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  • Corporate Responsibility Bericht 2018

Smart Cities: Innovative Lösungen für intelligente urbane Räume

Unser Beitrag zu den SDG

Ein Großteil der weltweiten CO2-Emissionen entsteht in Städten – ein Effekt, den die zunehmende Urbanisierung noch verstärkt. Gleichzeitig können Städte aber auch Treiber und Ausgangspunkt einer nachhaltigen Entwicklung sein. Neue Angebote wie Car- und Bike-Sharing oder Maßnahmen wie die Einrichtung von Umweltzonen tragen dazu bei, CO2-Emissionen zu reduzieren. Dies allein reicht jedoch noch nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen, die sich die Weltgemeinschaft im Pariser Klimaabkommen gesetzt hat. Smart-City-Konzepte bieten hier Chancen für weitere, dringend benötigte Effizienzsteigerungen. Die Deutsche Telekom bietet in diesem Rahmen verschiedene eigene Lösungen an sowie Produkte, die gemeinsam mit Partnern entwickelt wurden. Dazu zählen beispielsweise die Park-App img „Park and Joy“, die die Parkplatzsuche verkürzt, smarte Straßenbeleuchtung, die den Stromverbrauch senkt, oder vernetzte Abfallcontainer, mit denen sich Leerfahrten der Müllabfuhren vermeiden lassen.

Ausgehend von einem der ersten Smart-City-Projekte, der T-City Friedrichshafen, haben sich unsere Aktivitäten in diesem Kontext weiterentwickelt. Im Jahr 2016 erfolgte die Beteiligung an der EU-Initiative „mySMARTLife“, 2017 die Gründung des europäischen „Smart Solutions Centers“ und 2018 die segmentübergreifende Initiative „Leveraged Smart Cities“ mit dem Ziel, die Aktivitäten zu bündeln. Bereits in 18 Städten in zehn europäischen Ländern haben wir die Umsetzung von Smart-City-Lösungen unterstützt.

Partnerschaft mit Smart-City-Programm der Vereinten Nationen
2018 sind wir eine Partnerschaft mit dem „United Smart Cities“-Programm der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) eingegangen. In diesem seit 2014 laufenden Programm werden bestehende „Smart City“-Ansätze global vernetzt. Das Programm hilft Städten und weiteren Akteuren dabei, zusammenzuarbeiten, Lösungsbeispiele auszutauschen und „Smart City“-Projekte voranzutreiben. Auf diese Weise soll unter anderem ein Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals geleistet werden. Wir unterstützen das Programm mit unserer Expertise in Sachen Vernetzung und Smart Solutions.

Digitale Städte und Regionen: Gemeinsame Arbeit an Herausforderungen
Gemeinsam mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) haben wir im Frühjahr 2018 die Initiative „Digitale Städte & Regionen“ ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist es, gemeinsam die Digitalisierung in Kommunen voranzubringen und dazu intelligente Lösungen zu entwickeln. Dabei stehen die Verbesserung der Lebensqualität und der Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort an erster Stelle. Mehr als 23 Städte und Gemeinden beteiligten sich an der Entwicklungsarbeit. Für die Zukunft ist geplant, einzelne Aspekte einer digitalen Stadt in vierteljährlich stattfindenden „Design-Sprints“ zu betrachten und dort konkrete Lösungen zu entwickeln.

„mySMARTLife“ in Hamburg
Die Stadt Hamburg hat 2016 gemeinsam mit den Städten Nantes und Helsinki den Zuschlag für das EU-Leuchtturmprojekt „mySMARTLife“ erhalten. Bis 2021 werden zahlreiche Maßnahmen realisiert, die die Transformation zur „Smart City“ einleiten sollen. Kernthemen dieser Leuchtturmprojekte sind der vermehrte Einsatz von erneuerbaren Energien, klimafreundliches Wohnen sowie klimaschonende Mobilität. Beispielsweise soll im Projektgebiet Hamburg-Bergedorf der Einsatz von Elektrofahrzeugen gefördert werden. Auch intelligente Straßenlaternen kommen zum Einsatz. Alle Projekte werden durch eine aktive Bürgerbeteiligung begleitet. Hinter dem Hamburger Projektantrag stehen insgesamt 14 Partner, darunter neben uns auch der Bezirk Bergedorf, die HafenCity Universität, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Stromnetz Hamburg, die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein und Volkswagen. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont 2020“ der Europäischen Union. Die Projektergebnisse werden mit anderen Leuchtturmprojekten in der EU verglichen. Außerdem wird geprüft, welche Maßnahmen in den Folgestädten des Projekts „mySMARTLife“ – Varna (Bulgarien), Bydgoszcz (Polen), Rijeka (Kroatien) und Palencia (Spanien) – übernommen werden können.

