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Corporate Responsibility Bericht 2016

Energieeffizienz

Unsere Netzinfrastruktur bildet die Grundlage für unsere Produkte und Dienste. Zugleich ist ihr Betrieb aber auch Hauptverursacher unseres Energieverbrauchs. Zentraler Bestandteil unseres Klimaschutzziels ist es daher, durch mehr Energieeffizienz im Netzbetrieb Strom zu sparen. Für das Festnetz, den Mobilfunk und unsere Rechenzentren verfolgen wir dabei unterschiedliche Ansätze. Im Bereich unserer Netze ersetzen wir unter anderem alte Technik durch neue, beispielsweise mit der Umstellung auf IP im Festnetz. Den Fortschritt der Umstellung kontrollieren wir durch einen jährlichen Abgleich der Energieverbräuche und der damit verbundenen CO2-Emissionen mit den Planwerten. Im Bereich unserer Rechenzentren bündeln wir den Datenverkehr in wenigen, besonders effizienten Rechenzentren.

So betreiben wir energieeffiziente Netze

In Europa und den USA betreiben wir eigene Fest- beziehungsweise Mobilfunknetze. Der größte Anteil unseres Energiebedarfs geht auf den Betrieb der Netzinfrastruktur zurück. Im Interesse unserer Kunden steigern wir laufend die Kapazität und Leistung unserer Netze, um wachsende Datenmengen zu bewältigen und die Geschwindigkeit und Qualität der Datenübertragung zu verbessern. Gleichzeitig steigt dadurch jedoch auch der Energiebedarf. Um diesen zu reduzieren, verfolgen wir drei Ansätze:

  • Wir modernisieren unsere Netzinfrastruktur: Dazu stellen wir unter anderem auf IP-Technologie um, montieren hocheffiziente Klimageräte  und bauen nicht mehr benötigte Technik konsequent ab.
  • Wir optimieren die Bereitstellung und Umwandlung von Energie mithilfe von technischen Innovationen.
  • Wir nutzen energieeffizientere Technik zur Beleuchtung, Überwachung und vor allem Kühlung unserer Anlagen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei unser interner Energiedienstleister Power & Air Solutions, der Energie für die deutschen Konzerngesellschaften bereitstellt. Das Energiemanagement der Power & Air Solutions ist seit 2013 nach ISO 50001 zertifiziert.

Messung und Steuerung des Energiebedarfs
Eine wichtige Kennzahl zur Steuerung unserer Klimaschutzmaßnahmen ist der jährlich erhobene PUE-Wert img (Power Usage Effectiveness img). Den PUE-Wert für den Betrieb unseres Festnetzes in Deutschland wollen wir bis 2020 auf 1,4 senken. Für die nächsten Jahre prognostizieren wir einen weiteren Rückgang des Werts und sind zuversichtlich, das Ziel zu erreichen. So können wir den durch wachsende Datenmengen und neue Leistungsmerkmale zunehmenden Energiebedarf der Anlagen zum Teil kompensieren.

Forschung zu effizienten Netztechnologien
2016 konnten wir das Forschungsprojekt EARNI erfolgreich abschließen. Ziel des Projekts war es, die Netzauslastung und Energieeffizienz durch den Einsatz von sogenannter Mehrzwecktechnologie zu verbessern.

Andreas Kröhling

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Andreas Kröhling

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Fortschritte

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Energieeffizientes Rechenzentrum in Biere erweitert

Unser Rechenzentrum in Biere (bei Magdeburg) wurde 2014 in Betrieb genommen und zählt zu den effizientesten Rechenzentren weltweit. Da die Nachfrage nach Cloud-Diensten „Made in Germany“ steigt, bauen wir es derzeit aus: Die Serverkapazität wird um 150 Prozent erweitert. Der Grundstein für die Erweiterung wurde im September 2016 gelegt, die Inbetriebnahme von Biere 2 erfolgt im zweiten Quartal 2018.

Biere setzt Maßstäbe

Weniger CO2-Verbrauch in Rechenzentren in Deutschland

Auch bei dem Betrieb und der Planung unserer Rechenzentren (RZ) verfolgen wir das Ziel, unsere CO2-Emissionen zu reduzieren. T-Systems geht dabei in zwei Stufen vor: Zunächst steht die Optimierung des Energieverbrauchs der einzelnen RZ-Standorte im Vordergrund, anschließend die übergeordnete Verbesserung von Prozessen über die weltweite RZ-Landschaft hinweg.

