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Corporate Responsibility Bericht 2018

Nachhaltige Produkte & Dienste

Hier findet sich eine Auswahl relevanter Inhalte aus dem CR-Bericht 2018. Mehr Informationen befinden sich in den Kapiteln Kunden & Produkte und Klima & Umwelt.

Analyse der Nachhaltigkeitsvorteile unserer Produkte fortgesetzt

Zusammen mit externen Experten haben wir 2014 begonnen, unser Produktportfolio anhand von Nachhaltigkeitsaspekten zu analysieren. Dies ist ein fortlaufender Prozess, in dem wir zuletzt 2018 die Filterlogik unseres Ansatzes überarbeitet haben, um aktuelle Entwicklungen besser abbilden zu können. Neben kleineren Anpassungen berücksichtigen wir nun die Rolle von Informationssicherheit sowie die von Kreislaufwirtschaft stärker in unserer Analyse. Das Ergebnis stellen wir mit dem ESG KPI img Anteil Umsatz mit Nachhaltigkeitsbezug dar. Es zeigt: 2018 haben wir bereits 42 Prozent unseres Umsatzes mit solchen Produkten erzielt (ohne T-Mobile USA).

42 Prozent der Produkte und Services der Telekom stiften einen nachhaltigen Nutzen

Beispiele für solche Nachhaltigkeitsvorteile sind:

  • Weniger CO2-Emissionen dank Virtualisierung img (zum Beispiel durch Online-Meetings anstelle von Geschäftsreisen
  • E-Health-Lösungen (Telemonitoring ermöglicht beispielsweise die häusliche Gesundheitsversorgung)
  • „Internet of Things“-Lösungen (Ferndiagnoselösungen verkürzen zum Beispiel Reparaturzyklen und helfen, Techniker-Außeneinsätze zu verringern)
  • Eine Verkürzung von ressourcenintensiven oder schädlichen Prozessen (die App imgPark and Joy“ beschleunigt beispielsweise die Parkplatzsuche)

Insgesamt haben wir bislang 29 Produktgruppen detailliert auf ihren Nachhaltigkeitsbeitrag und die daraus abgeleiteten Geschäftspotenziale untersucht (Stand Ende 2018). Für eine Auswahl dieser Produkte haben wir die Vorteile im Hinblick auf alle drei Säulen der Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial und ökonomisch) grafisch aufbereitet:

Bisher gibt es noch kein branchenweit etabliertes System, das Kunden Nachhaltigkeitsinformationen zu ICT-Produkten und -Dienstleistungen liefert. Mit der Analyse unserer Produkte haben wir uns auf den Weg gemacht, dies zu tun – also herauszufinden, welche Nachhaltigkeitsbeiträge unsere Produkte überhaupt leisten können. In Zukunft werden wir unsere Kunden verstärkt über diese Nachhaltigkeitsvorteile informieren und uns so auch gegenüber dem Wettbewerb positionieren.

Markus Göddertz

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Markus Göddertz

Internet of Things

Unser Beitrag zu den SDG

Maschinen und Produkte werden immer intelligenter: Autos kommunizieren mit der Werkstatt, Container mit dem Logistikdienstleister. Die Technologien, die diese Entwicklungen möglich machen, werden unter dem Begriff „Internet of Things“, kurz IoT, zusammengefasst. Bis zum Jahr 2020 soll die Anzahl der vernetzten Maschinen und angebundenen Geräte weltweit auf 2,5 Milliarden steigen. Für uns ist IoT ein wichtiges Wachstumsfeld.

Mit IoT können Prozesse verschiedener Endgeräte, Fahrzeuge oder ganzer Industrieanlagen optimal aufeinander abgestimmt werden. Dies erhöht die industrielle Produktivität, sorgt für eine effiziente Logistik und hilft so nicht zuletzt auch dabei, Energie zu sparen und Ressourcen zu schonen.

Mit unserem Engagement im IoT-Umfeld unterstützen wir auch die Initiative „Industrie 4.0“ der deutschen Bundesregierung. Ziel ist der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Technologiestandorts Deutschland.

