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Corporate Responsibility Bericht 2016

Sustainable Finance

Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen sind auf lange Sicht wettbewerbsfähiger. Analysten der Deutsche Asset & Wealth Management und Forscher der Universität Hamburg haben dazu gemeinsam mehr als000 Studien untersucht. Ihre Schlussfolgerung: Der „Business Case“ für Nachhaltigkeit ist empirisch gut belegt und die überwiegende Mehrzahl der Studien weist einen positiven Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und finanzieller Leistung nach. Deshalb setzen nachhaltig ausgerichtete Investoren häufig auf langfristige Rendite statt auf kurzfristige Gewinne. Ihre Investitionen (Socially Responsible Investments, SRI img) können ein Baustein für die langfristige Kapitalsicherung der Deutschen Telekom AG sein.

SRI-Anlageprodukte bestehen aus Wertpapieren von Unternehmen, die einer Überprüfung nach sogenannten „Environmental, Social und Governance (ESG img)“-Kriterien in den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung standhalten. Wie sich die Nachfrage nach der T-Aktie in dieser Anlagekategorie entwickelt, dient uns deshalb als Indikator, um unsere Nachhaltigkeitsleistung zu beurteilen. Mit dem ESG KPI img Nachhaltiges Investment messen wir, wie die Finanzmärkte unsere CR-Aktivitäten wahrnehmen. Nachhaltig orientierte Investoren richten sich teilweise nach den Ratings spezialisierter SRI-Analysten. Deshalb hängt es unter anderem von den Bewertungen dieser SRI-Analysten ab, ob wir nachhaltige Investoren gewinnen, an uns binden und die mittel- und langfristigen Kapitalkosten unseres Unternehmens auf einem niedrigen Niveau halten können.

Das Konzept der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen stößt bei immer mehr Investoren auf positive Resonanz. Insbesondere die Zukunftsorientierung der SDGs kommt den Interessen langfristig orientierter Investoren an stärkerer Transparenz der Unternehmen bezüglich ihrer langfristigen strategischen Ausrichtung und Priorisierung entgegen. Zudem lässt sich ein Trend zum sogenannten Impact Measurement beobachten: der Bewertung und gegebenenfalls auch Quantifizierung der Auswirkungen, die ein Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft hat. Dabei kann unter anderem die Betrachtung, welchen Beitrag das Unternehmen zur Erreichung der SDGs leistet, hilfreich sein. Wir sehen diesen Trend sowohl als Herausforderung, aber auch als Chance, die positiven Auswirkungen unserer Produkte und Dienste sowohl intern als auch gegenüber unseren Kunden transparenter zu machen.

Um SRI-Analysten und Investoren über unser CR-Engagement zu informieren, nutzen wir verschiedene Formate – sowohl in der Berichterstattung als auch im direkten Dialog. Wir beobachten eine stetig zunehmende Nachfrage von Investoren und Ratern nach Informationen zu unseren CR-Aktivitäten. Verstärkt treten auch Investoren, die nicht zu den SRI-Investoren gezählt werden, wie JP Morgan, Société Générale und HSBC, als Organisatoren von SRI-Konferenzen auf. Die Deutsche Telekom ist regelmäßig eingeladen, ihre CR-Strategie und ihr CR-Engagement auf solchen Konferenzen als Best Practice zu präsentieren.

Fortschritte

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ESG KPI „Nachhaltige Investments (SRI)“

Ende 2016 waren rund 20 Prozent der T-Aktien im Besitz von Investoren, die zumindest teilweise SRI-Kriterien bei Investmententscheidungen berücksichtigen. 2 Prozent der T-Aktien wurden von Investoren gehalten, die ihre Fonds vorrangig unter SRI-Gesichtspunkten managen.

Investorenkommunikation ausgebaut
Seit mehreren Jahren veröffentlichen wir wesentliche ESG KPIs der Telekom in unserem Geschäftsbericht – und geben dort auch Prognosen zu deren künftiger Entwicklung ab. Finanzmarktakteuren mit Interesse an Nachhaltigkeit bieten wir ESG-Informationen auch auf unserem Investor-Relations-Portal in der Rubrik Nachhaltiges Investment (SRI) an. Weitere fachliche Informationen finden Interessenten in den Infoboxen zum SRI-Wissen, die diesen CR-Bericht ergänzen.

