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Corporate Responsibility Bericht 2016

Umsetzung fördern

Wir wollen Menschen dazu motivieren, kreative digitale Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu finden. Dazu leisten wir konkrete Hilfestellung und erleichtern die Umsetzung ihrer Ideen. Unter anderem engagieren wir uns im Verein „Deutschland sicher im Netz“ und fördern gemeinsam mit der „Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO)“ Medienkompetenzprojekte für Senioren. Außerdem unterstützen wir die Entwicklung innovativer Lösungen, beispielsweise neuer Apps, und entwickeln eigene nachhaltige Produkte und Dienste. Wir wollen in Zeiten der Digitalisierung ein vertrauenswürdiger Partner sein und nehmen deshalb Anregungen auf, die an uns herangetragen werden. Über unseren Stakeholder-Dialog ermöglichen wir Teilnehmern, unsere Nachhaltigkeitsthemen nach ihrer Bedeutung zu gewichten und unsere Leistung in den jeweiligen Bereichen zu bewerten.

Fortschritte

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Engagement bei „Deutschland sicher im Netz“ und „BAGSO“

Der Verein Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) richtet sich seit zehn Jahren als zentrale Anlaufstelle für IT-Sicherheit und Datenschutz an Verbraucher und kleinere Unternehmen. Als Mitglied des Vereins engagieren wir uns beispielsweise für den Jugendwettbewerb myDigitalWorld und für die Workshopreihe IT-Sicherheit@Mittelstand. Wir beteiligen uns außerdem am Projekt „Digitale Nachbarschaft“, das Menschen zu ehrenamtlichen Botschaftern ausbildet, die ihr IT-Wissen an ihr Umfeld weitergeben. „Digitale Nachbarschaft“ wurde im Juni 2016 im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ als „Ausgezeichneter Ort“ geehrt. Thomas Kremer, Vorstand für Datenschutz, Recht und Compliance der Telekom, ist Vorsitzender des DsiN.

Gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, BAGSO, fördern wir die Medienkompetenz älterer Menschen. Als Partner unterstützen wir den Goldenen Internetpreis 2016 der BAGSO. Er zeichnet Menschen ab 60 aus, die das Internet kompetent nutzen und andere dabei begleiten, in die Online-Welt einzusteigen. Als Beiratsmitglied engagieren wir uns zudem für den Digital-Kompass, ein gemeinsames Projekt von BAGSO und DsiN. Der Digital-Kompass ist eine Plattform für alle, die ältere Menschen im und ins Internet begleiten.

Innovative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen

Technologie kann einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen leisten. Im Berichtszeitraum haben wir deshalb die Entwicklung verschiedener digitaler Lösungen und Bildungsangebote unterstützt:

Spielen gegen das Vergessen: Die App img „Sea Hero Quest“
Die Telekom-Initiative „Game for Good“ ermöglicht mit dem mobilen Spiel „Sea Hero Quest“ die weltweit größte Grundlagenstudie in der Demenzforschung. Ziel der Studie ist es, dabei zu helfen, Anzeichen von Demenz frühzeitig zu entdecken und Aufschluss über die Wirksamkeit von Therapien an Patienten zu bekommen. Eine der ersten Auswirkungen von Demenz ist der Verlust des räumlichen Orientierungsvermögens. Dazu liegen Forschern Daten von Erkrankten vor, aber kaum Vergleichsdaten von gesunden Menschen. „Sea Hero Quest“ sammelt daher anonyme Daten über das Orientierungsverhalten der Spieler. Zusätzlich können Spieler zum Beispiel Angaben zu Alter, Geschlecht und Herkunftsland machen und so einen größeren Beitrag zur Demenzforschung leisten. Die Daten helfen den Wissenschaftlern zu verstehen, was genau sich bei einer beginnenden Demenz verschlechtert. Alle Daten werden zweimal pro Sekunde übermittelt, in unserem hochsicheren Rechenzentrum in Deutschland gespeichert und dann den Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt.