Neue Funktechnologie ermöglicht innovative Anwendungen
Unsere Netze schaffen die Grundlage für zahlreiche IoT-Anwendungen, denn Mobilfunk-Technik gehört zum wichtigsten Übertragungsweg jeder IoT-Verbindung. Dabei gewinnt die Funktechnologie „NarrowBand-Internet of Things“ (NB-IoT) zunehmend an Bedeutung. Im Gegensatz zu Breitbandanwendungen, bei denen große Datenmengen übertragen werden können, ist die Narrowband-Technologie (dt. Schmalband) speziell darauf ausgerichtet, sehr kleine Datenpakete zuverlässig zu übertragen. NB-IoT zeichnet sich durch einen niedrigen Energiebedarf und eine hohe Reichweite aus. Sie ermöglicht es, Geräte kostengünstig zu vernetzen. Beispielsweise ist die Technologie für Anwendungen in der Logistik sehr gut geeignet. Bei der Nachverfolgung von Transportcontainern etwa ist es ausreichend, ihren aktuellen Standort einmal stündlich zu melden. Dabei müssen jeweils nur sehr geringe Informationsmengen in kleinen Datenpaketen übertragen werden – und das nicht zwingend in Echtzeit. Und sogar zum Schutz der Biodiversität kommt NB-IoT zum Einsatz: in einer Technik, mit der Imker ihre Bienen schützen können.

Wir waren federführend an der Entwicklung eines einheitlichen NB-IoT-Standards beteiligt und treiben den Ausbau kontinuierlich voran: Mit verfügbaren Netzwerken in zehn Ländern, inklusive einer landesweiten Netzabdeckung in den Niederlanden, Österreich, der Slowakei und den USA, gehören wir zu den führenden Mobilfunk-Anbietern im NB-IoT-Umfeld.

Europaweit arbeiten wir mit mehr als 500 Geschäftskunden aus unterschiedlichen Branchen zusammen, die auf NB-IoT basierende Geräte und Anwendungen entwickeln und vermarkten (Stand Ende 2018). Dazu gehören beispielsweise Anwendungen zur Messung des Energieverbrauchs („Smart Metering“), Verkehrslösungen (etwa Park-Apps oder Anwendungen zur Überwachung des Zugverkehrs) oder Lösungen für das Abfallmanagement.

EU-Projekt AEOLIX: Eine Plattform für effizientere und klimafreundlichere Logistikketten
Ziel des EU-Projekts AEOLIX ist der Aufbau einer neuen ICT-Plattform. Sie soll zahlreiche, bisher isolierte Einzelsysteme in der Logistik EU-weit vernetzen. Parallel dazu werden praxisrelevante Dienste entwickelt und in elf europäischen Testzonen erprobt. T-Systems ist an der Testzone 1 „Intermodale Logistik im Transportkorridor Hamburg – Frankfurt“ beteiligt. In dieser wird beispielsweise eine Smartphone-App img getestet, die Lkw-Fahrer bei einer ökologischen Fahrweise unterstützt. In den laufenden Kundenprojekten konnten durch Nutzung der Analyse von Fahrprofilen und Ecodrive-Funktionen Einsparungen in Höhe von 958 230 Tonnen CO2 erreicht werden. Das Projekt läuft noch bis 2019.

AUTOPILOT – autonome Fahrservices für mehr Effizienz
Das EU-Projekt AUTOPILOT hat das Ziel, sogenannte Autopilot-Dienste am Markt zu erproben. Dazu gehören zum Beispiel selbstfahrende Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr, autonom parkende Autos oder Echtzeit-Car-Sharing. Solche Lösungen sind besonders effizient und schonen die Umwelt: Im Vergleich zu konventionellen Fahrweisen fallen dabei schätzungsweise rund 10 Prozent weniger CO2-Emissionen an. Das 2017 gestartete Projekt läuft noch bis 2019. Danach sollen die Services in den regulären Betrieb übernommen werden. T-Systems ist Projektpartner von AUTOPILOT und unterstützt Analysen zur Machbarkeit und Markteinführung der neuen Dienste.

Connected Car: Mit vernetzten Fahrzeugen Staus vermeiden
Bereits seit 2013 entwickelt und betreibt T-Systems weltweit die Connected-Car-Plattform von Daimler (Daimler Vehicle Backend). Die Plattform bildet die technische Grundlage des Dienstes „Live Traffic“, der Autofahrern Verkehrsinformationen in Echtzeit bereitstellt. So hilft er dabei, Staus zu umgehen. Mit „Live Traffic“ lassen sich pro Fahrzeug etwa 30 Prozent der Staus vermeiden. Dadurch verbrauchten die rund 7,5 Millionen im Berichtszeitraum mit Live Traffic ausgestatteten Fahrzeuge circa 9,3 Millionen Liter weniger Sprit. Das entspricht einer CO2-Ersparnis von rund 22 500 Tonnen.