Zentraler Indikator für Effizienzsteigerung in unseren Rechenzentren ist der sogenannte PUE-Wert img. Zwischen 2008 und 2016 konnte der durchschnittliche PUE-Wert der deutschen T-Systems-Rechenzentren von 1,85 auf 1,54 gesenkt werden (1,63 im Jahr 2015). Grund für den Rückgang ist die laufende Konsolidierung von Rechenzentren. Applikationen aus weniger energieeffizienten Rechenzentren werden in neue, hocheffiziente Rechenzentren überführt.

Die Rechenzentren werden energieeffizienter

Seit 2013 läuft das Programm „DC11@2018“ zur Verbesserung von Prozessen über die weltweite RZ-Landschaft hinweg. Dabei wird die sogenannte physikalische Konsolidierung der Rechenzentren (also die Reduktion der RZ-Flächen und -Standorte) mit logischen Konsolidierungen (also der Virtualisierung img von RZ-Infrastruktur) verknüpft. Das Programm „DC11@2018“ hat zum Ziel, weltweit Rechenzentrums-Kapazität in sogenannten FMO-Rechenzentren (Future Mode of Operation) mit neuester IT-Technologie zusammenzuführen. 2016 haben wir alle dafür vorgesehenen Schritte erfolgreich umgesetzt.

Nach Abschluss des Programms Ende 2018/Anfang 2019 wird in allen FMO-Rechenzentren ein gemittelter PUE-Wert von 1,4 angestrebt. Voraussetzung für die Zielerfüllung ist eine homogene IT-Landschaft in Verbindung mit einer optimalen Auslastung der RZ-Infrastruktur, der IT-Hardware und der auf den Systemen eingesetzten Software. Wir erwarten dadurch weitere deutliche Reduktionen der CO2-Emissionen. Aktuelle Planungen des Programms sehen für das Jahr 2020 eine kumulierte CO2-Reduktion von bis zu 51 Prozent gegenüber 2012 vor.

Für unser hocheffizientes Rechenzentrum in Biere haben wir uns einen PUE-Zielwert von 1,3 gesetzt. Durch die Verlagerung der Daten von alten Rechenzentren nach Biere konnten wir bis Ende 2016 einen PUE-Wert von 1,46 erreichen. Wir gehen davon aus, dass Ende 2017 der PUE-Wert von 1,3 in Biere erreicht wird.

Umweltfreundliche Rechenzentren in Österreich

Der Betrieb von Rechenzentren ist sehr energieintensiv. T-Systems Austria legt deshalb großen Wert darauf, seine Rechenzentren so umweltfreundlich wie möglich zu betreiben. In unseren Rechenzentren in Gmünd, Linz und Wien setzen wir auf Ressourcen, die die gleiche Menge CO2 aufnehmen, die bei der Produktion der erforderlichen Energie freigesetzt wird. Der Betrieb der Rechenzentren ist daher vollständig klimaneutral.

Wir engagieren uns auch aktiv für eine Senkung des Energieverbrauchs. In den Serverschränken setzen wir eine möglichst effiziente Technik zur Temperaturregelung ein und sparen dadurch Energie. 2016 konnten wir unseren Gesamtenergieverbrauch um 367 624 kWh reduzieren. Das entspricht im Jahresvergleich einer Einsparung von 63 Prozent.

Auch bei unseren Feuerlöschern achten wir auf Umweltschutzkriterien. In unserem Rechenzentrum in Wien gibt es 168 Feuerlöscher, die mit einer Mischung aus Stickstoff, Argon und Kohlendioxid gefüllt sind. Das Löschmittel ist unschädlich für Menschen, hinterlässt keine Rückstände und ist zu 100 Prozent umweltneutral.

Bürogebäude und Rechenzentren werden umweltfreundlicher

Seit 2016 werden unsere Bürogebäude in Vianen zu hundert Prozent mit Ökostrom versorgt. Für unsere Büros in Heerlen und Den Haag sind wir noch in der Verhandlungsphase. Die übrigen Mieter im Gebäude müssen der Ökostromversorgung ebenfalls zustimmen.

Bei unseren Rechenzentren konnten wir 2016 Nutzfläche und Energieverbrauch deutlich reduzieren (um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Dies gelang uns durch Modernisierungsmaßnahmen, Außerbetriebnahme veralteter Geräte und die Konsolidierung der Rechenzentren.

Neue Maßnahmen für effizientere Netze

2016 haben wir die folgenden Projekte angestoßen, um unseren Stromverbrauch zu senken und die Energieeffizienz unserer Infrastruktur zu verbessern:

Weiterentwicklung des Energie-Dashboards
Mit dem Energie Dashboard, einer webbasierten Applikation überwachen wir unter anderem den Energieverbrauch unserer Festnetzknoten. 2016 wurde die App img mit neuen Funktionen erweitert. Gespeicherte Daten lassen sich nun besser auswerten. Zudem haben wir die Benutzeroberfläche weiterentwickelt, um externe Daten einfacher einzulesen.

