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Corporate Responsibility Bericht 2017

Auditergebnisse 2017

Über das auf Konzernebene aufgesetzte und gesteuerte Auditierungsprogramm wurden 2017 insgesamt 89 Audits img durchgeführt. Wie im Vorjahr konzentrierten sich unsere Auditaktivitäten dabei auf Lieferanten in Asien, vor allem in China und Südkorea, Thailand und Indien. Zusätzlich fanden auch in Lateinamerika und Osteuropa Social Audits statt.

Zu den auditierten Lieferanten gehörten Produzenten aus den Bereichen IT-Hardware, ‑Software und ‑Dienstleistungen sowie Netzwerke und Endgeräte. Bei den Überprüfungen wurden weder Fälle von Korruption oder Bestechung noch kritische Verstöße gegen Compliance-Regeln oder das Recht auf intellektuelles Eigentum aufgedeckt.

Fortschritte

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Auf einen Blick: Auditergebnisse 2017

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Antonio Veloso

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Antonio Veloso

Ergebnisse im Detail

Im Fokus unserer Auditaktivitäten stehen nicht all unsere Lieferanten (über 30 000), sondern strategisch wichtige und/oder besonders risikobehaftete Lieferantengruppen. Dabei konzentrieren wir uns auf circa 250 Lieferanten, die in einem Turnus von zwei bis drei Jahren regelmäßig auditiert werden sollen. Die Mehrzahl der Audits findet im Rahmen der Joint Audit Cooperation (JAC) statt.

Die JAC Guidelines fordern von unseren Lieferanten das Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen sowie ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld. Für die Arbeitszeit gelten folgende Mindeststandards: wöchentliche Arbeitszeit nicht über 48 Stunden, maximal zwölf Überstunden pro Woche und ein freier Tag nach sechs aufeinanderfolgenden Arbeitstagen. Zusätzlich wird ein fairer Lohn gefordert, der den Beschäftigten einen angemessenen Lebensstandard ermöglicht. Alle Anforderungen werden durch Vor-Ort-Audits img regelmäßig geprüft. Diese beinhalten auch die Überprüfung der Ausstattung und Qualität der Arbeits-, Schlaf- und Kantinenbereiche.

Wir verpflichten unsere Lieferanten nicht dazu, sich im Hinblick auf Umwelt- oder Sozialthemen extern zertifizieren zu lassen. Basierend auf unseren Erfahrungen aus Auditaktivitäten besitzt jedoch die Mehrheit unserer relevanten produzierenden Lieferanten ein externes Zertifikat zur Einhaltung von ökologischen und sozialen Standards. Die Überprüfung der wesentlichen ökologischen und sozialen Aspekte bei unseren Audits steht im Einklang mit entsprechenden internationalen Regelungen und Standards wie den ILO-Kernarbeitsnormen, den UN-Prinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie anerkannten Managementsystemen wie ISO 14001 und SA8000.

Von den 89 Lieferanten, die 2017 auditiert wurden (neun davon in sogenannten Validated Audit img Processes der Responsible Business Alliance), waren circa 29 Prozent (26 Audits) direkte Lieferanten und 71 Prozent (63 Audits) Tier-2- und -3-Supplier, also indirekte Lieferanten.

Bei den Audits im Jahr 2017 wurden insgesamt 581 Verstöße gegen die Lieferantenanforderungen der Telekom aufgedeckt. Dabei konnten, inklusive der Umsetzung einiger offener Verbesserungsmaßnahmen aus den Vorjahren, 2017 insgesamt 634 Verstöße behoben werden. Unter den Verstößen waren 22 inakzeptable Vorkommnisse, 156 kritische Befunde und 94 behobene. Beispiele für inakzeptable und kritische Verstöße sowie eingeleitete Verbesserungsmaßnahmen veröffentlichen wir hier. Bei 68 Lieferanten wurden kritische Befunde im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Umweltschutz, Arbeitspraktiken, Arbeitszeiten sowie Löhne & Leistungsentgelt entdeckt. Keine kritischen Befunde gab es im Bereich Unternehmensethik. Wie in den Vorjahren entfielen mit 46 Prozent die meisten Verstöße auf den Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (gegenüber 47 Prozent im Jahr 2016), gefolgt von Arbeitszeiten und Löhne mit 17 Prozent (12 Prozent im Jahr 2016). Der Bereich Unternehmensethik nimmt mit 13 Prozent den dritten Platz ein (18 Prozent im Jahr 2016).

