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Corporate Responsibility Bericht 2017

CR-Controlling und Wirkungsmessung

Das CR-Controlling der Deutschen Telekom übernimmt eine wichtige Funktion bei der Steuerung unserer CR-Aktivitäten. Seit acht Jahren wird das Controlling durch ein IT-basiertes Datenerfassungssystem unterstützt. Das System stellt sicher, dass ESG img (Environmental, Social und Governance) -Daten und -Kennzahlen zeitgerecht und transparent erfasst sowie berichtet werden können. Es unterstützt einheitliche und verbindliche Abläufe auf Konzern- und Landesebene und ermöglicht konzerninterne Vergleiche („Benchmarks“). Durch die IT-Unterstützung können wir uns auf die inhaltliche Analyse der ESG-Daten konzentrieren und frühzeitig erkennen, wie weit wir unsere CR-Ziele erreicht haben und ob wir gegebenenfalls nachsteuern müssen. 

Wir nutzen die ESG-Daten vor allem zur Berechnung unserer ESG KPI, mit denen wir unsere CR-Leistung konzernweit messen und steuern. Darüber hinaus ist das CR-Controlling auch dafür verantwortlich, weitere nachhaltigkeitsrelevante Kennzahlen zu erfassen. Diese werden im Kennzahlenkapitel sowie im interaktiven Kennzahlentool des CR-Berichts veröffentlicht.

Auch 2017 haben wir die Ausrichtung des CR-Controllings weiter geschärft, indem wir das Kennzahlensystem zur Steuerung auf Basis interner und externer Anforderungen weiterentwickelt haben:

  • 2017 haben wir zwei neue ESG KPI aufgenommen, um unsere Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Lieferkette zu messen: ESG KPI CR-Qualified Top 200 Suppliers und ESG KPI CDP Supply Chain Coverage.
  • Lieferanten, die unsere strengen Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, nehmen wir in unsere „CR-Qualified Top 200 Suppliers“-Liste auf. Darin sind 200 Lieferanten enthalten, die nach unseren Kriterien qualifiziert wurden. Sie werden bei Ausschreibungen bevorzugt behandelt. Der neue ESG KPI CR-Qualified Top 200 Suppliers zeigt auf, bei welchem Anteil dieser Lieferanten im vergangenen Jahr eine Risikoüberprüfung stattgefunden hat.
  • Der ESG KPI CDP Supply Chain Coverage misst den Anteil des Einkaufsvolumens von emissionsintensiven Lieferanten, die 2017 am „CDP img Supply Chain“-Programm teilnahmen. Dieser Wert betrug 66 Prozent. Unser Ziel ist es, bis 2020 70 Prozent unseres Einkaufsvolumens mit Lieferanten, die am „CDP Supply Chain“-Programm teilnehmen, abzudecken.
  • Die beiden ESG KPI Energieverbrauch sowie CO2-Emissionen werden seit 2017 nicht mehr berichtet. Nach einer Übergangsphase im Jahr 2016 wurden sie nun vollständig durch die ESG KPI Energy Intensity sowie ESG KPI Carbon Intensity ersetzt.
  • 2017 haben wir die neue Kennzahl Social Innovation aufgenommen. Damit erfassen wir die Download-Zahlen unserer Mobile App img „Sea Hero Quest“, die für den Kampf gegen Demenz entwickelt wurde. Damit haben wir neben dem ESG KPI Enablement-Faktor einen weiteren Indikator, um den Beitrag von ICT img zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen messbar zu machen.
  • Die Energieeffizienz unserer Netzinfrastruktur erfassen wir unter anderem mit dem PUE-Wert. Aufgrund seiner hohen Relevanz wird der PUE-Wert im vorliegenden CR-Bericht erstmals im Kapitel Kennzahlen auch als KPI mit Zielwert ausgewiesen.

Ein weiterer Schwerpunkt unseres CR-Controllings ist das Thema Wirkungsmessung. Damit wollen wir die Beiträge unseres unternehmerischen Handelns zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen stetig verbessern und messbar machen. In diesem Kapitel werden die aktuellen Projektstände und Ergebnisse zu den Themen „Breitbandausbau“, „Medienkompetenz“ und „Beitrag zur Einhaltung von Menschenrechten“ beschrieben.

Silke Thomas

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Fortschritte

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ESG Key Performance Indikatoren

ESG img KPIs (Key Performance Indikatoren) dienen als Steuerungsinstrumente für unser CR-Engagement. Sie ermöglichen uns eine kontinuierliche Verbesserung unserer Leistungen. Aufgrund ihrer Relevanz für unsere Wertschöpfung sind sie teils auch Bestandteil der Geschäftsberichterstattung.

