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Corporate Responsibility Bericht 2016

Lieferantenmanagement

Wir pflegen Geschäftsbeziehungen zu über 30 000 Lieferanten in mehr als 80 Ländern. Dabei setzen wir einerseits auf Vertrauen und Dialog, andererseits auf Kontrolle und leisten konkrete Unterstützung bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstandards. Verschiedene Instrumente, Methoden und Maßnahmen helfen uns, die Nachhaltigkeitsleistung in unserer Lieferkette zu verbessern. Grundsätzlich versuchen wir, die Ursache der Probleme zu erkennen und in engem Austausch mit unseren Lieferanten zu lösen.

So machen wir unsere Lieferkette nachhaltiger

Je nach Entwicklungsstand einer Lieferantenbeziehung verwenden wir verschiedene Instrumente, um unsere Lieferkette nachhaltiger zu gestalten. Bei Ausschreibungen wird das Thema Nachhaltigkeit mit 10 Prozent gewichtet. Damit schaffen wir einen wirksamen Anreiz für Lieferanten, nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Darüber hinaus verwenden wir einen vierstufigen Ansatz, um Risiken zu minimieren und unsere Lieferanten weiterzuentwickeln. Das Trichter-Schaubild zeigt diesen Prozess: Bei allen potenziellen Lieferanten mit einem Bestellvolumen von mehr als 100 000 Euro pro Jahr fragen wir über unser Lieferantenmanagementsystem zunächst 18 nachhaltigkeitsrelevante Aspekte ab (Stufe 1). Diese beziehen sich auf Menschenrechte, Korruption sowie Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz. Nach drei Jahren erfolgt für alle Lieferanten eine verbindliche Requalifizierung.

Risikenminimierung und Lieferantenmanagement

Strategisch relevante und/oder risikoreiche Lieferanten rufen wir in der weiteren Geschäftsbeziehung dazu auf, ausführlichere Selbstauskünfte über das Informationssystem E-TASC img (Electronics-Tool for Accountable Supply Chains powered by EcoVadis) zu geben. Experten werten diese anhand weiterer Hintergrundinformationen und gezielter Recherchen aus. Bei einigen Zulieferern mit erhöhtem CR-Risiko gehen wir noch einen Schritt weiter und führen Lieferantenprüfungen (zu den Auditergebnissen 2016) vor Ort durch (Stufe 2). Wir konzentrieren uns dabei nicht nur auf direkte Lieferanten der Telekom, sondern – soweit möglich – auch auf Zulieferer in der nachgelagerten Lieferkette. Die Effektivität dieser Audits img steigern wir, indem wir mit 13 anderen Unternehmen in der Joint Audit Cooperation (JAC) zusammenarbeiten. Durch die steigende Zahl der JAC-Mitglieder steigt auch die Schnittmenge der abgedeckten Lieferanten. So werden mehrfache Audits vermieden.

Auf Basis dieser Auskünfte und Auditergebnisse klassifizieren und bewerten wir Lieferanten nach CR-Kriterien (Stufe 3). Dies erfolgt anhand von Lieferanten-Scorecards img, die uns auf einen Blick eine Bewertung der Nachhaltigkeitsleistungen von Lieferanten sowie Vergleiche mit anderen Zulieferern ermöglichen. Alle verfügbaren nachhaltigkeitsrelevanten Informationen (aus dem Informationssystem E-TASC, eigenen Recherchen, Audits und Präqualifizierungsergebnissen) fließen in die Bewertung unserer Top-Lieferanten ein.

Werden akute Probleme festgestellt, arbeiten wir in enger Kooperation mit unseren Lieferanten daran. Die Nachhaltigkeitsleistung dieser Lieferanten verbessern wir in einem Prozess, der auf einen langfristigen und dauerhaften Fortschritt ausgelegt ist. Dies geschieht vor allem über unser Entwicklungsprogramm für Lieferanten (Stufe 4) und über Workshops zu Nachhaltigkeitsthemen. 2016 führten wir Workshops mit vier Lieferanten durch. Bei signifikanter Missachtung unserer Anforderungen starten wir einen Eskalationsprozess img, um eine schnelle Lösung gemäß den Nachhaltigkeitsstandards der Deutschen Telekom herbeizuführen. Die Ergebnisse der Lieferantenprüfungen und Abhilfemaßnahmen werden zentral erfasst.

Antonio Veloso

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Fortschritte

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Vier neue Lieferanten im Entwicklungsprogramm

Damit unsere Lieferanten unsere hohen Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen können, arbeiten wir partnerschaftlich mit ihnen zusammen – beispielsweise in unserem Entwicklungsprogramm für strategisch wichtige Lieferanten. In diesem Programm entwickeln wir gemeinsam Lösungen für Themen wie Umweltschutz, Arbeitszeitregelungen oder Gesundheitsschutz. Eine klare Win-win-Situation für unsere Lieferanten und uns, denn: Bessere Arbeitsbedingungen wirken sich positiv auf die Bindung und Motivation der Beschäftigten aus, steigern die Produktivität und verbessern die Qualität der Produkte. 2016 haben wir vier neue Lieferanten in das Programm aufgenommen; insgesamt umfasst es nun elf Zulieferer.

