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Corporate Responsibility Bericht 2018

Dialog und Zusammenarbeit

Rund 217 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in weltweit mehr als 50 Ländern gestalten unseren Geschäftserfolg. Mit ihrem Engagement, ihrer Kompetenz und ihrer Leistungsfähigkeit helfen sie, den Weg in eine digitale Gesellschaft zu ebnen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Als verantwortungsvoller Arbeitgeber legen wir großen Wert auf Dialog, Mitwirkung und Fairness. Wir bieten unseren Beschäftigten eine wettbewerbsfähige und leistungsgerechte Vergütung, flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit, sich mit ihren individuellen Stärken und Ideen innerhalb unseres Konzerns einzubringen.

So gestalten wir eine faire und vertrauensvolle Zusammenarbeit

Wir pflegen im gesamten Konzern dialogorientierte Beziehungen zu unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretungen und den Gewerkschaften. Im deutschen Konzern vertreten die Betriebsräte, die Gesamtbetriebsräte und der Konzernbetriebsrat die Interessen der Beschäftigten. Auf europäischer Ebene ist unser Sozialpartner der europäische Betriebsrat (EBR). Hinzu kommen die Vertretungen der leitenden Angestellten und die Vertretungen der Schwerbehinderten auf Betriebs-, Unternehmens- beziehungsweise Konzernebene. Aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher und vertraglicher Grundlagen in den jeweiligen Ländern werden Mitbestimmungsthemen mit Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern dezentral gesteuert. In wichtigen Fragen ist grundsätzlich die Konzernleitung eingebunden. Für das Management unserer Mitarbeiterbeziehungen haben wir konzernweit einheitliche Standards gesetzt. Festgeschrieben wurden diese in unseren Leitlinien (Guiding Principles), in unserer Konzernrichtlinie zu Mitarbeiterbeziehungen (Employee Relations Policy) und in unseren Führungsgrundsätzen (Leadership Principles). Umfassende Informationen zum Umgang mit Menschenrechten in unserem Konzern finden Sie in unserem Strategie-Kapitel.

Faire Vergütung und weitere betriebliche Leistungen
Wir bieten unseren Beschäftigten eine wettbewerbsfähige und leistungsgerechte Vergütung, die sich am jeweiligen nationalen Arbeitsmarkt orientiert. Sie honoriert die Arbeitsleistung von Männern und Frauen gleichberechtigt und diskriminierungsfrei. Die Vergütung der oberen Führungskräfte der Deutschen Telekom gestalten wir gemäß unserer konzernweit gültigen „Global Compensation Guideline“. Darüber hinaus bieten wir unseren Beschäftigten weitergehende Leistungen, zum Beispiel für die betriebliche Altersversorgung. Im Rahmen unserer konzernweiten Mitarbeiterbefragung ermitteln wir regelmäßig, wie zufrieden unsere Beschäftigten mit ihrer Vergütung sind. Darüber hinaus gibt es themen- und bereichsbezogen weitere Erhebungen. Um den neuen gesetzlichen Anforderungen des Entgelttransparenzgesetzes zu entsprechen, haben wir einen separaten Bericht erstellt. Er erscheint alle fünf Jahre. Den aktuellen Entgeltbericht finden Sie als Anlage zum Lagebericht 2017.

Flexible Arbeitsmodelle
Die Möglichkeit, Arbeit flexibel nach eigenen Bedürfnissen gestalten zu können, trägt wesentlich zu einer verbesserten Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bei. Auf diese Weise beugt sie zugleich Überlastungserscheinungen vor. Wir fördern deshalb ausdrücklich flexible Arbeitsmodelle. Unser Angebot reicht von Gleitzeit über Teilzeit bis hin zu Lebensarbeitszeitkonten. Nach dem Abschluss des Verbandstarifvertrags mit ver.di 2017 haben wir „mobile working“ als neue Arbeitsform in unserem Konzern eingeführt. Sie ermöglicht es unseren Beschäftigten, ihre Arbeit von zu Hause und unterwegs zu erledigen, sofern die Tätigkeit dies grundsätzlich zulässt.