Roambee: „Bienen“ machen die Logistikkette transparent
Seit Anfang 2017 bieten wir Unternehmen eine Echtzeitlösung, um Lieferungen und Assets zu verfolgen, zu lokalisieren oder den Zustand von Gütern zu überwachen: „Shipment & Asset Monitoring powered by Roambee“. Mit unserer Lösung erhalten Unternehmen – weltweit und unabhängig vom Transportweg – Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um ihre Fracht: Wo befindet sich die Fracht? In welchem Zustand ist sie? Kommt die Lieferung pünktlich an? Möglich wird das durch eine sogenannte „Biene“, die der Sendung beigelegt wird. Dieses Gerät enthält Sensoren, die Informationen wie Temperatur, Feuchtigkeit, Licht und Bewegung erfassen und in der Cloud speichern. Alle Informationen misst die Biene in Echtzeit. Über ein Webportal haben die Nutzer jederzeit den vollen Überblick über Gerätestatus, Standort und Details zu Lieferungen & Assets.

Einsatz gegen Schmuggler
T-Mobile Netherlands arbeitet mit dem niederländischen App-Entwickler Itude Mobile zusammen, um ein weiteres Produkt für den Logistiksektor zu entwickeln: den Fracht-Tracker „Babbler“. Er sieht einem Eishockey-Puck ähnlich und wird an den Innenseiten von Containertüren befestigt. Das Gerät misst Licht, Temperatur, Stöße, Bewegungen und Magnetfelder und kann über eine App auf dem Smartphone aktiviert werden. Jede Bewegung des Containers wird dort aufgezeichnet. Entfernt jemand irgendwo auf der Welt die Scharniere der Containertüren, erhält das Transportunternehmen eine Nachricht. Die Telekom stellt das für die Anwendung notwendige Netz, das tief in den Bauch von Containerschiffen reichen muss.

Intelligente Gebäudesteuerung für besseres Raumklima
Welcher Raum wird wann genutzt? Sind Türen und Fenster abends geschlossen? Wie ist die Luftqualität im Konferenzraum? Fragen wie diese beantwortet die neue IoT-Komplettlösung „Building Monitoring & Analytics“. Raumsensoren erfassen Personenbewegungen, den Status von Fenstern und Türen, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit oder CO2-Gehalt. Diese Daten werden verschlüsselt übertragen und auf der IoT-Plattform „Connected Things Hub“ der Telekom datenschutzkonform gespeichert. Werden bestimmte Schwellenwerte überschritten oder Probleme erkannt, erhalten die Haustechniker eine Nachricht und können eingreifen. Damit senkt das Gebäudemanagement seine Kosten und verbessert den Service.

Digitales Gesundheitswesen: Chancen für bessere medizinische Versorgung

Unser Beitrag zu den SDG

Eine einheitliche Telehealth-Plattform ermöglicht Gesundheitsdienstleistern einen fallübergreifenden und standardisierten Datenaustausch. Telemedizinische Assistenzsysteme können Patienten und deren Angehörige im Alltag unterstützen, Entfernungen zur medizinischen Versorgung überwinden helfen und Versorgungsprozesse optimieren. Wir gestalten das digitale Gesundheitswesen in zahlreichen Projekten mit:

  • Als Projektpartner sind wir an der Entwicklung einer Lösung zur Beratung bei Antibiotikatherapien des Klinikums St. Georg in Leipzig beteiligt. Ziel ist vor allem der schnelle und sichere Datenaustausch zwischen Ärzten, Patienten und Krankenkassen. Das Land Sachsen hat das Projekt Anfang 2017 mit über 1,2 Millionen Euro gefördert. Es läuft zunächst bis Mitte 2019.
  • Das „Telemedizinische Netzwerk Psychotraumatologie Sachsen“ soll die Behandlungskette bei Traumafolgestörungen nachhaltig verbessern. Ziel ist es, Betroffenen niedrigschwelligen und ortsunabhängigen Zugang zum Behandlungsnetzwerk zu ermöglichen, Fachwissen flächendeckend bei Haus- und Fachärzten in Sachsen verfügbar zu machen sowie eine institutionsübergreifende Dokumentation und Koordinierung des Versorgungsprozesses zu garantieren. Die EU und das Land Sachsen fördern das bis Mitte 2020 laufende Projekt mit 1,4 Millionen Euro.
  • Wir unterstützen die Kliniken Essen-Mitte (KEM) dabei, die Digitalisierung ihrer Krankenhäuser voranzutreiben. Im Zuge einer über zehn Jahre angesetzten Partnerschaft sollen einheitliche Informationssysteme geschaffen und elektronische Patientenakten und vernetzte Terminmanagementsysteme eingeführt werden. Alle Medikamentengaben und Befunde sollen künftig digital erfasst werden. Dies soll den Organisationsaufwand verringern und mehr Zeit für Patienten schaffen. Zum 1. Januar 2019 haben wir an zwei Klinikstandorten das bestehende Krankenhausinformationssystem durch unsere Lösung iMedOne ersetzt.

