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Corporate Responsibility Bericht 2016

Verbraucher- und Jugendschutz

Wir stehen für höchste Standards im Verbraucher- und Jugendmedienschutz. Ein Beispiel für das hohe Sicherheitsniveau unserer Produkte ist De-Mail, unser Dienst für die rechtssichere Identifizierung der Sender und Empfänger von E-Mails. Mit der von uns mitbegründeten Brancheninitiative E-Mail made in Germany“ setzen wir zudem einen Sicherheitsstandard für die Versendung privater E-Mails.

Kindern und Jugendlichen wollen wir einen kompetenten Umgang mit digitalen Medien ermöglichen und sie vor ungeeigneten Inhalten schützen. Deshalb stärken wir ihre Medienkompetenz konzernweit in vielfältigen Projekten. Zudem engagieren wir uns mit verschiedenen Maßnahmen und Partnern für die Gestaltung eines kinderfreundlichen Netzes. Unsere Haltung haben wir in zahlreichen nationalen und internationalen Selbstverpflichtungen sowie internen Verhaltenskodizes bekräftigt. Dabei gehen wir oft weit über die nationalen gesetzlichen Regelungen hinaus.

So schützen wir Verbraucher und Jugend

Datenschutz und Datensicherheit sind für uns von großer Bedeutung. Wir haben hierfür bereits 2008 ein eigenes Vorstandsressort eingerichtet und mit der Konzernrichtlinie Datenschutz („Binding Corporate Rules Privacy“) verbindlich konzernweit geregelt, wie personenbezogene Daten innerhalb der Telekom-Gruppe erhoben, gespeichert und weiterverarbeitet werden dürfen. In einem eigenen jährlichen Bericht Datenschutz und Datensicherheit informieren wir nicht nur transparent über alle unsere Aktivitäten und Maßnahmen, sondern ziehen auch Zwischenbilanz: Was hat die Telekom erreicht? Wo sieht die Politik den größten Handlungsbedarf? Und wie beurteilen Experten den Status quo bei Datenschutz und Datensicherheit?

Unsere Produkte und Dienste bieten seit jeher ein hohes Niveau an Datenschutz und Datensicherheit. Wachsende Datenmengen erfordern besondere Vorkehrungen zum Schutz der Privatsphäre der Bürger. Bereits seit 2013 gelten für unser Handeln deshalb acht verbindliche Leitsätze für den Umgang mit Big Data – großen Mengen personenbezogener Daten. Mit einem „Zehn-Punkte-Programm für mehr Sicherheit im Netz“ haben wir im Januar 2015 außerdem konkrete Maßnahmen zum Schutz von Daten und Infrastruktur beschlossen. Im Zuge dessen haben wir neue Schutzprodukte entwickelt, darunter die Mobile Encryption App img zur Verschlüsselung der gesamten Mobilfunk-Kommunikation.

Auch in der Entwicklung unserer übrigen Produkte und Dienste spielen Datenschutz- und Sicherheitsaspekte eine wesentliche Rolle. Mithilfe des „Privacy and Security Assessment“(PSA)-Verfahrens werden unsere Systeme bei jedem Entwicklungsschritt auf ihre Sicherheit überprüft. Dies gilt für neu entwickelte Systeme ebenso wie für bestehende, die technisch oder in der Art der Datenverarbeitung angepasst werden. Außerdem dokumentieren wir mithilfe eines standardisierten Verfahrens den Datenschutz- und Datensicherheitsstatus unserer Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus. Jugendschutzkriterien fließen ebenfalls in die Entwicklung unserer Dienste und Produkte ein. In Deutschland beziehen wir bei Fragen der Planung und Gestaltung jugendschutzrelevanter Angebote unsere Jugendschutzbeauftragte ein, die Beschränkungen oder Änderungen vorschlagen kann. Wir haben uns 2013 außerdem verpflichtet, in jeder Landesgesellschaft innerhalb der EU für jugendschutzrelevante Themen einen Child Safety Officer (CSO) zu benennen. Daraufhin beriefen wir 2014 in allen unseren europäischen Märkten mindestens einen CSO. Der CSO ist zum einen zentraler Ansprechpartner für gesellschaftliche Akteure des jeweiligen EU-Markts. Zum anderen nimmt er intern eine Schlüsselrolle bei der Koordinierung jugendschutzrelevanter Themen ein. Diese Maßnahme erhöht somit das konsistente und transparente Engagement der Telekom im Bereich Jugendschutz.

