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Corporate Responsibility Bericht 2016

Kreislaufwirtschaft

Hier findet sich eine Auswahl relevanter Inhalte aus dem CR-Bericht 2016. Mehr Informationen befinden sich in den Kapiteln KundenLieferanten und Klima & Umwelt.

Maßnahmen zur Handy-Rücknahme

Zu viele gebrauchte Handys und Smartphones liegen in Schubladen oder werden illegal im Hausmüll entsorgt. Die Recycling- und Weiternutzungsquote für elektronische Kleingeräte ist in Deutschland viel zu niedrig. Gebrauchte Handys, Smartphones und Tablets sollten jedoch neu aufbereitet und weiterverwendet oder dem fachgerechten Recycling zugeführt werden. So können wertvolle Ressourcen eingespart werden. Schon seit 2003 bieten wir dafür verschiedene Abgabemöglichkeiten an.

Kunden können seit 2013 ihre gebrauchten hochwertigen Handys und Smartphones in den Telekom Shops ankaufen lassen. Für den Gegenwert des Geräts erhalten sie einen Gutschein, der im Telekom Shop beim Kauf eines neuen Geräts eingelöst werden kann, oder der Betrag wird auf das Kundenkonto überwiesen. Über ein neu geschaffenes Ankaufportal (www.handyankaufsportal.de) für Geschäftskunden können diese ihre gebrauchten Handys und Smartphones einsenden. Nachdem der Wert ermittelt wurde, kann dieser ausbezahlt oder an die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) gespendet werden. Gemeinsam mit dem Unternehmen Teqcycle Solutions und in Kooperation mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) betreiben wir zudem das Online-Portal Handysammelcenter, das 2016 überarbeitet wurde. Die aktualisierte Website bietet eine Übersicht über unsere Partner und durchgeführte Sammelaktionen. Behörden, Vereine und andere Organisationen haben die Möglichkeit, über das Portal eigene Sammelaktionen zu starten.

Unser Beitrag zu den SDGs

2016 nahmen wir deutschlandweit 273 079 gebrauchte Mobiltelefone und Smartphones zurück und führten diese einer Weiterverwendung oder dem fachgerechten Recycling zu. Der gesamte Handy-Rücknahme-Prozess ist von der DEKRA zertifiziert und erfüllt hohe Datenschutzanforderungen. Das gemeinsame Handy-Sammel-System der Telekom Deutschland und der DUH besteht 2016 bereits im dreizehnten Jahr – insgesamt konnten über die gesamte bisherige Laufzeit mehr alsMillionen gebrauchte Geräte gesammelt werden.

Unterstützung verschiedener Sammelaktionen
Wie in den Vorjahren haben wir 2016 die Kampagne „Die Handyaktion“ verschiedener kirchlicher Akteure in Baden-Württemberg unterstützt. Die Aktion soll in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium Baden-Württemberg ausgeweitet werden.

Die Rücknahmekampagne „Verantwortung und Nachhaltigkeit. Mach mit!“ im Saarland, die wir bereits 2014 unterstützt haben, wurde aufgrund des anhaltenden Interesses erneut verlängert. Im Jahr 2016 hat das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. (NES) die Tätigkeiten des Projektbüros übernommen. Wir sind weiterhin Kooperationspartner der Kampagne, die unter anderem spezielle Unterrichtsangebote zum Thema Handy-Rücknahme und Ressourceneffizienz umfasst. Die Kampagne wurde vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung 2016 als „Werkstatt N“-Projekt ausgezeichnet. Somit gehört sie zu den 100 innovativsten Nachhaltigkeitsprojekten in Deutschland.

Fachforum auf der „Woche der Umwelt“
2016 hat die Telekom Deutschland in Kooperation mit der DUH auf der „Woche der Umwelt“ im Park von Schloss Bellevue ein Fachforum organisiert. Die Gäste hatten Gelegenheit, Fragen zur Rücknahme von Althandys und zu den Recyclingprozessen zu stellen. Die „Woche der Umwelt“ ist eine Fachmesse für innovative Umweltschutztechnologien und -projekte. Eingeladen vom Bundespräsidenten und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) nahmen rund 13 000 Besucher an der Veranstaltung teil.

Zum Expertenforum

So sparen wir Ressourcen und schützen die Umwelt

Mit unserem Managementsystem für Gesundheits-, Arbeits- und Umweltschutz („Health, Safety and Environment“, HSE img) verpflichten wir uns, unsere Leistungen in diesen Bereichen kontinuierlich zu verbessern. Es beruht auf den internationalen Standards OHSAS 18001 für Arbeits- und Gesundheitsschutz und ISO 14001 für Umweltmanagement.

Um wertvolle Ressourcen zurückzugewinnen, unterstützen wir Handy-Sammel-Aktionen. Dazu haben wir den ESG KPI img Handy-Rücknahme etabliert, der die Anzahl in Umlauf gebrachter Mobiltelefone ins Verhältnis zur Anzahl zurückgenommener Altgeräte setzt.