Sozialverträglicher Personalumbau
Ein zentrales Thema der vergangenen und auch der kommenden Jahre ist die Transformation unseres Konzerns. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung und der damit verbundenen Veränderungen gilt es, unsere langfristige Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Hiermit ist auch ein komplexer Personalumbau verbunden. Wir schaffen in Wachstumsfeldern neue Stellen und bauen dafür qualifiziertes Personal auf. In anderen Geschäftsfeldern stellen wir uns neu auf und verringern den Personalbestand. Alle Umbaumaßnahmen gestalten wir für unsere Beschäftigten seit jeher sozialverträglich. Dabei begleiten wir sie bestmöglich auf dem Weg in die digitalisierte Arbeitswelt.

Mitarbeiterzufriedenheit und Partizipation
Wir legen konzernweit großen Wert auf eine Feedbackkultur und fördern den offenen Dialog und konstruktiven Austausch. Ein wichtiges Instrument hierfür ist unser soziales Netzwerk „You and Me“ (YAM), das konzernweit etwa 120 000 Nutzerinnen und Nutzer zählt. Das YAM bietet umfassende Informationen und ermöglicht unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sich in hierarchieübergreifende Gespräche einzubringen und selbst gewählte Themen im Konzern zur Diskussion zu stellen. Auch der Telekom-Vorstand nutzt das YAM regelmäßig, um sich mit den Beschäftigten direkt auszutauschen. Ein weiterer zentraler Bestandteil unserer Feedbackkultur ist die konzernweite Mitarbeiterbefragung. Ergänzt wird diese durch Pulsbefragungen, mit denen wir zweimal jährlich ein Stimmungsbild einholen. Auch unser konzernweites Ideenmanagement ist ein wichtiges Instrument, um unsere Beschäftigten am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Darüber hinaus bieten wir ihnen Möglichkeiten, bei Corporate-Volunteering-Einsätzen das Unternehmensengagement im gesellschaftlichen Bereich mitzugestalten.

Mitarbeiterbeziehungen in den Landesgesellschaften

Welche Fortschritte machen die Landesgesellschaften bei der Umsetzung unserer Konzernrichtlinie zu Mitarbeiterbeziehungen („Employee Relations Policy“, kurz ER Policy)? Dies ermitteln wir mit speziellen Begutachtungsprozessen, sogenannten Reviews. Jedes Jahr stellen sich zwei bis drei Landesgesellschaften einer solchen Überprüfung. Die Ergebnisse nutzen sie, um die Beziehungen zu ihren Beschäftigten weiter zu verbessern. Konzernweit helfen uns die Ergebnisse, die Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen und menschenrechtsbezogenen Risiken unserer Geschäftstätigkeit einzuschätzen.

2018 haben wir Reviews in Malaysia, Singapur und Ungarn durchgeführt. Die ausführlichen Ergebnisse veröffentlichen wir auf unserer Website.

Ungarn (Magyar Telekom): Die ER Policy und ihre Kernelemente wurden im gesamten Unternehmen erfolgreich integriert. Die Beschäftigten kennen die Policy und wissen, was diese für ihren Arbeitsalltag bedeutet. Hervorzuheben sind zudem die Trainings- und Entwicklungsmöglichkeiten für Beschäftigte und Führungskräfte. Das Management legt Wert darauf, die richtige Balance zwischen der Erreichung der Transformationsziele und der Einstellung neuer Beschäftigten zu finden: Einerseits gilt es, nach neuen innovativen Talenten zu suchen und diese schnell in ein größeres, generationenübergreifendes Team zu integrieren – andererseits muss auch die langfristige Leistungsfähigkeit des Unternehmens gesteigert werden. Magyar Telekom wurde 2017 unter die Top 10 der Arbeitgeber in Ungarn gewählt: Dies macht sich in guten Ergebnissen bei Mitarbeiterloyalität, Teamgeist und Zusammenarbeit bemerkbar.

Singapur (T-Systems Singapore): Die seit Ende 2012 bei T-Systems Singapore gültige ER Policy ist fester Bestandteil des Unternehmensalltags. Das bestätigten das Vor-Ort-Review und Gespräche mit der Belegschaft. Die erfolgreiche Umsetzung der ER Policy zeigt sich zum Beispiel in den regelmäßig abgehaltenen Townhall Meetings, bei denen im Anschluss alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammenkommen, oder in der offenen Zusammenarbeit im Team. Trotz des großen Wettbewerbsdrucks ist T-System Singapore wirtschaftlich erfolgreich. Das lokale Management genießt daher hohe Anerkennung in der Belegschaft. Dies belegen gute Umfrageergebnisse in den Bereichen Mitarbeiterloyalität, Teamgeist und Zusammenarbeit.

