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Corporate Responsibility Bericht 2018

Gesundheit und Arbeitssicherheit

Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in Unternehmen helfen nicht nur den einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und sichern den langfristigen Geschäftserfolg, sondern sie wirken auch über die Unternehmensgrenzen hinaus positiv auf die Gesellschaft. Mit unserem betrieblichen Gesundheitsmanagement übernehmen wir soziale Verantwortung und machen uns für eine proaktive Gesundheitskultur stark. Auch hier spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle: Sie stellt neue Anforderungen an das Gesundheitsmanagement – und eröffnet zugleich viele neue Chancen, die wir aktiv nutzen.

 

 

So sorgen wir für eine gesunde Belegschaft

Unser Beitrag zu den SDG

Mit zahlreichen zielgruppenspezifischen Maßnahmen und breit angelegten Präventionsangeboten unterstützen wir unsere Beschäftigten dabei, ihre Gesundheit zu erhalten und zu fördern. Zugleich legen wir höchsten Wert auf Sicherheit am Arbeitsplatz. Gesetzliche Vorgaben zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit stellen dabei für uns Minimalanforderungen dar.

Klare Verantwortlichkeiten und hohe Standards
Die übergeordnete Verantwortung für Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz trägt der Vorstand. So wird zum Beispiel die Gesundheitsquote vierteljährlich an ihn berichtet. Unsere Maßnahmen zur „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ bündeln und steuern wir auf Konzernebene; vor Ort sind Health & Safety Manager dafür verantwortlich, sie umzusetzen. Die Akteure, Aufgaben und Maßnahmen des Gesundheits- und Sicherheitsmanagements finden sich in unserem Handbuch „Health & Safety Environment“. Es dient dazu, unsere Managementsysteme konzernweit zu vereinheitlichen, zu vereinfachen und gezielt auszurichten.

Über zertifizierte Managementsysteme sowie entsprechende Leit- und Richtlinien ist der Arbeitsschutz (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz) fest in unseren Strukturen verankert. Grundlage dafür war bis 2018 die international anerkannte Managementnorm OHSAS 18001. Seit November 2018 nutzen wir stattdessen die Norm ISO 45001. Als eines der ersten DAX-Unternehmen haben wir unsere Managementsysteme nach ISO 45001 zertifizieren lassen. Im Berichtsjahr wurden insgesamt 90 nationale und internationale Standorte gemäß den Normen ISO 45001 und ISO 14001 img auditiert und die Zertifikate aktualisiert.

Die Wirksamkeit unserer Maßnahmen überprüfen wir systematisch. Dabei greifen wir unter anderem auf Ergebnisse unserer Mitarbeiterbefragung, Auswertungen aus den tariflichen Belastungsschutzregelungen, Wettbewerbsanalysen sowie weitere Kennzahlen zurück. Insbesondere unsere konzernweite Mitarbeiterbefragung hilft uns dabei, die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz, zur Verfügung stehende Ressourcen und die Auswirkungen der Beanspruchungen zu ermitteln. Entsprechend den Ergebnissen unterstützen wir die Führungskräfte und Teams mit konkreten Angeboten. Hohe Priorität haben bei uns die Themen Sensibilisierung, Prävention und Eigenverantwortung.

Verschiedene Kennzahlen belegen die Wirksamkeit unseres Engagements:

  • 2017 haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis 2020 konzernweit eine Gesundheitsquote (ohne Berücksichtigung von Langzeitkranken) von 95,9 Prozent zu erreichen. Bei der Telekom in Deutschland lag die Gesundheitsquote (ohne Berücksichtigung von Langzeitkranken) 2018 bei 95,3 Prozent (Vorjahr: 95,4 Prozent). Konzernweit lag die Gesundheitsquote 2018 (ohne Berücksichtigung von Langzeitkranken) bei 93,6 Prozent (Vorjahr: 93,7 Prozent).
  • Die Unfallquote lag 2018 in Deutschland mit 8,7 Unfällen (mit mehr als drei Ausfalltagen) pro Tausend Beschäftigte weiterhin deutlich unter dem Branchendurchschnitt.
  • Der konzernweite Gesundheitsindex – ermittelt in 30 Ländern im Rahmen der letzten Mitarbeiterbefragung 2017 – stieg positiv um 0,1 auf 3,6 (auf einer Skala von 1 bis 5). Die nächste Befragung findet 2019 statt.

2018 wurde das Health & Safety Management mehrerer internationaler Standorte ausgezeichnet, darunter Griechenland, Mexiko und Tschechien. Weitere Informationen finden Sie hier.

Aktiv gegen den Bewegungsmangel und seine Folgen

Bewegungsmangel am Arbeitsplatz ist ein bedeutender Risikofaktor für die Entstehung von Muskel-, Skelett- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei einer zunehmend alternden Belegschaft nimmt die Häufigkeit dieser Erkrankungen weiter zu, wenn nicht mit geeigneten präventiven Maßnahmen rechtzeitig gegengesteuert wird.

