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Corporate Responsibility Bericht 2017

Lieferantenmanagement

Wir pflegen Geschäftsbeziehungen zu über 30 000 Lieferanten in mehr als 80 Ländern. Dabei setzen wir einerseits auf Vertrauen und Dialog, andererseits auf Kontrolle und leisten konkrete Unterstützung bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstandards. Verschiedene Instrumente, Methoden und Maßnahmen helfen uns, die Nachhaltigkeitsleistung in unserer Lieferkette zu verbessern. Grundsätzlich versuchen wir, die Ursache der Probleme zu erkennen und in engem Austausch mit unseren Lieferanten zu lösen.

So machen wir unsere Lieferkette nachhaltiger

Je nach Entwicklungsstand einer Lieferantenbeziehung verwenden wir verschiedene Instrumente, um unsere Lieferkette nachhaltiger zu gestalten. Bei der Auswahl neuer Lieferanten fließt das Thema Nachhaltigkeit mit 10 Prozent in die Entscheidung ein. Damit schaffen wir einen wirksamen Anreiz für Lieferanten, ihr Geschäft nachhaltiger zu gestalten sowie nachhaltige Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Unser Beitrag zu den SDG

Darüber hinaus verwenden wir einen vierstufigen Ansatz, um Risiken zu minimieren und unsere Lieferanten weiterzuentwickeln. Das Trichter-Schaubild zeigt diesen Prozess. Im ersten Schritt, der Präqualifizierung, verpflichten wir alle unsere Lieferanten dazu, sich zu unserem Lieferantenkodex (Supplier Code of Conduct – SCoC) zu bekennen. Er stellt hohe ethische, soziale, ökologische sowie menschenrechtliche Anforderungen an unsere Zulieferer. In einer Risikoanalyse identifizieren wir daraufhin Lieferanten mit einem besonders hohen Risiko in Bezug auf diese Aspekte. Von strategisch relevanten oder risikoreichen Lieferanten fordern wir besonders ausführliche Selbstauskünfte. Diese können sie uns über das Informationssystem E-TASC img (Electronics-Tool for Accountable Supply Chains powered by EcoVadis) zur Verfügung stellen. Die Selbstauskünfte sowie weitere Hintergrundinformationen werden anschließend von unseren Experten ausgewertet. Bei einigen Zulieferern mit erhöhtem CR-Risiko gehen wir noch einen Schritt weiter und führen Lieferantenprüfungen (zu den Auditergebnissen 2017) vor Ort durch (Stufe 2).

Risikenminimierung und Lieferantenmanagement

2017 haben wir insgesamt 89 Vor-Ort-Bewertungen, sogenannte Audits img, bei direkten und indirekten Lieferanten durchgeführt. Dabei geben wir den Lieferanten im Vorfeld den ungefähren Zeitraum der Prüfung bekannt („semi-announced“). Dies ist notwendig, um die Anwesenheit relevanter Funktionen und Vertreter bei der Überprüfung sicherzustellen.

Wir konzentrieren uns dabei nicht nur auf direkte Lieferanten der Telekom, sondern – soweit möglich – auch auf Zulieferer in der nachgelagerten Lieferkette. Die Effektivität dieser Audits steigern wir, indem wir mit 13 anderen Unternehmen in der Joint Audit Cooperation (JAC) zusammenarbeiten. Durch die steigende Zahl der JAC-Mitglieder steigt auch die Schnittmenge der überprüften Lieferanten, gleichzeitig werden mehrfache Audits bei einzelnen Lieferanten vermieden.

Bei der Auditierung von Lieferanten verfolgen wir das Prinzip Qualität vor Quantität. Deshalb legen wir unseren Fokus auf die knapp 250 strategisch relevanten und besonders risikobehafteten von unseren weltweit mehr als 30 000 Lieferanten. Wir sind bestrebt, diese Lieferanten mindestens alle zwei bis drei Jahre einem Audit img zu unterziehen.

Wir verpflichten unsere Lieferanten nicht dazu, sich im Hinblick auf Umwelt- oder Sozialthemen extern zertifizieren zu lassen. Basierend auf unseren Erfahrungen aus Auditaktivitäten besitzt jedoch die Mehrheit unserer relevanten produzierenden Lieferanten ein externes Zertifikat im Bereich „Umwelt“ und „Social Accountability“ nach ISO 14001 und SA8000 oder vergleichbaren Managementsystemen. Die Überprüfung der wesentlichen sozialen und ökologischen Aspekte sowie der grundsätzlichen Menschenrechte bei unseren Audits [Info Icon/Glossar] steht im Einklang mit international anerkannten Richtlinien und Standards wie den ILO-Kernarbeitsnormen, den UN-Prinzipien zu Wirtschaft und Menschenrechten oder den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen.