Malaysia (T-Systems Malaysia): In ausführlichen Interviews mit dem Management und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von T-Systems Malaysia zeigte sich, dass alle Elemente der 2012 eingeführten ER Policy erfolgreich umgesetzt werden. Die Beschäftigten gaben an, mit ihrem Arbeitgeber und der Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen und dem Management sehr zufrieden zu sein. Sie regten jedoch dazu an, die Bestandteile der ER Policy noch bekannter zu machen. Das gilt insbesondere für die allgemeinen Guidelines sowie die Beschwerdekanäle. Außerdem wünschte sich die Belegschaft, dass die Inhalte der Policy in einem speziellen Townhall Meeting thematisiert werden.

Sozialverträglicher Personalumbau fortgeführt

Ein zentrales Thema der vergangenen und auch der kommenden Jahre ist die Transformation unseres Konzerns. Damit verbunden ist ein umfangreicher Personalumbau, den wir auch 2018 sozialverträglich gestaltet haben. Dafür setzten wir weiterhin auf Instrumente wie Abfindungen, Engagierten Ruhestand und Altersteilzeit. Im Folgenden die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

Vivento: Dienstleister für den Personalumbau
Unser Personaldienstleister Vivento hat 2018 den sozialverträglichen Personalumbau weiterhin unterstützt. Er zeigt unseren Beamtinnen und Beamten neue berufliche Perspektiven außerhalb und innerhalb des Konzerns auf. 2018 standen vor allem Versetzungen von Beamtinnen und Beamten zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, zur Bundesanstalt für Arbeit, zur Bundeswehr und zum Zoll im Fokus. Daneben konnten Beschäftigte auf einzelne Stellen in den öffentlichen Verwaltungen bei Bund, Ländern und Kommunen vermittelt werden. 2018 haben sich rund 326 Beamtinnen und Beamte der Deutschen Telekom für einen dauerhaften Wechsel zu Bund, Ländern und Kommunen entschieden. Seit der Gründung von Vivento vor 15 Jahren haben sich über 51 374 Beschäftigte (Stichtag: 31.12.2018) mit der Unterstützung des Personaldienstleisters für eine neue Perspektive entschieden.

Grundlegende Transformation von T-Systems
Das Systemgeschäft der Telekom befindet sich in einem umfassenden Transformationsprozess. Ziel ist es, T-Systems als attraktiven, flexiblen Partner der Digitalisierung aufzustellen. 2018 wurde die Basis für die zukünftige Reorganisation in Deutschland gelegt. Ab Januar 2019 wird sich T-Systems neu aufstellen und nach Portfolio-Einheiten wie beispielsweise SAP, Internet of Things, Security oder Digital Solutions, die immer mehr in flexiblen Organisationsstrukturen arbeiten, ausrichten. Eingesparte Kosten sollen Investitionen in neue Wachstumsbereiche wie die Cloud, das Internet der Dinge oder Sicherheit finanzieren sowie marktfähigen Preisen dienen. Mit der Neuorganisation erreichen wir eine deutliche Verschlankung der Verwaltungs- und Vertriebsstrukturen. Der Kapazitätsbedarf wird sich insgesamt um rund600 Stellen in Deutschland bis Ende 2020 reduzieren – dem steht ein Aufbau von neuen Stellen in den Wachstumsbereichen gegenüber. Neben der Unternehmensstruktur wird auch die Standortstruktur in Deutschland schlanker. Die bisherigen 230 Bürostandorte in mehr als 100 Städten sollen künftig in 25 Städten zusammengeführt werden. Querschnittsfunktionen wie Kommunikation, Finanzen und Personal werden bereits ab Januar 2019 an den zentralen Standorten Berlin, Bonn, Darmstadt, Frankfurt am Main, Hamburg, Leinfelden und München gebündelt. Die Transformation wird durch ein umfassendes Change-Management-Programm unterstützt. Beispielsweise werden sogenannte Y-Zones veranstaltet: Bei diesen Treffen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Fragen an das Management stellen. Das Programm umfasst auch ein umfassendes Führungskräfte-Angebot. 2018 haben wir darüber hinaus über500 Beschäftigte in Workshops geschult, die sich mit der aktuellen Transformation und der Rolle jedes Einzelnen beschäftigen.

