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Corporate Responsibility Bericht 2017

Strategie zur Nachhaltigkeit im Einkauf

Die Einhaltung von Menschenrechten ist weltweit immer noch keine Selbstverständlichkeit. Durch unsere globalen Beschaffungstätigkeiten können wir länder- und lieferantenspezifischen Risiken ausgesetzt sein, dazu zählen zum Beispiel der Einsatz von Kinderarbeit oder mangelhafte Arbeits- und Sicherheitsbedingungen vor Ort. Die Achtung der Menschenrechte hat für unseren Konzern einen sehr hohen Stellenwert; dies gilt unternehmensintern und gleichermaßen für unsere Geschäftspartner und Lieferanten. Um auch außerhalb unseres Konzerns die Achtung der Menschenrechte zu gewährleisten, nehmen wir unsere mehr als 30 000 Lieferanten in über 80 Ländern ausdrücklich mit in die Verantwortung.

So steuern wir Nachhaltigkeit im Einkauf

Wir arbeiten seit vielen Jahren daran, die Nachhaltigkeitsleistung in unserer Lieferkette zu verbessern. Mit unserer nachhaltigen Einkaufsstrategie haben wir dafür die Voraussetzungen geschaffen: Wir befolgen konzernweit Grundsätze einer sozial- und umweltverträglichen Beschaffung und steuern unsere Prozesse mithilfe interner und externer Leistungskennzahlen und Managementinstrumente.

Unsere Nachhaltigkeitskriterien ziehen sich dabei durch den gesamten Beschaffungsprozess, das heißt von der Nachfrage bis zur Vertragsschließung.

Beschaffungsprozess

Grundlegende Normen und Standards
Mit unseren Leitlinien und Selbstverpflichtungen haben wir uns soziale und ökologische Mindeststandards für unser Handeln auferlegt. Auch von unseren Lieferanten fordern wir, diese einzuhalten. Hierfür verwenden wir unseren Verhaltenskodex für Lieferanten (Supplier Code of Conduct), der integraler Bestandteil unserer Lieferantenverträge ist. Er verweist auf folgende Konzernrichtlinien:

Im November 2017 haben wir unser Bekenntnis zur Achtung der Menschenrechte unterstrichen und dazu unsere Sozialcharta zur Richtlinie „Menschenrechtskodex & Soziale Grundsätze“ weiterentwickelt.

Außerdem sind für unsere Lieferanten folgende Richtlinien bindend:

Mit dem Supplier Code of Conduct bekennen wir uns zu den Leitlinien der Internationalen Arbeitsorganisation und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und dem Global Compact der Vereinten Nationen. Bei unseren strategischen Lieferanten mit erhöhtem CR-Risiko lassen wir die Einhaltung des Supplier Code of Conducts regelmäßig vor Ort von externen Auditierungsfirmen prüfen.

Nachhaltige Einkaufsstrategie

Verankerung im Unternehmen
Unsere nachhaltige Einkaufsstrategie ist aus der CR-Strategie abgeleitet und fest in unseren Einkaufsprozessen verankert. Die Arbeitsgruppe „Nachhaltiger Einkauf“ (SPWG img) sorgt für ihre konzernweite Umsetzung. Die Mitglieder der SPWG stehen all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei allen Nachhaltigkeitsentscheidungen, die im Einkauf anfallen, zur Seite. Die Gesamtverantwortung für das Thema „Umsetzung der Nachhaltigkeit im Einkauf“ tragen die Leiter des CR- und des Einkaufsbereichs gemeinsam. Sie berichten direkt an die Vorstandsbereiche Personal beziehungsweise Finanzen. Unser Personalvorstand verantwortet das Lieferkettenmanagement sowie die Umsetzung der Global-Compact [Info icon]-Prinzipien zu Menschenrechten und Arbeitsstandards. In gravierenden Fällen sieht ein etablierter Eskalationsprozess img Entscheidungen auf Vorstandsebene vor.

Auch für das Joint Venture BuyIn von Telekom und Orange wurden alle Voraussetzungen für einen nachhaltigen Einkauf geschaffen. Hierfür haben die beiden Unternehmen einen gemeinsamen Lieferantenkodex erarbeitet. Er formuliert die hohen ethischen, sozialen, ökologischen sowie menschenrechtlichen Erwartungen und Anforderungen an unsere Lieferanten.

