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Corporate Responsibility Bericht 2018

Ressourcenknappheit und Rohstoffgewinnung

Die Herstellung elektronischer Geräte wie Smartphones beeinträchtigt die Umwelt und verbraucht große Mengen an Wasser und Energie. Da sich die Produktionsstätten von Lieferanten und Herstellern teilweise in Regionen befinden, in denen Wasserknappheit herrscht oder die Stromversorgung der Bevölkerung unzureichend ist, spielt die Verfügbarkeit von Ressourcen dort eine größere Rolle als beispielsweise in Deutschland.

In Smartphones und anderen ICT-Produkten werden außerdem wertvolle Rohstoffe wie Metalle verarbeitet. Manche Metalle wie Tantal, Gold, Zinn oder Wolfram werden aus Erzen gewonnen, die teilweise im Osten der Demokratischen Republik Kongo unter menschenunwürdigen beziehungsweise bürgerkriegsartigen Bedingungen gefördert werden. Die Erträge dienen den dortigen Konfliktparteien unter anderem zur Finanzierung von Bürgerkriegen. Die Telekom stellt selbst keine ICT-Produkte img her: Wir kaufen diese von internationalen Herstellern und vertreiben sie in unseren Geschäften, bieten sie im Rahmen von Dienstleistungen an oder setzen sie in unserer Netzinfrastruktur ein. Von unseren Lieferanten fordern wir, keine dieser sogenannten Konfliktrohstoffe zu verwenden. Außerdem unterstützen wir Brancheninitiativen wie die Responsible Minerals Initiative, die sich für eine nachhaltigere Lieferkette einsetzen.

So unterstützen wir eine verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung

Unser Beitrag zu den SDG

Wir fordern von unseren Lieferanten, die Umwelt zu schützen und verantwortlich mit Ressourcen umzugehen. Diese Anforderungen haben wir in dem Dokument „Menschenrechtskodex & Soziale Grundsätze“ festgehalten und detailliert auch in unserem Verhaltenskodex für Lieferanten beschrieben. Um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, verlangen wir von unseren Zulieferern Selbstauskünfte und führen Lieferantenkontrollen (zu den Auditergebnissen) durch. Dabei prüfen wir unter anderem, ob unsere Lieferanten über ein Umweltmanagementsystem verfügen und wie sie ihren Energie- und Wasserverbrauch managen. Außerdem fragen wir sie explizit nach ihrem Abfallmanagementsystem.

Umgang mit kritischen Rohstoffen
Wir arbeiten mit Lieferanten und Brancheninitiativen zusammen, um auf eine verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung hinzuwirken. Zwar kaufen wir selbst keine Rohstoffe ein, wir fordern aber von unseren produzierenden Lieferanten, dass sie keine konfliktbehafteten Erze beziehungsweise sonstigen Rohstoffe in Produkten verbauen. Unsere Anforderungen hierzu sind in unserem „Coltan Statement“ und „Statement on Extractives“ausdrücklich und umfassend beschrieben. Diese sind integraler Bestandteil unserer Verträge mit produzierenden Lieferanten. Ziel ist, dass sowohl unsere direkten Lieferanten als auch deren Sublieferanten soziale und gesellschaftliche Risiken verringern, die mit dem Abbau von Rohstoffen verbunden sein können. Auch bei unseren Lieferantenkontrollen steht die Umsetzung unserer Richtlinien zu Konfliktrohstoffen stets auf dem Prüfstand. Zudem unterstützen wir als GeSI-Mitglied aktiv die ICT-Branchenaktivitäten zum Thema Responsible Minerals Initiative (RMI). Wir ermutigen unsere direkten und indirekten Lieferanten nachdrücklich, die Instrumente der RMI zu nutzen, um eine verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung sicherzustellen.

Tantal gehört zu den Konfliktrohstoffen. Recyceltes Tantal hingegen gilt als konfliktfrei. Die Telekom Deutschland führt ein Forschungsprojekt durch, um wertvolle Metalle wie Gold oder Tantal aus nicht mehr benötigten Bauteilen der Netzinfrastruktur zurückzugewinnen.

Gemeinsamer Einsatz gegen Konfliktrohstoffe

Die Telekom unterstützt die Responsible Minerals Initiative (RMI), seitdem sie 2008 unter dem Namen Conflict-Free Sourcing Initiative (CFSI) gegründet wurde. Bei der RMI handelt es sich um die größte Initiative der Wirtschaft für verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung. Ihr Ziel ist es, Konfliktrohstoffe zu identifizieren und ihre Gewinnung sowie den Handel mit ihnen zu verhindern.

Die RMI geht auf eine im Jahr 2008 gegründete Arbeitsgruppe der Branchenverbände Global e-Sustainability Initiative und Responsible Business Alliance (Extractives Working Group) zur nachhaltigen Rohstoffgewinnung zurück. Seitdem ist die Zahl der Metallverarbeitungs- und Verhüttungsbetriebe, die sich an der RMI beteiligen, kontinuierlich gestiegen. Insgesamt 258 dieser Betriebe sind nach dem einheitlichen Bewertungsprotokoll auditiert (Stand Dezember 2018).