Telekom Logo
  • Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.
  • Corporate Responsibility Bericht 2017
Corporate Responsibility Bericht 2017

Kreislaufwirtschaft

Hier findet sich eine Auswahl relevanter Inhalte aus dem CR-Bericht 2017. Mehr Informationen befinden sich in den Kapiteln KundenLieferanten und Klima & Umwelt.

Maßnahmen zur Rückgabe von Mobilgeräten in Deutschland

Die Recycling- und Weiternutzungsquote für elektronische Kleingeräte ist in Deutschland zu niedrig. Zu viele gebrauchte Handys, Smartphones und Tablets liegen in Schubladen oder werden illegal im Hausmüll entsorgt. Sie sollten jedoch neu aufbereitet und weiterverwendet oder dem fachgerechten Recycling zugeführt werden. So können wertvolle Ressourcen eingespart werden. Schon seit 2003 bieten wir dafür verschiedene Abgabemöglichkeiten an. Kunden können seit 2013 ihre gebrauchten hochwertigen Handys und Smartphones in den Telekom Shops ankaufen lassen. Für den Gegenwert des Geräts erhalten sie einen Gutschein, der im Telekom Shop beim Kauf eines neuen Geräts eingelöst werden kann, oder der Betrag wird auf das Kundenkonto überwiesen. Über ein 2016 geschaffenes Ankaufportal für Geschäftskunden können diese ihre gebrauchten Handys und Smartphones einsenden. Nachdem der Wert ermittelt wurde, kann dieser ausbezahlt oder an gemeinnützige Organisationen gespendet werden. Gemeinsam mit dem Unternehmen Teqcycle Solutions betreiben wir zudem das Online-Portal Handysammelcenter. Behörden, Vereine und andere Organisationen haben die Möglichkeit, über das Portal Sammelaktionen zu starten, bei denen gebrauchte Handys und Smartphones gespendet werden. Die Website bietet eine Übersicht über diese Partner und die durchgeführten Sammelaktionen. Im Berichtszeitraum fanden solche Aktionen in Bayern und Nordrhein-Westfalen statt. Mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und Pro Wildlife e.V. haben wir 2017 außerdem zwei neue Kooperationspartner gewonnen. Ende des Jahres spendeten wir die Erlöse aus dem Recycling und der Weiternutzung gesammelter Geräte an die Deutsche Umwelthilfe e.V.

Unser Beitrag zu den SDG

2017 haben wir zusammen mit dem Radiosender Antenne Unna einen Handy-Sammel-Wettbewerb zwischen den Gemeinden der Region veranstaltet. Zwei Monate lang begleitete der Sender die verschiedenen Sammelaktionen und kürte am Ende eine Siegerkommune. Mit dem Wettbewerb wollten wir das Bewusstsein der Hörer für einen schonenden Umgang mit Ressourcen stärken. Die Erlöse aus der Vermarktung und dem Recycling kamen der Hilfsaktion Lichtblicke e.V. zugute.

2017 nahmen wir deutschlandweit genau 149 336 gebrauchte Mobiltelefone und Smartphones zurück und führten diese einer Weiterverwendung oder dem fachgerechten Recycling zu. Bei der Handy-Rücknahme setzen wir einen Datenlöschprozess ein, der von der DEKRA zertifiziert ist und hohe Datenschutzanforderungen erfüllt. Defekte Handys oder Geräte, bei denen die zertifizierte Datenlöschung zu aufwendig wäre, recyceln wir mit modernen Verfahren fach- und umweltgerecht im Telekom Recycling Center in Goslar. Bis zu 100 Prozent der Materialien lassen sich danach ein weiteres Mal verwenden – als recycelte Metalle oder zur Energieerzeugung.

Das Verhältnis zwischen in den Markt gebrachten und zurückgenommenen Mobiltelefonen bilden wir mit unserem ESG KPI img Rücknahme Mobilgeräte ab. Im Jahr 2017 wurden konzernweit (ohne T-Mobile US, AMC, Maktel, Crnogorski) ca. 308 000 Mobilgeräte zurückgenommen.