Neben der Durchführung von Kundenprojekten wie diesen entwickeln wir auch eigene Lösungen für das digitale Gesundheitswesen:

  • Unsere Telemedizin-Plattform wird in Deutschland von immer mehr Beteiligten genutzt. Die Plattform basiert auf dem europaweit ersten offenen, überregionalen Netzwerk CCS Telehealth Ostsachsen (THOS). Sie ermöglicht es Patienten, Ärzten, Kliniken, Pflegekräften, Apotheken und Krankenkassen in einer bestimmten Region, Daten wie Gesundheitswerte, Befunde, Medikamentengaben oder andere Informationen über ein speziell verschlüsseltes Datennetz auszutauschen. Die Plattform wird kontinuierlich um neue Anwendungsbeispiele erweitert. Im April 2018 haben wir auf der weltweit größten Gesundheits-IT-Fachmesse ConhIT die neue Anwendung „Teleneurologie Parkinson“ vorgestellt: Bei an Parkinson erkrankten Patienten kann mithilfe der neuen Lösung künftig neben dem Hausarzt oder Neurologen ein sogenannter Teleneurologe hinzugezogen werden. Er verfolgt die körperliche Untersuchung eines Patienten per Videosprechstunde, leitet seine Kollegen und den Patienten an und befragt dessen Angehörige.
  • Diabetes ist eine der am weitesten verbreiteten Krankheiten in Deutschland. Auf Basis der Telehealth-Plattform wird derzeit mit dem Partner Emperra eine therapieunterstützende Lösung für Patienten mit Diabetes 2 entwickelt. Hierbei werden den Patienten mittels spezieller Algorithmen, die die Blutzuckermesswerte und die verwendete Insulinmenge analysieren, Handlungsempfehlungen gegeben. Mit einem einfachen Ampelsystem kann der Patient die Auswirkungen seiner Lebensweise auf seine Krankheit besser verstehen und so den Verlauf seiner Krankheit nachhaltig positiv beeinflussen. 
  • Mit der Telekom Healthcare Cloud (THC) bieten wir Gesundheitsakteuren einen sicheren und einfachen Weg in Richtung Digitalisierung ihrer Arbeitsstrukturen. Einer unserer Kunden in diesem Bereich ist die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH). Den Klinikverbund unterstützen wir mit der Bereitstellung unserer Cloud in seiner täglichen Arbeit.

Produktzertifizierungen: Nachweislich nachhaltig

Nachhaltige Produkte sind für uns ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Damit unsere Kunden über die Nachhaltigkeitsvorteile unserer Produkte informiert sind, setzen wir auf anerkannte Umweltzeichen, in Deutschland etwa auf den Blauen Engel. Ein Großteil der Festnetz-Telefone und unsere komplette Media-Receiver-Produktfamilie tragen den Blauen Engel. 2018 haben die Media Receiver 401 und 601 SAT als weitere Modelle aus der Baureihe das Zertifikat erhalten. Die mit diesem Umweltzeichen zertifizierten Endgeräte enthalten auch Informationen für die Kunden, wie man die Produkte energieeffizient nutzen kann. Neben dem Blauen Engel nutzen wir außerdem verstärkt das TÜV Green Product Label. Dieses sieht neben ökologischen Kriterien auch eine Überprüfung der Arbeitsbedingungen in Fertigungsbetrieben vor. Eine Reihe unserer Router wie der Speedport Neo sind bereits mit dem TÜV Green Product Label zertifiziert.

Die Siegel dienen dabei nicht nur als Information für unsere Kunden. Ihre strengen Anforderungen geben uns auch Hinweise, wie wir unsere Produkte weiter verbessern können.

Cornelia Szyszkowitz

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Cornelia Szyszkowitz
  

Messbarer Erfolg: Weniger CO2-Verbrauch in Rechenzentren

Bei dem Betrieb und der Planung unserer Rechenzentren (RZ) verfolgen wir das Ziel, unsere CO2-Emissionen zu reduzieren. Wir gehen dabei in zwei Stufen vor: Zunächst steht die Optimierung des Energieverbrauchs der einzelnen RZ-Standorte im Vordergrund, anschließend die übergeordnete Verbesserung von Prozessen über die weltweite RZ-Landschaft hinweg.