Bisher haben bereits über 2,7 Millionen Menschen „Sea Hero Quest“ gespielt und so einen Beitrag zur Demenzforschung geleistet. 13 der europäischen Landesgesellschaften haben das „Spiel gegen das Vergessen“ mit Kommunikationsmaßnahmen, Werbung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt und zu seinem Erfolg beigetragen. Erstmals gibt es nun Normdaten zur räumlichen Orientierung von gesunden Menschen aller Altersgruppen. Diese Normdaten gelten als zentraler Schritt für die Entwicklung neuer Verfahren zur frühzeitigen Diagnose von Demenz.

Freiwilliges Soziales Jahr Digital: Zweiter Jahrgang gestartet
Im Berichtszeitraum startete das Pilotprojekt „Freiwilliges Soziales Jahr Digital“ (FSJ Digital) in Halle, Sachsen-Anhalt, in das zweite Jahr. Medienaffine Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren können im FSJ Digital gemeinnützige Einrichtungen – wie Altenpflege- und Behinderteneinrichtungen, Kitas, Horte oder Kliniken – bei digitalen Projekten und bei der Anwendung neuer Medien unterstützen. Die Freiwilligen werden während ihres gesamten Dienstes medienpädagogisch begleitet. In Sachsen-Anhalt wird das Konzept in 25 Einrichtungen erprobt. Angeboten wird eine große Bandbreite img an Aktionen, vom digitalen Geschichtenerzählen bis zur Gestaltung barrierefreier Webinhalte. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert und von der Deutschen Telekom sowie der NrEins.de AG unterstützt. Nach Abschluss des zweiten Jahrgangs soll das Projekt evaluiert werden.

Sicher und schnell bei Sportunfällen reagieren – Die „GET“-App
2016 haben wir uns an der Entwicklung der GET-App beteiligt. „GET“ steht für „Gehirn Erschüttert? TestApp!“. So heißt das interaktive Tool, mit dem Sportler nach einem Sturz oder Zusammenprall testen können, ob sie von einer Gehirnerschütterung betroffen sind. Innerhalb von drei bis vier Minuten kann mit der App festgestellt werden, ob ein Verdacht auf Gehirnerschütterung vorliegt. Neben Informationen zur Gehirnerschütterung selbst können die Nutzer einen schnellen Test durchführen und die Reaktionsfähigkeit und Augenfunktion überprüfen. Herausgegeben wurde die App von der Initiative „Schütz Deinen Kopf!“ der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung.

„MyShake“-App mach Smartphones zum Erdbeben-Frühwarnsystem
Gemeinsam mit der Telekom arbeiten Forscher der US-Universität Berkeley an einem Erdbeben-Frühwarnsystem, das auf Smartphones basiert. Die Grundidee: Über einen Beschleunigungssensor des Smartphones werden Erschütterungen ausgelesen. Wenn die Daten dem Schwingungsprofil eines Erdbebens entsprechen, meldet die „MyShake“-App Zeitpunkt, Ort und gemessene Stärke der Erschütterung an die seismologische Abteilung der Berkeley-Universität zur weiteren Analyse. Ein Erdbeben wird bestätigt, wenn mindestens vier Telefone entsprechende Erschütterungen registrieren. Derzeit werden weitere „MyShake“-App-Nutzer gesucht, um auf ein dichteres Netzwerk zur Bebenermittlung zugreifen zu können. Nach einer einjährigen Testphase sollen auch Erdbebenwarnungen an die Nutzer versandt werden.

„Shared Heartbeat“
Die App Shared Heartbeat ist ein Gemeinschaftsprojekt von  Magyar Telekom und Isobar Budapest, das im April 2016 startete. Mit dieser App können Neugeborene den Herzschlag ihrer Mutter hören. Der Herzschlag der Mutter ist ein zentraler Faktor im Leben eines Säuglings, doch sobald das Baby geboren ist, wächst die Distanz. Wir wollen Menschen mithilfe von Technologie auf eine bisher unvorstellbare Weise miteinander verbinden und so natürliche Bindungen verstärken.