Zur Steuerung unserer CR-Leistung nutzen wir 13 konzernweit gültige Kennzahlen:

Alle Landesgesellschaften der Telekom, die sich an der CR-Datenerfassung beteiligen, sind dazu verpflichtet, die konzernweiten ESG KPIs zu erheben. Diese Landesgesellschaften repräsentieren 99 Prozent des Konzernumsatzes.

ESG KPIs decken Kapitelarten ab
Im Sinne einer integrierten Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung bilden die KPIs alle sechs Kapitalarten und damit die tragenden Elemente des nachhaltigen Unternehmenswerts ab (siehe Grafik).

Kapitalarten

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Berichterstattung der ESG KPIs im Geschäftsbericht

Bereits seit 2011 berichten wir ausgewählte ESG KPIs in unserem Geschäftsbericht. Die folgenden Kennzahlen haben wir 2017 im Rahmen unserer zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung veröffentlicht. Eine detaillierte Beschreibung jedes KPIs befindet sich im Kennzahlenteil.

Wirkungsmessung und -steuerung

Unser Ziel ist es, die Basis für bewusste unternehmerische Entscheidungen zu stärken und die gesellschaftlichen Auswirkungen unserer Produkte, Lösungen und Maßnahmen stetig zu verbessern. Im Controlling-Schwerpunkt „Wirkungsmessung“ verdeutlichen wir daher die Beiträge unseres unternehmerischen Handelns zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Damit erfüllen wir auch die Erwartungshaltung unserer externen Stakeholder img.

Für die Wirkungsmessung evaluieren wir verschiedene Methoden und wählen je nach Themenfeld geeignete Ansätze aus. Wir achten darauf, dass die gewählten Methoden und Annahmen nachvollziehbar sind, auf robusten Daten beruhen und für mehrere Jahre gültig sind. Dabei ist das Thema Wirkungsmessung nicht gänzlich neu für uns: Schon seit 2015 befassen wir uns in strategischen Handlungsfeldern mit der unternehmerischen Wirkungsmessung. Auf Basis des von PwC entwickelten Rahmenwerks „Total Impact Measurement and Management“ („TIMM“) haben wir damit begonnen, die Folgen unseres unternehmerischen Handelns für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft methodisch zu erfassen und finanziell zu bewerten.

Um Transparenz und Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen, nutzen wir für die Beschreibung unserer Wirkungsbeiträge gängige externe Rahmenwerke. Dazu gehören zum Beispiel die Sustainable Development Goals (SDG) und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte sowie der UK Modern Slavery Act. Außerdem berücksichtigen wir neben der Perspektive unserer internen Stakeholder auch die externer Anspruchsgruppen, wie etwa der Investmentgesellschaft RobecoSAM img. Sie bewertet Unternehmen in puncto Nachhaltigkeit. Darüber hinaus tauschen wir uns zum Thema Wirkungsmessung auch in branchenübergreifenden Gremien aus, beispielsweise in der Initiative econsense oder der Industrievertretung der Mobilfunk-Anbieter GSMA. 2017 diskutierten unsere CR-Führungskräfte und Experten in einem Workshop mit dem Deutschen Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEVAL) über aktuelle wissenschaftliche Methoden sowie mögliche Ansätze und Schwerpunkte für die Deutsche Telekom.

Nachdem wir 2015 unsere Wirkung in den Bereichen Breitbandausbau und Medienkompetenz analysierten, wählten wir als nächstes Thema für eine tiefergehende Wirkungsmessung das Thema Menschenrechte aus. Im Berichtsjahr haben wir bereits erste Ergebnisse erzielt, die wir im Abschnitt Unser Beitrag zur Einhaltung von Menschenrechten beschreiben. Diese beiden Ansätze beschreiben wir in den folgenden Abschnitten näher.

In den kommenden Jahren wollen wir unseren Fokus ausweiten und neben den gesellschaftlichen Wirkungsbeiträgen auch die positiven Auswirkungen unserer Produkte und Dienstleistungen sowie weiterer strategischer Schwerpunkte genauer betrachten.

Wirkungsmessung: Projektergebnisse „Breitbandausbau“ und „Medienkompetenz“

Anhand von strategischen Kernthemen bewerteten wir bereits im Jahr 2015 exemplarisch den gesellschaftlichen Beitrag, den wir mit Produkten (Breitbandausbau) und Maßnahmen (Medienkompetenz) leisten. Dabei haben wir sichergestellt, dass die grundlegende Methodik auch auf die Folgejahre übertragbar ist.

