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Corporate Responsibility Bericht 2018

Strategie zur Nachhaltigkeit im Einkauf

Die Einhaltung von Menschenrechten ist weltweit immer noch keine Selbstverständlichkeit. Durch unsere globalen Beschaffungstätigkeiten können wir länder- und lieferantenspezifischen Risiken ausgesetzt sein: Dazu zählen zum Beispiel der Einsatz von Kinderarbeit oder mangelhafte Arbeits- und Sicherheitsbedingungen vor Ort. Die Achtung der Menschenrechte und der Schutz der Umwelt haben für unseren Konzern einen sehr hohen Stellenwert; dies gilt unternehmensintern und -extern und damit ebenso für unsere Geschäftspartner und Lieferanten. Um auch außerhalb unseres Konzerns die Achtung der Menschenrechte zu gewährleisten, nehmen wir unsere rund 20 000* aktiven Lieferanten in über 80 Ländern ausdrücklich mit in die Verantwortung.

* In der Vergangenheit bezog sich die Anzahl unserer Lieferanten auf die Gesamtsumme unserer ca. 30 000 Geschäftsbeziehungen. Aufgrund genauerer Erfassungsmöglichkeiten ist es uns nun möglich, die Anzahl der Lieferanten anzugeben, mit denen wir 2018 eine aktive Geschäftsbeziehung hatten.

So steuern wir Nachhaltigkeit im Einkauf

Unser Beitrag zu den SDG

Wir arbeiten seit vielen Jahren daran, die Nachhaltigkeitsleistung in unserer Lieferkette zu verbessern. Mit unserer nachhaltigen Einkaufsstrategie haben wir dafür die Voraussetzungen geschaffen: Wir befolgen konzernweit Grundsätze einer sozial- und umweltverträglichen Beschaffung und steuern unsere Prozesse mithilfe interner und externer Leistungskennzahlen und Managementinstrumente.

Unsere Nachhaltigkeitskriterien ziehen sich dabei durch den gesamten Beschaffungsprozess, das heißt von der Nachfrage bis zum Vertragsabschluss.

Beschaffungsprozess

Grundlegende Normen und Standards
Unser Verhaltenskodex für Lieferanten (Supplier Code of Conduct) ist Bestandteil unserer allgemeinen Einkaufsbedingungen und muss damit von unseren Lieferanten anerkannt werden. In dem Kodex sind ethische, soziale und ökologische Grundsätze sowie grundsätzliche Menschenrechte festgeschrieben. Nachhaltigkeitsbelange werden im Rahmen der Lieferantenauswahl bei Ausschreibungen mit 10 Prozent gewichtet. Der Lieferantenkodex basiert auf unseren übergeordneten Konzernrichtlinien „Code of Conduct“ und „Menschenrechtskodex & Soziale Grundsätze“. Die darin festgehaltenen Werte und Prinzipien überschneiden sich stark mit denen des Telekommunikationsanbieters Orange – unserem Partner im Einkaufs-Joint-Venture „BuyIn. 2017 haben Orange und die Deutsche Telekom im Rahmen ihres Joint Ventures ihre Lieferantenkodizes harmonisiert, sodass nun beide exakt die gleichen Anforderungen an Lieferanten stellen.

Außerdem sind für unsere Lieferanten folgende Richtlinien bindend:

Mit dem Lieferantenkodex bekennen wir uns zu den Leitlinien der Internationalen Arbeitsorganisation, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie dem Global Compact der Vereinten Nationen. Bei unseren strategischen Lieferanten mit erhöhtem CR-Risiko lassen wir die Einhaltung des Lieferantenkodex regelmäßig vor Ort von externen Auditierungsfirmen prüfen.

Nachhaltige Einkaufsstrategie

Verankerung im Unternehmen
Wir arbeiten seit vielen Jahren daran, die Nachhaltigkeitsleistung in unserer Lieferkette zu verbessern. Dabei leiten wir unsere Strategie zur Nachhaltigkeit im Einkauf aus unserer CR-Strategie ab; sie ist konzernweit in den Einkaufsprozessen verankert. Die Verantwortung für die Umsetzung von Nachhaltigkeit im Einkauf tragen die Leiter des CR- und des Einkaufsbereichs gemeinsam. Sie berichten an den Vorstand Personal beziehungsweise Finanzen. Ein Eskalationsprozess img sieht in gravierenden Fällen Entscheidungen auf Vorstandsebene vor. Die Arbeitsgruppe „Nachhaltiger Einkauf“ unterstützt die internationalen Einkaufsbereiche dabei, die Nachhaltigkeitsanforderungen umzusetzen. Fixiert sind unsere Nachhaltigkeitsprinzipien für den Einkauf in der Konzernrichtlinie „Global Procurement Policy“, die dazugehörigen „Procurement Practices“ liefern konkrete Handlungsanweisungen für den Einkauf in Deutschland und gelten als Empfehlung für die Landesgesellschaften. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schulen wir konzernweit über ein E-Learning-Tool; zusätzlich gibt seit 2016 ein Einkäuferhandbuch einen Überblick darüber, welche CR-Kriterien an welcher Stelle des Beschaffungsprozesses zu berücksichtigen sind.