Neben der Berichterstattung suchen wir auch den gezielten Dialog mit Investoren. Beispielsweise führten die Bereiche CR und Investor Relations (IR) 2016 zwei gemeinsame SRI-Roadshows durch, eine davon erstmals in den USA. Zusätzlich informierten wir interessierte Investoren in speziellen Telefonkonferenzen und beantworteten zahlreiche direkte Informationsanfragen. Hierbei deckten wir das gesamte Spektrum der ESG-Kriterien ab: von der Governance-Struktur über die Steuerung von Corporate Responsibility und Nachhaltigkeit in der Lieferkette bis hin zu Klimaschutz und unserem Engagement in der Flüchtlingshilfe.

Silke Thomas

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Aktuelle Position in Rankings und Ratings

Die „Environmental, Social und Governance (ESG img)“-Performance der Deutschen Telekom wird in sogenannten CR-Ratings bewertet. Sie bieten Investoren wichtige Anhaltspunkte für ihre Wertanlage. Wie in den Vorjahren war die T-Aktie 2016 in wichtigen Nachhaltigkeitsindizes wie dem DJSI World und im DJSI Europe Index von RobecoSAM img vertreten. Die Ratingagentur oekom zeichnete uns zudem für unsere ökologischen und sozialen Leistungen erneut als weltweit bestes Telekommunikationsunternehmen aus. Im wichtigsten internationalen Klimaschutz-Ranking des CDP img (früher Carbon Disclosure Project) haben wir uns 2016 erstmals für die A-Liste der international führenden Unternehmen qualifiziert. Das CDP würdigt Unternehmen, die besonders transparent und umfassend über ihre CO2-Emissionen berichten. Mit der Aufnahme in die A-Liste wurden wir außerdem in den STOXX Global Climate Change Leaders Index aufgenommen. Bereits das sechste Jahr in Folge werden wir außerdem im STOXX Global ESG Leaders Index geführt. Nach wie vor führten im Berichtsjahr der FTSE4Good img Index sowie der UN Global Compact img 100 Index unsere Aktie.

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Integrierte Berichterstattung

Die Bedeutung von CR für den Unternehmenserfolg wird zunehmend erkannt. Dies bestätigt auch der internationale Trend zur stärkeren Verzahnung von finanzieller und nichtfinanzieller Berichterstattung. Dabei werden Nachhaltigkeitsaspekte, die für die unternehmerische Wertschöpfung von großer Bedeutung sind − wie Umweltschutz, Mitarbeiterbelange oder nachhaltige Produkte − in die klassische Lageberichterstattung aufgenommen.

In dem Geschäftsbericht der Telekom wird diese Integration seit mehreren Jahren vorangetrieben. Sie spiegelt sich auch in der zunehmenden Einbettung von CR-Themen in zentrale Geschäftsprozesse, wie den Einkauf, die Produktentwicklung oder die Förderung von Innovationen, wider. Mit der Integration in den Geschäftsbericht wird zudem eine einheitlichere Darstellung der finanziellen und nichtfinanziellen Leistung unseres Unternehmens gefördert. Dies entspricht den Anforderungen von SRI-Investoren.

Wir zeigen in unterschiedlichen Kapiteln unseres Geschäftsberichts auf, wie Nachhaltigkeit in unseren Unternehmensprozessen zur Wertschöpfung beiträgt. Bereits seit 2011 berichten wir zudem unsere ESG KPIs. Für die ESG KPIs „Energieverbrauch“, „CO2-Emissionen“ und „Nachhaltiger Einkauf“ treffen wir seit 2013 zusätzlich eine qualitative Trendaussage für die jeweils folgenden zwei Geschäftsjahre. Im Geschäftsbericht 2016 und in dem vorliegenden CR-Bericht haben wir erneut die Prognose mit der realen Entwicklung der KPIs verglichen. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Kapitel ESG KPIs.

Um diese Integration weiter voranzutreiben, haben wir im Geschäftsbericht 2016 erstmals die Beiträge der Deutschen Telekom zu den Sustainable Development Goals (SDGs) dargestellt. Zahlreiche unserer Produkte, Dienste und Aktivitäten zahlen auf die SDGs ein. Um dies für Leserinnen und Leser transparent zu machen, haben wir entsprechende Passagen des Lageberichts mit dem jeweiligen SDG-Symbol gekennzeichnet.

