einer guten internationalen Kooperation und Partnerschaft im Konzern. Steuerlich werden unangemessene Gewinnverlagerungen durch die Anwendung der Fremdvergleichsgrundsätze von vornherein vermieden, zudem ist die Verlagerung von Besteuerungssubstrat durch die Anwendung der entsprechenden steuerlichen Regelungen der deutschen Hinzurechnungsbesteuerung ohnehin nicht möglich.

Über künstliche Zweckgesellschaften ohne wirtschaftliche Substanz in Niedrigsteuerländern verfügen wir nicht.

Aggressive Steuerstrukturen ausschließlich zur Steuervermeidung werden von uns nicht betrieben. Die Konzernsteuerabteilung legt Wert auf robuste Steuerplanung auf Basis einer umfassenden Analyse der steuerlichen Vorschriften.

Entsprechend der Verpflichtung auf die Generierung von Wert für den Konzern Deutsche Telekom und seine Aktionäre unterliegt die Konzernsteuerabteilung ebenfalls einer effizienten Kostenkontrolle.

Die Konzernsteuerabteilung ist ausgezeichnet
Für die besonderen Anstrengungen der Konzernsteuerabteilung bezüglich der guten Kooperation mit den Finanzbehörden und der effizienten Digitalisierung der steuerlichen Prozesse sowie der Teilnahme an einem besonderen Projekt zur zeitnahen Betriebsprüfung wurde sie mit dem renommierten „JUVE-Award“ für das beste Inhouse Tax Team 2016 ausgezeichnet. 

Gesellschaftliches Engagement: Pro-Bono-Beratung 
Die Deutsche Telekom begrüßt und fördert das gesellschaftliche Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie unterstützt daher ausdrücklich, wenn Beschäftigte der Konzernsteuerabteilung ihr Fachwissen im Zuge von freiwilligen Pro-Bono-Beratungen für gemeinnützige Zwecke einbringen möchten. Der Bereich Corporate Responsibility hilft ihnen bei Bedarf bei der Suche nach geeigneten Einsatzmöglichkeiten. Eine Rahmenrichtlinie aus dem Jahr 2012 regelt das genaue Vorgehen bei einer solchen fachlichen Pro-Bono-Tätigkeit, zum Beispiel der Erstellung von Vereinssatzungen, die den steuerlichen Gemeinnützigkeitskriterien genügen, durch einzelne Beschäftigte der Konzernsteuerabteilung.