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Corporate Responsibility Bericht 2016

Politische Interessensvertretung

Politik und Regulierungsbehörden nehmen Einfluss auf die Entwicklung und Verfügbarkeit von Netzinfrastruktur, Technologien und Diensten. Dies hat unmittelbare Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit von Telekommunikationsunternehmen und der Wirtschaft insgesamt, die auf eine schnelle Netzinfrastruktur ebenso angewiesen ist wie auf moderne Telekommunikationsdienste. Daneben haben Netze und Dienste eine erhebliche Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir führen daher einen aktiven und kontinuierlichen Dialog mit allen interessierten Stakeholdern aus Politik und Gesellschaft.

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Instrumente zur politischen Interessenvertretung

Unsere Partner in den Parlamenten, Regierungen und gesellschaftlichen Organisationen müssen ihre Unabhängigkeit und Integrität wahren. Dieser Grundsatz ist im Code of Coduct der Deutschen Telekom festgeschrieben. Untersagt sind zum Beispiel Spenden an politische Institutionen, Parteien und Mandatsträger. Wichtig sind uns dagegen sachliche Kommunikation, Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Integrität. Dadurch werden unsere Informationen von Politik und gesellschaftlichen Gruppen als authentisch und vertrauenswürdig erachtet und können Eingang in ihre Meinungsbildungsprozesse finden. In Brüssel hat sich die Deutsche Telekom im öffentlichen Transparenzregister für Lobbyisten registrieren lassen. Im Rahmen unserer Mitarbeit in Verbänden und entsprechenden Gremien fühlen wir uns selbstverständlich allen ethischen Grundsätzen und gesetzlichen Vorgaben verpflichtet.

Fabian Riewerts

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Fabian Riewerts

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Investitionsanreize für Breitbandnetze notwendig

Eine leistungsfähige, zuverlässige und sichere Breitbandinfrastruktur ist Standort- und Erfolgsfaktor für alle Wirtschaftssektoren. Die Deutsche Telekom leistet hierzu seit Jahren mit umfangreichen Investitionen in die Infrastruktur für Festnetz und mobiles Internet einen großen Beitrag und engagiert sich wie kein anderes Unternehmen für die Schließung von weißen Flecken, insbesondere im ländlichen Raum.

Vor dem Hintergrund der ambitionierten Breitbandziele auf nationaler und europäischer Ebene muss es Kernaufgabe der Telekommunikations- und Regulierungspolitik sein, die Planungssicherheit und insbesondere die finanzielle Leistungsfähigkeit der investitionsbereiten Unternehmen im Markt zu verbessern. Nur so kann das Potenzial für einen wirtschaftlichen privaten Ausbau unter Einsatz aller verfügbaren Technologien ausgeschöpft werden. Dort, wo ein wirtschaftlicher Breitbandausbau nicht möglich ist, ist die öffentliche Hand gefordert, die Lücken mit technologie- und anbieterneutralen Förderprogrammen zu schließen. Eine zukunftsweisende Regulierung muss Investitionen in moderne Breitbandnetze img aktiv unterstützen und unnötige finanzielle und bürokratische Belastungen für investierende Netzbetreiber vermeiden.

Regulierungseingriffe müssen auf nachgewiesenem Marktversagen beruhen, damit sie nicht Innovationen unnötig beschränken. Open Access sollte als Grundprinzip verankert werden, damit Wettbewerb und freie Wahlmöglichkeiten für den Verbraucher bei allen Ausbauvorhaben sichergestellt sind.

Angesichts des schnellen Zusammenwachsens von Internet- und Telekommunikationsmärkten und der weiter steigenden Marktmacht weniger globaler Player im Internet führt die sektorspezifische Regulierung der Telekommunikation zunehmend zu einer Schieflage. Für Internet-Firmen müssen die gleichen Gesetze und Regeln gelten wie für Telekommunikationsunternehmen, sofern diese die gleichen Dienste anbieten. Ziel muss es sein, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und eine gerechtere Verteilung der finanziellen Lasten des Breitbandausbaus zu ermöglichen.