Strategischer Ansatz zum Jugendmedienschutz
Unsere Strategie zum Schutz von Kindern und Jugendlichen bei der Nutzung digitaler Medien ruht auf drei Säulen: Wir

  • stellen attraktive und altersgerechte Angebote für Kinder bereit und geben Erziehungsberechtigten Instrumente (Filter) an die Hand, mit denen sie den Zugang Minderjähriger zu gefährdenden Inhalten unterbinden können,
  • beteiligen uns an der Bekämpfung von Kindesmissbrauch und dessen Darstellung und
  • fördern den Aufbau von Medienkompetenz im sicheren Umgang mit den Angeboten im Netz.

Darüber hinaus arbeiten wir eng mit Strafverfolgungsbehörden und NGOs sowie anderen Partnern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen, um kinder- und jugendgefährdende Inhalte aus dem Netz zu verbannen. In Deutschland haben wir unsere Verpflichtung zum Jugendmedienschutz in entsprechenden Grundsätzen fixiert und Mindeststandards implementiert. EU-weit verpflichteten wir uns bereits 2007, die Darstellung von Kindesmissbrauch im Internet zu bekämpfen. Auf globaler Ebene sind wir seit 2008 im internationalen Verband der Mobilfunk-Anbieter GSMA, der dasselbe Ziel verfolgt. Um unser Vorgehen im Konzern besser zu koordinieren, verabschiedeten wir darüber hinaus im Oktober 2013 einen international gültigen Katalog mit verbindlichen Rahmenvorgaben für unsere Aktivitäten im Jugendmedienschutz und setzten damit in unseren Märkten neue Standards. Jede Landesgesellschaft in der EU kann die darin enthaltenen Vorgaben an die jeweiligen kulturellen Gegebenheiten und Geschäftsmodelle anpassen, weitergehende Maßnahmen beschließen und so zusätzlich eigene strategische Schwerpunkte setzen.

Da der Jugendmedienschutz eine branchenübergreifende Herausforderung darstellt, kooperieren wir mit verschiedenen Jugendschutzorganisationen und beteiligen uns an Allianzen, die das Engagement der Akteure aus der Internet- und Medienwirtschaft koordinieren. Beispielsweise wirken wir mit an der „CEO Coalition to make the Internet a better place for kids“, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Internet zu einem sichereren Ort für Kinder zu machen. Eine führende Rolle übernehmen wir außerdem in der „ICT img Coalition for the Safer Use of Connected Devices and Online Services by Children and Young People in the EU“. Mit ihr verfolgen wir einen umfassenden, auf sechs Prinzipien beruhenden branchenübergreifenden Ansatz, der ausdrücklich auch den Aufbau von Medienkompetenz einschließt.

Im Rahmen beider Allianzen kündigte die Telekom im Januar 2013 die Umsetzung eines EU-weiten, auf den Prinzipien der ICT Coalition beruhenden Maßnahmenpakets an. Die ICT Coalition publizierte im April 2014 einen Jahresbericht zur Umsetzung entsprechender Maßnahmen bei allen in der ICT Coalition vertretenen Unternehmen. Der von einem unabhängigen Gutachter des Dublin Institute of Technology erstellte Report kommt zu dem Ergebnis, dass der Ansatz der Telekom zur Umsetzung der Prinzipien der ICT Coalition vorbildlich ist.

Fortschritte

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Persönliche Daten schützen

Fast ein Drittel aller Bundesbürger macht sich Sorgen um Datenmissbrauch und mangelnde Datensicherheit. Zu diesem Ergebnis kommt der Sicherheitsreport 2016, den wir beim Institut für Demoskopie Allensbach in Auftrag gegeben haben. Von den Unternehmen der Kommunikations- und Internet-Branche genießt die Telekom jedoch mit Abstand das größte Vertrauen, was den Umgang mit persönlichen Daten angeht. Darauf sind wir stolz, denn der Schutz der Daten unserer Kunden ist für uns von höchster Bedeutung.

Unsere vielfältigen Datenschutzaktivitäten dokumentieren wir in unserem jährlichen Bericht Datenschutz und Datensicherheit. Die folgenden Beispiele geben einen kleinen Ausschnitt unserer Arbeit im Berichtszeitraum wieder.

