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Corporate Responsibility Bericht 2016

Infrastrukturausbau

Unsere Netzinfrastruktur sichert wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach schnelleren, flächendeckend verfügbaren Datendiensten. Deshalb bauen wir unsere Infrastruktur zügig weiter aus und erhöhen mit neuen, sicheren Technologien die Geschwindigkeit der Übertragung.

So bauen wir unsere Infrastruktur aus

Die weltweite Datenmenge wird 2020 zehnmal größer sein als noch 2013. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des amerikanischen IT-Unternehmens EMC. Statt 4,4 wären dann pro Jahr 44 Billionen Gigabyte in den Netzen unterwegs. Allein in Deutschland soll die Menge an digitalen Daten von derzeit 230 auf100 Milliarden Gigabyte steigen. Um dieses Volumen zu bewältigen, müssen die Netze stetig weiter ausgebaut werden.

In Deutschland sind wir seit Jahren der größte Investor in diesem Bereich und werden uns hier auch in Zukunft intensiv engagieren. Hierfür maßgeblich sind die Hauptziele unserer europaweiten integrierten Netzstrategie (INS): Wachstum, Effizienz und Qualität. Wir wollen unsere Netze stetig erweitern, die Effizienz unserer Anlagen erhöhen und unsere Führungsrolle bei der Netzqualität weiter ausbauen. Mit der INS unterstützen wir die Netzausbauziele der EU-Kommission und der Bundesregierung (Digitale Agenda und Breitbandstrategie).

Netzausbau auf vier Säulen
Die integrierte Netzstrategie (INS) der Telekom in Europa setzt auf die vier Säulen LTE img, Glasfaser img, VDSL-Vectoring img und Hybrid. In Deutschland bildet neben der Erweiterung des LTE-Mobilfunknetzes der Ausbau von Glasfaser in Verbindung mit VDSL-Vectoring-Technik kurz- und mittelfristig den Schwerpunkt der INS.

Integrierte Netzstrategie

Für die Umsetzung unserer INS in Deutschland haben wir zwei Ziele definiert, die wir bis 2018 erreichen wollen: 95 Prozent der Bevölkerung sollen LTE img nutzen können. Gleichzeitig soll der Ausbau des Glasfasernetzes so weit fortschreiten, dass wir imstande sind, rund 80 Prozent der Haushalte einen VDSL-Vectoring-Anschluss mit einer Bandbreite img von mindestens 50 Mbit/s img anzubieten. Dies gilt vorbehaltlich regulatorischer Änderungen.

Erneuerung der Netzarchitektur
Wir wollen unsere Netze schneller und effizienter machen. Hierfür werden wir sämtliche nicht mehr benötigten, auf analoger Netztechnik beruhenden PSTN (Public Switched Telephone Network)-Plattformen abschalten und bis zum Jahr 2018 das gesamte Telefonnetz auf IP-basierte Anschlüsse umstellen. Der Betrieb des Telekommunikationsnetzes der Telekom (Festnetz und Mobilfunk) in Deutschland wird durch die Umstellungen zum Jahr 2020 und weitere effizienzverbessernde Maßnahmen rund 40 Prozent weniger CO2-Emissionen verursachen als 2008. Einen wichtigen Beitrag zur Gesamtreduktion leistet der Umbau zur IP-Technologie, deren Energiebedarf im Vergleich zur bisher eingesetzten Netztechnik wesentlich geringer ist.

Um die Wünsche unserer Kunden nach einem schnellen Netz zu erfüllen, setzen wir bei der Erneuerung der Netzarchitektur zudem auf Glasfaser img. Durch den Einsatz der auf Glasfaser basierenden Technologie VDSL-Vectoring img wird die Datenübertragung auf bis zu 100 Mbit/s im Download beschleunigt, im Upload sogar auf bis zu 40 Mbit/s. Vectoring ist jedoch mit einem zusätzlichen Energiebedarf verbunden. Um ihn zu senken, arbeiten wir an Steuerungslösungen für einen energiesparenden Betrieb unserer Anlagen. Insgesamt ist die Kombination von IP-Technologie mit VDSL-Vectoring schon heute deutlich energieeffizienter als die herkömmliche PSTN-Technik.

Fortschritte

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Neuer Mobilfunk-Standard: Revolution statt Evolution der Netze

Der aktuelle Mobilfunk-Standard LTE img ist ein Standard der vierten Generation (4G). Seine Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgereizt. LTE entwickelt sich stetig weiter und kann so die Anforderungen von Privatkunden nach immer größeren Bandbreiten img gut erfüllen. Dennoch nimmt der Nachfolger des LTE-Standards, 5G, bereits Formen an. In der Telekommunikationsbranche wird derzeit eine intensive Diskussion darüber geführt, welche Bestandteile dieser neue Standard haben wird. Ziel ist es, sich auf eine global einheitliche Definition von 5G zu einigen. Viele Unternehmen teilen unsere Auffassung, dass die LTE-Technik der vierten Generation höchstwahrscheinlich Bestandteil eines künftigen 5G-Standards bleiben wird. Sie bildet quasi den Grundstein für dessen Leistungsfähigkeit. Damit werden wir auch in Zukunft die wachsenden Anforderungen von Privatkunden erfüllen können.

