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Corporate Responsibility Bericht 2018

Klimastrategie

Wir wollen negative Umweltauswirkungen unserer Geschäftstätigkeit verringern. Ein wichtiger Meilenstein ist dabei unser Klimaziel: Bis 2020 sollen unsere eigenen CO2-Emissionen um 20 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2008 sinken (ohne T-Mobile US). Dafür investieren wir beispielsweise in energieeffiziente Netztechnologien und erhöhen den Anteil erneuerbarer Energien. Im Jahr 2018 haben wir zudem ein neues Klimaziel für die Zeit nach 2020 entwickelt.

Mit vielen unserer Produkte und Lösungen unterstützen wir auch unsere Kunden dabei, CO2 einzusparen und damit entscheidend zum Klimaschutz beizutragen. Wie die GeSI  SMARTer2030-Studie zeigt, können Informations- und Kommunikationstechnologien Teil der Lösung im Kampf gegen den Klimawandel sein.

Unsere integrierte Klimastrategie

Unser Beitrag zu den SDG

Unsere integrierte Klimastrategie haben wir an unserer Konzernstrategie ausgerichtet. Dies stellt sicher, dass Maßnahmen zum Klimaschutz eng mit unserem Kerngeschäft verknüpft sind. Für jeden der vier Aspekte unserer Klimastrategie (CO2-Emissionen, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Nachhaltige Produkte) haben wir Zielsetzungen beziehungsweise Kennzahlen definiert.

Die vier Säulen der integrierten Klimastrategie

Wir erfassen alle direkten und indirekten Emissionen gemäß dem weltweit anerkannten „Greenhouse Gas (GHG)“-Protokoll. Bis 2020 sollen unsere Emissionen im Vergleich zum Basisjahr 2008 um 20 Prozent sinken (ohne T-Mobile US). Mit unseren Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen konzentrieren wir uns auf Bereiche mit besonders hohem Energieverbrauch, vor allem auf unsere Netze und Rechenzentren. Auf diese Weise konnten wir den Ausstoß der Emissionen (ohne T-Mobile US) in den vergangenen Jahren bereits leicht reduzieren – dies trotz rasant wachsenden Datenverkehrs und des dadurch notwendigen Netzausbaus. Zugleich bauen wir den Anteil erneuerbarer Energien aus. Den größten Teil unserer Gesamtemissionen machen allerdings die indirekten Emissionen (Scope-3-Emissionen img) aus. Deshalb beziehen wir unsere Lieferanten in unsere Klimaschutzaktivitäten ein und helfen auch unseren Kunden mit entsprechenden Produkten und Diensten dabei, CO2 einzusparen.

CO2-Emissionen

Wir untersuchen und bewerten verschiedene Möglichkeiten, wie wir unseren Ökostrom-Anteil erhöhen können. Darunter fallen etwa der Kauf von Zertifikaten für Strom aus erneuerbaren Energiequellen oder die Eigenerzeugung erneuerbarer Energien beispielsweise durch den Einsatz von Blockheizkraftwerken. Einige Landesgesellschaften gehen dabei bereits mit gutem Beispiel voran: T-Mobile Austria sowie OTE in Griechenland bezogen im Jahr 2018 ihren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Konzernweit berücksichtigen wir bei unseren Stromeinkäufen verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte. Die sind beispielsweise der durchschnittliche Emissionsfaktor des Strommixes (also die Höhe der Emissionen pro verbrauchter Kilowattstunde Strom) und der Anteil aus erneuerbaren Energien. Diese Parameter helfen uns, unseren Energiemix transparenter zu machen und den Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen zu erhöhen.