Zentraler Indikator für Energieeffizienz in unseren RZ ist der sogenannte PUE-Wert (Power Usage effectiveness, PUE img). Seit 2008 konnte der durchschnittliche PUE-Wert der deutschen T-Systems-Rechenzentren von 1,85 auf 1,57 gesenkt werden. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert 2018 nahezu konstant (2017: 1,54). Grund hierfür ist die laufende Konsolidierung der Rechenzentren, bei der Applikationen aus weniger energieeffizienten Standorten in neue, hocheffiziente RZ überführt werden. Dadurch steigt der PUE-Wert der aufgegebenen RZ kurzzeitig an. In Summe führte dieser Prozess im Berichtsjahr zu einem nahezu konstanten PUE-Wert über alle Rechenzentren hinweg – und mittelfristig zu einer weiteren Reduzierung des Werts.

Die Rechenzentren werden energieeffizienter

Von 2013 bis 2018 lief das Programm „DC11@2018“ zur Verbesserung von Prozessen über die weltweite RZ-Landschaft hinweg. Dabei wurde die sogenannte physikalische Konsolidierung der Rechenzentren (also die Reduktion der RZ-Flächen und -Standorte) mit logischen Konsolidierungen (also der Virtualisierung img von RZ-Infrastruktur) verknüpft. Das Programm „DC11@2018“ hatte zum Ziel, weltweit Rechenzentrumskapazität in sogenannten FMO-Rechenzentren (Future Mode of Operation) mit neuester IT-Technologie zusammenzuführen. Das Konsolidierungsprogramm wurde Ende 2018 planmäßig abgeschlossen. Im Zuge der physikalischen Konsolidierung nahmen wir drei alte Rechenzentren in Deutschland vom Netz. Parallel haben wir die Klimatisierung in den bestehenden Rechenzentren in Biere und München und weiteren internationalen Rechenzentren wie zum Beispiel am Standort Barcelona in Spanien optimiert.

Mit Abschluss des Programms wurde konzernweit in allen FMO-Rechenzentren ein gemittelter PUE-Wert von 1,4 angestrebt. Ende 2018 lagen wir bei einem PUE-Wert von 1,57. Die Zielsetzung konnte demnach nicht erfüllt werden. Grund hierfür ist unter anderem das schrittweise Zurückfahren alter RZ, deren Effizienz im Zuge der Abschaltung durch eine geringere Auslastung sinkt. Dies wirkt sich negativ auf den PUE-Wert aus. Um unser Ziel zu erreichen, ist eine weitere Homogenisierung der IT-Landschaft in Verbindung mit einer optimalen Auslastung der RZ-Infrastruktur, der IT-Hardware und der auf den Systemen eingesetzten Software notwendig. Weitere Faktoren, die einen positiven Einfluss auf die PUE-Entwicklung in einem RZ haben, sind eine selektive Kühlung sowie die Erhöhung der Temperatur innerhalb des möglichen Bereichs – bei gleichzeitiger Berücksichtigung von festgelegten Grenzwerten. Aktuelle Planungen des Programms sehen für das Jahr 2020 eine kumulierte CO2-Reduktion von bis zu 51 Prozent gegenüber 2012 vor. Der PUE-Wert für die Netzinfrastruktur soll bis 2020 auf einen Wert unter 1,4 sinken.

Für unser hocheffizientes Rechenzentrum in Biere haben wir uns einen PUE-Zielwert von 1,3 gesetzt. Für die Zielerreichung sind unter anderem die Einhaltung eines vorgegebenen Temperaturbereichs, eine Auslastung der Kapazitäten von mindestens 80 Prozent und eine weitestgehend homogene IT- Landschaft notwendig. Den PUE-Zielwert konnten wir 2018 noch nicht erreichen. Grund hierfür ist, dass die Auslastung noch nicht so hoch ist, wie ursprünglich geplant. Zudem musste das RZ durch den heißen Sommer vermehrt gekühlt werden. Wie beschrieben, wurde im Zuge von „DC11@2018“ eine Konsolidierung der Rechenzentren durchgeführt. Um wegfallende Kapazitäten auffangen zu können, wurde das RZ in Biere erweitert. Die Erweiterung wurde erfolgreich im Mai 2018 fertiggestellt.