Einfache Datenschutzerklärung für jedermann
Datenschutzhinweise sind für Laien oft unverständlich. Mit unserem One-Pager möchten wir unseren Kunden eine leicht lesbare Übersicht zum Thema Datenschutz bieten. Der One-Pager ist eine einfache, konzentrierte Information über wesentliche Datenverarbeitungen. Er ersetzt nicht die verlinkte förmliche Datenschutzerklärung, die juristischen Anforderungen entsprechen muss. Vielmehr werden dem Nutzer der Umfang und die Art der genutzten persönlichen Informationen transparent gemacht. Mit dem One-Pager folgen wir einer Initiative des Nationalen IT-Gipfels unter Beteiligung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

Mobile Protect Pro
Laut Sicherheitsreport 2016 hält die Hälfte aller Befragten einen Angriff auf ihr Smartphone für eher unwahrscheinlich. Doch Angriffe auf mobile Endgeräte nehmen zu und können ebenso großen Schaden anrichten wie am heimischen PC. Mit der Anwendung Mobile Protect Pro bieten wir unseren Geschäftskunden seit 2016 einen Rundumschutz für mobile Endgeräte. Wie ein Dauer-EKG prüft die App img das Gerät kontinuierlich auf mögliche Bedrohungen. Der Schutz gilt auch bei drahtlosen Verbindungen wie WLAN img.

Verschlüsselte E-Mails für alle
Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) bieten wir seit Mitte 2016 die „Volksverschlüsselung“ an. Dies ist eine einfache und kostenlose Möglichkeit, E-Mails zu verschlüsseln. Die Lösung wird von uns in einem Hochsicherheitsrechenzentrum betrieben. Sie soll Verschlüsselungsmethoden aus der Forschung für alle zugänglich machen. Die Schlüssel werden direkt auf dem Endgerät des Nutzers erzeugt. Sie verbleiben ausschließlich in seiner Hand und gelangen nicht zum Betreiber der Infrastruktur. Um die Verschlüsselung zu nutzen, genügen die Installation der Software und eine einfache, sichere Identifikation. Im ersten Schritt erfolgt die Authentifizierung über die etablierten Anmeldeverfahren der Telekom oder mithilfe des elektronischen Personalausweises. Später sind weitere Verfahren zur sicheren Identifikation geplant.

Der Telekom-Sicherheitsratgeber im Netz
Informationen über Cyberkriminelle, Schadsoftware oder Phishingbetrug sind im Internet auf Tausende Webseiten verteilt. Die Website www.sicherdigital.de bündelt diese Infos und bietet den Besuchern so einen einfachen Zugang zu sicherheitsrelevanten Themen. Jugendliche, Erwachsene und Unternehmen finden dort nützliche Hinweise und konkrete Hilfe rund um die Themen Sicherheit und Datenschutz.

Auch die Ausgabe „Vertraulich“ unserer „We Care“-App informiert die Nutzer anschaulich darüber, wie gefährlich Hacker-Angriffe sein können und wie man sich vor ihnen schützen kann.

Kooperationen für den Kinder- und Jugendschutz

Wir wollen ein sicheres und positives Online-Erlebnis für Kinder und Jugendliche schaffen. Mit altersgerechten Webseiten und Inhalten bieten wir ihnen spannende und attraktive Inhalte im Netz an.

Förderung von standardisierten Kinderschutzangeboten
Im August 2016 sind wir dem gemeinnützigen Verein JusProg e.V. beigetreten. Ziel ist es, unser bisheriges Kinderschutzengagement auf eine breitere Basis zu stellen. Bisherige Kinderschutzprogramme basieren jeweils auf unterschiedlichen Plattformen wie iOS, Android oder Windows. Eine wirksame Lösung ist unserer Meinung nach jedoch nur im Rahmen einer übergreifenden Kooperation möglich. Deshalb haben wir die Rechte an den Programmiercodes unserer Kinderschutz Software (Windows) sowie unserer Kinderschutz-App img Surfgarten (iPhone/iPad) an JusProg e.V. gespendet. Beide Produkte werden von dem Verein weiterentwickelt und künftig von ihm betrieben. Sie werden dann die JusProg-Filterliste nutzen: Diese Filter entscheiden darüber, welche Inhalte aufgerufen werden können oder nicht. Durch diese Maßnahme wollen wir JusProg dabei unterstützen, künftig ein standardisiertes Kinderschutzangebot zu entwickeln.

„Teachtoday“ im Aktionsbund Digitale Sicherheit
Darüber hinaus fördern wir mit unserer Initiative „Teachtoday“ eine sichere und kompetente Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen. Die Initiative unterstützt Kinder und Angehörige mit praxis- und alltagsnahen Tipps und Materialien. Im Mai 2016 wurde Teachtoday in den Aktionsbund Digitale Sicherheit aufgenommen. Das ist ein Zusammenschluss von Organisationen und Verbänden, die Menschen konkrete Hilfestellungen für eine sichere Internet-Nutzung geben möchten.