„Cheering Heart“
Mithilfe der App „Cheering Heart“ konnten alle Ungarn unseren Athleten und Teams bei den olympischen Spielen zujubeln und sie zu Höchstleistungen motivieren. Die Athleten erhielten ein Herz, das vibrierte und aufleuchtete, wenn jemand ihnen einen elektronischen Herzschlag schickte. Das zeigte ihnen, dass viele Menschen zu Hause in Gedanken mit ihnen verbunden waren. Der Herzschlag kann auf verschiedene Art und Weise geschickt werden: als Nachricht über #egyekvagyunk, per Button auf der Internetseite egyekvagyunk.hu oder durch eine Bewegung des Smartphones. Die Herzen wurden bei den olympischen Spielen, den paralympischen Spielen und bei anderen sportlichen Großereignissen eingesetzt. Bisher wurden mehr als  2 Mio. Herzschläge an Sportler verschickt.

Diese App ist Teil unseres Engagements in der Sportförderung. 2016 waren wir Sponsor des ungarischen Teams bei den olympischen und  paralympischen Spielen, ebenso Sponsor des Handballteams Telekom Veszprém.

Navigationshilfe für Sehbehinderte
Als Unternehmen mit sozialer Verantwortung möchte T-Mobile Czech Republic sehbehinderten Menschen helfen. Zusammen mit der Technischen Universität Tschechien haben wir eine besondere Navigationshilfe für Blinde entwickelt. Globale Navigationssatellitensysteme (GNSS) in Kombination mit Mobilfunkdatennetzen bilden die Grundlage für eine der modernsten Orientierungshilfen für sehbehinderte Menschen. T-Mobile Czech Republic unterstützt die Entwicklung dieser Navigationslösung durch Bereitstellung von 3G- und 4G-Konnektivität, SIM-Karten und Modems. Der neu entwickelte Navigations-Stick für Blinde wird mit einem Smartphone und mit der Navigationszentrale verbunden. Mithilfe einer 2G- bis 4G-App lassen sich über den Service Navigationsdaten, Sprache und Bilder übertragen. Innerhalb von Gebäuden, wo GNSS nicht funktioniert, kann eine Kamera zur Orientierung genutzt werden. Die Anwendung ist derzeit in der letzten Testphase und soll 2017 auf den Markt kommen.  Für Blinde, die eine Schulung zur Nutzung des Sticks erhalten haben, werden wir die Technik zu einem Sondertarif anbieten.

Martina Schwebe-Eckstein

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Digitale Schulen in Rumänien

Im Rahmen einer Partnerschaft mit Cisco und Webhit stellt Telekom Romania moderne Technik für kompetenzorientiertes Lernen in 36 Schulen in ganz Rumänien bereit. Das Programm beinhaltet verschiedene Ressourcen vom digitalen Lernen bis hin zum Live-Unterricht in virtuellen Telepresence-Konferenzen. Insgesamt 10 000 Schüler haben Zugang zu diesem Programm. In 20 der 36 vernetzten Schulen wurden Telepresence-Räume eingerichtet, sodass Schüler auch an Unterrichtsstunden anderer Schulen teilnehmen können. Die Kinder können in Echtzeit dem Unterricht folgen und Aufgaben bearbeiten. Außerdem wird der Unterricht aufgezeichnet und den Schülern auf einer eigens dafür eingerichteten Plattform zur Verfügung gestellt. In den anderen Schulen ersetzt eine Softwareanwendung die Telepresence-Räume, sodass auch Schüler in entlegeneren Gebieten Zugang zu den digitalen Lerninhalten haben und gleichzeitig zu Lehrern in größeren Städten Kontakt aufnehmen können. Der Erfolg des Programms ist messbar: Die teilnehmenden Schulen verzeichneten eine signifikant gestiegene Teilnahme und gleichzeitig eine deutliche Verbesserung der Leistungen und der Wettbewerbsfähigkeit der Schüler.