Mieten statt kaufen

Wir wollen sicherstellen, dass Router und Media Receiver nach einem Austausch nicht einfach in den Müll wandern. Deshalb setzen wir auf das Modell „Mieten statt kaufen“. Unsere Mietservices schonen Ressourcen, reduzieren den Elektronikabfall und vermeiden so auch CO2-Emissionen. Bei einer Kündigung werden die Geräte zurückgegeben. Anschließen werden sie entweder aufbereitet und in den Mietkreislauf zurückgeführt oder fachgerecht recycelt. Den Rückgabeprozess haben wir durch die Einführung eines Retourenportals vereinfacht. So kann der Kunde seine Retouren über das Online-Portal selbst verwalten. Wir bewerben unseren Mietservice aktiv und erfolgreich unter anderem in den Telekom Shops, im Internet, Kundenservice und über Produktflyer. Das Angebot wurde von unseren Kunden sehr gut angenommen: Bis Ende 2018 ist die Anzahl der Nutzer des Mietservice auf knapp über 10 Millionen angestiegen.

Anzahl der Nutzer des Mietservice von Routern und Mediareceivern

Maßnahmen zur Rückgabe von Mobilgeräten in Deutschland

Unser Beitrag zu den SDG

Die Recycling- und Weiternutzungsquote für elektronische Kleingeräte ist in Deutschland zu niedrig. Zu viele gebrauchte Handys, Smartphones und Tablets liegen in Schubladen oder werden illegal im Hausmüll entsorgt. Sie sollten jedoch neu aufbereitet und weiterverwendet oder dem fachgerechten Recycling zugeführt werden. So können wertvolle Ressourcen eingespart werden. Schon seit 2003 bieten wir dafür verschiedene Abgabemöglichkeiten an. Kunden können seit 2013 ihre gebrauchten hochwertigen Handys und Smartphones in den Telekom Shops ankaufen lassen. Für den Gegenwert des Geräts erhalten sie einen Gutschein, der im Telekom Shop beim Kauf eines neuen Geräts eingelöst werden kann, oder der Betrag wird auf das Kundenkonto überwiesen. Über ein 2016 geschaffenes Ankaufportal für Geschäftskunden können diese ihre gebrauchten Handys und Smartphones einsenden. Nachdem der Wert ermittelt wurde, kann dieser ausbezahlt oder an gemeinnützige Organisationen gespendet werden. Gemeinsam mit dem Unternehmen Teqcycle Solutions betreiben wir zudem das Online-Portal Handysammelcenter. Behörden, Vereine und andere Organisationen haben die Möglichkeit, über das Portal Sammelaktionen zu starten, bei denen gebrauchte Handys und Smartphones gespendet werden. Die Website bietet eine Übersicht über diese Partner und die durchgeführten Sammelaktionen. Im Berichtszeitraum fanden Aktionen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen statt. Ende des Jahres spendeten wir aus den Erlösen aus dem Recycling und der Weiternutzung gesammelter Geräte an das Netzwerk Entwicklungspolitik Saarland e.V. und an das Museum „Natur und Mensch“ der Stadt Freiburg, um so Bildungsprojekte zu unterstützen.

2018 nahmen wir deutschlandweit genau 187 028  gebrauchte Mobiltelefone und Smartphones zurück und führten diese einer Weiterverwendung oder dem fachgerechten Recycling zu. Bei der Handy-Rücknahme setzen wir einen Datenlöschprozess ein, der von der DEKRA zertifiziert ist und hohe Datenschutzanforderungen erfüllt. Defekte Handys oder Geräte, bei denen die zertifizierte Datenlöschung zu aufwendig wäre, recyceln wir mit modernen Verfahren fach- und umweltgerecht im Telekom Recycling Center. Bis zu 100 Prozent der Materialien lassen sich danach ein weiteres Mal verwenden – als recycelte Metalle oder zur Energieerzeugung.

Das Verhältnis zwischen in den Markt gebrachten und zurückgenommenen Mobiltelefonen bilden wir mit unserem ESG KPI img Rücknahme Mobilgeräte ab. Im Jahr 2018 wurden konzernweit (ohne T-Mobile US, AMC, Maktel, Crnogorski Telekom) über 368 000 Mobilgeräte zurückgenommen.

Unterstützung verschiedener Sammelaktionen
Wie in den Vorjahren haben wir auch 2018 die Kampagne „Die Handy-Aktion“ verschiedener kirchlicher Akteure in Baden-Württemberg unterstützt. Die Partner der Aktion haben gemeinsam mit dem Umweltministerium Baden-Württemberg eine große Anzahl von Maßnahmen im Bildungsbereich durchgeführt. So haben sie den „Handy-Rohstoffkoffer“ gemeinsam mit der Deutschen Rohstoffagentur neu aufgelegt und an Schulklassen und Jugendgruppen verliehen. Er enthält verschiedene Mineralien, die in Handys verbaut sind. Mit begleitenden Lernmaterialien können Lehrer ihre Schüler darüber aufklären, welche Bedeutung die Rohstoffe in Smartphones haben.

