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Corporate Responsibility Bericht 2018

CR-Controlling und Wirkungsmessung

Das CR-Controlling der Deutschen Telekom übernimmt eine wichtige Funktion bei der Steuerung unserer CR-Aktivitäten. Seit neun Jahren wird das Controlling durch ein IT-basiertes Datenerfassungssystem unterstützt. Das System stellt sicher, dass „Environmental, Social und Governance (ESG img)“-Daten und -Kennzahlen zeitgerecht und transparent erfasst sowie berichtet werden können. Es unterstützt einheitliche und verbindliche Abläufe auf Konzern- und Landesebene und ermöglicht konzerninterne Vergleiche („Benchmarks“). Durch die IT-Unterstützung können wir uns auf die inhaltliche Analyse der ESG-Daten konzentrieren und frühzeitig erkennen, inwieweit wir unsere CR-Ziele erreicht haben und ob wir gegebenenfalls nachsteuern müssen. 

Wir nutzen die ESG-Daten vor allem zur Berechnung relevanter Kennzahlen und unserer ESG KPI, mit denen wir unsere CR-Leistung konzernweit messen und steuern. Diese Informationen werden im Kennzahlenkapitel sowie im interaktiven Kennzahlentool des CR-Berichts veröffentlicht.

Unser Kennzahlensystem entwickeln wir auf Basis interner und externer Anforderungen stetig weiter. So haben wir 2018 unsere Berichterstattung zum Thema „Smart Innovation" nochmals erweitert.

Darüber hinaus analysieren wir seit 2015 die gesellschaftlichen Auswirkungen unseres unternehmerischen Handelns. Nachfolgend beschreiben wir unseren allgemeinen Ansatz sowie die Ergebnisse der Wirkungsmessung ausgewählter Themenfelder.

Silke Thomas

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Silke Thomas

ESG Key Performance Indikatoren

ESG img KPIs (Key Performance Indikatoren) dienen als Steuerungsinstrumente für unser CR-Engagement. Sie ermöglichen uns eine kontinuierliche Verbesserung unserer Leistungen. Aufgrund ihrer Relevanz für unsere Wertschöpfung sind sie auch Bestandteil der Geschäftsberichterstattung in der „nichtfinanziellen Erklärung”.

Zur Steuerung unserer CR-Leistung nutzen wir 13 konzernweit gültige Kennzahlen:

Alle Landesgesellschaften der Telekom, die sich an der CR-Datenerfassung beteiligen, sind dazu verpflichtet, die konzernweiten ESG KPIs zu erheben. Diese Landesgesellschaften repräsentieren 99 Prozent des Konzernumsatzes.

ESG KPIs decken Kapitelarten ab
Im Sinne einer integrierten Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung bilden die KPIs alle sechs Kapitalarten und damit die tragenden Elemente des nachhaltigen Unternehmenswerts ab (siehe Grafik).

Kapitalarten

Silke Thomas

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Berichterstattung der ESG KPIs im Geschäftsbericht

Bereits seit 2011 berichten wir ausgewählte ESG KPIs in unserem Geschäftsbericht. Die folgenden Kennzahlen haben wir 2017 im Rahmen unserer zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung veröffentlicht. Eine detaillierte Beschreibung jedes KPIs befindet sich im Kennzahlenteil.

  • ESG KPI img Nachhaltiges Investment (SRI img)
  • ESG KPI Nachhaltiger Einkauf
  • ESG KPI Anteil Umsatz mit Nachhaltigkeitsbezug
  • ESG KPI Energy Intensity
  • ESG KPI Carbon Intensity
  • ESG KPI Erneuerbare Energien
  • ESG KPI Power Usage Efficiency Deutschland
  • ESG KPI Enablement Factor Konzern DT in Deutschland
  • ESG KPI Community Investment
  • ESG KPI Beneficiaries
  • ESG KPI Medienkompetenz

Wirkungsmessung und -steuerung

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die positiven gesellschaftlichen Auswirkungen unserer Produkte, Lösungen und Maßnahmen stetig zu vergrößern und ihre negativen Auswirkungen zu minimieren. Seit 2015 machen wir im Rahmen unserer Berichterstattung unseren Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDG) sichtbar. Damit erfüllen wir auch die Erwartungen unserer externen Stakeholder img.

2018 haben wir damit begonnen, einen übergreifenden Ansatz zu entwickeln, um die Wirkung unseres Handelns noch genauer messen zu können – unseren sogenannten Blueprint. Mithilfe dieses sechsstufigen Schemas können wir die Wirkung unserer Maßnahmen ermitteln und die von uns verursachten Veränderungen identifizieren. Darüber hinaus wird uns der Blueprint künftig ermöglichen, Wirkungszusammenhänge zu erkennen und diese zu bewerten.