Aktuelle wissenschaftliche Studien belegen, dass eine regelmäßige Unterbrechung des sitzenden Berufsalltags den negativen Effekten eines starken Bewegungsmangels am Arbeitsplatz wirkungsvoll vorbeugen kann. Um die Beschäftigten hierbei zu unterstützen, haben wir verschiedene Maßnahmen umgesetzt und beispielsweise mobile Fitness Coaches vor Ort eingesetzt. Sie leiten unsere Beschäftigten an, einfache Übungen direkt am Arbeitsplatz durchzuführen.

Mit dem Projekt „Active Workplace“ haben wir 2016 ein weiteres Bewegungsangebot etabliert. Mithilfe von sogenannten Deskbikes, also kleinen Fahrrädern am Schreibtisch, können unsere Beschäftigten Bewegung einfach in ihren Arbeitsalltag einbauen. Seit ihrer Einführung konnten etwa 15 000 Beschäftigte solche „Deskbikes“ nutzen. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt durch eine gemeinsame Studie der Berufsgenossenschaft Verkehr, des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sowie der Deutschen Sporthochschule Köln. Die Wissenschaftler untersuchten dabei die Akzeptanz und das Wohlbefinden der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie physiologische Aktivitätskennwerte, Energieumsätze und Körperhaltungen. Die Nutzerinnen und Nutzer hatten nicht nur Spaß an der Bewegung, auch ihre mentale Aktivität stieg an. Weiterer positiver Nebeneffekt: Die Probanden verbrauchten beim Radeln mehr Kalorien als bei einer rein sitzenden Tätigkeit. Die im Rahmen der Begleitstudie nachgewiesenen positiven Effekte haben zu der Entscheidung beigetragen, künftig noch mehr Deskbikes einzusetzen.

Psychosoziale Unterstützung bei Veränderungen im Unternehmen

Veränderungen am Arbeitsplatz stellen alle Beteiligten vor hohe Herausforderungen. Deshalb hat die psychosoziale Begleitung von Transformationsprozessen durch die Mitarbeiter- und Führungskräfteberatung (MFB) bei der Telekom eine hohe Bedeutung. Ziel ist es, die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte zu unterstützen und psychischen Krisen vorzubeugen.

Dazu bieten wir unter anderem eine kostenfreie und anonyme Individualberatung und Sprechstunden an. Betroffene Beschäftigte können hierbei mehrere einstündige Beratungen in Anspruch nehmen. Eine sofortige telefonische Beratung ist über eine spezielle Service-Line („SPRECHZEIT“) ebenfalls möglich. Führungskräfte und andere Verantwortliche unterstützen wir in Veränderungsprozessen mit begleitenden Angeboten. Flankierend dazu bieten wir Vorträge und Workshops zum Thema psychische Gesundheit an. Mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen machen wir diese Angebote an den betroffenen Standorten bekannt.

2018 haben wir vor allem die Restrukturierungen bei der T-Systems International GmbH mit psychosozialen Beratungsangeboten begleitet. An besonders betroffenen Standorten wurden gezielt Sprechtage eingerichtet („MFB vor Ort“) und standortübergreifend Workshops zur Förderung der Resilienz, also der Widerstandskraft gegenüber psychischen Belastungen, angeboten.

T-Systems: Aus „Corporate Happiness” wird #youmatter

Bereits 2016 hat T-Systems im Rahmen des „Corporate Happiness“-Pilotprojekts damit begonnen, eine Veränderung der Unternehmenskultur anzustoßen. Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse der „Positiven Psychologie“ soll ein Werterahmen entstehen, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Potenzial noch besser entfalten können. Eigenverantwortlich sollen sie so zu ihrem persönlichen, aber auch zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Mitte 2018 wurde das Pilotprojekt in eine neue konzernweite Initiative überführt, die unter dem Namen „#youmatter“ läuft. Der neue Titel soll verdeutlichen, dass die Initiative die Beschäftigten in den Fokus stellt – und ihnen Mut machen, sich selbst aktiv einzubringen. Bereits seit 2017 sind die verschiedenen Angebote von #youmatter als Standardangebot auf der zentralen HR-Plattform „HR Suite“ verfügbar. Interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich dort zu Workshops rund um die Themen Haltung, Potenzialentfaltung, Energiemanagement und gelingende Beziehungen anmelden. Für Teams wird ein Teamprozess angeboten, der Umsetzbarkeit im Alltag erleichtern und sicherstellen soll. Zudem können in der HR Suite Webinare gebucht werden, die Interessierte zu einem selbst gewählten Zeitpunkt am Arbeitsplatz durchlaufen können.