Mit der Harmonisierung der Lieferantenkodizes von Telekom und Orange wurden 2017 auch für das gemeinsame Einkaufs-Joint-Venture „BuyIn“ alle Voraussetzungen für einen nachhaltigen Einkauf geschaffen. Die hohen ethischen, sozialen, ökologischen sowie menschenrechtlichen Erwartungen und Anforderungen an Lieferanten sind somit nicht nur Bestandteil der jeweiligen Lieferantenkodizes der beiden Konzerne, sondern gelten auch für „BuyIn“.

Steuerung durch Kennzahl
Unsere Nachhaltigkeitsleistung im Einkauf messen und steuern wir mit dem ESG KPI img Nachhaltiger Einkauf. Er stellt das Einkaufsvolumen bei Lieferanten dar, die unseren Verhaltenskodex für Lieferanten* (SCoC] akzeptiert haben und im Rahmen von dezidierten Selbstauskünften, wie EcoVadis oder Social Audits img, auf soziale und ökologische Kriterien geprüft wurden. Die Berechnung erfolgt in Bezug zu unserem gesamten Einkaufsvolumen. Unser Ziel, bis 2020 eine Abdeckung von 80 Prozent zu erreichen, haben wir bereits 2016 erreicht. Diesen Zielwert wollen wir bis 2020 beibehalten. Für 2018 haben wir dieses Ziel erreicht: Der Anteil des risikogeprüften Einkaufsvolumen lag bei 81 Prozent.

Darüber hinaus haben wir zwei weitere ESG KPIs zur Steuerung festgelegt: Zum einen wollen wir das Bestellvolumen erhöhen, das über das „CDP Supply Chain“-Programm abgedeckt ist (ESG KPI „CDP-Lieferkettenabdeckung). Zum anderen wollen wir bei unseren Top-200-Lieferanten den Anteil der CR-klassifizierten Zulieferer steigern (ESG KPI „CR-qualifizierte TOP-200-Lieferanten“). Damit sie sich als solche qualifizieren, setzen wir Selbstauskünfte, Audits, Nachhaltigkeits-Workshops und Lieferantenentwicklungsprogramme ein. Risikobehaftete Warengruppen beziehungsweise Lieferanten überprüfen wir mithilfe geeigneter Steuerungsinstrumente.

Bewertung in Nachhaltigkeitsrankings
Jedes Jahr bewerten führende Ratingagenturen die Nachhaltigkeitsleistung von Großunternehmen. Im RobecoSAM img Corporate Sustainability Assessment 2018 erreichte die Deutsche Telekom in der Kategorie Lieferantenmanagement 85 von 100 Punkten. Somit konnten wir unsere gute Leistung aus dem Vorjahr (72 Punkte) nochmals deutlich verbessern und gehören zu den führenden Unternehmen der ICT-Branche.

* Seit Mitte 2018 setzen wir unseren „Lieferantenfragebogen zur Nachhaltigkeit“ in der Präqualifizierung nicht mehr ein. Stattdessen fordern wir nun von allen Zulieferern ein Bekenntnis zu unserem umfassenderen Verhaltenskodex für Lieferanten (SCoC).

Viele Akteure, ein Ziel: Forum zur Nachhaltigkeit in Lieferketten

Ende Januar 2018 richtete die Joint Audit img Cooperation (JAC) erneut das „Corporate Social Responsibility Forum“ aus. Bei der Veranstaltung im chinesischen Guangzhou diskutierten rund 200 Vertreterinnen und Vertreter von ICT-Unternehmen, Geräteherstellern, Beratungsunternehmen, Auditunternehmen, internationalen NGOs und aus der Wissenschaft darüber, wie sich – nach der grundlegenden Überprüfung der Lieferkette – eine langfristige Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung sicherstellen lässt. Unter anderem wurde erörtert, wie sich die Transparenz über die Produktionsbedingungen in den nachgelagerten Fertigungsstufen verbessern lässt. Eine Haupterkenntnis des Forums war, dass eine engere, kontinuierliche Beziehung der beteiligten Akteure der Schlüssel zu einer verbesserten Nachhaltigkeitsleistung in der nachgelagerten Lieferkette ist.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion kündigten Vertreter von Nokia, ZTE, Huawei, Vodafone, der Deutschen Telekom und der Auditfirma SGS eine Allianz zur Gründung der JAC Academy an. Ziel dieser Academy wird es sein, die Kompetenzen in den Fabriken der Lieferanten zu stärken, um JAC-Anforderungen in einem strukturierten Rahmen umzusetzen und zu messen. JAC ist ein Zusammenschluss von derzeit 16 Telekommunikationsanbietern; die Telekom ist Gründungsmitglied.

Online-Training zu Nachhaltigkeit im Einkauf

2018 haben wir das E-Learning-Tool „Nachhaltigkeit im Einkauf“ inhaltlich leicht überarbeitet und aktualisiert. In einem kurzen Video werden die wichtigsten Informationen und Maßnahmen im Einkauf rund um das Thema Nachhaltigkeit kurz zusammengefasst. Darüber hinaus können sich auch unsere Lieferanten jederzeit im Rahmen eines Trainings über Nachhaltigkeits- und Compliance-Anforderungen informieren.

Nicht nur unsere eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schulen wir zum Thema Nachhaltigkeit. Auch Geschäftspartner und Lieferanten entwickeln wir mit einem Lieferantenentwicklungsprogramm weiter.