CR-Bericht des Vorjahres

Auszug an schwerwiegenden Feststellungen

Bereich   Befunde bei Lieferanten   Eingeleitete Verbesserungen Status
(Ende 2017)
Diskriminierung   Die „New Employee Orientation Health Check“-Standards zeigten, dass die Fabrik keine schwangeren Frauen einstellte. Das Management sagte aus, dass man keine Schwangerschaftstests beim Bewerbungsprozess durchführte, aber dennoch wurden sichtbar schwangere Frauen abgewiesen.   Die Vorgehensweise wurde eingestellt und vom Management offiziell bestätigt. Abgeschlossen
  Die Fabrik hat in Positionsausschreibungen Alter und Geschlecht wie folgt erwähnt: „Techniker: älter als 23“; „Betreiber: männlich, Alter 1828“; „QC: Alter 2027“; „Lagerangestellter: Alter 2027“.   Im Fall von öffentlichen Ausschreibungen wird die Fabrik keine Anforderungen bzgl. Alter, Geschlecht, Nationalität etc. stellen. Laufend
Umweltschutz   Laut einem Managementinterview und einer Dokumentenprüfung hat die auditierte Fabrik weder eine Inspektion der Umwelteinrichtungen durchgeführt noch eine Genehmigung erhalten.   Eine Umweltgenehmigung wurde am 25. August 2017 erteilt. Abgeschlossen
 
  1. Der Manager für Chemikalien im Lager hat nicht strikt nach den Anweisungen der „Waste Management Procedures“ gehandelt und unterschiedliche Abfallflüssigkeiten zusammen in ein Gefäß gemischt.
  2. Dem Manager für Chemikalien fehlen die Kenntnisse über Chemikalienmanagement, da er nicht weiß, dass mehrere Chemikalien nicht auf derselben Ablage aufbewahrt werden dürfen.
  1. Mitarbeiter, die für den Umgang mit Chemikalien verantwortlich sind, sollten eine Schulung zum Chemikalienmanagement erhalten. Jedes Fass sollte eine Kennzeichnung mit dem Namen der beinhalteten Chemikalie tragen sowie weitere Spezifizierungen und Informationen zu Gefahren und Handhabung.

2.1 Ausgebildete Manager für chemische Abfälle im Lagerhaus sollten darauf achten, dass die Anforderungen der „Hazardous Waste Management Procedures“ auf den Abfallfässern sichtbar sind.

2.2 Eine tägliche Sicherheitscheckliste für chemische Abfallinspektion im Lager, auch bzgl. der Kennzeichnung der Fässer, sollte eingeführt werden.
  Laufend
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz   Es waren keine Notausgangsschilder installiert, der Notausgang ist nicht beleuchtet.   Die Notausgänge wurden gekennzeichnet und instand gesetzt. Abgeschlossen
  Die Fabrik erfüllt nicht die gesetzlichen Anforderungen bzgl. Prozessen bei Un- und Notfällen.  
  1. Mehr Evakuierungs-anweisungen für die Räumungsübungen
  2. Einrichtung eines weiteren Fluchtgangs für ein Lager
  3. Einrichtung eines Fluchtgangs im „Silk Legend“
Abgeschlossen
  Das Unternehmen hat seine Logistikmitarbeiter in die Benutzung der Feuerlöschanlagen eingewiesen, jedoch wurde keine Evakuationsübung durchgeführt.   Die Fabrik hat eine Evakuationsübung im Dormitorium der Arbeiter durchgeführt. Abgeschlossen
Löhne & Leistungsentgelt   15 Prozent der untersuchten Arbeiter wurden keine Überstunden bezahlt.   Der Fabrik wird empfohlen, Überstunden nach gesetzlichen Vorgaben zu kompensieren. Laufend
Arbeitszeiten   Die wöchentlichen Arbeitsstunden überschritten die gesetzlich erlaubten 60 Stunden.  
  1. Die Bestimmungsgröße für Überstunden soll definiert werden.
  2. Die neuen Maßnahmen zur Überstundenerfassung sollen betriebsintern kommuniziert werden.
  3. Die Überstunden sollen wöchentlich berichtet werden.
Abgeschlossen
  Die monatlichen Überstunden überschreiten die gesetzlich erlaubten 36 Stunden.
Die wöchentlichen Überstunden überschreiten die gesetzlich erlaubten 12 Stunden.
 
  1. Erstellung eines Managementplans zur Produktionskapazität, Anpassung der Produktionsplanung, Planung der Produktionskapazitäten und entsprechendes Arrangieren der Bestellungen
  2. Optimierung der Produktionsprozesse und Verbesserung der Produktionseffizienz
  3. Einstellen von weiteren Arbeitskräften
Abgeschlossen
  Es gibt kein gesetzlich vorgeschriebenes Limit von Überstunden  
  1. Arbeitsregelungen werden geändert, damit Überstunden, die 48 Stunden überschreiten, nur noch auf freiwilliger Basis geleistet werden.
  2. Die Fabrik hält sich an lokale, föderale und nationale Gesetze.
  3. Die Fabrik wird jedes Quartal ein Follow-up durchführen, um durch Überstunden verursachten Gesundheitsproblemen und Unfällen vorzubeugen.
Abgeschlossen