Ergebnisse des Materiality-Prozesses

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Unser mehrstufiger Wesentlichkeitsprozess dient dem Ziel, die für unser Nachhaltigkeitsmanagement relevanten Themen zu identifizieren. Im vergangenen Berichtszeitraum veranstalteten wir hierzu einen internen Workshop und führten eine externe, zweiwöchige Befragung durch (CR-Bericht des Vorjahres). Inzwischen haben wir den Prozess weiter verfeinert.

Materiality-Prozess  2014/2015
Zunächst erstellten wir eine Bestandsaufnahme der für unsere Stakeholder  und uns wesentlichen Themen. Ausgangspunkt hierfür waren die Materiality-Ergebnisse aus den Vorjahren. Um diese Liste zu vervollständigen und hierbei auch die Anliegen der Stakeholdergruppen einzubeziehen, die sich bislang wenig an unserer Befragung beteiligt haben, wurden folgende Quellen in die Analyse mit einbezogen:

  • Unser eigenes NGO-Radar (zur Einbindung von zivilgesellschaftlichen Organisationen)
  • Fragebögen unter anderem von RobecoSAM  oder Sustainalytics (zur stärkeren Berücksichtigung der Analysten)
  • Die Materiality-Analyse der Global e-Sustainability Initiative (GeSI ) aus dem Jahr 2014. Diese für die gesamte ICT -Branche vorgenommene Wesentlichkeitsbewertung basierte auf Experteninterviews mit Stakeholdern sowie Online-Befragungen bei GeSI-Mitgliedern. Sie bildet damit einen Orientierungsrahmen für die gesamte ICT -Branche.

Parallel dazu nahmen wir eine interne Gewichtung der Themen vor. Dabei zogen wir die Ergebnisse eines internen, bereichsübergreifenden Materiality-Workshops aus dem Jahr 2013 und die Stellungnahmen von Fachverantwortlichen unseres Konzerns zu Themen wie Menschenrechte, Lieferkette, Energie & Emissionen aus dem Jahr 2014 zu Rate. Die mit ihnen geführten Interviews hatten zum Ziel, die Wesentlichkeitsbewertung aus der Telekom-Perspektive stärker zu akzentuieren und die Themenliste zu konsolidieren. Erstmalig wurden außerdem die Berichtsgrenzen für die einzelnen Aspekte thematisiert. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund veränderter Stakeholder -Erwartungen von Bedeutung, da von Unternehmen zunehmend eine Übernahme von Verantwortung auch über die Grenzen ihrer eigenen Strukturen hinaus eingefordert wird.

Die konsolidierten Themen haben wir im Anschluss mit den GRI-Aspekten abgeglichen. Darauf aufbauend bieten wir unseren Stakeholdern seit Dezember 2014 eine zeitlich unbegrenzte Online-Umfrage auf unserer Homepage an. Damit haben sie die Möglichkeit uns jederzeit Feedback zu geben und wir können sich verändernde Erwartungen frühzeitig erkennen.

Ergebnisse der Stakeholder -Umfrage
Die diesjährige Stakeholder -Umfrage haben wir auch strukturell verändert. Statt allen Stakeholder -Gruppen einen Einheitsfragebogen vorzulegen, lassen wir die Teilnehmer selbst auswählen, welche Themenfelder sie bewerten möchten. Die Umfrage bietet ferner zahlreiche Kommentierungsmöglichkeiten. Gruppenspezifische, offene Fragen laden außerdem dazu ein, eigene Gedanken und Anregungen einzubringen.

Bis Ende März 2015 beteiligten sich 228 Personen an der Befragung, darunter vor allem Kunden (102)und Beschäftigte der Telekom (70). Außerdem hatten Investoren (13), potenzielle Mitarbeiter (13), Analysten (5), Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und der Wirtschaft (je 4), der Sozialpartner und unserer Lieferanten (je 3), von Medien und Wissenschaft (je 2) sowie der Politik (1) ihre Bewertung abgegeben. Weitere neun Teilnehmer ließen sich keiner dieser Gruppen zuordnen.

Auf die übergreifende Frage, in welchen Bereichen sich die Telekom besonders engagieren sollte, votierten die meisten Teilnehmer für die Themen Netzausbau, Kundenzufriedenheit, Datenschutz, Menschenrechte sowie Klima- und Umwelt. Bei der Gewichtung innerhalb der einzelnen Themenbereiche bildeten die Kapitel „Kunden“, „Netze“ sowie „Strategie und Management“ die Schwerpunkte.

Das Ergebnis bestätigt die Bestandsaufnahme: Im Durchschnitt nahmen die Teilnehmer für die vorgegebenen Themen dieselbe Bewertung vor wie  in der Bestandsaufnahme , bis auf wenige Ausnahmen: So wurden „Schutz der Mitarbeiterdaten“ und „Investitionsvolumen für den Netzausbau“ aus der Stakeholder -Perspektive von „weniger relevant“ zu „eher relevant“ aufgestuft. Alle Umfrageergebnisse finden Sie in den unten abgebildeten Grafiken. Wir betrachten solche Themen als wesentlich, die von unseren Stakeholdern und uns als „eher relevant“ oder „sehr relevant“ eingestuft wurden. Die kontinuierlichen Rückmeldungen prüfen wir regelmäßig.

Mit der zeitlich unbegrenzten Online-Umfrage wollen wir möglichst viele unserer Stakeholder  zur Teilnahme bewegen. Als zusätzlichen Anreiz spenden wir pro Teilnahme 3 Euro an die „Ich-kann-was!“-Initiative. Bis März 2015 kamen auf diese Weise 684 Euro zusammen.

Unsere Materiality-Umfrage finden Sie unter
www.cr-bericht.telekom.com/stakeholder-umfrage

Die Ergebnisse unseres Materiality-Prozesses nutzten wir, um auch kapitelübergreifend zehn „Top-Themen“ mit besonderer strategischer Relevanz zu identifizieren. Unsere Berichterstattung zu diesen Themen haben wir einer externen Prüfung unterzogen, was im Bericht jeweils durch ein Prüfhäkchen kenntlich gemacht ist. Sehr wesentlich sind demnach:

  • Konzernweiter Klimaschutz
  • Kunden Nachhaltigkeit ermöglichen („enabling“)
  • Nachhaltigkeit in der Lieferkette
  • Teilhabe an der digitalen Gesellschaft („digital inclusion“)
  • Achtung der Menschenrechte
  • Datenschutz- und Datensicherheit
  • Verantwortlicher Netzausbau
  • Kundenzufriedenheit
  • Vielfalt, Gesundheit und andere Personalthemen
  • Abfall und Recycling