Erneuerbare Energien

Da der Betrieb unserer Netzinfrastruktur viel Energie benötigt, investieren wir in die Modernisierung und in energieeffiziente Technologien. So stellen wir zum Beispiel unsere Netzinfrastruktur auf IP-Technologie um: Sie ist nicht nur leistungsstärker, sondern verbraucht auch weniger Strom als bestehende Technologien. Zusätzlich bündeln wir den Datenverkehr in wenigen, besonders effizienten Rechenzentren. Eine höhere Energieeffizienz geht immer auch mit einer Vermeidung von CO2-Emissionen einher. Um unsere Fortschritte zu messen, nutzen wir zwei Key Performance Indikatoren (KPIs). Sie setzen unseren Energieverbrauch beziehungsweise unseren CO2-Fußabdruck ins Verhältnis zum transportierten Datenvolumen.

Energieeffizienz

Viele unserer Produkte und Dienste haben Nachhaltigkeitsvorteile: Sie können beispielsweise dabei helfen, Energie und CO2 zu sparen, die Gesundheitsversorgung zu verbessern oder Logistik effizienter zu gestalten. Mit dem KPI img „Anteil Umsatz mit Nachhaltigkeitsbezug“ erfassen wir den Anteil nachhaltiger Produkte an unserem Gesamtumsatz. „Nachhaltige Produkte“ sind Produkte, denen Nachhaltigkeitsvorteile zugeordnet werden können und die gleichzeitig keine signifikanten Nachhaltigkeitsrisiken beinhalten. Mit unserem ESG KPI „Enablement-Faktor“ setzen wir zudem unsere Emissionen zu den potenziellen Einsparungen bei unseren Kunden in Beziehung. Dies hilft uns dabei unsere Gesamtleistung im Klimaschutz zu bewerten.

Nachhaltige Produkte
und Enablement

 

Kooperationen für den Klimaschutz
Ein wirksamer Klimaschutz erfordert gemeinsame Anstrengungen von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Deshalb engagieren wir uns in vielen nationalen Initiativen, zum Beispiel der Stiftung 2° in Deutschland, und in internationalen Zusammenschlüssen. Zu nennen ist hier vor allem die Global e-Sustainability Initiative img (GeSI img). GeSI verfolgt als Unternehmensverband die Vision, die Gesellschaft mithilfe von ICT-Lösungen klimaschonender und nachhaltiger zu gestalten.

Klimaschutz ab 2020: Neues Klimaziel und Revision der Klimaschutzstrategie

Unser Beitrag zu den SDG

2018 haben wir eine Revision unserer integrierten Klimastrategie vorgenommen. Im Zuge dessen haben wir ein neues konzernweites Klimaziel für die Zeit nach 2020 – unserem aktuellen Zieljahr – erarbeitet. Das neue Klimaziel unterscheidet sich von dem bisherigen Ziel insbesondere dadurch, dass die Emissionen von T-Mobile US sowie aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope-3-Emissionen img) berücksichtigt werden. Die Erarbeitung des Ziels basiert auf der Methodik der „Science Based Targets Initiative“.

Aufgrund von steigendem Datenverkehr und Netzausbau erwarten wir in den nächsten Jahren weiterhin steigende Stromverbräuche. Um die Vorgaben der Science Based Targets Initiative dennoch zu erreichen, setzen wir neben Effizienzmaßnahmen auf den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien. Wir haben beschlossen, bis zum Jahr 2021 unseren gesamten Stromverbrauch auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen. Derzeit beziehen wir bereits 52 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Als zusätzliches Ziel haben wir uns die Reduktion unserer Emissionen um 90 Prozent bis zum Jahr 2030 (gegenüber 2017) gesetzt.

Unser Ziel für die Emissionen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette ist es, die Emissionen pro Kunde in den wichtigsten Kategorien (Eingekaufte Güter und Dienstleistungen sowie Kapitalgüter und der Nutzungsphase der Produkte) um 25 Prozent bis 2030 zu senken. Dazu planen wir unter anderem die Durchführung von Workshops gemeinsam mit unseren wichtigsten Lieferanten, aus denen Maßnahmen und Vereinbarungen zur Senkung des CO2-Ausstoßes abgeleitet werden sollen.

Außerdem untersuchen wir, wie wir das Klimaschutzpotenzial der Produkte und Lösungen der Deutschen Telekom („Enablement“) noch weiter verbessern können, etwa durch die Entwicklung neuer nachhaltiger Produkte.