Digitalstadt Darmstadt
Im Juni 2017 gewann Darmstadt den Wettbewerb „Digitale Stadt“. Ziel des vom Bitkom ausgelobten Wettbewerbs ist es, eine digitale Vorzeigestadt in Deutschland und Europa zu entwickeln. Darmstadt setzte sich gegen die Konkurrenten durch und setzt seitdem im Programm #Digitalstadt Darmstadt verschiedene Lösungen um, mit denen die Stadt nachhaltiger, ressourcenschonender und lebenswerter werden soll. Die Deutsche Telekom unterstützt unter anderem mit Vernetzungslösungen, Sensoren zum Messen der Luftqualität, intelligenten Parksensoren sowie mit Infrastruktur für den Betrieb von autonomen Straßenbahnen.

Smart City Bonn
In Bonn haben wir Ende 2017 damit begonnen, Straßenlaternen und Abfallcontainer mit intelligenten Sensoren zu vernetzen und die Luftqualität zu messen. Die Straßenlaternen sind dimmbar und werden mithilfe von Bewegungsmeldern automatisch heller, wenn sich Fußgänger nähern. Außerdem erhalten die Stadtwerke eine Meldung, wenn eine Birne ausgetauscht werden muss. Die Technik spart im Durchschnitt bis zu 60 Prozent der Betriebskosten für Straßenlaternen. Zusätzlich messen wir in einigen Wertstoffcontainern mit installierten Sensoren den Füllstand. Der städtische Abfallbetrieb muss dann erst ausrücken, wenn die Container tatsächlich voll sind. Ein weiterer Sensor misst in der Innenstadt die Luftqualität. Auch die dazugehörige Software zur Auswertung stellen wir zur Verfügung.

„Smart Cities“-App
Bis 2022 müssen in Deutschland Standard-Verwaltungsdienstleistungen wie der Antrag für den Führerschein oder Passdokumente online verfügbar sein – das fordert das Onlinezugangsgesetz. Die Telekom und der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützen Verwaltungen bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Angebote. Diese sollen möglichst einfach, bürgerfreundlich und standardisiert sein.

Mit dem 2018 vergebenen Auftrag an die Deutsche Telekom legt die Stadt Monheim am Rhein mit ihrem Monheim-Pass den Grundstein. Die App bündelt digitale Services für den öffentlichen Sektor wie Ummeldung oder Führerscheinanträge und soll zukünftig beispielsweise auch die Nutzung von Mobilitätsangeboten wie Car- und Bike-Sharing ermöglichen. Außerdem bietet die App Informationen zum Freizeitangebot vor Ort. 

Entwicklergemeinschaft für „Smarte Städte und Gemeinden“
Anlässlich der Telekommunikationsmesse „Mobile World Congress“ rief die Telekom im Februar 2019 Städte und Gemeinden auf, sich an einer Entwicklergemeinschaft für die „Smart Cities“-App zu beteiligen. Denn: Herausforderungen wie knappe Ressourcen, rechtliche Vorgaben und der laufende Regelbetrieb lassen sich gemeinschaftlich leichter bewältigen. Dortmund und Bonn sind der Entwicklergemeinschaft bereits beigetreten. 

Park and Joy – digitales Parkmanagement
Staus verhindern und CO2-Emissionen reduzieren – diese Aufgaben stellen Städte und Kommunen vor große Herausforderungen. Digitale Anwendungen können helfen, mit geringem Administrationsaufwand einen besseren Verkehrsfluss und geringere Schadstoffemissionen zu erreichen. Ein Beispiel ist die App „Park and Joy“, die wir 2017 in Hamburg eingeführt haben. Im Jahr 2018 standen bereits rund 30 000 Parkplätze in 45 verschiedenen Städten für die Suche in der App zur Verfügung. Damit wurde das auf der IFA 2018 selbstgesteckte Ziel von 28 Städten übertroffen. Die App zeigt Autofahrern freie Parkplätze an und navigiert sie dorthin. Auch ihren Parkschein können Nutzer direkt über die Anwendung bezahlen und sogar von unterwegs flexibel verlängern. Für das Jahr 2019 ist eine Ausdehnung in zahlreiche weitere Städte geplant. Mithilfe von Sensoren kann die Prognosefähigkeit des Algorithmus für die Parkplatzsuche weiter verbessert werden. Erste Sensoren sind bereits verbaut, der weitere Ausbau bereits geplant.

Hackathon: Ideenwettbewerb zum Leben in der Stadt
Ideen für eine lebenswerte Stadt der Zukunft in die Praxis umsetzen – darum ging es beim „Hackathon: Smart Public Life“ im Frühling 2018 in St. Pölten in Österreich. 60 Entwickler kreierten in 13 Gruppen innerhalb von 24 Stunden eigene Ideen für eine innovative Stadt. Am Ende wurden 13 Ideen für kleinere Anpassungen in der Stadt präsentiert, die das Leben der Bewohner St. Pöltens vereinfachen sollen. Der Hackathon bot den Entwicklern die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und die eigenen Fähigkeiten zu verbessern.