Telekom Logo
  • Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.
  • Corporate Responsibility Bericht 2018
Corporate Responsibility Bericht 2018

Kreislaufwirtschaft & Ressourceneffizienz

Hier findet sich eine Auswahl relevanter Inhalte aus dem CR-Bericht 2018. Mehr Informationen befinden sich in den Kapiteln KundenLieferanten und Klima & Umwelt.

Neue konzernweite Initiative: „Stop Wasting – Start Caring!“

Unser Beitrag zu den SDG

Mit der von Vorstandsvorsitzendem Timotheus Höttges ins Leben gerufenen Initiative „Stop Wasting – Start Caring!“ wird das langjährige, konzernweite Engagement für Ressourceneffizienz unter ein neues Dach gestellt. Ziel ist es, Ressourcen wie Plastik, Papier und Verpackungen entweder zu vermeiden oder durch umweltschonende Alternativen zu ersetzen. Ist das nicht möglich, sollen diese Materialien möglichst effizient genutzt und dann wiederverwertet werden. Damit leisten wir auch einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.
Der Startschuss für die Initiative fiel im September 2018. Mittlerweile haben wir fast 100 Botschafter sogenannte „Green Pioneers“ bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns in Deutschland gewonnen und viele weitere Unterstützer.

Im Rahmen von „Stop Wasting – Start Caring!“ haben sich bereits mehrere fachliche Arbeitsgruppen gebildet. Sie behandeln die relevanten Themen wie „Nachhaltiges Endgerätedesign“, „Nachhaltige Verpackung“ sowie „Logistik“, „Catering“ und „Green Point of Sale“.

Neben den Arbeitsgruppen gibt es noch einen zweiten Strang von „Stop Wasting – Start Caring!“: das interne Botschafterprogramm „Green Pioneers“. In diesem Rahmen diskutieren und präsentieren umweltbewusste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestehende sowie neue innovative Beiträge zur Ressourceneffizienz, auch im internen sozialen Netzwerk You and Me (YAM). Sie teilen ihre Erfahrungen, organisieren Maßnahmen, schließen sich bereichsübergreifend in Projekten zusammen oder treten den bereits bestehenden fachlichen Arbeitsgruppen bei. Ziel dieses internen Botschafterprogramms ist die Förderung eines tiefgreifenden Umdenkens im Hinblick auf verantwortungsvolles Wirtschaften und Handeln in allen Konzernbereichen.

Beispiele für erste Maßnahmen
Gemeinsam mit unserem Kantinenbetreiber Sodexo konnte die Fachgruppe „Catering“ bereits einen ersten Erfolg verzeichnen: Deutschlandweit verbannen wir Strohhalme und Plastiklöffel komplett aus den Kantinen; zum Umrühren von Kaffee und Co. kommen nur noch Metalllöffel zum Einsatz. Außerdem wurden Serviettenspender aufgestellt, um den Serviettenverbrauch zu reduzieren. Bis Juni 2019 statten wir zunächst die Kaffeeküchen an unseren größten deutschen Standorten mit Wasserspendern aus, später sollen weitere Standorte folgen. Und um Einwegkaffeebecher abzuschaffen, testen wir seit Ende 2018 in den Kantinen zweier Standorte die Mehrwegbecher von reCup. Im Bereich Logistik setzen wir uns beispielsweise für weniger Plastik in Schutzverpackungen, weniger Retouren und einen niedrigeren Papierverbrauch ein, zum Beispiel durch sogenannte Print-on-Demand-Lösungen und eine stärkere Nutzung digitaler Dokumente. Experten des Produkt- und Verpackungsdesigns streben an, vermehrt recycelten Kunststoff in Produkten wie Routern oder Telefonen einzusetzen. Dass wir hier schon auf einem guten Weg sind, zeigt das Beispiel des Routers Speedport Pro. Für dessen Herstellung nutzen wir recycelten Kunststoff. Ein weiteres Beispiel ist der Versand unserer Media Receiver, bei dem nun weniger Plastik in der Schutzverpackung verwendet wird. Mehr dazu im Kapitel Kunden und Produkte.
Künftig möchten wir im Rahmen von „Stop Wasting – Start Caring!“ Schritt für Schritt weitere Projekte starten und die Reichweite bestehender Projekte vergrößern. Die Initiative wurde auch den Landesgesellschaften vorgestellt, sodass sie auch dort mit dem jeweiligen lokalen Fokus etabliert werden kann.

Die „Stop Wasting – Start Caring!“-Initiative in unseren Landesgesellschaften

Stop Wasting – Start Caring!