Klimaschutz bei T-Mobile US

Unser Beitrag zu den SDG

In den USA hat sich T-Mobile US besonders ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt: Bis zum Jahr 2025 sollen dort 95 Prozent weniger CO2-Emissionen als noch 2016 emittiert werden. Erreicht werden soll dies insbesondere, indem der Anteil erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2021 durch den Abschluss von Power Purchase Agreements (PPA) auf 100 Prozent gesteigert wird. In diesem Zusammenhang ist T-Mobile US im Jahr 2018 der RE100-Initiative beigetreten. Diese Initiative verbindet Unternehmen mit einander, die einen 100 prozentigen Anteil erneuerbarer Energien anstreben. Darüber hinaus hat sich T-Mobile US das Ziel gesetzt, die Emissionen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette zu senken (Scope-3-Emissionen img). Der Schwerpunkt der Scope-3-Emissionen in den USA liegt vorwiegend in der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Ziel ist es, bis zum Jahr 2025 die Scope-3-Emissionen insgesamt pro Kunde um 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2016 zu reduzieren.

Unser Umgang mit Klimarisiken

Im Rahmen unserer integrierten Klimastrategie befassen wir uns mit den Umweltauswirkungen unseres Handelns und ermitteln mögliche Chancen und Risiken, die für uns sowie für unsere Stakeholder img bestehen.

So können sich beispielsweise extreme Wetterbedingungen infolge des Klimawandels negativ auf unsere Geschäftsprozesse auswirken und zu Störungen im Netz oder gar Netzausfällen führen. Ein ganz reales Beispiel dafür war das Sturmtief Friederike, das Anfang 2018 zum Ausfall von mehr als 600 Schaltverteilern und über 200 Mobilfunk-Stationen geführt hat. Solche Ausfälle können unter anderem die Steuerung von Rettungseinsätzen massiv beeinträchtigen, wenn nicht gar unmöglich machen. Damit wir in solchen Fällen angemessen reagieren können, definiert unsere interne Richtlinie „Group Policy on Continuity and Situation Management“ Verantwortlichkeiten, Prozesse und Maßnahmen. Sie legt außerdem den Umgang mit Notfall- und Krisensituationen, etwa einer Flut, fest. Zusätzlich berücksichtigen wir mögliche Folgen des Klimawandels bei der Planung unserer zukünftigen Geschäftstätigkeit. So bauen wir zum Beispiel unsere Netzinfrastruktur so aus, dass sie Unwettern, Temperaturveränderungen oder höheren Windgeschwindigkeiten standhält.

Der drohende Klimawandel birgt aber auch finanzielle Risiken, sei es durch die Einführung einer Abgabe für CO2-Emissionen oder erhöhte Energiekosten. Einen Beitrag zur Vorbeugung (Mitigation) leisten wir, indem wir unter anderem unsere eigene Energieeffizienz erfassen und Maßnahmen entwickeln, um diese zu verbessern. Wir arbeiten außerdem daran, unsere CO2-Emissionen sowie die unserer Kunden und Lieferanten zu verringern. Zudem können Extremwetterereignisse zu Infrastrukturausfällen führen, was zusätzliche Investition in eine robustere Infrastruktur erforderlich machen könnte.

Wir informieren unseren Vorstand vierteljährlich mit dem „Group Risk Report“ über aktuelle Klimarisiken. Weitere Informationen zum Risikomanagement finden Sie im Kapitel „Risiko- und Chancenmanagement“ im Geschäftsbericht.