Den Umbau wollen wir sozialverträglich mit Instrumenten wie Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen gestalten. Der seit 2014 bestehende Dienstleister „Job Service & Placement“ (JSP) von T-Systems wird mit einem umfassenden Programm Beschäftigte im Veränderungsprozess beraten und begleiten. Beschäftigte ohne Stelle in der neuen Organisation gehen in JSP über. Dort werden sie in eine neue Beschäftigung innerhalb und außerhalb der Deutschen Telekom vermittelt. Betriebsbedingte Kündigungen sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Während des Veränderungsprozesses werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit verschiedenen Initiativen begleitet.

Neuausrichtung der Telekom Deutschland GmbH
Auch das Deutschlandgeschäft der Telekom verändert sich weiterhin mit dem Ziel, noch wettbewerbsfähiger und serviceorientierter zu sein. Das Umbauprojekt umfasste drei große Veränderungen:

  • Es wurde eine neue Service-Gesellschaft gegründet, die Service-Leistungen für Privat-, Geschäfts- und Carrier-Kunden aus einer Hand bietet.
  • Es entstand eine neue Vertriebsgesellschaft für Geschäftskunden.
  • Aus der T-Shop-Gesellschaft wurde eine Privatkundenvertriebsgesellschaft gebildet.

Bereits 2017 sind rund 20 000 Kolleginnen und Kollegen per Betriebsübergang, Anbietung, Versetzung, Zuweisung oder Beurlaubung in die neuen Gesellschaften gewechselt. Zum Jahreswechsel 2017/2018 erfolgten die Reorganisationen und Betriebsübergänge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Service und Geschäftskundenvertrieb.

Ganzheitliches Personalumbau- und Transfermanagement der Telekom Deutschland GmbH
Im Zuge der Digitalisierung der Geschäftsfelder gilt es auch weiterhin, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für berufliche Veränderungen zu gewinnen. Im Segment Deutschland wurde für diesen Zweck bereits 2017 ein ganzheitliches Personalumbau- und Transfermanagement etabliert, das frühzeitig wirken soll. Das heißt: Wo künftig Aufgaben wegfallen oder andere Qualifikationen gefragt sein werden, beraten wir betroffene Kolleginnen und Kollegen vorausschauend zu den Möglichkeiten einer beruflichen Neuorientierung. Auch die Führungskräfte binden wir aktiv in den Veränderungsprozess ein. Unser Beratungskonzept umfasst die Entwicklung interner und externer Beschäftigungsalternativen und die Erarbeitung des konkreten persönlichen Arbeitsmarkts. Darüber hinaus unterstützen wir den individuellen Bewerbungsprozess und bieten – wo notwendig – zielgerichtete Qualifizierungen an.

Flexible Arbeitsmodelle für unterschiedlichste Bedürfnisse

Wir bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Vielzahl möglicher Arbeitszeitformen und Zusammenarbeitsmodelle an, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dabei tragen wir auch den im Zuge der Digitalisierung steigenden Anforderungen an mehr Flexibilität Rechnung.

Förderung von Teilzeit
Das Arbeiten in verschiedenen Teilzeitmodellen ist konzernweit etabliert:

  • Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können direkt in ein Teilzeitmodell einsteigen oder von Vollzeit auf Teilzeit wechseln. Dies gilt auch für Führungspositionen.
  • Unsere Beschäftigten haben bereits seit 2014 die Möglichkeit, jederzeit wieder zu ihrer ursprünglichen Wochenarbeitszeit zurückzukehren. Damit bieten wir unseren Beschäftigten mehr Flexibilität, als es das neue Brückenteilzeitgesetz der Bundesregierung vorgibt.

In Deutschland nutzen 12,9 Prozent der tariflich Beschäftigten und 15,2 Prozent der Beamtinnen und Beamten Teilzeitmodelle (Stand: 31.12.2018). Darüber hinaus arbeiten in Deutschland insgesamt 29 leitende Angestellte in Teilzeit (Stand: 31.12.2018). Detaillierte Informationen zu unseren zahlreichen Teilzeitregelungen finden Sie hier.

Mobiles Arbeiten
Mobiles Arbeiten ist bei der Deutschen Telekom für viele Beschäftigte Alltag. 2017 haben sich die Deutsche Telekom und ver.di auf den ersten Verbandstarifvertrag „Mobiles Arbeiten“ geeinigt, der unter anderem Regelungen zum Arbeiten von zu Hause oder von unterwegs umfasst. Durch die „räumliche Flexibilisierung“ der Arbeit erhalten unsere Beschäftigten mehr Gestaltungsfreiheit bei der Einteilung ihrer Arbeit. Zudem ermöglichen wir ihnen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und individueller Lebensführung.