Als Orientierung für unsere Mitarbeiter im Einkauf haben wir unsere Nachhaltigkeitsprinzipien in der Konzernrichtlinie „Global Procurement Policy“ fixiert. Die dazugehörigen „Procurement Practices“ liefern konkrete Handlungsanweisungen für den Einkauf in Deutschland und gelten als Empfehlung für die Landesgesellschaften. Unsere Beschäftigten schulen wir konzernweit über ein E-Learning-Tool. Dieses Lernangebot steht unseren Einkäufern, aber auch allen anderen interessierten Mitarbeitern zur Verfügung. Es informiert unter anderem darüber, wie Nachhaltigkeitsprinzipien im täglichen Geschäft umzusetzen sind. Unser neues Einkäuferhandbuch gibt einen Überblick, welche CR-Kriterien an welcher Stelle des Beschaffungsprozesses zu berücksichtigen sind.

Steuerung durch Kennzahl
Unsere Nachhaltigkeitsleistung im Einkauf messen und steuern wir mit dem ESG KPI img Nachhaltiger Einkauf. Er stellt das Einkaufsvolumen bei Lieferanten, die im Rahmen von Selbstauskünften, E-TASC img oder Social Audits img auf soziale und ökologische Kriterien geprüft wurden, in Beziehung zu unserem gesamten Einkaufsvolumen. Unser Ziel, bis 2020 eine Abdeckung von 80 Prozent zu erreichen, haben wir bereits 2016 erreicht. Diesen Zielwert wollen wir bis 2020 beibehalten. Darüber hinaus haben wir zwei weitere ESG KPIs zur Steuerung festgelegt: Zum einen wollen wir das Bestellvolumen erhöhen, das über das „CDP Supply Chain“-Programm abgedeckt ist. Zum anderen wollen wir bei unseren Top-200-Lieferanten den Anteil der CR-klassifizierten Zulieferer steigern. Damit sie sich als solche qualifizieren, setzen wir Self Assessments, Audits, Nachhaltigkeits-Workshops für Lieferanten und Lieferantenentwicklungsprogramme ein. Wir werden uns zukünftig noch stärker darauf konzentrieren, risikobehaftete Warengruppen/Lieferanten mithilfe geeigneter Steuerungsinstrumente zu überprüfen.

Bewertung in Nachhaltigkeitsrankings
Jedes Jahr bewerten führende Ratingagenturen die Nachhaltigkeitsleistung von Großunternehmen. Im RobecoSAM img Corporate Sustainability Assessment 2017 erreichte die Deutsche Telekom in der Kategorie Lieferantenmanagement 72 von 100 Punkten. Obwohl wir aufgrund neuer Fragen und einer veränderten Bewertungsmethodik unsere sehr gute Performance aus dem Vorjahr (98 Punkte) nicht halten konnten, gehören wir nach wie vor zu den führenden Unternehmen der ICT-Branche. Wir arbeiten kontinuierlich an Verbesserungen in unserer Lieferkette, sichern so unsere führende Position und bauen sie weiter aus.

Fortschritte

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Viele Akteure, ein Ziel: Forum zur Nachhaltigkeit in Lieferketten

Im Januar 2017 organisierte die Joint Audit img Cooperation (JAC) eine Dialogveranstaltung in Xi’an, China. Rund 130 Vertreter von ICT-Unternehmen, internationalen NGOs, CR-Organisationen, Auditunternehmen sowie aus der Wissenschaft diskutierten darüber, wie die Entwicklung einer nachhaltigeren Lieferkette für ICT-Produkte gefördert werden kann. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Lieferkettenaspekten Arbeitszeiten/Löhne, Gesundheit und Sicherheit, Umwelt sowie Ethik. JAC ist ein Zusammenschluss von derzeit 17 Telekommunikationsanbietern; die Telekom ist Gründungsmitglied.

Die Veranstaltung kam unter anderem zu folgenden Ergebnissen:

  • JAC-Mitgliedsunternehmen und Lieferanten sollten sich über die Erfüllung von Mindestanforderungen hinaus engagieren, um Management und Arbeiter vor Ort zu befähigen, Verbesserungen voranzutreiben.
  • Kooperationen zwischen der JAC, Lieferanten und lokalen Behörden bieten die Chance, Arbeiter und Management bezüglich realistischer und verständlicher Nachhaltigkeitsziele zu schulen.
  • Bei Auditierungen sollte ein größerer Fokus auf Aspekte wie den sozialen Dialog mit Stakeholdern gelegt werden.

Online-Training zu Nachhaltigkeit im Einkauf

2017 haben wir das E-Learning-Tool „Nachhaltigkeit im Einkauf“ überarbeitet und aktualisiert. In einem kurzen Video werden nun die wichtigsten Informationen und Maßnahmen im Einkauf rund um das Thema Nachhaltigkeit kurz zusammengefasst.

Nicht nur unsere eigenen Mitarbeiter schulen wir zum Thema Nachhaltigkeit. Auch unsere Geschäftspartner und Lieferanten bilden wir in unserem Lieferantenentwicklungsprogramm weiter.