Wir helfen auch unseren Kunden mit innovativen Lösungen, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren (Mitigation). Beispiele dafür sind innovative Projekte im Bereich nachhaltiger Stadtentwicklung und Mobilität oder auch sogenannte Echtzeitlösungen für die Landwirtschaft. Diese helfen nicht nur Emissionen zu reduzieren, sondern auch den Einsatz von Düngemitteln, Saatgut oder Maschinen zu optimieren. Eine Steigerung der Erträge kann zudem zur Erreichung des Sustainable Development Goals (SDG) 2, „Kein Hunger“, beitragen. Zusätzlich kann die Telekommunikation dazu genutzt werden, eine Reduzierung von Nahrungsmittelverlusten zu erreichen. Das innovative Produkt Roambee hilft beispielweise dabei. Daneben unterstützen wir unsere Kunden auch dabei, mit den negativen Folgen des Klimawandels umzugehen (Adaptation). Im Falle einer drohenden Katastrophe kann unsere Infrastruktur beispielsweise für die Verbreitung von Warnhinweisen über sogenannte Frühwarn-Apps genutzt werden.

Berichterstattung zu Klimarisiken: Ausrichtung an den Empfehlungen der TCFD

2015 wurde auf der Klimakonferenz von Paris die „Task Force on Climate-related Financial Disclosures“ (TCFD) ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es freiwillige und einheitliche klimabezogene Finanzangaben zu entwickeln. Für die Umsetzung hat die TCFD im Jahr 2017 konkrete Empfehlungen veröffentlicht. Unternehmen können diese als Leitfaden nutzen, um Investoren, Kreditgeber, Versicherer und andere Interessengruppen über die Risiken des Klimawandels für ihr Geschäftsmodell zu informieren. Die Telekom begrüßt die hinter der TCFD stehenden Ziele. Derzeit prüfen wir, wie wir die Vorgaben im Rahmen unserer bestehenden und künftigen Klimaschutzmaßnahmen umsetzen können.

Im Dezember 2018 haben wir in einem Workshop konkretisiert, wie unsere Berichterstattung zu klimabezogenen Finanzrisiken an den Empfehlungen der TCFD ausgerichtet werden kann. Für die weitere Erarbeitung wird ein Projektkonzept erstellt. Neben Risiken bietet der Klimawandel jedoch auch Chancen für ICT-Unternehmen und damit das Geschäftsmodell der Telekom: Durch Produkte und Dienstleistungen helfen wir unseren Kunden, ihren CO2-Fußabdruck und ihre Emissionen zu senken. Diese positiven Effekte halten wir im Rahmen der Berechnung des Enabling-Faktors fest.

An dem ersten internen TCFD-Workshop nahmen unter anderem Vertreter der Abteilungen Strategie, Externes Reporting/Accounting, Investor Relations, Controlling, Risikomanagement und Corporate Responsibility teil. Bewusst haben wir damit die wichtigsten Bereiche frühzeitig in den Prozess eingebunden: So legen wir die Basis dafür, dass die gemeinsam definierten Maßnahmen später an allen steuerungsrelevanten Stellen im Unternehmen zügig umgesetzt werden können.

Zur Identifikation und anschließenden Integration der angemessenen Maßnahmen mit den bestehenden Ansätzen des Controllings und Risikomanagements werden wir einen intensiven Dialog mit allen relevanten internen Stakeholdern führen. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass alle TCFD-bezogenen Aktivitäten mit unseren Unternehmensprozessen und unserer neuen Klimastrategie im Einklang stehen.

Auszeichnungen für Führungsrolle im Klimaschutz

Erneute Aufnahme in das CDP-Ranking Erneute Aufnahme in das CDP-Ranking
2018 haben wir uns zum dritten Mal in Folge für das internationale Klimaschutzranking, das CDP-Ranking, für die A-Liste qualifiziert. Das CDP img würdigt in diesem Rahmen Unternehmen, die über Transparenz in Klimafragen hinaus sich der Auswirkungen des Klimawandels auf ihr Geschäft bewusst sind, die mit dem Klimawandel verbundene Chancen und Risiken aktiv managen sowie Vorreiter und Vorbild im Klimaschutz sind. Seit 2014 berichten wir im Rahmen des CDP konzernweit unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen img sowie Scope-3-Emissionen img aus unserer Geschäftstätigkeit in Deutschland und aus fast allen internationalen Gesellschaften.