Die Rolle von Führungskräften stärken

Führungskräften kommt bei der Gesundheitsförderung in Unternehmen eine zentrale Rolle zu. Um die Führungskräfte der Telekom in ihrer Vorbildfunktion zu unterstützen, bieten wir neben individuellem Coaching auch webbasierte Trainings an. Themen sind unter anderem Arbeitssicherheit, die psychische Gesundheit der Beschäftigten oder das Eingliederungsmanagement nach längerer Krankheit. Gesundheitsförderung ist zudem Bestandteil unserer aktuellen Führungskräfte-Entwicklungsprogramme. Dabei können unsere Führungskräfte aus einem umfangreichen Portfolio von Angeboten zur Unterstützung ihrer Führungskompetenz wählen. Auch 2018 haben wir im Rahmen der Mitarbeiter- und Führungskräfteberatung zahlreiche Fachvorträge und Praxisworkshops angeboten, um Vorgesetzte für ihre Verantwortung beim Thema „Gesundheit“ zu sensibilisieren.

Digitalisierung und Gesundheit – gemeinsames Projekt mit BARMER

Die Digitalisierung und die damit einhergehenden Veränderungen der Arbeitswelt können Arbeitnehmer physisch und psychisch belasten. Zugleich können digitale Innovationen Beschäftigte aber auch dazu motivieren, mehr für ihre Gesundheit zu tun. Dies bestätigte eine Studie der Universität St. Gallen. 2017 haben wir daher zusammen mit der Krankenkasse BARMER das Modellprojekt „Digitalisierung und Gesundheit“ gestartet. Wissenschaftlich begleitet von unter anderem der Universität St. Gallen und der Universität Köln arbeiten wir an Lösungen, die zur Stärkung der Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Führungskräften im Kontext der Digitalisierung beitragen können. Die Deutsche Telekom ist damit das erste Unternehmen, das sich gemeinsam mit einer Krankenkasse wie hier der BARMER diesem Themenkomplex systematisch annimmt. Dazu entwickeln und bewerten wir in einem Zeitraum von drei Jahren verschiedene innovative Apps, Lösungen und Maßnahmen, die von Telekom­Mitarbeiterinnen und ­Mitarbeitern einem intensiven Praxistest unterzogen werden. 2018 wurde beispielsweise die kostenlos im App-Store erhältliche Stressmanagement- und Stresspräventions-App img „Kelaa Mental Resilience“ im Rahmen einer EU-geförderten Studie getestet. Ebenso testeten wir Ende 2018 im Zuge eines Pilotprojekts die App „M-Sense“ zur Kopfschmerzprävention. Mithilfe dieser App können die individuellen Ursachen für Kopfschmerzen analysiert und ein spezieller Therapieplan erstellt werden. Auch eine vom Gesundheitsdienstleister Arvato bereitgestellte Coachingplattform wurde zusammen mit dem „Präventiometer“ 2018 auf ihre Praxistauglichkeit geprüft. Das „Präventiometer“ ist ein Gerät, das umfassend die Biodaten des Probanden beinhaltet. Die Plattform unterstützt Nutzerinnen und Nutzer bedarfsorientiert bei der Auswahl der richtigen Gesundheitsmaßnahme. Anhand der Ergebnisse aus den Testphasen wird entschieden, ob und wie die jeweiligen Angebote auch künftig bei der Telekom eingesetzt werden.

Gesundheit und Sport bei T-Systems Mexico

Gesundheitsmonat
Das unternehmensinterne Fitnessprogramm „Rundum gesund“ bei T-Systems Mexico soll Mitarbeiter dazu anregen, sich sportlich zu betätigen, mehr auf ihre Gesundheit zu achten und sich gemeinsam mit ihren Kollegen zu entspannen.

Der alljährliche „Gesundheitsmonat“ wurde in diesem Jahr im Oktober mit Aktivitäten für die gesamte Belegschaft organisiert. Unterstützung von staatlicher Seite kam dabei von der mexikanischen Sozialversicherungsinstitut. So wurden den Mitarbeitern kostenlose Augenuntersuchungen, Blutdruckmessungen, Blutzuckertests, sowie Größen- und Gewichtsmessungen angeboten. Darüber hinaus gab es fünf Vorträge zu Gesundheitsthemen mit sieben Fachärzten, zwei Gastexperten aus dem Versicherungsbereich, Beiträge zur Zahn- und Augenpflege sowie eine entspannende Meditationsveranstaltung. Insgesamt nahmen im Gesundheitsmonat 760 Personen an den Aktivitäten teil, die alle in Puebla stattfanden.

Sportwettbewerbe
Es ist T-Systems Mexico ein wichtiges Anliegen, für bessere Integration, höhere Lebensqualität und ein gutes Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben zu sorgen. So veranstaltete das Unternehmen von Januar bis Dezember 2018 u. a. Volleyball-, Basketball-, Fußball- und Domino-Turniere. Die Angebote stießen auf besonders gute Resonanz, und rund 41 Prozent unserer Mitarbeiter machten mit. Dies hatte positive Auswirkungen auf das Arbeitsklima, verbesserte die Teamarbeit und trug zu einem gesunden Lebensstil sowie zur Stressreduzierung bei.