Lebensarbeitszeitkonten
Seit 2016 bieten wir rund 74 700 Angestellten in Deutschland sogenannte Lebensarbeitszeitkonten an. Den rund 12 600 beamteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland steht dieses Angebot seit Mitte 2017 zur Verfügung: Sie erhalten damit die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt eine Freistellung von mehr als einem Monat zu finanzieren. Diese kann für einen vorgezogenen Ruhestand, für ein Sabbatical oder für eine Teilzeitaufstockung genutzt werden. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können ihr Lebensarbeitszeitkonto mit Bruttogehaltsbestandteilen oder mit in Geld umgerechneten Arbeitszeitguthaben füllen. Darüber hinaus unterstützen wir bis 2020 Beschäftigte unter einer bestimmten Einkommensgrenze mit einem jährlichen Förderbeitrag. Insgesamt haben wir bereits 10 430 Konten für Angestellte und 664 Konten für beamtete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingerichtet (Stand: 31.12.2018).

Das 80/20-Modell
Seit 2017 geben wir mit dem 80/20-Modell unseren Beschäftigten die Möglichkeit, bis zu 20 Prozent ihrer Arbeitszeit in Projekte zu investieren, die nicht zu ihren direkten Aufgaben gehören, und dabei mit Teams anderer Fachbereiche zusammenzuarbeiten. So brechen wir „Abteilungs-Silos“ auf und können das vielfältige Talent im Unternehmen besser nutzen. Beschäftigte werden dadurch sichtbarer, motivierter und können sich besser vernetzen. Die Inanspruchnahme des Modells ist freiwillig und jeweils an ein konkretes Konzernprojekt gebunden.

Altersteilzeit
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, bieten wir konzernweit Altersteilzeit an. Es gelten gesonderte Regelungen sowohl für Angestellte als auch für beamtete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Altersteilzeit kann sowohl im Block- als auch im Teilzeitmodell durchgeführt werden. Im Gegensatz zu regulären Teilzeitregelungen zahlen wir bei der Altersteilzeit eine deutliche Aufstockungsleistung auf das Teilzeitentgelt. Die Kürzung der Wochenarbeitszeit hat also keine entsprechend hohe Kürzung der Nettobezüge zur Folge. Im Berichtsjahr wurden insgesamt429 Altersteilzeitverträge mit tariflich und außertariflich Beschäftigten getroffen, bei Beamtinnen und Beamten waren es 410.

Zugrunde liegende Regelungen
Maßgeblich für unsere Arbeitszeitmodelle sind die gesetzlichen Regelungen in den einzelnen Ländern. Die Arbeitszeiten bei der Telekom in Deutschland sind in Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen geregelt. Die Dokumentation der täglichen Arbeitszeit erfolgt durch eine elektronische Arbeitszeiterfassung bei unseren Tarifmitarbeiterinnen und Tarifmitarbeitern in Arbeitszeitkonten. Dadurch ist die Einhaltung der gesetzlichen und betrieblichen Regelungen gewährleistet. So wird beispielsweise sichergestellt, dass die wöchentliche Arbeitszeit über einen bestimmten Abrechnungszeitraum eingehalten wird. In einem großen Konzern wie der Telekom sind die Regelungen vielfältig und können nicht für den Gesamtkonzern vollumfänglich dargestellt werden.

Umsetzung der Tarifrunde 2017 und weitere Harmonisierungen im Jahr 2018

Im Zuge der Tarifrunde 2018 wurden die Einkommen für die tariflich Beschäftigten der Deutschen Telekom in Deutschland erhöht.