Breitbandausbau
Durch den Breitbandausbau hat die Deutsche Telekom eine stark positive Wirkung auf die Gesellschaft und trägt zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bei: Der Netzausbau schafft neue Arbeitsplätze und in der Folge zusätzliches Einkommen. Außerdem erleichtert er den Zugang zu digitalen Dienstleistungen, etwa im Gesundheitsbereich. Deshalb kommt eine höhere Netzabdeckung insbesondere Menschen im ländlichen Raum und kleineren Städten zugute. Die quantitative Analyse zeigt, dass über 50 Prozent unserer Ausgaben für den Netzausbau in das Bauwesen (Hoch- und Tiefbau) fließen. Damit profitiert dieser Sektor am meisten von unseren Investitionen. Die Analyse ergab außerdem: Für jede Million Euro, die wir in den Breitbandausbau investieren, entstehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette etwa 20 neue Jobs, die meisten davon im deutschen Bauwesen.

Medienkompetenz
Im strategischen Themenfeld Medienkompetenz haben wir die Initiative „Teachtoday“ analysiert. Sie umfasst eine Online-Plattform sowie Wettbewerbe und Konferenzen zum Thema Mediennutzung für Kinder und Jugendliche. Auch hier zeigt sich eine positive gesellschaftliche Wirkung. Denn: Die Lernmethoden, die bei „Teachtoday“ zum Einsatz kommen, berühren mehrere Sinne. Laut den Ergebnissen von PwC sind solche Methoden mehr als doppelt so wirksam wie Lernformen, die nur einen Sinn ansprechen. Nach dem TIMM-Rahmenwerk nutzten wir für die Analyse des Wertbeitrags hier die sogenannte Bildungsfunktion. Die Auswertung zeigt, dass für jeden Euro, den wir in Medienkompetenz-Maßnahmen investieren, der sogenannte Social Return on Invest bei überEuro liegt. Die Gesellschaft profitiert also in doppelter Höhe von unseren Ausgaben für spezifische Maßnahmen im Bereich Medienkompetenz.

Wirkungsmessung: Unser Beitrag zur Einhaltung von Menschenrechten

Aufgrund der stetig wachsenden Bedeutung des Themas bei unseren Kunden und in der Gesellschaft haben wir im Berichtsjahr das Thema Menschenrechte in den Fokus unserer Wirkungsmessung gerückt. Dabei betrachten wir neben unseren eigenen Gesellschaften auch unsere Partner entlang der Lieferkette.

Im Berichtszeitraum haben wir damit begonnen, die wesentlichen Wirkungen unseres menschenrechtlichen Engagements zu identifizieren. Zu den berücksichtigten Themen gehören Löhne und Zusatzleistungen, Arbeitszeitregelungen, Weiterbildung sowie ein hoher Standard bei Gesundheitsschutz, Vielfalt, Integrität, Compliance und Umweltschutz. In Entwicklungs- und Schwellenländern liegt der Fokus unserer Aktivitäten darauf, Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern, Diskriminierung und Zwangsarbeit zu bekämpfen sowie einen Beitrag zur Einhaltung grundsätzlicher Menschenrechte zu leisten.

Bei unserem Engagement für die Menschenrechte konzentrieren wir uns nicht nur auf unsere Rolle als verantwortungsvoller Arbeitgeber in unseren internationalen Gesellschaften. Wir verfolgen auch einen partnerschaftlichen Ansatz im Lieferantenmanagement. Die Effekte unserer Aktivitäten überprüfen wir regelmäßig durch sogenannte Human Rights Impact Assessments, Employee Relations Policy Reviews und Vor-Ort-Überprüfungen bei unseren Lieferanten.

Von unserem Einsatz für den Schutz und die Rechte von Arbeitern profitieren alle Beteiligten – auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht. Denn bessere Arbeitsbedingungen wirken sich positiv auf die Zufriedenheit, Bindung und Motivation der Beschäftigten aus, senken die Fluktuationsquote und steigern dadurch die Produktivität und Qualität der Produkte.

Im Jahr 2018 werden wir die genannten Wirkungszusammenhänge weiter konkretisieren. Die Ergebnisse möchten wir anschließend in unsere strategische Ausrichtung integrieren, wenn möglich auch mit geeigneten Messgrößen und Berichten.

Das folgende Schaubild zeigt unser Vorgehen und die geschäftliche Win-win-Situation mit positiver gesellschaftlicher Wirkung:

Auswirkungen auf Menschenrechte