Lieferantenentwicklungsprogramm

Die Erfolge des Programms sind messbar. Bisher konnten beispielsweise folgende Verbesserungen bei chinesischen Lieferanten erzielt werden:

  • Bei einem unserer Lieferanten verringerte sich die Arbeitszeit von 68 auf 48 Stunden pro Woche.
  • Ein weiterer Zulieferer steigerte durch verbesserte Produktionsprozesse seine Produktivität um 12 Prozent.
  • Am Hauptstandort eines Lieferanten konnte mittels einer Analyse der Abfall um 16 Prozent reduziert werden.
  • In der nachgelagerten Lieferkette eines Zulieferers werden 16 902 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart; dies entspricht den CO2-Emissionen von etwa zehn ausgebuchten Flügen von Berlin nach New York.

Die Grafik zeigt Themenbereiche, die bei den teilnehmenden Lieferanten überprüft werden. Auf dieser Basis wird gemeinsam ein Maßnahmenplan vereinbart. Bei dessen Umsetzung unterstützen nicht nur Experten von der Telekom, sondern auch sachkundige externe Berater. Alle Aktivitäten und Ergebnisse werden dokumentiert, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu messen. Bei Bedarf werden anschließend Korrekturen vorgenommen.

Corporate Responsibility Excellence

Über eine webbasierte Umfrage haben wir im Berichtszeitraum in einem Piloten die Wirksamkeit der Korrekturmaßnahmen nach durchgeführten Social Audits img überprüft. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lieferanten konnten hierbei die Verbesserungen in neun Themenfeldern anonym bewerten. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung wurden analysiert und falls erforderlich in weitere Verbesserungsmaßnahmen überführt.

Diese Umfragemethodik planen wir in Zukunft standardmäßig zur Qualitätssicherung von eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen bei Social Audits img und bei unserem Entwicklungs-programm für Lieferanten anzuwenden.

Wir haben außerdem Trainingsinhalte für unsere Lieferanten entwickelt. Diese werden wir 2017 in ein Online-Tool überführen, mit dem die Lieferanten selbstständig arbeiten können. Wir erhoffen uns dadurch, noch mehr Lieferanten mit dem Training zu erreichen.

Antonio Veloso

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Engagement in der Lieferkette ausgezeichnet

Wir engagieren uns für die Nachhaltigkeit in unserer Lieferkette – und wurden dafür 2016 erneut ausgezeichnet. Die Ethical Corporation verlieh uns den 1. Preis für „Best Supplier Engagement“. Mit unserem Entwicklungsprogramm für Lieferanten (SDP) konnten wir die Jury überzeugen. Beeindruckt war sie vor allem von den Ergebnissen, die wir bei unseren Zulieferern bereits erzielt haben.


Bild von links nach rechts: Luis Neves (Climate Change & Sustainability Officer, GCR DTAG), Antonio Veloso (Senior Expert Supply Chain Management, GCR DTAG), John Spear (Kooperationspartner SDP, EPI Consulting)

Bereits im Vorjahr konnten wir mit unserem Engagement in der Lieferkette punkten. Auf der DQS Nachhaltigkeitskonferenz wurden wir 2015 bei den „German Awards for Excellence“ in der Kategorie „Responsible Sourcing“ für unsere „Kontinuierliche Lieferantenentwicklung zur dauerhaften Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung“ ausgezeichnet. Beim „Deutschen CSR-Preis“ erhielten wir 2015 einen Preis in der Kategorie „CSR in der Lieferkette“. Dabei wurden wir für unseren glaubwürdigen Ansatz zur kontinuierlichen Lieferantenentwicklung ausgezeichnet

Auszeichnung für Klimaschutz in der Lieferkette

Die Nichtregierungsorganisation CDP img bewertet regelmäßig die Klimaschutzaktivitäten von Unternehmen weltweit. 2016 hat das CDP erstmals die Antworten im Rahmen des CDP Lieferantenfragebogens eigenständig bewertet und einen Index der führenden Unternehmen, die sogenannte A-Liste, gebildet. Dabei konnten wir uns auf Anhieb unter den führenden Unternehmen platzieren:

  • Wir sind selbst Lieferant unserer Kunden. Im „Supplier Program“ des CDP legen Lieferanten ihre CO2-Emissionen offen. Dort erhielten wir die Bestnote „A“. Von300 Einsendern erreichten nur 112 Lieferanten diese Bewertung.
  • Im neuen „Supplier Engagement“-Rating des CDP wird bewertet, wie gut es Unternehmen gelingt, das Thema Klimaschutz in ihre Lieferkette zu integrieren. Von den mehr als300 Teilnehmern des Ratings konnten sich 2016 lediglich 29 für das „Supplier Engagement Leader Board“ qualifizieren, darunter auch die Deutsche Telekom.

2016 wurden wir zudem im allgemeinen Ranking des CDP erstmals in die A-Liste Liste aufgenommen.