Kampf gegen Kinderpornografie

Ein rigoroses Vorgehen gegen die Darstellung von Kindesmissbrauch im Internet gehört zu unserem Selbstverständnis. Bereits 2007 verpflichteten wir uns im „European Framework for Safer Mobile Use by Younger Teenagers and Children“ zu einer EU-weiten Bekämpfung der Darstellung von Kindesmissbrauch. Seit 2008 engagieren wir uns zudem im weltweiten Verbund mit anderen Mobilfunk-Betreibern gegen die Verbreitung derartiger Inhalte.

Seit 2013 beteiligen wir uns an zwei branchenübergreifenden Zusammenschlüssen, die sich dem Kampf gegen Kindesmissbrauch im Internet verschrieben haben: der „CEO Coalition to make the Internet a better place for kids“ und der „ICT img Coalition for the Safer Use of Connected Devices and Online Services by Children and Young People in the EU“. 2014 erschien ein erster Jahresbericht der ICT Coalition. In ihm wird unser Engagement gewürdigt. Wir sind nach wie vor in beiden Bündnissen aktiv und bekennen uns uneingeschränkt zu deren Prinzipien.

Mitarbeit im Zentrum für Kinderschutz im Internet
2016 haben wir auch unsere Beteiligung an der Arbeit des Zentrums für Kinderschutz im Internet (I-KiZ) fortgeführt. I-KiZ ist ein Projekt des deutschen Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Netzwerk, das unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig steht, hat sich zum Ziel gesteckt, Darstellungen von Kindern und Jugendlichen in sexuellen Posen wirksamer zu bekämpfen und international zu ächten. Das Netzwerk wurde 2016 weiter ausgebaut, unter anderem mit der Erweiterung des Rat- und Hilfesystems jugend.support. Es erfasst nun insgesamt 16 Beratungsstellen, an die sich Jugendliche bei Problemen wenden können. Im Berichtszeitraum haben wir zudem an einer I-KiZ-Fachtagung „Zeitgemäßer Jugendmedienschutz“ teilgenommen, wo aktuelle Entwicklungen zum Thema mit Mitgliedern des Netzwerks diskutiert wurden.

Digitale Teilhabe von Senioren und Schulkindern

Das neue Tarifpaket „Školák“ (Schulkind) ist ein besonderes Angebot für Eltern von Schulkindern. Die Eltern können damit unabhängig vom Handyguthaben des Kindes feststellen, wo ihr Kind gerade ist, ungeeignete Inhalte sperren und das Handyguthaben des Kindes prüfen. Das Paket ist mit der App  „Surfie“ verknüpft. Diese App img steht kostenlos zur Verfügung. Eltern können damit den Standort ihres Kindes bestimmen und das Aufrufen bestimmter Internetinhalte einschränken.

Die App steht in tschechischer Sprache zur Verfügung, funktioniert mit den Betriebssystemen iOS und Android und umfasst drei Lizenzen. Sie können die drei Lizenzen entweder für drei Kinder verwenden oder auf drei unterschiedlichen Geräten installieren.  Für die App ist Internetzugang erforderlich, daher umfasst das Paket 10 MB Datenvolumen pro Monat für das Kind. Nachdem das Datenvolumen aufgebraucht ist, verlangsamt sich die Zugriffsgeschwindigkeit, die Kinder können die App aber immer noch benutzen.

Wir haben im letzten Jahr außerdem zwei Seminare für Senioren zu den Themen „Wie benutzt man ein Handy“ und „Internet und Apps“ durchgeführt, an denen insgesamt 25 Personen teilnahmen.

Schutz von Kindern in der digitalen Welt

Vier Millionen Kunden von T-Mobile USA nutzen einen kostenlosen Service, mit dem sie ihren Kindern den Zugriff auf sexuelle Inhalte, Gewaltdarstellungen und derben Humor sperren können. 375 000 Kunden zahlen 4,99 US-Dollar pro Monat für die Funktion „Family Allowances“, mit der Eltern ihren Kindern Verbindungen oder Textnachrichten zu bestimmten Telefonnummern sperren und Handys während der Schulstunden und der Hausaufgabenzeit ausschalten können. Außerdem können die Eltern sehen, wie viele SMS die Kinder schreiben. Ca. 100 000 Kunden von T-Mobile USA nutzen für 9,99 US-Dollar pro Monat den Service „FamilyWhere“ und können damit alle zu ihrem Vertrag registrierten Handys orten.