Unser Abfallaufkommen erfassen wir regelmäßig konzernweit. Mit unserem „Internationalen Rahmen für das Abfallmanagement“ stellen wir einheitliche Grundsätze für alle Gesellschaften der Deutschen Telekom sicher. Auf dieser Basis müssen die Landesgesellschaften in eigener Verantwortung messbare Ziele festlegen und ihre Umsetzung überwachen. Dieses Vorgehen sowie der Verzicht auf quantitative Vorgaben machen es möglich, flexibel auf landes- und unternehmensspezifische Rahmenbedingungen einzugehen.

Auch an unseren Arbeitsplätzen steht Ressourceneffizienz im Vordergrund. Wir verwenden Recyclingpapier, setzen auf den Einsatz energieeffizienter Multifunktionsdrucker und fördern den Einkauf umweltschonenden Büromaterials. Um den Papierverbrauch im Konzern zu senken, bitten wir unsere Mitarbeiter, auf die postalische Gehaltsabrechnung zu verzichten und stattdessen ein „De-Mail-Postfach“ zu nutzen. Rund 20 Prozent der Beschäftigten verzichten bereits auf den Postversand.

Abfallvermeidung und Recycling

Die Umsetzung eines nach konzernweit einheitlichen Prinzipien organisierten Abfallmanagements liegt in der Verantwortung der Landesgesellschaften. Auf Konzernebene haben wir kein Ziel zur Abfallreduktion vorgegeben. Vielmehr entwickeln die Landesgesellschaften auf Basis unseres 2013 verabschiedeten „Internationalen Rahmens für das Abfallmanagement“ eigene Abfallstrategien beziehungsweise aktualisieren ihre bereits bestehenden Strategien. Dafür legen sie auch entsprechende Ziele fest: Im Vordergrund steht dabei die Reduktion gefährlicher Abfälle, wie zum Beispiel Bleibatterien.

Unser Beitrag zu den SDGs

Anforderungen an ein konzernweites Kupferkabelrecycling
Aktuell stellt sich vor allem die Aufgabe, die Kupferkabel zu entsorgen, die über Jahrzehnte Hauptbestandteil der Telefonleitungen waren. Sie werden im Rahmen des Glasfaserausbaus teilweise ersetzt. Im Januar 2016 wurde eine konzernweit verbindliche Richtlinie mit Anforderungen an das Recycling von Kupferkabeln eingeführt. Die Richtlinie unterstützt die Landesgesellschaften bei der Wiederverwertung und Entsorgung von Altkabeln.

Methoden zur Wiedergewinnung von Tantal aus Elektroschrott erprobt

Unser Beitrag zu den SDGs

Mit der Umstellung auf IP img Technologie und dem Abbau analoger Infrastruktur werden wir in den nächsten Jahren tonnenweise alte Elektronik demontieren. Unser Ziel ist es, wertvolle Metalle wie Gold oder Tantal aus dem anfallenden Elektroschrott zurückzugewinnen. Das in Kondensatoren verarbeitete Tantal wird aus Coltan-Erz gewonnen. Dieses gilt als Konfliktrohstoff. Daher führen wir seit 2013 ein Projekt mit dem bifa Umweltinstitut durch. Das Ziel: die optimale Methode für die Demontage („Entstückung“) und das Recycling von Tantal-Kondensatoren zu entwickeln. Zur Entstückung der Tantal-Kondensatoren wurden unterschiedliche manuelle und automatisierte Methoden erprobt. Auf Basis der Ergebnisse haben wir im Jahr 2016 ein automatisiertes Verfahren ausgewählt: Die Entstückung der Platine erfolgt hierbei mithilfe einer thermischen Behandlung. Im nächsten Schritt soll die Methode in den Wirkbetrieb überführt werden.

Gemeinsamer Einsatz gegen Konfliktrohstoffe

Die Telekom unterstützt die Conflict-Free Sourcing Initiative (CFSI) seit ihrer Gründung 2008. Dabei handelt es sich um die größte Initiative der Wirtschaft für verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung. Ihr Ziel ist es, Konfliktrohstoffe zu identifizieren und ihre Gewinnung sowie den Handel mit ihnen zu verhindern.

Die CFSI geht auf eine im Jahr 2008 gegründete Arbeitsgruppe der Branchenverbände Global e-Sustainability Initiative img und Electronic Industry Citizenship Coalition (Extractives Working Group) zur nachhaltigen Rohstoffgewinnung zurück. Seitdem ist die Zahl der Metallverarbeitungs- und Verhüttungsbetriebe, die sich an der CFSI beteiligen, kontinuierlich gestiegen. Insgesamt 241 dieser Betriebe sind nach dem einheitlichen Bewertungsprotokoll auditiert (Stand Januar 2017).