  • Die Gehälter der rund 60 000 tariflich Beschäftigten in der Deutschen Telekom AG und im Segment Deutschland werden ab 2018 um insgesamt 5,2 Prozent in den unteren Entgeltgruppen und um 4,8 Prozent in den oberen Entgeltgruppen erhöht. Die erste Entgelterhöhung fand zum 1. Mai 2018 statt. Die zweite Entgelterhöhung wird zum 1. Mai 2019 realisiert. Die Laufzeit der neuen Entgelttarifverträge beträgt überwiegend 26 Monate bis zum 31. März 2020.
  • Bei T-Systems werden die Gehälter der rund 20 000 tariflich Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen in zwei Stufen um insgesamt 5,5 Prozent und in den oberen Entgeltgruppen um 4,5 Prozent erhöht. Nach der ersten Erhöhung zum 1. Januar 2019 wird die zweite Stufe zum 1. Januar 2020 realisiert. Der neue Entgelttarifvertrag hat eine Laufzeit von 33 Monaten bis zum 31. Dezember 2020.
  • Die Gehälter der Auszubildenden und dual Studierenden werden ebenfalls in zwei Schritten angehoben. Nach der ersten Erhöhung zum 1. Mai 2018 um 40 Euro wird im Mai 2019 ein weiterer Anstieg um 30 Euro realisiert. Die Unterhaltsbeihilfe für Auszubildende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, wurde um 20 Euro auf 250 Euro erhöht.

Die in der Tarifrunde 2016 festgelegte Standardisierung und Harmonisierung der nationalen Entgeltsysteme wurde weiter vorangetrieben. 2017 erfolgte die erste erfolgreiche Tarifverhandlung, deren Ergebnisse zum 1. Januar 2018 beziehungsweise zum 1. Januar 2019 umgesetzt werden. 2018 wurden die Tarifverhandlungen zu weiteren Harmonisierungsthemen fortgesetzt.

Neben einer deutlichen Entgeltsteigerung ist beabsichtigt, in den tarifierten Gesellschaften im Inlandskonzern dort, wo es möglich ist, das neue Teilzeitmodell „Additional Days off“ einzuführen. Mit dem neuen Teilzeitmodell können die Beschäftigten ihre vertragliche Wochenarbeitszeit reduzieren, dabei jedoch in Vollzeit weiterarbeiten und die so gewonnene Zeit innerhalb des Jahres in Freizeitblöcken abbauen.

Harmonisierung der Entgeltsysteme
Gemeinsam mit der Gewerkschaft haben wir in der Tarifrunde 2016 den Handlungsbedarf zur Harmonisierung der Entgeltsysteme im Inlandskonzern identifiziert und im Folgenden verhandelt. Mit Ausnahme von T-Systems sind alle tarifierten Gesellschaften in Deutschland in die Harmonisierung einbezogen. Folgende stufenweise Anpassungen wurden vereinbart:

Änderungen zum 1. Januar 2018:

  • Umstellung des Vertriebs für Privatkunden von einem Jahreszielentgelt auf ein Jahresfestentgelt in Verbindung mit erfolgsabhängigen Prämien
  • Zeitliche Vereinheitlichung der Entwicklungsschritte im Gehaltsband je Entgeltgruppe
  • Schrittweise Umstellung des Nichtvertriebs von einem Jahreszielentgelt auf ein Jahresfestentgelt. Für das Jahr 2018 bleibt es bei der bisherigen Auszahlungslogik, allerdings wurde die Zielerreichung und damit Auszahlung des variablen Anteils auf 100 Prozent festgelegt.

Änderungen zum 1. Januar 2019:

  • Komplette Umstellung des Nichtvertriebs auf ein Jahresfestentgelt. Damit Wegfall der variablen Vergütung im Nichtvertrieb.
  • Auch bei T-Systems werden die variablen Vergütungsregelungen ab 2019 schrittweise harmonisiert. Im Jahr 2021 wird der Nichtvertrieb von T-Systems ebenfalls auf ein Jahresfestentgelt umgestellt.

Großes Interesse an Mitarbeiterbefragung

Unsere alle zwei Jahre durchgeführte Mitarbeiterbefragung ist ein wichtiges Instrument, um Feedback von unseren Beschäftigten zu erhalten, Schwachstellen aufzudecken und anschließend geeignete Maßnahmen zur Abhilfe durchzuführen. Mit der halbjährlichen Pulsbefragung holen wir zusätzlich fortlaufend ein aktuelles Stimmungsbild ein und prüfen, ob die eingeleiteten Maßnahmen erfolgreich waren. So können wir gegebenenfalls zeitnahe Anpassungen vornehmen.

75 Prozent der Beschäftigten beteiligten sich konzernweit an der letzten Mitarbeiterbefragung 2017. Der Engagement-Index – unser Maß für die Mitarbeiterzufriedenheit – lag bei 4,1 auf einer Skala von 1 bis 5, wobei 5 den Höchstwert darstellt. An der Pulsbefragung November 2018 beteiligten sich 72 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die gemessene Zufriedenheit lag mit 70 Prozent Zustimmung auf einem hohen Niveau.

