ESG Key Performance Indikatoren

Die ESG KPI dienen als Steuerungsinstrumente für unser CR-Engagement. Sie ermöglichen uns eine kontinuierliche Verbesserung unserer Leistungen und sind aufgrund ihrer Relevanz für unsere Wertschöpfung zum Teil auch Bestandteil der Geschäftsberichterstattung. Um sicherzustellen, dass die KPI  weiterhin effektiv zu einer erfolgreichen Unternehmenssteuerung beitragen und die Erwartungen unserer Stakeholder  erfüllen, haben wir sie im Berichtszeitraum umfassend überprüft und zum Teil aktualisiert. Im Zuge dessen haben wir die bisherige Bezeichnung „CR KPI “ durch „ESG  KPI “ ersetzt, um innerhalb und außerhalb unseres Konzerns ihre Rolle als Steuerungsinstrumente für Umwelt, Soziales und eine verantwortungsvolle Führung aufzuzeigen. Im Sinne einer integrierten Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung bilden die KPI  außerdem alle sechs Kapitalarten und damit die tragenden Elemente des nachhaltigen Unternehmenswerts ab (siehe Grafik).

Kapitalarten

Angepasst wurden bisher die beiden ESG KPI „Handy-Rücknahme“ und „CO2-Emissionen“. Um Vergleichbarkeit zu gewährleisten, berichten wir in diesem Jahr auch noch den bisherigen KPI  zum Thema Handy-Recycling. Darüber hinaus pilotieren wir aktuell drei neue ESG  KPI  zur Wirkungsmessung des gesellschaftlichen Engagements und bereiten eine Überarbeitung des ESG  KPI  „Energieverbrauch“ vor.

Zur Steuerung ihrer CR-Leistung nutzt die Telekom sieben konzernweit gültige Kennzahlen – die ESG  [i] Key Performance Indikatoren (ESG  KPI ):

Die Erhebung der konzernweiten ESG  KPI  ist für alle an der CR-Datenerfassung beteiligten Landesgesellschaften der Telekom verpflichtend. Diese repräsentieren 99 Prozent des Konzernumsatzes.

Im Berichtszeitraum haben wir die KPI  umfassend auf ihre Steuerungsrelevanz geprüft und zum Teil aktualisiert. Die Bezugsgröße des ESG  KPI  „Handy-Rücknahme“ wurde von „Anzahl Kunden“ zu „Anzahl in Umlauf gebrachter Mobiltelefone“ geändert. So lässt sich das Verhältnis zwischen verkauften und zurückgenommenen Mobiltelefonen genauer abbilden. Eine ökologisch wünschenswerte, längere Verwendung der Geräte durch den Kunden wirkt sich damit positiv auf den Wert des KPI  aus. Weiterhin haben wir den ESG  KPI  „CO2-Emissionen“ an unser internationales Klimaschutzziel angepasst. Dazu haben wir den Geltungsbereich auf alle Konzerneinheiten erweitert, die an der Umsetzung des Klimaschutzziels beteiligt sind. Die Erweiterung betrifft sowohl die aktuell erhobenen CO2-Emissionen als auch die im Jahr 2008 erhobene Menge, die dem Klimaschutzziel zugrunde liegt. Drei neue KPI  zur Wirkungsmessung des gesellschaftlichen Engagements wurden für 2014 pilotiert und werden hier erstmals extern berichtet. Wir orientieren uns dabei an der Methodik der London Benchmarking Group (LBG) mit den Aspekten „Input“ (Aufwand/Engagement), „Output“ (Resultate) sowie „Impact“ (Veränderung).

  • Der ESG  KPI  „Community Investment“ bildet das finanziell, personell und in Sachmitteln geleistete Engagement der Telekom ab.
  • Der ESG  KPI  „Beneficiaries“ zeigt die Anzahl der Engagierten und als Zielgruppe die erreichten Menschen, die an gesellschaftlichen Maßnahmen der Deutschen Telekom partizipieren.
  • Der ESG  KPI  „Medienkompetenz“ („Media Literacy“) misst die Anzahl der mit Programmen in diesem Bereich erreichten Menschen. Dieser KPI  stellt den direkten Bezug zu unserem Kerngeschäft her.  

Um die Steuerungsrelevanz des ESG  KPI  Energieeffizienz zu erhöhen, wollen wir in absehbarer Zeit eine Kennzahl einführen, die für eine zielorientierte Steuerung der Energieeffizienz in allen relevanten Unternehmensbereichen wie unter anderem Technik, Einkauf und Vertrieb geeignet ist. Einen möglichen Ansatz stellt dabei die Berechnung des Energieverbrauchs pro Produktgruppe (Kundenäquivalent) dar. Trotz der Umstellungen werden wir uns auch in den folgenden Berichtsjahren bemühen, die bisherigen ESG  KPI  parallel weiter zu berichten und den Lesern so Vergleichsmöglichkeiten zu bieten.