Bewahrung des offenen Internets

Als Teil des sogenannten Telekom-Binnenmarktpakets sind auf der Ebene EU-Regelungen zur Netzneutralität verabschiedet und per 30. April 2016 in Kraft gesetzt worden. Die neue Verordnung regelt insbesondere die zulässige Verkehrssteuerung, erhöht erneut die Anforderungen an die Transparenz und beschränkt die kommerzielle Produkt- und Dienstdifferenzierung im Internet.

Die Deutsche Telekom bleibt dem offenen Internet verpflichtet. Auch in Zukunft werden Inhalte und Dienste nach dem „Best Effort“-Prinzip im Internet zugänglich sein, das bedeutet: so gut es die zur Verfügung stehenden Ressourcen ermöglichen. Die Deutsche Telekom wird ihre Infrastruktur stetig ausbauen und optimieren, um den stark wachsenden Datenverkehr bewältigen zu können und Innovationen in ihrem Netz zu ermöglichen. Nur so können wir die steigende Nachfrage der Kunden bedienen und den Anspruch der Anbieter von Online-Inhalten und -Anwendungen erfüllen, ihre Dienste auch in Zukunft in entsprechender Qualität anzubieten. Dabei wären Telekommunikationsnetze ohne Netzwerkmanagement nicht zu betreiben.

Aufbauend auf dem „Best Effort“-Internet entwickelt die Deutsche Telekom deshalb Geschäftsmodelle, bei denen die Internet-Wirtschaft innovative Dienste anbieten kann, die bestimmte Anforderungen an die Übertragungs- oder Dienstqualität (Quality of Service, QoS) stellen. Hierbei werden die rapide wachsenden, unterschiedlichen Arten von Datenströmen im Internet gesteuert. Eine Kontrolle von Inhalten findet keinesfalls statt. Die Deutsche Telekom unterstreicht die Freiheit des Internets und nimmt keinen Einfluss auf Inhalte der Nutzer oder der Anbieter. Im Wettbewerb mit anderen Telekommunikationsnetzbetreibern wird die Deutsche Telekom auch in Zukunft Dienste mit unterschiedlichem Qualitätsstandard ausschließlich auf nicht diskriminierende Weise vermarkten. So können Verbrauchern mehr Auswahl und gesicherte hohe Qualitäten angeboten werden.

Verbraucherpolitischer Dialog

Die Deutsche Telekom hat sich zum Ziel gesetzt, führender Telekommunikationsanbieter in Europa zu werden. Verbraucherpolitischen Themen haben wir daher auch 2016 eine hohe Priorität eingeräumt.

Zentrale Themen waren insbesondere

  • die kontinuierliche Fortführung des Verbraucherdatenschutzes (zum Beispiel in der Online-Werbewirtschaft),
  • die Stärkung eines umfassenden und technikübergreifenden Jugendschutzes auf nationaler und EU-Ebene (insbesondere die Fortentwicklung eines umfassenden konzernweiten Mindeststandards in der EU und der kontinuierliche Dialog mit Jugendschutzorganisationen auf nationaler und auf EU-Ebene),
  • die Verbesserung der Standards im Kundenservice,
  • die Stärkung des Kundenschutzes in der Telekommunikation(zum Beispiel beim Anbieterwechsel im Festnetz und Mobilfunk) sowie
  • das Engagement für verbesserte Transparenz gegenüber unseren Kunden.

Im Bereich des verbesserten Anbieterwechsels im Festnetz hat die Deutsche Telekom im Jahr 2016 weitere wichtige Fortschritte erzielt – intern sowie gemeinsam mit anderen deutschen Telekommunikationsanbietern. Ziel ist es, den Wechsel für Verbraucher im Festnetz wie im Mobilfunk gleichermaßen einfacher und weitgehend unterbrechungsfrei auszugestalten. Die Deutsche Telekom steht in allen Themenfeldern für einen konstruktiven und lösungsorientierten Ansatz, der sich sowohl an den Verbraucherbedürfnissen als auch an den Unternehmensinteressen ausrichtet.