Auf Basis aller verfügbaren nachhaltigkeitsrelevanten Informationen (aus dem Informationssystem E-TASC, eigenen Recherchen, Audits und Präqualifizierungsergebnissen) klassifizieren und bewerten wir die Lieferanten nach CR-Kriterien (Stufe 3). Dies erfolgt anhand von Lieferanten-Scorecards, die uns auf einen Blick eine Bewertung der Nachhaltigkeitsleistungen von Lieferanten sowie Vergleiche mit anderen Zulieferern ermöglichen.

Stellen wir akute Probleme fest, suchen wir in enger Kooperation mit unseren Lieferanten nach Lösungen. Der nachfolgende Prozess zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung dieser Lieferanten ist auf einen langfristigen und dauerhaften Fortschritt ausgelegt. Dies geschieht vor allem über unser Entwicklungsprogramm für Lieferanten (Stufe 4).

Bei signifikanter Missachtung unserer Anforderungen starten wir einen Eskalationsprozess img, um eine schnelle Lösung gemäß unseren Nachhaltigkeitsstandards herbeizuführen. Sollten Mitarbeiter entlang unserer Lieferkette Beschwerden bezüglich der Einhaltung von Gesetzen, internen Richtlinien und Verhaltensgrundsätzen haben, können sie diese anonym über unser Whistleblower-Portal melden.

Antonio Veloso

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Antonio Veloso

Fortschritte

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Zwei Unternehmen, ein Standard: Neuer Lieferantenkodex für Joint Venture „BuyIn“

Das Einkauf-Joint-Venture BuyIn der Deutschen Telekom und Orange hat unter anderem zum Ziel, eine nachhaltige Lieferkette sicherzustellen. Dazu haben die beiden Unternehmen 2017 einen gemeinsamen Verhaltenskodex für Lieferanten (Supplier Code of Conduct, kurz SCoC) eingeführt. Er legt gemeinsame Grundsätze und Werte im Bereich Corporate Responsibility fest und formuliert hohe ethische, soziale, ökologische sowie menschenrechtliche Erwartungen und Anforderungen an Lieferanten.

Dabei soll und kann der Kodex selbstverständlich nicht die Gesetze und Vorschriften in Ländern ersetzen, in denen unsere Lieferanten tätig sind. Vielmehr soll er die Einhaltung dieser Gesetze und Vorschriften fördern und gewährleisten, dass sie gewissenhaft und wirksam durchgesetzt werden. Der Kodex gilt seit dem 1. Juli 2017 für alle Beschaffungsmaßnahmen der Deutschen Telekom, Orange und des gemeinsamen Joint Ventures BuyIn, also für:

  • alle aktuellen Verträge (neue Verträge),
  • Vertragsanpassungen wie Verlängerungen oder Nachverhandlungen,
  • Projektverhandlungen (basierend auf Rahmenverträgen aller Art – ausgenommen Katalogabrufe) sowie
  • Einzelbestellungen.

Der Lieferantenkodex ist fester Bestandteil der allgemeinen Geschäftsbedingungen/allgemeinen Einkaufsbedingungen. Alle neuen Lieferanten müssen ihn im Rahmen des Lieferanten-Onboarding-Prozesses akzeptieren.

Fordern und fördern: Unser CR-Entwicklungsprogramm für Lieferanten

Damit unsere Lieferanten unsere hohen Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen können, arbeiten wir partnerschaftlich mit ihnen zusammen – beispielsweise in unserem Entwicklungsprogramm für strategisch wichtige Lieferanten. In diesem Programm entwickeln wir gemeinsam Lösungen für Themen wie Umweltschutz, Arbeitszeitregelungen oder Gesundheitsschutz. Eine klare Win-win-Situation für unsere Lieferanten und uns, denn: Bessere Arbeitsbedingungen wirken sich positiv auf die Bindung und Motivation der Beschäftigten aus, steigern die Produktivität und verbessern die Qualität der Produkte. Im April 2017 haben wir in China drei neue Lieferanten in dem Programm begrüßt, das nun insgesamt 14 Zulieferer umfasst. Die neuen Teilnehmer erstellen derzeit ihre CR-Verbesserungspläne.