Maßnahmen zur Rückgabe von Mobilgeräten in Deutschland

Unser Beitrag zu den SDG

Die Recycling- und Weiternutzungsquote für elektronische Kleingeräte ist in Deutschland zu niedrig. Zu viele gebrauchte Handys, Smartphones und Tablets liegen in Schubladen oder werden illegal im Hausmüll entsorgt. Sie sollten jedoch neu aufbereitet und weiterverwendet oder dem fachgerechten Recycling zugeführt werden. So können wertvolle Ressourcen eingespart werden. Schon seit 2003 bieten wir dafür verschiedene Abgabemöglichkeiten an. Kunden können seit 2013 ihre gebrauchten hochwertigen Handys und Smartphones in den Telekom Shops ankaufen lassen. Für den Gegenwert des Geräts erhalten sie einen Gutschein, der im Telekom Shop beim Kauf eines neuen Geräts eingelöst werden kann, oder der Betrag wird auf das Kundenkonto überwiesen. Über ein 2016 geschaffenes Ankaufportal für Geschäftskunden können diese ihre gebrauchten Handys und Smartphones einsenden. Nachdem der Wert ermittelt wurde, kann dieser ausbezahlt oder an gemeinnützige Organisationen gespendet werden. Gemeinsam mit dem Unternehmen Teqcycle Solutions betreiben wir zudem das Online-Portal Handysammelcenter. Behörden, Vereine und andere Organisationen haben die Möglichkeit, über das Portal Sammelaktionen zu starten, bei denen gebrauchte Handys und Smartphones gespendet werden. Die Website bietet eine Übersicht über diese Partner und die durchgeführten Sammelaktionen. Im Berichtszeitraum fanden Aktionen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen statt. Ende des Jahres spendeten wir aus den Erlösen aus dem Recycling und der Weiternutzung gesammelter Geräte an das Netzwerk Entwicklungspolitik Saarland e.V. und an das Museum „Natur und Mensch“ der Stadt Freiburg, um so Bildungsprojekte zu unterstützen.

2018 nahmen wir deutschlandweit genau 187 028  gebrauchte Mobiltelefone und Smartphones zurück und führten diese einer Weiterverwendung oder dem fachgerechten Recycling zu. Bei der Handy-Rücknahme setzen wir einen Datenlöschprozess ein, der von der DEKRA zertifiziert ist und hohe Datenschutzanforderungen erfüllt. Defekte Handys oder Geräte, bei denen die zertifizierte Datenlöschung zu aufwendig wäre, recyceln wir mit modernen Verfahren fach- und umweltgerecht im Telekom Recycling Center. Bis zu 100 Prozent der Materialien lassen sich danach ein weiteres Mal verwenden – als recycelte Metalle oder zur Energieerzeugung.

Das Verhältnis zwischen in den Markt gebrachten und zurückgenommenen Mobiltelefonen bilden wir mit unserem ESG KPI img Rücknahme Mobilgeräte ab. Im Jahr 2018 wurden konzernweit (ohne T-Mobile US, AMC, Maktel, Crnogorski Telekom) über 368 000 Mobilgeräte zurückgenommen.

Unterstützung verschiedener Sammelaktionen
Wie in den Vorjahren haben wir auch 2018 die Kampagne „Die Handy-Aktion“ verschiedener kirchlicher Akteure in Baden-Württemberg unterstützt. Die Partner der Aktion haben gemeinsam mit dem Umweltministerium Baden-Württemberg eine große Anzahl von Maßnahmen im Bildungsbereich durchgeführt. So haben sie den „Handy-Rohstoffkoffer“ gemeinsam mit der Deutschen Rohstoffagentur neu aufgelegt und an Schulklassen und Jugendgruppen verliehen. Er enthält verschiedene Mineralien, die in Handys verbaut sind. Mit begleitenden Lernmaterialien können Lehrer ihre Schüler darüber aufklären, welche Bedeutung die Rohstoffe in Smartphones haben.

Die Rücknahmekampagne „Verantwortung und Nachhaltigkeit. Mach mit!“ im Saarland, die wir bereits 2014 unterstützt haben, wurde 2018 in „Handy-Aktion Saarland“ umbenannt. Wir sind weiterhin Kooperationspartner der Kampagne, die unter anderem spezielle Unterrichtsangebote zum Thema Handy-Rücknahme und Ressourceneffizienz umfasst. Einen weiteren Schwerpunkt bilden gemeinsame Handy-Sammel-Aktionen mit saarländischen Unternehmen und Institutionen.

