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  • Corporate Responsibility Bericht 2018

Internet of Things

Unser Beitrag zu den SDG

Maschinen und Produkte werden immer intelligenter: Autos kommunizieren mit der Werkstatt, Container mit dem Logistikdienstleister. Die Technologien, die diese Entwicklungen möglich machen, werden unter dem Begriff „Internet of Things“, kurz IoT, zusammengefasst. Bis zum Jahr 2020 soll die Anzahl der vernetzten Maschinen und angebundenen Geräte weltweit auf 2,5 Milliarden steigen. Für uns ist IoT ein wichtiges Wachstumsfeld.

Mit IoT können Prozesse verschiedener Endgeräte, Fahrzeuge oder ganzer Industrieanlagen optimal aufeinander abgestimmt werden. Dies erhöht die industrielle Produktivität, sorgt für eine effiziente Logistik und hilft so nicht zuletzt auch dabei, Energie zu sparen und Ressourcen zu schonen.

Mit unserem Engagement im IoT-Umfeld unterstützen wir auch die Initiative „Industrie 4.0“ der deutschen Bundesregierung. Ziel ist der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Technologiestandorts Deutschland.

Neue Funktechnologie ermöglicht innovative Anwendungen
Unsere Netze schaffen die Grundlage für zahlreiche IoT-Anwendungen, denn Mobilfunk-Technik gehört zum wichtigsten Übertragungsweg jeder IoT-Verbindung. Dabei gewinnt die Funktechnologie „NarrowBand-Internet of Things“ (NB-IoT) zunehmend an Bedeutung. Im Gegensatz zu Breitbandanwendungen, bei denen große Datenmengen übertragen werden können, ist die Narrowband-Technologie (dt. Schmalband) speziell darauf ausgerichtet, sehr kleine Datenpakete zuverlässig zu übertragen. NB-IoT zeichnet sich durch einen niedrigen Energiebedarf und eine hohe Reichweite aus. Sie ermöglicht es, Geräte kostengünstig zu vernetzen. Beispielsweise ist die Technologie für Anwendungen in der Logistik sehr gut geeignet. Bei der Nachverfolgung von Transportcontainern etwa ist es ausreichend, ihren aktuellen Standort einmal stündlich zu melden. Dabei müssen jeweils nur sehr geringe Informationsmengen in kleinen Datenpaketen übertragen werden – und das nicht zwingend in Echtzeit. Und sogar zum Schutz der Biodiversität kommt NB-IoT zum Einsatz: in einer Technik, mit der Imker ihre Bienen schützen können.

Wir waren federführend an der Entwicklung eines einheitlichen NB-IoT-Standards beteiligt und treiben den Ausbau kontinuierlich voran: Mit verfügbaren Netzwerken in zehn Ländern, inklusive einer landesweiten Netzabdeckung in den Niederlanden, Österreich, der Slowakei und den USA, gehören wir zu den führenden Mobilfunk-Anbietern im NB-IoT-Umfeld.

Europaweit arbeiten wir mit mehr als 500 Geschäftskunden aus unterschiedlichen Branchen zusammen, die auf NB-IoT basierende Geräte und Anwendungen entwickeln und vermarkten (Stand Ende 2018). Dazu gehören beispielsweise Anwendungen zur Messung des Energieverbrauchs („Smart Metering“), Verkehrslösungen (etwa Park-Apps oder Anwendungen zur Überwachung des Zugverkehrs) oder Lösungen für das Abfallmanagement.

EU-Projekt AEOLIX: Eine Plattform für effizientere und klimafreundlichere Logistikketten
Ziel des EU-Projekts AEOLIX ist der Aufbau einer neuen ICT-Plattform. Sie soll zahlreiche, bisher isolierte Einzelsysteme in der Logistik EU-weit vernetzen. Parallel dazu werden praxisrelevante Dienste entwickelt und in elf europäischen Testzonen erprobt. T-Systems ist an der Testzone 1 „Intermodale Logistik im Transportkorridor Hamburg – Frankfurt“ beteiligt. In dieser wird beispielsweise eine Smartphone-App img getestet, die Lkw-Fahrer bei einer ökologischen Fahrweise unterstützt. In den laufenden Kundenprojekten konnten durch Nutzung der Analyse von Fahrprofilen und Ecodrive-Funktionen Einsparungen in Höhe von 958 230 Tonnen CO2 erreicht werden. Das Projekt läuft noch bis 2019.