Im Geschäftsbericht 2013 haben wir für drei unserer ESG  KPI  – „Energieverbrauch“, „CO2-Emissionen“ und „Nachhaltiger Einkauf“ – erstmalig Prognosen gemäß dem Deutschen Rechnungslegungsstandard DRS 20 zu deren Entwicklung abgegeben. Bei allen drei ESG  KPI  übertrifft die tatsächliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2014 den prognostizierten Verlauf. Sowohl der ESG  KPI  „Energieverbrauch“ als auch der ESG  KPI  „CO2-Emissionen“ hat sich – statt auf gleichem Niveau zu bleiben – leicht verbessert. Ursächlich hierfür ist, dass sich der Umsatz stärker und der Stromverbrauch schwächer entwickelten als erwartet. Zudem verbesserte sich das Verhältnis zwischen den aktuellen Emissionen und dem entsprechenden Klimaziel-Basisjahr 2008 durch die Erweiterung des Geltungsbereichs des ESG  KPI  „CO2-Emissionen“. Der ESG  KPI  „Nachhaltiger Einkauf“ konnte dadurch erhöht werden, dass bei weiteren Lieferanten die Einhaltung unserer Sozial- und Umweltstandards überprüft wurde – und dies in stärkerem Umfang als geplant. Für die Zukunft erwarten wir für die oben genannten ESG  KPI  folgende Entwicklung:

  • Für unseren ESG  KPI  „Energieverbrauch“ erwarten wir in den kommenden beiden Jahren einen leicht sinkenden bis sinkenden Verlauf, das heißt einen positiven Trend. Deutliche Stromeinsparungen werden wir vor allem durch die Umstellung unseres Netzes auf die IP -Technologie sowie durch die Zusammenlegung von T-Systems-Rechenzentren realisieren können. Teilweise werden diese Einsparungen durch die Expansion von T-Mobile USA und den damit verbundenen erhöhten Energieverbrauch ausgeglichen.
  • Da unsere CO2-Emissionen maßgeblich durch den Stromverbrauch getrieben sind, ergibt sich eine vergleichbare positive Entwicklung wie unter dem ESG  KPI  „Energieverbrauch“ beschrieben. Auch für unseren ESG  KPI  „CO2-Emissionen“ streben wir für 2015 und 2016 einen leichten Rückgang an. Für die am Klimaschutzziel beteiligten Konzerneinheiten erwarten wir für 2020, dass die CO2-Emissionen 20 Prozent unter dem Wert des Basisjahres 2008 liegen werden (ohne T-Mobile USA). Beim ESG  KPI  „CO2-Emissionen“ werden jedoch zusätzlich die Emissionswerte von T-Mobile USA berücksichtigt. Da deren Strombedarf aufgrund starker Geschäftsentwicklung auf absehbare Zeit weiter steigt, wird sich der KPI  bis 2016 nur geringfügig verbessern.
  • Für unseren ESG  KPI  „Nachhaltiger Einkauf“ gehen wir davon aus, 2015 das prognostizierte Ziel von 75 Prozent zu erreichen; in den Folgejahren rechnen wir damit, dass der ESG  KPI  nur noch leicht steigt, da sich die Prüfungen auf strategische Lieferanten und solche mit erhöhtem CR-Risiko konzentrieren.

Unser ESG  KPI  „Gesellschaftliches Engagement“ zeigt, dass im Jahr 2014 unsere Leistung im gesellschaftlichen Umfeld wiederum deutlich höher bewertet wurde als die Wichtigkeit, die dem Thema in der Bevölkerung beigemessen wird.

Große Unternehmen wie die Telekom beschäftigen bis zu vier Generationen in ihren Reihen - mit zum Teil sehr unterschiedlichen Hintergründen, Wertesystemen und Ausbildungen. Angesichts des demographischen Wandels werden sich Leben, Arbeiten und Lernen in den kommenden Jahrzehnten deutlich verändern. Aufgrund der Altersstruktur in unserem Konzern wird sich dies besonders auf die Deutsche Telekom in Deutschland auswirken. Auf diese Entwicklung haben wir uns vorbereitet, da der Erfolg unseres Unternehmens vom Beitrag jedes Einzelnen und auch von jeder Generation abhängt. Deshalb haben wir ein ganzheitliches Demografie-Management entwickelt, welches Konzepte für Qualifikation, Gesundheit, Führung und zur Gestaltung der Arbeitsbedingungen umfasst. Auch unser Bestands- und Strukturmanagement wird mit Bezug auf demographische Aspekte ausgerichtet.

Für eine optimale Umsetzung und Steuerung des Demografie-Managements beobachten wir verstärkt die Entwicklung solcher Personalkennzahlen und qualitativer Indikatoren, die für das Thema Demografie eine hohe Relevanz besitzen. Dabei ist uns wichtig, sowohl objektive Personalkennzahlen als auch subjektive Einschätzungen wie z.B. aus der Mitarbeiterbefragung zu betrachten.