Aufklärung und Recycling zum Weltumwelttag
Im Rahmen des Weltumwelttags haben wir unsere Kunden im Juni 2018 über eine nachhaltige Smartphone-Nutzung sowie das Recycling gebrauchter Geräte informiert. Auf einer Sonderwebsite zum Weltumwelttag konnten sie sich beispielsweise darüber informieren, wie sich die Lebensdauer eines Smartphones verlängern lässt und bei welchen Sammelstellen sie ihr Gerät am Ende seines Lebenszyklus abgeben können, damit es repariert oder recycelt wird. Die Tipps wurden vom Service „Computerhilfe“ der Deutschen Telekom zusammengetragen und zusätzlich in einer leicht verständlichen Infografik angeboten. Diese beinhaltet unter anderem aktuelle Zahlen und Fakten zu wertvollen Ressourcen in Smartphones sowie deren Recycling. In dem kurzen Video „Telekom Netz Tour 2018: Zerstören für die Nachhaltigkeit“ erklären wir zudem, wie wir Smartphones recyceln und wiederverwerten.

Cornelia Szyszkowitz

Sie haben Fragen zu diesem Thema?
Fragen Sie unsere Expertin:

Cornelia Szyszkowitz

So sparen wir Ressourcen und schützen die Umwelt

Mit unserem Managementsystem für Gesundheits-, Arbeits- und Umweltschutz („Health, Safety and Environment“, HSE img) verpflichten wir uns, unsere Leistungen in diesen Bereichen kontinuierlich zu verbessern. Es beruht auf den internationalen Standards ISO 45001 für Arbeits- und Gesundheitsschutz und ISO 14001 img für Umweltmanagement. Darüber hinaus haben wir im Mai 2018 eine neue Umweltrichtlinie veröffentlicht, welche die bestehenden und konzernweit gültigen Selbstverpflichtungen zusammenfasst und ergänzt. Die Richtlinie ist auf unserer Konzern-Website abrufbar.

Als Dienstleistungsunternehmen haben wir einen deutlich geringeren Ressourceneinsatz als produzierende Unternehmen. Der Ressourcenverbrauch für die Herstellung und Nutzung unserer Produkte findet in vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen statt – bei unseren Lieferanten und Kunden. Innerhalb unserer Wertschöpfungskette setzen wir uns für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen ein. Das heißt, wir fördern den verantwortungsvollen Rohstoffeinsatz bei unseren Lieferanten und die Wiederverwendung von Materialien bei unseren Kunden. So unterstützen wir in verschiedenen Ländern Handy-Sammel-Aktionen, um wertvolle Ressourcen zurückzugewinnen. Dazu haben wir den ESG KPI img Rücknahme Mobilgeräte etabliert, der die Anzahl in Umlauf gebrachter Mobiltelefone (ohne T-Mobile US) ins Verhältnis zur Anzahl zurückgenommener Altgeräte setzt.

Unser Abfallaufkommen erfassen wir regelmäßig konzernweit. Mit unserem „Internationalen Rahmen für das Abfallmanagement“ stellen wir einheitliche Grundsätze für alle Landesgesellschaften sicher. Auf dieser Basis müssen sie in eigener Verantwortung messbare Ziele festlegen und deren Umsetzung überwachen. Dieses Vorgehen sowie der Verzicht auf quantitative Vorgaben machen es möglich, flexibel auf landes- und unternehmensspezifische Rahmenbedingungen einzugehen.

Mit der neuen konzernweiten Initiative „Stop Wasting – Start Caring!“ bündeln wir bestehende und neue Projekte zur Ressourcenschonung unter einem neuen Dach. Sie stärkt die Bewegung für mehr Nachhaltigkeit im gesamten Konzern.

Auch an unseren Arbeitsplätzen steht Ressourceneffizienz im Vordergrund. Wir verwenden Recyclingpapier, setzen auf den Einsatz energieeffizienter Multifunktionsdrucker und fördern den Einkauf umweltschonenden Büromaterials. Um den Papierverbrauch im Konzern zu senken, bitten wir unsere Mitarbeiter, auf die postalische Gehaltsabrechnung zu verzichten und stattdessen ein „De-Mail-Postfach“ zu nutzen. Rund 20 Prozent der Beschäftigten verzichten bereits auf den Postversand. Diesen Anteil möchten wir in den nächsten Jahren kontinuierlich steigern.