Die Rücknahmekampagne „Verantwortung und Nachhaltigkeit. Mach mit!“ im Saarland, die wir bereits 2014 unterstützt haben, wurde 2018 in „Handy-Aktion Saarland“ umbenannt. Wir sind weiterhin Kooperationspartner der Kampagne, die unter anderem spezielle Unterrichtsangebote zum Thema Handy-Rücknahme und Ressourceneffizienz umfasst. Einen weiteren Schwerpunkt bilden gemeinsame Handy-Sammel-Aktionen mit saarländischen Unternehmen und Institutionen.

Aufklärung und Recycling zum Weltumwelttag
Im Rahmen des Weltumwelttags haben wir unsere Kunden im Juni 2018 über eine nachhaltige Smartphone-Nutzung sowie das Recycling gebrauchter Geräte informiert. Auf einer Sonderwebsite zum Weltumwelttag konnten sie sich beispielsweise darüber informieren, wie sich die Lebensdauer eines Smartphones verlängern lässt und bei welchen Sammelstellen sie ihr Gerät am Ende seines Lebenszyklus abgeben können, damit es repariert oder recycelt wird. Die Tipps wurden vom Service „Computerhilfe“ der Deutschen Telekom zusammengetragen und zusätzlich in einer leicht verständlichen Infografik angeboten. Diese beinhaltet unter anderem aktuelle Zahlen und Fakten zu wertvollen Ressourcen in Smartphones sowie deren Recycling. In dem kurzen Video „Telekom Netz Tour 2018: Zerstören für die Nachhaltigkeit“ erklären wir zudem, wie wir Smartphones recyceln und wiederverwerten.

Cornelia Szyszkowitz

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Comfort Charge: Ausbau der Lade-Infrastruktur für Elektroautos

Seit Herbst 2018 treiben wir mit unserer Tochterfirma Comfort Charge den Ausbau unseres deutschen Ladenetzes für Elektroautos voran: Wir rüsten Teile der vorhandenen Telekommunikationsinfrastruktur zu Ladestationen auf. Dazu nutzen wir vor allem die Stromversorgung unserer für Festnetz- und Internet-Verbindungen nötigen Kabelverzweiger. Die „grauen Kästen“ am Straßenrand, die im Rahmen des Breitbandausbaus eine eigene Stromversorgung und eine digitale Messstelle erhalten haben, können relativ leicht um Ladestellen ergänzt werden. Diese nachhaltige Nutzung bereits vorhandener Infrastruktur erspart zusätzliche Aufbauten im Stadtbild und ermöglicht eine rasche Realisierung. Pro Ladestelle können zwei Fahrzeuge über einen Ladestecker Typ 2 mit jeweils 11 kW versorgt werden. Diese „Destinationsladestellen“ bieten innerhalb einer Stunde genug Strom für eine Reichweite von 50 bis 75 Kilometern – je nach Fahrzeugtyp. Während wir 2019 erste Destinationsladestellen in ausgewählten Städten errichten, bauen wir seit Herbst an Netzknotenpunkten bereits ein deutschlandweites Schnellladenetz mit Ladeleistungen jenseits 100 kW, das bereits fit für die nächsten Fahrbatterie-Generationen ist. Der für unser Ladenetz zusätzlich benötigte Strom stammt aus erneuerbaren Energiequellen.

An unseren Ladestellen in Deutschland ist der reguläre Preis pro Minute einheitlich, wobei schnelles Laden wegen der höheren Errichtungskosten rund ein Drittel teurer ist als normales Laden.