Ein elektronischer Schulkatalog unterstützt die Digitalisierung der rumänischen Schulen. Das Digitalpaket umfasst ein Tablet, einen Internetanschluss sowie den Zugang zu einer Bildungsplattform. Auf diese Weise können Schulen effizienter organisiert und die Unterrichtsqualität verbessert werden. Außerdem wird der Kontakt zwischen Lehrern, Schülern und Eltern erleichtert. Die beteiligten Schulen stellten fest, dass sich nach Einführung der Plattform die Fehlzeiten um bis zu 63 Prozent reduziert und die Prüfungsergebnisse verbessert haben.

"Connected Kids“

Digitale Kompetenz wird zunehmend zu einer Basiskompetenz, um gleichberechtigt an allen Gesellschaftsbereichen teilhaben zu können. Mit dem Projekt „Connected Kids" will T-Mobile Austria Schülern, Eltern und Lehrern die vielfältigen Möglichkeiten des mobilen Internets für den Wissenserwerb bewusst machen. Auch soll der Einsatz digitaler Medien in den Schulen vorangebracht werden. Das Thema der Initiative „Connected Kids“ in diesem Jahr lautete „Bildung 4.0 – umgedrehter Unterricht“. Ziel der Aktion war es, Lehrer, Eltern und Mitarbeiter mit neuen Lernformaten vertraut zu machen, die zu der derzeitigen Transformation unserer Gesellschaft hin zu einer digitalen, automatisierten und vernetzten Gesellschaft passen.

879 Schüler in 372 teilnehmenden Schulen sowie 434 Lehrer haben seit dem Start des Projekts im Jahr 2013 bereits das digitale Lernen im vernetzten Klassenzimmer erprobt. Mit Lernmaterial und technischer Unterstützung von T-Mobile Austria können die Schüler ausprobieren, welchen Nutzen mobile Kommunikation im Unterricht bietet.

Die Erfahrungen mit der Verwendung digitaler Medien in Schule und Familie im Rahmen des vernetzten Klassenzimmers werden auch der Öffentlichkeit in Form eines eigenen "Connected Kids"-Blogs zur Verfügung gestellt.

Langfristig soll das Projekt die Schüler dazu anregen, ihr Wissen auch außerhalb der traditionellen Bildungseinrichtungen weiterzugeben.

Programmier-Workshops für Kids

Programmieren wird häufig als eine sehr ernste Angelegenheit betrachtet und mit komplexer und mühsamer Arbeit gleichgesetzt. Programmiersprachen unterscheiden sich jedoch aus der Sicht von IT-Experten nicht so sehr von der Sprache, die wir jeden Tag benutzen. Deshalb versuchen Tausende von Freiwilligen während der EU Code Week, Anfänger mit den Grundlagen des Programmierens vertraut zu machen.

In diesem Jahr wurde die EU Code Week im Auftrag des polnischen Ministeriums für Digitalisierung von der Stiftung CoderDojo koordiniert. T-Mobile Poland nutzte die Gelegenheit, sich einzubringen und die Stiftung zu unterstützen.

Vom 15. bis 23. Oktober 2016 beteiligten sich Kinder und Jugendliche in 13 polnischen Städten an den Aktionen. Mentoren der Stiftung CoderDojo vermittelten ihnen den Spaß am Programmieren und halfen bei ihren ersten Schritten in diese unbekannte Welt. Der Höhepunkt all dieser Aktionen war schließlich der SuperDojo Ninja. Am 22. Oktober trafen sich dazu Kinder und Mentoren aus dem ganz Land auf unserem Firmengelände. Fast 200 Kinder nahmen an den Workshops teil und konnten Einblicke in die Geheimnisse des Programmierens gewinnen. 120 Mentoren zeigten ihnen, wie toll Programmieren sein kann.