Unterstützung verschiedener Sammelaktionen
Wie in den Vorjahren haben wir auch 2017 die Kampagne „Die Handyaktion“ verschiedener kirchlicher Akteure in Baden-Württemberg unterstützt. Diesmal haben die Partner der Aktion gemeinsam mit der Deutschen Rohstoffagentur und dem Umweltministerium Baden-Württemberg verstärkt Maßnahmen im Bildungsbereich durchgeführt. So haben sie den „Handy-Rohstoffkoffer“ für Schulklassen neu aufgelegt. Er enthält verschiedene Mineralien, die in Handys verbaut sind. Mit begleitenden Lernmaterialien können Lehrer ihre Schüler darüber aufklären, welche Bedeutung die Rohstoffe in Smartphones haben.

Die Rücknahmekampagne "Verantwortung und Nachhaltigkeit. Mach mit!" im Saarland, die wir bereits 2014 unterstützt haben, wurde aufgrund des anhaltenden Interesses bis Ende 2018 verlängert. Wir sind weiterhin Kooperationspartner der Kampagne, die unter anderem spezielle Unterrichtsangebote zum Thema Handy-Rücknahme und Ressourceneffizienz umfasst. Einen weiteren Schwerpunkt bilden gemeinsame Handy-Sammel-Aktionen mit saarländischen Unternehmen und Institutionen.

Cornelia Szyszkowitz

Sie haben Fragen zu diesem Thema?
Fragen Sie unseren Experten:

Cornelia Szyszkowitz

So sparen wir Ressourcen und schützen die Umwelt

Mit unserem Managementsystem für Gesundheits-, Arbeits- und Umweltschutz („Health, Safety and Environment“, HSE img) verpflichten wir uns, unsere Leistungen in diesen Bereichen kontinuierlich zu verbessern. Es beruht auf den internationalen Standards OHSAS 18001 für Arbeits- und Gesundheitsschutz und ISO 14001 für Umweltmanagement.

Als Dienstleistungsunternehmen haben wir einen deutlich geringeren Ressourceneinsatz als produzierende Unternehmen. Der Ressourcenverbrauch für die Herstellung und Nutzung unserer Produkte findet in vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen statt – bei unseren Lieferanten und Kunden. Innerhalb unserer Wertschöpfungskette setzen wir uns für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen ein. Das heißt, wir fördern den verantwortungsvollen Rohstoffeinsatz bei unseren Lieferanten und die Wiederverwendung von Materialien bei unseren Kunden. So unterstützen wir in verschiedenen Ländern Handy-Sammel-Aktionen, um wertvolle Ressourcen zurückzugewinnen. Dazu haben wir den ESG KPI img Rücknahme Mobilgeräte etabliert, der die Anzahl in Umlauf gebrachter Mobiltelefone (ohne TMUS) ins Verhältnis zur Anzahl zurückgenommener Altgeräte setzt.

Unser Abfallaufkommen erfassen wir regelmäßig konzernweit. Mit unserem „Internationalen Rahmen für das Abfallmanagement“ stellen wir einheitliche Grundsätze für alle unsere Landesgesellschaften sicher. Auf dieser Basis müssen sie in eigener Verantwortung messbare Ziele festlegen und deren Umsetzung überwachen. Dieses Vorgehen sowie der Verzicht auf quantitative Vorgaben machen es möglich, flexibel auf landes- und unternehmensspezifische Rahmenbedingungen einzugehen.

Auch an unseren Arbeitsplätzen steht Ressourceneffizienz im Vordergrund. Wir verwenden Recyclingpapier, setzen auf den Einsatz energieeffizienter Multifunktionsdrucker und fördern den Einkauf umweltschonenden Büromaterials. Um den Papierverbrauch im Konzern zu senken, bitten wir unsere Mitarbeiter, auf die postalische Gehaltsabrechnung zu verzichten und stattdessen ein „De-Mail-Postfach“ zu nutzen. Rund 20 Prozent der Beschäftigten verzichten bereits auf den Postversand.