Aber 5G wird noch sehr viel mehr können: Die neuen Funktionen werden in erster Linie für die Industrie interessant sein. Denn damit werden neue Geschäftsmodelle möglich, die nach heutigen Maßstäben gar nicht denkbar sind: Dazu gehören innovative Lösungen für die Gesundheits- oder Automobilbranche. Alles in allem bietet die kommende Generation je nach Anwendungsfall eine000-fach höhere Kapazität, eine zehnmal höhere Geschwindigkeit, eine zehnmal geringere Reaktionszeit (sogenannte Latenzzeit) und 1,5-mal mehr Mobilität im Vergleich zu herkömmlicher Technik.

Die Entwicklungsschritte auf dem Weg zu 5G präsentierten wir unter anderem auf dem Mobile World Congress im Frühjahr 2016 in Barcelona: das weltweit erste voll funktionsfähige Ende-zu-Ende-5G-Netzwerk. Neben hohen Übertragungsgeschwindigkeiten wies das Modell minimale Latenzzeiten von weniger als einer Millisekunde auf. Im Vergleich: Bei LTE liegt die Verzögerung im besten Fall bei derzeit 40 Millisekunden.

 

Ausbau des Glasfasernetzes vorangetrieben

Mit mehr als 400 000 Kilometern Länge betreibt die Telekom bereits heute das größte Glasfasernetz in Europa. Die Nachfrage nach höheren Bandbreiten img im Netz steigt jedoch immer weiter an. Um unseren Geschäftserfolg langfristig zu sichern, bauen wir daher unser Glasfasernetz weiter aus. Unser Ziel: Bis zum Jahr 2018 wollen wir 80 Prozent der deutschen Bevölkerung mit mindestens 50 Mbit/s img versorgen – vorbehaltlich regulatorischer Änderungen.

Hierfür setzen wir sowohl auf die Technologie FTTC img „Fiber to the Curb“ (dt. etwa „Glasfaser img bis zum Bordstein“) als auch auf den FTTH-Ausbau („Fiber to the Home“). Bei dem FTTC-Ausbau wird die Glasfaser bis zu den sogenannten Kabelverzweigern (KVZ) ausgebaut, also zu den grauen Kästen am Straßenrand. Vor dort können wir dann unsere Kunden über bestehende Leitungen mittels VDSL-Vectoring img mit großen Bandbreiten versorgen. Bei FTTH img reicht die Glasfaserleitung schon bis in die Wohnung unserer Kunden.

  DSL img 16.000 FTTC mit VDSL-Vectoring FTTH
Download bis zu 16 Mbit/s bis zu 100 Mbit/s bis zu 200 Mbit/s
Upload bis zu 2,4 Mbit/s bis zu 40 Mbit/s bis zu 100 Mbit/s

 

Vectoring: Mehr Tempo im Netz

Durch Vectoring werden die elektromagnetischen Störungen ausgeglichen, die es zwischen den Kupferleitungen auf dem Weg in die Haushalte gibt. Das ermöglicht deutlich schnellere Datenübertragungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s. Die Technik dafür wird in den Kabelverzweigern installiert.

Weiterer Ausbau des LTE-Mobilfunknetzes

Der Ausbau der Mobilfunk-Technologie LTE img im Telekom-Netz ist 2016 europaweit weiter vorangeschritten. Ende 2016 lag die Netzabdeckung durchschnittlich bei 84 Prozent der Bevölkerung. Damit haben wir in den europäischen Landesgesellschaften unsere Ziele erreicht. In Deutschland lag die Netzabdeckung Ende 2016 bei knapp 92 Prozent der Bevölkerung – bis Ende 2018 wollen wir 95 Prozent erreichen. Etwa 75 Prozent aller Funkmasten in Europa sind derzeit mit LTE ausgerüstet. Dabei sind an fast jedem vierten LTE-Standort bereits zwei oder mehr Frequenzbänder img aktiv. Dies sorgt für größere Reichweiten und höhere Geschwindigkeiten.

Ein-Gigabit-Schallmauer durchbrochen
Gemeinsam mit dem Gerätehersteller Huawei haben wir 2016 erstmals die Ein-Gigabit-Schallmauer für mobile Datentransfers im LTE-Netz durchbrochen. Bei einer Livedemonstration in Berlin gelang die Premiere mit einer Übertragung von 1,22 Gigabit über das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom. Für den Test kam die aktuellste LTE-Advanced-Pro-Technologie zum Einsatz: Sie bündelt mindestens drei Frequenzbänder und erreicht so hohe Geschwindigkeiten.

Schneller Internet-Zugang an Bord

Die Deutsche Telekom und Inmarsat wollen Fluggästen in Europa künftig einen noch besseren Internet-Zugang an Bord von Flugzeugen bieten. Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft etablieren die Unternehmen derzeit das European Aviation Network (EAN).