2017 erzielte Verbesserungen
Die Erfolge des Programms sind messbar. Bei den sogenannten Operational Review Meetings im November 2017 in China bewerteten wir gemeinsam mit den Lieferanten die im letzten Jahr erzielten Resultate. Wie in den Vorjahren präsentierten die Lieferanten des Programms bedeutende Verbesserungen*. Hier einige Beispiele:

  • Ein Zulieferer reduzierte seine CO2-Emissionen um 8,8 Prozent.
  • Bei einem weiteren Lieferanten ging die Personalfluktuation dank verbesserter Arbeitsbedingungen um 7,4 Prozent zurück.
  • Ein Zulieferer führte ein CSR-Managementsystem mit Zielen und konkreten Aktionsplänen ein.
  • Bei einem unserer chinesischen Lieferanten, der Set-Top-Boxen produziert, verringerten sich die monatlichen Überstunden von 87 auf 71 Stunden pro Woche.
  • Ein weiterer Zulieferer für Smartphones konnte seinen Elektrizitätsverbrauch um 21 Prozent reduzieren und seine recycelten Abfälle um 11 Prozent erhöhen.
  • Ein indirekter Zulieferer, der Netzwerk-Hardware-Gehäuse herstellt, verbesserte seine Gesundheitsschutz- und Sicherheitsmaßnahmen, was zu einem Rückgang der Fehlzeiten aufgrund von Arbeitsplatzunfällen um 35 Prozent führte.

Für ihre Leistungen wurden die Lieferanten auch 2017 erneut ausgezeichnet. 2017 haben signifikante und sinnvolle Verbesserungen sozialer oder ökologischer Aspekte bei unseren Zulieferern zu nennenswerten Kosteneinsparungen geführt. Seit dem Start des Programms konnten bisher insgesamt Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe (Euro) erzielt werden.

* Alle Zahlen und Erfolgsbeispiele beziehen sich jeweils auf ein Jahr und auf spezifische Lieferanten (d.h. die obigen Zahlen sind keine kumulativen Statistiken aller Programmteilnehmer).

Corporate Responsibility Excellence

Die Grafik zeigt Themenbereiche, die bei den teilnehmenden Lieferanten überprüft werden. Auf dieser Basis wird gemeinsam ein Maßnahmenplan vereinbart. Bei dessen Umsetzung unterstützen nicht nur Experten von der Telekom, sondern auch sachkundige externe Berater. Alle Aktivitäten und Ergebnisse werden dokumentiert, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu messen. Bei Bedarf werden diese korrigiert.

Lieferantenentwicklungsprogramm

Unser Lieferantenprogramm wollen wir 2018 über die ICT-Nachhaltigkeitsinitiative GeSI img als industrieweiten Ansatz etablieren. Dabei sollen teilnehmende Lieferanten über ein webbasiertes Tool geschult werden. Nach erfolgreichem Training können sie das Tool eigenständig nutzen, um wiederum ihre eigenen Lieferanten zu schulen. Somit wollen wir einen größeren Skalierungseffekt erzielen.

Antonio Veloso

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Antonio Veloso

Auszeichnung für Klimaschutz in der Lieferkette

Die Nichtregierungsorganisation CDP img bewertet regelmäßig die Klimaschutzaktivitäten von Unternehmen weltweit und bildet einen Index der führenden Unternehmen, die sogenannte A-Liste, ab. Im „Supplier Program“ des CDP legen Lieferanten ihre CO2-Emissionen offen. Wir sind selbst Lieferant unserer Kunden. 2017 konnten wir uns wie im Vorjahr unter den führenden Unternehmen platzieren und erhielten die Bestnote „A“.

2017 haben wir 195 Lieferanten (gegenüber 181 im Jahr 2016) zur Teilnahme am „CDP Supply Chain“-Programm eingeladen. Diese Lieferanten decken 73 Prozent unseres Einkaufsvolumens ab. 109 Lieferanten haben am Programm teilgenommen (gegenüber 108 im Jahr 2016). Sie decken 66,4 Prozent des Einkaufsvolumens ab (2016: 65 Prozent).

2017 wurden wir zudem im allgemeinen Ranking des CDP erneut in die A-Liste aufgenommen.