Abfallvermeidung und Recycling

Unser Beitrag zu den SDG

Unser Abfallmanagement ist konzernweit nach einheitlichen Prinzipien organisiert. Die Umsetzung liegt in der Verantwortung der Landesgesellschaften. Auf Konzernebene haben wir kein Ziel zur Reduktion von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen vorgegeben. Vielmehr entwickeln die Landesgesellschaften auf Basis unseres 2013 verabschiedeten „Internationalen Rahmens für das Abfallmanagement“ eigene Abfallstrategien beziehungsweise aktualisieren ihre bereits bestehenden Strategien. Dafür setzen sie sich auch entsprechende Ziele: Im Vordergrund steht dabei die Reduktion gefährlicher Abfälle, zum Beispiel Bleibatterien.

Logistik: Weniger Verpackungsabfälle
Wer kennt es nicht: Man bestellt einen kleinen Gegenstand, geliefert wird er jedoch in einem überdimensionierten Karton, der mit zusätzlichem Material für den sicheren Versand gefüllt ist. Genau für dieses Problem hat die Deutsche Telekom mit ihrem Partner Packsize nun eine Lösung gefunden. Die Firma hat eine Maschine entwickelt, die es ermöglicht, „just in time“ genau die Kartongröße zu produzieren, die für das zu versendende Gut benötigt wird – und das ohne großen Verschnitt. Im Sinne der Ausfallsicherheit werden immer zwei Maschinen parallel betrieben, die mit Endlospappe versorgt werden und einen Versandkarton in rund 10 Sekunden herstellen können. Es stehen unterschiedliche Breiten und Qualitäten der Endlospappe zur Verfügung. Die Maschinen befinden sich seit Ende 2017 im Betrieb. Je nach Belieferungsvariante sparen wir so bis zu 50 Prozent Kartonage und bis zu 95 Prozent Füllmaterial.

Anforderungen an ein konzernweites Kupferkabelrecycling
Kupferkabel waren jahrzehntelang Hauptbestandteil der Telefonleitungen. Sie werden im Rahmen des Glasfaserausbaus teilweise ersetzt. 2016 haben wir deshalb eine konzernweit verbindliche Richtlinie mit Anforderungen an das Recycling von Kupferkabeln eingeführt. Die Richtlinie unterstützt die Landesgesellschaften bei der Wiederverwertung und Entsorgung von Altkabeln.

Methoden zur Wiedergewinnung von Tantal aus Elektroschrott erprobt
Mit der Umstellung auf IP-Technologie und dem Abbau analoger Infrastruktur werden wir in den nächsten Jahren tonnenweise alte Elektronik demontieren. Unser Ziel ist es, wertvolle Metalle wie Gold oder Tantal aus dem anfallenden Elektroschrott zurückzugewinnen. Jedoch gibt es bislang nicht für alle Metalle geeignete Recyclingmethoden. Das in Kondensatoren verarbeitete Tantal wird aus Coltan-Erz gewonnen. Dieses gilt als Konfliktrohstoff. Daher führen wir seit 2013 ein Projekt mit dem bifa Umweltinstitut durch. Das Ziel: die optimale Methode für die Demontage („Entstückung“) und das Recycling von Tantal-Kondensatoren zu entwickeln. Zur Entstückung der Tantal-Kondensatoren wurden unterschiedliche manuelle und automatisierte Methoden erprobt. Auf Basis der Ergebnisse haben wir im Jahr 2016 ein automatisiertes Verfahren ausgewählt: Die Entstückung der Platine erfolgt hierbei mithilfe einer thermischen Behandlung. Um die Methode in den regulären Betrieb zu überführen, ist eine ausreichend hohe Menge an Elektroschrott erforderlich. Die potenziellen Mengen waren bislang zu gering, um die Methode in eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung zu überführen. Die Prüfung auf Wirtschaftlichkeit wird zu gegebener Zeit erneut durchgeführt.

Gemeinsamer Einsatz gegen Konfliktrohstoffe

Die Telekom unterstützt die Responsible Minerals Initiative (RMI), seitdem sie 2008 unter dem Namen Conflict-Free Sourcing Initiative (CFSI) gegründet wurde. Bei der RMI handelt es sich um die größte Initiative der Wirtschaft für verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung. Ihr Ziel ist es, Konfliktrohstoffe zu identifizieren und ihre Gewinnung sowie den Handel mit ihnen zu verhindern.

Die RMI geht auf eine im Jahr 2008 gegründete Arbeitsgruppe der Branchenverbände Global e-Sustainability Initiative und Responsible Business Alliance (Extractives Working Group) zur nachhaltigen Rohstoffgewinnung zurück. Seitdem ist die Zahl der Metallverarbeitungs- und Verhüttungsbetriebe, die sich an der RMI beteiligen, kontinuierlich gestiegen. Insgesamt 258 dieser Betriebe sind nach dem einheitlichen Bewertungsprotokoll auditiert (Stand Dezember 2018).