Vertrauensvolle Sozialpartnerschaft

Mitbestimmungsrechte spielen im Hinblick auf den digitalen Wandel eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit Arbeitnehmervertretung und Gewerkschaften wollen wir die Arbeitswelt von morgen schaffen – im Sinne unserer Beschäftigten und für den Erfolg unseres Unternehmens. 2018 haben wir mehr als 150 Vereinbarungen im konstruktiven Dialog mit unseren Betriebsräten erarbeitet und verabschiedet. Zwei wesentliche Transformationsprojekte, die wir 2018 in enger Abstimmung mit den Betriebsräten durchgeführt haben, waren die Organisationsmaßnahmen „Technologie & Innovation 2018“ sowie „T-Systems Transformation“. Darüber hinaus wurden im Laufe des Jahres 85 Tarifverträge mit der Gewerkschaft ver.di abgeschlossen. Neben den Tarifabschlüssen lag der Fokus 2018 darauf, tarifvertragliche Regelungen über eine möglichst weitgehende Harmonisierung der Entgeltsysteme im Konzern zu treffen. Tarifpolitik hat bei uns eine hohe Bedeutung und lange Tradition, was auch der Abdeckungsgrad durch Tarifverträge bestätigt: Zum 31. Dezember 2017 waren rund 72,76  Prozent der Beschäftigten in Deutschland tariflich gebunden. Die Abdeckungsquote betrug konzernweit 52,28 Prozent.

Konstruktiver Dialog mit T-Mobile USA
Aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher und vertraglicher Grundlagen in den jeweiligen Ländern werden Mitbestimmungsthemen mit Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern dezentral gesteuert. In wichtigen Fragen ist grundsätzlich die Konzernleitung eingebunden. Informationen zum operativen Segment USA finden Sie im Geschäftsbericht 2018.

Gute Beteiligung an konzernweitem Idea Generation Management

2018 haben sich weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am konzernweiten Idea Generation Management beteiligt als im Vorjahr: In Deutschland reichte rund jeder 20. Beschäftigte eine neue Idee ein. Mit123 Ideen ist zwar die Beteiligung geringer ausgefallen, dafür ist die Qualität der einzelnen Ideen gestiegen. Der wirtschaftliche Nutzen belief sich auf 78 Millionen Euro in Form von Einsparungen oder neuen Geschäftspotenzialen.

Damit die Beteiligung am Idea Generation Management in Zukunft wieder ansteigt, haben wir im Berichtsjahr das Thema Kooperationen mit Initiativen wie beispielsweise dem unternehmenseigenen Innovationsprogramm „UQBATE“ oder der „Telekom Ideenschmiede“ für Kunden stärker in den Mittelpunkt gerückt.

Auch 2018 erhielt eine Mitarbeiteridee eine externe Auszeichnung: Manfred Haidl erreichte beim Award des Zentrums Ideenmanagement den zweiten Platz in der Kategorie „Administration“. Mit der Entwicklung und Programmierung einer Software hat Manfred Haidl die Prozesse in der Störungsannahme abgebildet, eine Standardisierung geschaffen und wiederkehrende Tätigkeiten automatisiert.

Wir würdigen die Leistungen unserer langjährigen Beschäftigten

Mit den Jubilarfeiern würdigen wir das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihr 25-, 40- und 50-jähriges Dienstjubiläum bei der Telekom in Deutschland feiern. Sie leisten mit ihrer Erfahrung einen wichtigen Beitrag für unseren Erfolg. In der guten Zusammenarbeit von älteren und jüngeren Kollegen sehen wir zudem einen zentralen Pfeiler unseres Unternehmenserfolgs.

2018/2019 gab es erstmals eine gemeinsame Feier für alle Konzerneinheiten in Deutschland. Rund600 Kolleginnen und Kollegen haben daran teilgenommen. Damit waren insgesamt 53 875 Jahre Arbeit und Erfahrung bei Bundespost und Telekom vertreten. Eine ganz besondere Wertschätzung haben wir den 50-Jahre-Dienstjubilaren zuteilwerden lassen. Sie besuchten die Telekom Design Gallery in der Bonner Konzernzentrale und nahmen anschließend an einem Empfang mit den Vorstandsmitgliedern Dr. Thomas Kremer und Dr. Dirk Wössner teil.