Die Entwicklung des Blueprint sowie die Wirkungsmessung wesentlicher Kernthemen erfolgte mit der Unterstützung externer Experten. Damit unser Blueprint auch weiteren Anforderungen genügt, haben wir zusätzlich einen begleitenden Dialog mit Stakeholdern aus den Bereichen Finanzen, Wissenschaft, Menschenrechte und Umwelt durchgeführt. Dabei haben wir die Experten zunächst zu ihrer Erwartungshaltung und zu ihren Erfahrungen in Bezug auf unternehmerische Wirkungsmessung befragt. Die Ergebnisse sind in die Entwicklung des Blueprint eingeflossen. In den abschließenden Gesprächen haben wir den Stakeholdern den Blueprint vorgestellt, ihn gemeinsam diskutiert und nochmals konkrete Anregungen aufgegriffen.

Um Transparenz und Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen, nutzen wir für die Beschreibung unserer Wirkungsbeiträge externe Rahmenwerke. Dazu gehören zum Beispiel die Sustainable Development Goals (SDG) sowie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.

Bei der Wirkungsmessung wird zunächst die SDG-Wirkung eines Projekts, Produkts oder einer Maßnahme betrachtet, zum Beispiel welche positiven ökologischen Auswirkungen die Umstellung von Papierrechnungen auf „Rechnung Online“ auf die relevanten SDGs hat. Die Ergebnisse nutzen wir sowohl zur internen Steuerung der analysierten Maßnahme, des Projekts oder Produkts als auch für die Kommunikation.

Darüber hinaus können wir die SDG-Wirkung auch aus globaler Perspektive betrachten. Für die oben genannte Maßnahme würden wir beispielsweise analysieren, wie groß der Anteil der Telekom am globalen Papierverbrauch ist.

Im vergangenen Jahr haben wir mit Blick auf unsere Wesentlichkeitsanalyse eine Wirkungsmessung für verschiedene Maßnahmen und Produkte durchgeführt. Dabei haben wir jeweils geeignete Methoden und Ansätze genutzt. Wichtig ist, dass diese nachvollziehbar sind, auf robusten Daten und Annahmen beruhen und für mehrere Jahre gültig sind. Auch die klare Beschreibung der Ausgangssituation („Baseline“) ist entscheidend, um die konkrete Wirkung zu bewerten. Die Ergebnisse können dabei sowohl qualitativer als auch quantitativer Art sein.

In den folgenden Abschnitten präsentieren wir einige Ergebnisse unserer Wirkungsmessung, beispielsweise für die Umstellung auf Online-Rechnungen, den Ausbau der Netzinfrastruktur, eine Initiative für Menschenrechte, den Einsatz von umweltfreundlichem Verpackungsmaterial sowie für unsere Maßnahmen zur Stärkung der Medienkompetenz.

Wirkungsmessung: „Breitbandausbau“

Mit dem Breitbandausbau haben wir 2018 erneut eines unserer Kernthemen unter die Lupe genommen. Dabei konnten wir unsere bisherigen Ergebnisse bestätigen. Zudem haben wir insbesondere unsere Auswirkungen auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen präzisiert.

Der Breitbandausbau hat in vielen Bereichen eine positive Wirkung auf die Gesellschaft und leistet einen Beitrag dazu, die SDGs zu erreichen: Eine verbesserte Netzabdeckung (SDGs 9 und 17) kann neue Arbeitsplätze schaffen, zum Beispiel durch vermehrte Unternehmensgründungen (SDG 8). In der Folge steigen auch Einkommen und das Bruttoinlandsprodukt. Außerdem schafft der Netzausbau die Grundlage für viele weitere positive Effekte, zum Beispiel einen besseren Zugang zu digitalen Dienstleistungen, etwa im Bildungs- und Gesundheitsbereich (SDGs 3, 4 und 10).

Durch den notwendigen Tiefbau im Rahmen der Ausbauphase der Infrastruktur kommt es zwischenzeitlich und einmalig auch zu einigen gegenläufigen Umweltwirkungen. Der Betrieb unserer Netzinfrastruktur kann zudem zu einem höheren Energiebedarf führen. Um diesen Effekt abzuschwächen, bauen wir unser Netz energieeffizient aus und nutzen zunehmend erneuerbare Energien (SDG 7). Damit überwiegen langfristig deutlich die positiven Auswirkungen.