AUTOPILOT – autonome Fahrservices für mehr Effizienz
Das EU-Projekt AUTOPILOT hat das Ziel, sogenannte Autopilot-Dienste am Markt zu erproben. Dazu gehören zum Beispiel selbstfahrende Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr, autonom parkende Autos oder Echtzeit-Car-Sharing. Solche Lösungen sind besonders effizient und schonen die Umwelt: Im Vergleich zu konventionellen Fahrweisen fallen dabei schätzungsweise rund 10 Prozent weniger CO2-Emissionen an. Das 2017 gestartete Projekt läuft noch bis 2019. Danach sollen die Services in den regulären Betrieb übernommen werden. T-Systems ist Projektpartner von AUTOPILOT und unterstützt Analysen zur Machbarkeit und Markteinführung der neuen Dienste.

Connected Car: Mit vernetzten Fahrzeugen Staus vermeiden
Bereits seit 2013 entwickelt und betreibt T-Systems weltweit die Connected-Car-Plattform von Daimler (Daimler Vehicle Backend). Die Plattform bildet die technische Grundlage des Dienstes „Live Traffic“, der Autofahrern Verkehrsinformationen in Echtzeit bereitstellt. So hilft er dabei, Staus zu umgehen. Mit „Live Traffic“ lassen sich pro Fahrzeug etwa 30 Prozent der Staus vermeiden. Dadurch verbrauchten die rund 7,5 Millionen im Berichtszeitraum mit Live Traffic ausgestatteten Fahrzeuge circa 9,3 Millionen Liter weniger Sprit. Das entspricht einer CO2-Ersparnis von rund 22 500 Tonnen.

Roambee: „Bienen“ machen die Logistikkette transparent
Seit Anfang 2017 bieten wir Unternehmen eine Echtzeitlösung, um Lieferungen und Assets zu verfolgen, zu lokalisieren oder den Zustand von Gütern zu überwachen: „Shipment & Asset Monitoring powered by Roambee“. Mit unserer Lösung erhalten Unternehmen – weltweit und unabhängig vom Transportweg – Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um ihre Fracht: Wo befindet sich die Fracht? In welchem Zustand ist sie? Kommt die Lieferung pünktlich an? Möglich wird das durch eine sogenannte „Biene“, die der Sendung beigelegt wird. Dieses Gerät enthält Sensoren, die Informationen wie Temperatur, Feuchtigkeit, Licht und Bewegung erfassen und in der Cloud speichern. Alle Informationen misst die Biene in Echtzeit. Über ein Webportal haben die Nutzer jederzeit den vollen Überblick über Gerätestatus, Standort und Details zu Lieferungen & Assets.

Einsatz gegen Schmuggler
T-Mobile Netherlands arbeitet mit dem niederländischen App-Entwickler Itude Mobile zusammen, um ein weiteres Produkt für den Logistiksektor zu entwickeln: den Fracht-Tracker „Babbler“. Er sieht einem Eishockey-Puck ähnlich und wird an den Innenseiten von Containertüren befestigt. Das Gerät misst Licht, Temperatur, Stöße, Bewegungen und Magnetfelder und kann über eine App auf dem Smartphone aktiviert werden. Jede Bewegung des Containers wird dort aufgezeichnet. Entfernt jemand irgendwo auf der Welt die Scharniere der Containertüren, erhält das Transportunternehmen eine Nachricht. Die Telekom stellt das für die Anwendung notwendige Netz, das tief in den Bauch von Containerschiffen reichen muss.

Intelligente Gebäudesteuerung für besseres Raumklima
Welcher Raum wird wann genutzt? Sind Türen und Fenster abends geschlossen? Wie ist die Luftqualität im Konferenzraum? Fragen wie diese beantwortet die neue IoT-Komplettlösung „Building Monitoring & Analytics“. Raumsensoren erfassen Personenbewegungen, den Status von Fenstern und Türen, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit oder CO2-Gehalt. Diese Daten werden verschlüsselt übertragen und auf der IoT-Plattform „Connected Things Hub“ der Telekom datenschutzkonform gespeichert. Werden bestimmte Schwellenwerte überschritten oder Probleme erkannt, erhalten die Haustechniker eine Nachricht und können eingreifen. Damit senkt das Gebäudemanagement seine Kosten und verbessert den Service.