2016 haben wir die ersten LTE-Standorte in England installiert. Insgesamt sollen rund 300 neue LTE-Basisstationen in Europa für das EAN eingerichtet werden.

Im November 2016 fand der erste erfolgreiche Testflug in Großbritannien statt: Bei zahlreichen Übergängen zwischen den Mobilfunk-Stationen blieben die Verbindungen stets stabil. Dieses Ergebnis hat die Erwartungen übertroffen und wertvolle Daten für die Entwicklungsteams geliefert.

Nach dem laufenden Testflugprogramm wird das EAN ab Mitte 2017 verfügbar sein.

Paneuropäisches Netz (Pan-Net) nimmt Gestalt an

Bislang haben die europäischen Landesgesellschaften jeweils eigene Infrastrukturen betrieben und ihre Dienste eigenständig entwickelt. Die Umstellung auf IP-Technologie – die bis 2018 abgeschlossen sein soll – ermöglicht es hingegen, gemeinsam neue Dienste zu entwickeln und diese über Landesgrenzen hinweg zu teilen. Mit dem Aufbau eines paneuropäischen Netzes wollen wir dieses Potenzial ausschöpfen.

Im paneuropäischen Netz sollen künftig einzelne Dienste wie SMS, Voicemail oder E-Mail in Form von „Produktbausteinen“ für alle Länder bereitgestellt werden. Die Basis dafür schafft unsere Pan-Net Cloud. Jede Landesgesellschaft kann die Bausteine so für sich zusammenstellen, dass sich ein passendes Angebot für ihren lokalen Markt und ihre Kundenbedürfnisse ergibt. Außerdem können wir so neue Lösungen innerhalb weniger Tage in ganz Europa anbieten.

2016 haben wir in Ungarn die erste „Produktionsstätte“ für solche Dienste im paneuropäischen Netz in Betrieb genommen. Der Standort bildet damit den ersten Eckpfeiler unseres paneuropäischen Netzes. Für das Management und die Steuerung der neuen Infrastruktur haben wir bereits 2015 eine eigene Gesellschaft gegründet: „Deutsche Telekom Pan-Net“ in der Slowakei. 2017 wollen wir zwei weitere Standorte in Polen und Griechenland aufbauen.

Umstellung auf IP-Technologie schreitet voran

Wir arbeiten daran, unser Telefonnetz auf IP-basierte Anschlüsse umzustellen. Die Umstellung soll in Deutschland bis 2018 abgeschlossen sein. Mit der IP-Technologie werden Telefongespräche nicht mehr analog oder über ISDN-Technik übertragen, sondern in Form von Datenpaketen − so, wie es im Internet und im Mobilfunk schon lange Standard ist. Der Energiebedarf der IP-Technologie ist im Vergleich zur bisher eingesetzten Netztechnik wesentlich geringer. Daher trägt der Umbau dazu bei, unsere CO2-Emissionen zu senken.

Ende 2016 haben wir in Deutschland einen wichtigen Meilenstein erreicht und die Hälfte unserer Anschlüsse – rund zwölf Millionen – auf IP img umgestellt. Nachdem der Schwerpunkt lange Zeit darauf lag, die Anschlüsse von Privatkunden umzustellen, rücken seit 2016 zunehmend auch unsere Geschäftskunden in den Fokus. Von bundesweit etwa 3,5 Millionen Geschäftskundenanschlüssen waren Ende des Jahres über eine Million auf IP umgestellt.

Auch in den übrigen EU-Ländern bauten wir den Anteil der IP-Anschlüsse weiter aus. Kroatien, Montenegro, die EJR Mazedonien und die Slowakei sind bereits zu 100 Prozent auf IP umgestellt. Ungarn folgt Mitte 2017. In Griechenland und Rumänien soll die Umstellung wie in Deutschland bis 2018 abgeschlossen sein.

Mobilfunknetz in Deutschland ausgezeichnet

Connect Festnetztest (08/2016): Testsieger
Als einziger bundesweiter Anbieter erhielten wir im August 2016 beim Festnetztest der deutschen Fachzeitschrift „Connect“ die Gesamtnote „sehr gut“. Ob Telefonie, Internet oder Internet-Fernsehen – in allen Bereichen konnte wir uns gegen die Wettbewerber behaupten.
CHIP Handy-Netztest (1/2017): Erster Platz
Wir haben den Mobilfunknetz-Test der Fachzeitschrift „Chip“ nicht nur in der Kategorie „Netzqualität gesamt“, sondern auch in der Kategorie „Netzqualität LTE“ gewonnen. Besonders die Netzverfügbarkeit von 95 Prozent beeindruckte die Tester. Nur bei 5 Prozent der Messungen gab es kein Netz.
Connect Mobilfunknetztest (1/2017): Erneut auf Platz 1
Bereits zum sechsten Mal in Folge haben wir den Mobilfunknetztest der Fachzeitschrift „Connect“ gewonnen. In dem Test, bestehend aus den Kategorien Sprache und Daten, erhielten wir als einziges Unternehmen die Note „sehr gut“.