Wirkungsmessung: „Online-Rechnungen“

Die Virtualisierung img – also der Ersatz von physischer Infrastruktur durch digitale Lösungen – ist ein Kernthema unserer Branche. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig und bieten dabei auch Nachhaltigkeitschancen. Die schrittweise Umstellung von Print- auf Online-Rechnungen bei der Deutschen Telekom haben wir mit unserem neuen Wirkungsmessungsansatz genauer analysiert.

Sowohl für Papier- als auch für Online-Rechnungen wurde die gesamte Wirkungskette betrachtet. Der Vergleich zeigt, dass die negativen Umweltwirkungen von Online-Rechnungen deutlich niedriger ausfallen (> 50 %), vor allem durch den geringeren Verbrauch von Papier und Tinte sowie durch rückläufige Logistikleistungen. Besonders deutlich sind die positiven Effekte auf die SDGs 3, 6, 7, 8, 9, 11, 12, 13 und auch 14.

Gegenläufige Effekte, etwa Umsatzeinbußen für die Holz- und Papierindustrie sowie die Logistikbranche, haben wir ebenfalls betrachtet. Sie fallen jedoch weniger ins Gewicht als die positiven Effekte; zudem sind sie Teil des übergreifenden strukturellen Wandels hin zu mehr Digitalisierung.

Wirkungsmessung: „Umweltbewusste Verpackungen“

Ressourceneffizienz ist schon lange ein Kernthema der ökologischen Nachhaltigkeit. Aktuell stößt besonders das Thema „Plastik und Verpackung“ auf ein hohes gesellschaftliches Interesse. Unternehmensintern macht dies auch unsere neue Initiative „Stop Wasting – Start Caring!“ deutlich.

Mithilfe unseres neuen Wirkungsmessungsansatzes haben wir analysiert, welche Auswirkungen die für 2019 geplante Verpackungsoptimierung bei einem unserer Kernprodukte hat (Materialreduktion und Umstellung auf alternative Verpackungsmaterialien).

Insgesamt werden durch die Umstellung neun der 17 SDGs positiv beeinflusst. Deutlich zeigt sich besonders die Wirkung auf spezifische Unterziele der SDGS 6, 12, 13, 14 – etwa durch verringerte Wasserbelastung und CO2-Emissionen sowie geringeren Plastikverbrauch.

Wirkungsmessung: Unser Beitrag zur Einhaltung von Menschenrechten

Die Einhaltung der Menschenrechte ist ein wesentliches Thema für uns, unsere Kunden, Investoren und die Gesellschaft. Im Rahmen unserer Wirkungsmessung betrachten wir das Thema in unserem Konzern und in unserer Lieferkette.

Das folgende Schaubild zeigt, welche positive Wirkung unser Engagement für Menschenrechte sowohl in unserer Wertschöpfungskette also auch in der Gesellschaft erzielen kann.

Auswirkungen auf Menschenrechte

Reduktion von Arbeitszeiten in Brasilien
2018 wurde ein „Human Rights Impact Assessment“ bei der Geschäftseinheit in Brasilien durchgeführt. Dabei wurde das Thema „Arbeitszeiten“ als relevant erkannt.

Infolge der Überprüfung haben wir Verbesserungsmaßnahmen vereinbart. Unsere diesbezügliche Wirkungsmessung betrachtet die Zusammenhänge zwischen Arbeitszeiten und psychischen und physischen Belastungen sowie der Unfallquote, Produktivität und Work-Life-Balance. Sie zeigt Chancen auf, dass unsere Human Rights Assessments und die daraus resultierenden, geplanten Verbesserungsmaßnehmen über die Belegschaft hinaus auch eine positive Wirkung auf die lokale Gemeinschaft haben können. Insbesondere den positiven Einfluss auf die SDGs 3 und 8 sowie auf die Empfehlungen des United Nations Office of the High Commissioner for Human Rights konnten wir nachvollziehbar machen.

Wirkungsmessung: Medienkompetenz

Im Themenfeld Medienkompetenz haben wir unsere Initiative „Teachtoday“ analysiert. Sie umfasst eine Online-Plattform sowie jährliche Wettbewerbe und Konferenzen zum Thema Mediennutzung für Kinder und Jugendliche. Die Lernmethoden, die bei „Teachtoday“ zum Einsatz kommen, berühren mehrere Sinne. Laut unseren Ergebnissen, die wir gemeinsam mit den Wirtschaftsprüfern von PwC ermittelt haben, sind solche Methoden mehr als doppelt so wirksam wie Lernformen, die nur einen Sinn ansprechen. Die Gesellschaft profitiert also doppelt von unseren Ausgaben für spezifische Maßnahmen im Bereich Medienkompetenz (SDG 4).