Comfort Charge: Ausbau der Lade-Infrastruktur für Elektroautos

Nachhaltigere SIM-Karten aus dem Supermarkt

Kunden, die beim Supermarkteinkauf auf Nachhaltigkeit Wert legen, können seit 2018 bei EDEKA auch nachhaltigere Mobilfunk-SIM-Karten erwerben. Der neue „EDEKA smart“-Mobilfunk-Tarif, den die Telekom und EDEKA im Rahmen einer strategischen Partnerschaft entwickelt haben, bietet verschiedene Nachhaltigkeitsvorteile: Dazu gehören ein kleinerer Kartenträger für die SIM-Karte, der 50 Prozent Material spart, und eine Verpackung, die klimaneutral auf Graspapier gedruckt wird. Dieses Papier besteht je zur Hälfte aus sonnengetrocknetem Gras und Altpapier. Bei der Produktion dieser Gras-Verpackung – die übrigens komplett ohne Prozesschemikalien abläuft – werden bis zu 75 Prozent CO2-Emissionen eingespart. Pro verkauftem Startset wird zudem das Waldschutzprogramm des WWF mit einem Euro unterstützt. Sollte das eigene Handy später einmal kaputtgehen, können „EDEKA smart“-Kunden ihr Gerät vergünstigt reparieren lassen. Falls eine Reparatur nicht mehr sinnvoll ist, können gebrauchte Handys und nicht benötigte SIM-Karten kostenlos an das Telekom Recycling Center gesandt werden. Damit haben wir zusätzlich zu unseren verschiedenen Abgabemöglichkeiten und Sammelaktionen, über die wir im CR-Bericht informieren, eine weitere Anlaufstelle zur Rückgabe von Mobilgeräten geschaffen.

Mit der Verkleinerung von SIM-Karten-Trägern haben wir im Unternehmen bereits im Jahr 2017 begonnen. 2018 konnten wir im Konzern 1,4 Tonnen Plastik einsparen. Für 2019 rechnen wir mit Einsparungen über 17 Tonnen. 

Kleidung, die verbindet

Kleidung hat viele Funktionen: Sie soll uns wärmen, unserer Figur und unserem Typ schmeicheln und manchmal auch ein Statement sein. Aber Kleidung kann noch mehr. In Zukunft wird sie uns zum Beispiel dabei helfen, ein gesünderes Leben zu führen. Oder sie verwandelt den Gedanken der Inklusion in Stoff und Garn. 

Wie das aussehen könnte, zeigen die Designerinnen von „Project Love“. Sie verhelfen Menschen, deren Körper nicht den „Normalmaßen“ entsprechen, zu perfekt sitzender, modischer Kleidung. Mithilfe von Bodyscannern, 3D-Druckern und klassischen Nähmaschinen stellen sie maßgefertigte Kleidungsstücke her. Einem anderen wichtigen Thema widmen sich die beiden deutschen Designerinnen von „Smart Orthosis“. Sie haben ein Top entwickelt, das Rückenschmerzen lindert. Das Oberteil ist mit Heizflächen und Vibrationselementen ausgestattet. Auf diese Weise korrigiert es die Haltung seines Trägers und reduziert Schmerzen. Das Top kann über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und über eine App img gesteuert werden. 

Die Telekom möchte Ideen an der Schnittstelle zwischen Technologie und Fashion fördern. Deshalb haben wir 2016 zusammen mit Partnern das Programm „Fashion Fusion“ ins Leben gerufen. Im Rahmen des Programms fand 2018 zum dritten Mal ein Ideenwettbewerb statt, der sich an Start-ups und junge Unternehmer aus den Bereichen Mode, Technologie und Produktdesign – wie „Project Love“ oder „Smart Orthosis“ – richtet. Teilnehmer des Wettbewerbs hatten die Möglichkeit, Prototypen zu ihren Ideen zu entwickeln. Dafür erhielten sie die notwendigen Arbeitsmaterialien und konnten auf Expertenwissen zurückgreifen. 2018 wählte eine hochkarätige Jury im Rahmen der Berliner Fashion Week aus acht Finalisten drei Siegerteams aus.

Zukunftsfähiges Produkt- und Verpackungsdesign

Wir möchten unsere Produkte – von der Verpackung bis zum Endgerät – so nachhaltig und ressourcenschonend wie möglich gestalten. Ein Beispiel hierfür ist der neue Router Speedport Pro. Sein Innenleben besteht aus recyceltem Kunststoff. Um ihn beim Transport zu schützen, nutzen wir zudem „PaperFoam“ – ein Material, das aus industrieller Stärke, Cellulose-Fasern und Wasser hergestellt wird und im Papiercontainer oder auf dem Kompost entsorgt werden kann. Durch die weiche Oberfläche des Materials können wir bei der Verpackung des Speedport Pro auf eine zusätzliche schützende Hülle verzichten. Der Router kommt im Laufe des Jahres 2019 auf den Markt.

Der Einsatz nachhaltiger Materialien und Prozesse im Rahmen des Produktdesigns ist meist mit höheren Kosten verbunden. Dies ist insbesondere bei Produkten kritisch, bei denen unsere Kundinnen und Kunden nur wenig Bereitschaft haben, mehr Geld dafür auszugeben. In diesen Fällen gilt es daher, Kompromisse zu finden: zwischen unserem Nachhaltigkeitsanspruch auf der einen und wirtschaftlichen Zwängen auf der anderen Seite.