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Corporate Responsibility Bericht 2017

Menschenrechte

Für ein international operierendes Unternehmen wie unseren Konzern hat die Achtung der Menschenrechte einen hohen Stellenwert, zumal die ICT-Branche immer wieder wegen Missständen in ihrer Lieferkette kritisiert wird. Deshalb haben wir bei der Telekom umfangreiche Sozialstandards etabliert und setzen diese mit geeigneten Methoden um. Hierbei betrachten wir innerhalb unseres Unternehmens insbesondere die Wahrung des Rechts auf Kollektivvereinbarungen sowie die Gewährleistung von Vielfalt und Chancengleichheit. Unsere Lieferanten nehmen wir ausdrücklich mit in die Verantwortung, um die Achtung der Menschenrechte auch außerhalb unseres Konzerns zu gewährleisten.

So achten wir Menschenrechte

Unser Beitrag zu den SDG

Die Telekom bekennt sich ausdrücklich zu den vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen 2011 verabschiedeten UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Die Prinzipien verlangen, Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit auf Menschenrechte systematisch zu identifizieren und negative Folgen zu verhindern, abzumildern oder bei Bedarf wiedergutzumachen. Um diese Anforderungen zu erfüllen, haben wir für den gesamten Konzern ein umfassendes Programm zur Implementierung der Leitprinzipien entwickelt und einen fortlaufenden Prozess aus mehreren ineinandergreifenden Maßnahmen und Instrumenten eingeführt (siehe Grafik).

Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht bei der Deutschen Telekom

Die Pflicht zur Achtung der Menschenrechte ist in den grundlegenden Regelwerken der Telekom, den Guiding Principles und dem „Menschenrechtskodex & Soziale Grundsätze“ (ehemals Sozialcharta), verankert. Bedeutsam sind in diesem Zusammenhang auch die Employee Relations Policy und die Diversity Policy der Telekom.

Instrumente zur Überprüfung möglicher Auswirkungen auf Menschenrechte
Wir nutzen zwei Instrumente, um die Einhaltung der Vorgaben des „Menschenrechtskodex & Soziale Grundsätze“ zu überprüfen: Zum einen erstellen wir jedes Jahr einen zentralen Sozialbericht („Human Rights & Social Performance Report“), an dem sich 103 vollkonsolidierte Gesellschaften der Telekom beteiligten. Dieser verzeichnet für den Zeitraum zwischen Januar und Dezember 2017 keinerlei Verstöße gegen unsere Grundsätze und Prinzipien. Zum anderen betreiben wir seit 2013 eine zentrale Kontaktstelle für Menschenrechte. Diese ist unter anderem unter der öffentlichen E-Mail-Adresse humanrights@telekom.de erreichbar. Weitere Eingaben erfolgen über das anonyme Hinweisgebersystem ohne Angabe der Absenderdaten. Alle Kontaktmöglichkeiten sind auf unserem Hinweisgeberportal „Tell me!“ zusammengefasst, das zur Aufklärung von Verstößen gegen gesetzliche und interne Vorschriften dient. Wir untersuchen alle Hinweise und leiten Gegenmaßnahmen ein, sofern sich die Hinweise als plausibel herausstellen. Wie wir mit den 2017 erhaltenen Mitteilungen umgegangen sind, erfahren Sie hier. Gleichzeitig setzten wir die 2013 gestartete Integration von Menschenrechtsaspekten in die Unternehmensbewertung fort, die bei Fusionen und Akquisitionen üblich ist.