Abfallvermeidung und Recycling

Unser Abfallmanagement ist konzernweit nach einheitlichen Prinzipien organisiert. Die Umsetzung liegt in der Verantwortung der Landesgesellschaften. Auf Konzernebene haben wir kein Ziel zur Reduktion von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen vorgegeben. Vielmehr entwickeln die Landesgesellschaften auf Basis unseres 2013 verabschiedeten „Internationalen Rahmens für das Abfallmanagement“ eigene Abfallstrategien beziehungsweise aktualisieren ihre bereits bestehenden Strategien. Dafür setzen sie sich auch entsprechende Ziele: Im Vordergrund steht dabei die Reduktion gefährlicher Abfälle, wie zum Beispiel Bleibatterien.

Unser Beitrag zu den SDG

Anforderungen an ein konzernweites Kupferkabelrecycling
Kupferkabel waren jahrzehntelang Hauptbestandteil der Telefonleitungen. Sie werden im Rahmen des Glasfaserausbaus teilweise ersetzt. 2016 haben wir deshalb eine konzernweit verbindliche Richtlinie mit Anforderungen an das Recycling von Kupferkabeln eingeführt. Die Richtlinie unterstützt die Landesgesellschaften bei der Wiederverwertung und Entsorgung von Altkabeln.
 

 

 

Methoden zur Wiedergewinnung von Tantal aus Elektroschrott erprobt

Unser Beitrag zu den SDG

Mit der Umstellung auf IP img Technologie und dem Abbau analoger Infrastruktur werden wir in den nächsten Jahren tonnenweise alte Elektronik demontieren. Unser Ziel ist es, wertvolle Metalle wie Gold oder Tantal aus dem anfallenden Elektroschrott zurückzugewinnen. Jedoch gibt es bislang nicht für alle Metalle geeignete Recycling-Methoden. Das in Kondensatoren verarbeitete Tantal wird aus Coltan-Erz gewonnen. Dieses gilt als Konfliktrohstoff. Daher führen wir seit 2013 ein Projekt mit dem bifa Umweltinstitut durch. Das Ziel: die optimale Methode für die Demontage („Entstückung“) und das Recycling von Tantal-Kondensatoren zu entwickeln. Zur Entstückung der Tantal-Kondensatoren wurden unterschiedliche manuelle und automatisierte Methoden erprobt. Auf Basis der Ergebnisse haben wir im Jahr 2016 ein automatisiertes Verfahren ausgewählt: Die Entstückung der Platine erfolgt hierbei mithilfe einer thermischen Behandlung. Um die Methode in den regulären Betrieb zu überführen, ist eine ausreichend hohe Menge an Elektroschrott erforderlich. Diese konnten wir 2017 noch nicht bereitstellen. Wir planen diese Methode ab 2018 einzusetzen.

Gemeinsamer Einsatz gegen Konfliktrohstoffe

Die Telekom unterstützt die Responsible Minerals Initiative (RMI), seitdem sie 2008 unter dem Namen Conflict-Free Sourcing Initiative (CFSI) gegründet wurde. Bei der RMI handelt es sich um die größte Initiative der Wirtschaft für verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung. Ihr Ziel ist es, Konfliktrohstoffe zu identifizieren und ihre Gewinnung sowie den Handel mit ihnen zu verhindern.

Die RMI geht auf eine im Jahr 2008 gegründete Arbeitsgruppe der Branchenverbände Global e-Sustainability Initiative und Responsible Business Alliance (Extractives Working Group) zur nachhaltigen Rohstoffgewinnung zurück. Seitdem ist die Zahl der Metallverarbeitungs- und Verhüttungsbetriebe, die sich an der RMI beteiligen, kontinuierlich gestiegen. Insgesamt 255 dieser Betriebe sind nach dem einheitlichen Bewertungsprotokoll auditiert (Stand Januar 2018).