Neue Zwischenzähler helfen Strom zu sparen
Im Berichtsjahr haben wir circa500 geeichte Zwischenzähler in unseren Büros und an Technikstandorten eingeführt. So lassen sich verbrauchsintensive Geräte aufdecken und weitere Einsparpotenziale in unseren Gebäuden identifizieren.

Erfolgreicher Pilottest für energiesparende Klimatisierung
In Nürnberg testen wir eine innovative Regelungstechnik für das Kühlsystem unserer Server. Dabei wird die Raumtemperatur an mehreren Sensoren direkt am Server erfasst. Das Ergebnis: 15 Prozent weniger Stromverbrauch, da vorhandene Klimageräte effizienter angesteuert werden. 2017 wollen wir den Test fortsetzen, um das Einsparpotenzial für den Echtbetrieb abzuschätzen.

Forschungsprojekt zu energieeffizienten Netzen abgeschlossen

Unsere Netze werden kontinuierlich ausgebaut und optimiert, um Dienste bedarfsgerecht und energieeffizient anbieten zu können. Dabei kommt – wenn es technisch möglich ist – zunehmend Systemtechnik zum Einsatz, die auf Mehrzweck-Hardware img beruht. 2015 haben wir gemeinsam mit Alcatel-Lucent und dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut das Projekt „Energy-Aware Network Infrastructure“ (kurz EARNI) ins Leben gerufen. Ziel des Projekts war es, zu untersuchen, ob sich der Einsatz neuer Mehrzwecksysteme img positiv auf die Energieeffizienz der Netze auswirken kann.

EARNI

Dazu haben wir den Energiebedarf anhand eines konkreten Anwendungsfalls aus der Praxis berechnet und mit der herkömmlichen Technik verglichen. Die finalen Ergebnisse zeigen, dass bei sorgfältiger Planung und Netzgestaltung Mehrzwecksysteme dank der höheren Auslastung eine verbesserte Energieeffizienz gegenüber herkömmlicher Netztechnik erreichen. Zudem lässt das System einen lastadaptiven Betrieb zu.

Mehrzweck-Hardware ermöglicht zudem die Einbindung von Controllern zur Steuerung dezentraler Energieversorgungssysteme. So können Blockheizkraftwerke img (BHKW img) und Photovoltaikanlagen (PV) zur Stromversorgung des Telekommunikationsnetzes genutzt werden. Deren Steuerung kann auf derselben Hardware betrieben werden wie die Netztechnik. Auch dazu wurde im Projekt EARNI ein Anwendungsfall untersucht.

Die Grundlage für die Arbeit im Projekt EARNI bildeten die Vorgängerprojekte LOLA und DESI, die sich mit Betriebskonzepten für den lastadaptiven Netzbetrieb beschäftigt haben.

Die Ergebnisse des Projekts wurden 2016 auf den Veranstaltungen Electronics Goes Green 2016+ in Berlin sowie der European Conference on Optical Communication (ECOC) in Düsseldorf vorgestellt. Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

Energieeffizienz in Gebäuden

Das Energiemanagement unserer Gebäude unterteilt sich in die Schwerpunkte „Heizenergie“ und „Stromverbrauch“. Für beide Bereiche haben wir Teilziele definiert, mit denen wir einen Beitrag dazu leisten, unser Klimaziel in Deutschland zu erreichen. Zweimal jährlich messen wir unsere Fortschritte auf dem Weg dorthin.

Bei der Realisierung der Teilziele verfolgen wir zwei Ansätze: Zum einen reduzieren wir unsere Bürofläche im Rahmen von Personalabbaumaßnahmen und optimieren die Flächenauslastung durch neue Bürokonzepte. Darüber hinaus ermitteln wir Handlungsbedarf für Energieeinsparungen, indem wir ähnliche Objekte anhand von Kennzahlen wie „Kilowattstunden pro Quadratmeter“, „Energieverbrauch um Mitternacht“ oder „Spitzenlast“ miteinander vergleichen. Das Energiemanagementsystem liegt in der Verantwortung der Power & Air Solutions und ist nach der internationalen Norm ISO 50001 zertifiziert.