Nach Bedarf führen wir spezielle Begutachtungsprozesse zur Einschätzung der Arbeitgeber-Mitarbeiter-Beziehungen in den Landesgesellschaften durch, mit denen wir die Konzernrichtlinie zu Employee Relations („Employee Relations Policy“) umsetzen. Dabei berücksichtigen wir auch die Ergebnisse des „Human Rights & Employee Relations Cockpit“ (Cockpit für Menschenrechte und Mitarbeiterbeziehungen). Mit diesem Instrument messen wir die Fortschritte der Landesgesellschaften anhand von fünf menschenrechtsbezogenen Kennzahlen:

  • Mitarbeiterzufriedenheit (Quelle: halbjährliche Puls-Befragung)
  • Bereitschaft, die Telekom als Arbeitgeber zu empfehlen (Quelle: halbjährliche Puls-Befragung)
  • Gesundheitsquote (Quelle: HSE img Cockpit)
  • Arbeitnehmerseitige Kündigungen (Quelle: HSE Cockpit)
  • Landesspezifische Menschenrechtsrisiken (gemäß Maplecrofts „Human Rights Risk Index“)

Für jede Kennzahl wird die Landesgesellschaft in einer Leistungsklasse gemäß dem Ampelsystem eingeordnet: grün (Anforderungen erfüllt), gelb (Anforderungen teilweise erfüllt) und rot (Anforderungen nicht erfüllt). Anschließend werden die Ergebnisse mit den Regionalmanagern der Landesgesellschaften diskutiert und bei Bedarf Maßnahmen wie Human Rights Impact Assessments und Employee Relations Policy Reviews vereinbart.

Menschenrechte in der Lieferkette
Unsere Lieferanten nehmen wir ausdrücklich mit in die Verantwortung, um die Achtung der Menschenrechte außerhalb unseres Konzerns zu gewährleisten. Dazu haben wir neben unserer nachhaltigen Einkaufsstrategie auch ein Lieferantenmanagement etabliert. Es soll die Nachhaltigkeitsleistung in unserer Lieferkette verbessern und dabei auch die Einhaltung von Menschenrechten gewährleisten. Die detaillierten Ergebnisse unseres konzernweiten Auditierungsprogramms können hier eingesehen werden.

Yvonne Hommes

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Yvonne Hommes

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Sozialcharta wird zu „Menschenrechtskodex & Soziale Grundsätze“

2017 haben wir unsere Sozialcharta img überarbeitet und zum „Menschenrechtskodex & Soziale Grundsätze“ weiterentwickelt. Dieser wurde im November 2017 vom Vorstand verabschiedet. Mit der Aktualisierung bekräftigen wir unser Bekenntnis zum Schutz der Menschenrechte und zu den Zielen des „Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte“ der Bundesregierung aus dem Jahr 2016. Inhaltlich gab es lediglich kleinere Anpassungen. Unter anderem wurde ein Statement aufgenommen, das dazu aufruft, die Menschenrechte und sozialen Grundsätze zu achten und zu fördern. Zudem haben wir einige Formulierungen geändert: Die Menschenrechtsgrundsätze werden nun expliziter erwähnt und unsere bestehenden Prozesse und Strategien detaillierter erläutert. Grund für die Überarbeitung waren vor allem gestiegene Erwartungen von Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und anderen Stakeholdern.

Mit dem „Menschenrechtskodex & Soziale Grundsätze“ bekennen wir uns darüber hinaus zu den Leitlinien und der Grundsatzerklärung für multinationale Unternehmen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO img), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD img), zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie zu den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und dem Global Compact der Vereinten Nationen.

Hinweise und Anfragen an die Kontaktstelle für Menschenrechte

Seit 2013 haben wir eine Kontaktstelle für Menschenrechte bei der Deutschen Telekom. Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 erhielt die Kontaktstelle sieben Hinweise mit Menschenrechtsbezug, die entweder direkt über die Kontaktstelle oder über das (anonyme) Hinweisgebersystem eingingen. Nicht alle Hinweise wurden als plausibel bewertet. Die meisten Anfragen und Hinweise bezogen sich auf das Thema „Einhaltung und Überprüfung von Menschenrechten bei der Deutschen Telekom“. Einige Hinweise bezogen sich auch auf das Thema„berufliche Weiterbildung“. Des Weiteren haben wir einige Spenden- und Unterstützungsanfragen erhalten, die wir an die verantwortlichen Kollegen weitergeleitet haben. Alle Hinweise wurden selbstverständlich vertraulich behandelt.