 

Steuerpolitische Leitlinien

Die Konzernsteuerabteilung zeichnet sich dafür verantwortlich, dass die Belastung des Konzerns Deutsche Telekom AG mit Steuern und Abgaben national wie international in dem Rahmen erfolgt, wie die jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften dies vorsehen. Dabei geht es darum, einerseits vorhandene Gestaltungsspielräume im Sinne einer Steueroptimierung auszuschöpfen und andererseits der sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung eines international tätigen Unternehmens gerecht zu werden.

Konkret stellt die Konzernsteuerabteilung sicher, dass der Konzern Deutsche Telekom im In- und Ausland sämtliche steuerrechtlichen Verpflichtungen erfüllt, das heißt insbesondere die Steuerzahlungen leistet, die die jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften für die einzelnen Konzerngesellschaften vorsehen. Dies gilt sowohl für die Ertragsteuern des Konzerns, die zudem regelmäßig im Rahmen der IFRS-Finanzberichterstattung img zu erläutern sind, als auch für Umsatz- oder Lohnsteuern, die für Kunden beziehungsweise Arbeitnehmer des Konzerns abgeführt werden. Die Konzernsteuerabteilung trägt zudem Sorge dafür, dass die Unternehmensgruppe innerhalb der jeweils geltenden in- und ausländischen steuergesetzlichen Rahmenbedingungen steuereffizient aufgestellt ist, das heißt der Konzern keine unnötigen steuerlichen Lasten zu tragen hat. Richtschnur ist hier eine nachhaltige Steuereffizienz der Unternehmensgruppe, für die eine transparente und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den lokalen Finanzbehörden als unerlässlich erachtet wird.

Darüber hinaus ist es Anspruch der Konzernsteuerabteilung, möglichst umfassend zum Erfolg des operativen Geschäfts der Deutschen Telekom beizutragen, zum Beispiel, indem neue Geschäftsmodelle oder innovative technische Entwicklungen steuerlich eng begleitet werden. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei neben der umgehenden Klärung etwaiger steuerrechtlicher Zweifelsfragen darauf, praxistaugliche Lösungswege zur Erfüllung der jeweiligen steuerlichen Anforderungen aufzuzeigen.

Nachhaltige Anlagestrategie der Telekom Pensionswerke

Wir betrachten das Thema nachhaltige Kapitalanlagen ganzheitlich. Auch das am Kapitalmarkt angelegte Vermögen für die betriebliche Altersversorgung und ähnliche Verpflichtungen in Deutschland richten wir nach unseren Nachhaltigkeitsgrundsätzen aus. Diese Grundsätze haben wir 2013 in unserer nachhaltigen Anlagestrategie für Versorgungsträger in Form von Ausschlusskriterien verankert: Diese untersagen Investments in Unternehmen, die ABC-Waffen, Antipersonenminen oder Streubomben produzieren beziehungsweise damit handeln. Auch Investments in Unternehmen, die wiederholt gegen die UN-Global-Compact-Prinzipien verstoßen haben, sind nicht erlaubt. Außerdem dürfen die Telekom-Versorgungsträger keine Anleihen von Staaten erwerben, die mit völkerrechtlichen Sanktionen belegt sind. Die Versorgungsträger haben der nachhaltigen Anlagestrategie 2013 zugestimmt.

Wir sind überzeugt, dass die nachhaltige Anlagestrategie uns dabei hilft, unsere finanziellen Risikokennzahlen zu verbessern. Sie ermöglicht es uns, risikobehaftete und kontrovers bewertete Kapitalanlagen zu vermeiden und stattdessen in langfristig stabile Werte zu investieren, die mit unseren Nachhaltigkeitsgrundsätzen im Einklang stehen. Damit erfüllen wir die Anforderungen von Geschäftskunden und kommen unserer treuhänderischen Verantwortung für die Kapitalanlage unserer Mitarbeiter nach. Nicht zuletzt fördert dies auch unsere Reputation als führendes DAX-Unternehmen bei NGOs und Medien.