Heizung und Warmwasser
Pro Jahr nutzen wir deutschlandweit circa 522 GWh an Wärmeenergie, die vorwiegend durch die Verbrennung von Gas und Heizöl erzeugt wird oder aus Fernwärme stammt. Dies entspricht der Energiemenge, die nötig ist, um etwa 100 000 Neubauwohnungen mit Heizung und Warmwasser zu versorgen. Um unseren Verbrauch zu senken, ermitteln wir regelmäßig den Instandsetzungsbedarf unserer Immobilien und führen Wirtschaftlichkeitsanalysen durch. Im Rahmen des verfügbaren Budgets konzentrieren wir uns auf die notwendigen und besonders wirtschaftlichen Maßnahmen, unter anderem:

  • Optimierung der Heizzentralen
  • Heizungssanierung aufgrund der Energieeinsparverordnung
  • Erneuerung der Heizanlagen und Pumpen mithilfe der Brennwerttechnik
  • Wärmerückgewinnung aus der Abwärme von Rechenzentren
  • Einsatz von Blockheizkraftwerken

Die allgemeine Verantwortung für die Messungen, Analysen und darauf basierenden Maßnahmen liegt bei unserem Gebäudemanagement.

Elektrizität
Den größten Anteil am Stromverbrauch unserer Gebäude haben die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter sowie die Beleuchtung und die Haustechnik mit Pumpen, Lüftung, Kältetechnik und Aufzügen. Die Schwerpunkte unserer Einsparmaßnahmen setzen wir in folgenden Bereichen:

  • Einsatz von LED-Beleuchtung und Bewegungsmeldern in Tiefgaragen und Fluren
  • Einsatz moderner Pumpen und Ventilatoren
  • Ausschalten von Haustechnik außerhalb der Nutzungszeiten

2014 und 2015 haben wir umfassende energetische Inspektionen an unseren Standorten durchgeführt. Im Berichtsjahr haben wir auf dieser Basis energiereduzierende Maßnahmen umgesetzt. Beispielsweise werden seit 2016 unsere Lüftungsanlagen mit effizienteren Motoren betrieben.

Energiestrategie T-Mobile USA

Vertreter aus den Bereichen Vertrieb, betriebliches Immobilienmanagement, ausfallkritische Anlagen, Netztechnik, Einkauf und Nachhaltigkeit, die gemeinsam das "Team Energie" bilden, treffen sich mehrmals im Jahr, um unternehmensweit ein größeres Bewusstsein für Energieeffizienz zu schaffen.  In diesem Jahr wurde durch Energie-Audits img eine Ersparnis von 43 000 MWh erreicht. 

Ein Konzept für den Einsatz erneuerbarer Energien wurde 2016 entwickelt. Es legt kurzfristige Ziele fest und enthält Richtlinien zur Umsetzung dieser Vorgaben. In Zusammenarbeit mit Organisationen, die im Bereich Nachhaltigkeit eine führende Rolle spielen, will das Team die auf wissenschaftlicher Basis festgelegten Ziele evaluieren und auch auf längerfristige Ziele hinarbeiten.

T-Mobile hat 2016 auch seinen ersten Carbon-Disclosure-Bericht veröffentlicht. Außerdem haben wir eine Analyseplattform fertiggestellt, auf der die Energieintensität pro Mobilfunksender erfasst wird. Die Analysefunktion wurde in die bestehende Messplattform integriert, die auf lokaler/regionaler Ebene genutzt wird, um die Energieeffizienz trotz des steigenden Datenvolumens unserer Kunden zu verbessern. Kurzfristige Projekte wie der Einsatz von LED-Leuchtmitteln und die Modernisierung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen wurden intensiviert. Die Energieeffizienz wurde außerdem als fester Bestandteil in den Anforderungen an neue bzw. erweiterte Büro- und Verkaufsflächen an allen Standorten von T-Mobile USA verankert.

Unternehmensweite Energiesparinitiative

2016 führte T-Systems Mexico verschiedene Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs fort. Unter anderem wurde dabei unser Telefonsystem erneuert. Alle Maßnahmen, die bereits im Jahr zuvor eingeleitet wurden, wurden weitergeführt. Dazu gehörte z.B. die Überwachung von Klimaanlagen, um den Stromverbrauch zu Spitzenzeiten zu reduzieren, und die Installation von  Bewegungsmeldern in den Büros zur individuellen Steuerung der Klimatisierung. Die Klimaanlage schaltet sich ab, wenn niemand im Raum ist. Außerdem wurden herkömmliche Leuchtmittel durch LED-Lampen ersetzt. Insgesamt konnte der Energieverbrauch im Jahr 2016 durch diese Maßnahmen um 14,38 Prozent gesenkt werden.