Lieferantenmanagement

Die Telekom pflegt Geschäftsbeziehungen zu über 30 000 Lieferanten in mehr als 80 Ländern. Dabei setzen wir einerseits auf Vertrauen und Dialog, andererseits auf Kontrolle und leisten konkrete Unterstützung bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstandards. Verschiedene Instrumente, Methoden und Maßnahmen helfen uns, die Nachhaltigkeitsleistung in unserer Lieferkette zu verbessern. Grundsätzlich versuchen wir, die Ursache der Probleme zu erkennen und in engem Austausch mit unseren Lieferanten zu lösen.

Je nach Entwicklungsstand einer Lieferantenbeziehung verwenden wir verschiedene Instrumente, um unsere Lieferkette nachhaltiger zu gestalten. Bei Ausschreibungen wird seit Juni 2013 das Thema Nachhaltigkeit mit 10 Prozent gewichtet. Damit schaffen wir bei Ausschreibungen einen wirksamen Anreiz für Lieferanten, nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Darüber hinaus verwenden wir einen vierstufigen Ansatz, um Risiken zu minimieren und Lieferanten weiterzuentwickeln. Das Trichter-Schaubild zeigt diesen Prozess: Bei potenziellen Lieferanten mit einem Bestellvolumen von mehr als 100 000 Euro pro Jahr  fragen wir über unser Lieferantenmanagementsystem zunächst 16 nachhaltigkeitsrelevante Aspekte ab (Stufe 1). Diese beziehen sich auf Menschenrechte, Korruption sowie Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Risikominimierung und Lieferantenentwicklung

Strategisch relevante oder risikoreiche Lieferanten rufen wir in der weiteren Geschäftsbeziehung dazu auf, ausführlichere Selbstauskünfte über das Informationssystem EcoVadis zu geben. Experten werten diese anhand weiterer Hintergrundinformationen und gezielter Recherchen aus. Bei einigen Zulieferern mit erhöhtem CR-Risiko gehen wir noch einen Schritt weiter und führen Lieferantenprüfungen (Social Audits) vor Ort durch (Stufe 2). Wir konzentrieren uns dabei nicht nur auf direkte Lieferanten der Telekom, sondern – soweit möglich – auch auf Zulieferer in der nachgelagerten Lieferkette.

Die Effektivität der Audits steigern wir außerdem, indem wir mit inzwischen neun anderen Unternehmen in der Joint Audit Cooperation (JAC) zusammenarbeiten. Durch die steigende Zahl der JAC-Mitglieder können wir bei gemeinsamen Lieferanten eine höhere Zahl an Audits realisieren.

Auf Basis dieser Auskünfte und Auditergebnisse klassifizieren und bewerten wir Lieferanten – im Wesentlichen solche, die mehrere Warengruppen anbieten – nach CR-Kriterien (Stufe 3). Dies erfolgt anhand von Lieferanten-Scorecards, die uns eine Bewertung der Nachhaltigkeitsleistungen von Lieferanten sowie Vergleiche mit anderen Zulieferern auf einen Blick ermöglichen. Die Einschätzung erfolgt auch auf Basis von Presseinformationen und Berichten von Nichtregierungsorganisationen (NGOs). In enger Kooperation mit ausgewählten Lieferanten arbeiten wir außerdem an akuten Problemen und verbessern in einem länger angelegten Prozess deren Nachhaltigkeitsleistung. Diesem Zweck dient vor allem unser Entwicklungsprogramm für Lieferanten (Stufe 4). Bei signifikanter Missachtung unserer Anforderungen starten wir einen Eskalationsprozess , um eine schnelle Lösung gemäß den Nachhaltigkeitsstandards der Deutschen Telekom zu erwirken. Die Ergebnisse der Lieferantenprüfungen und Abhilfemaßnahmen werden zentral erfasst.

Auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Beschaffung sind wir 2014 einen weiteren wichtigen Schritt vorangekommen. Im Juni 2014 haben wir ein wegweisendes Pilotprojekt gestartet. Mit drei wichtigen Lieferanten aus den Bereichen Endgeräte und Netzwerktechnik arbeiten wir im Programm „Together for Sustainability“ zusammen. Ziel ist es, für Themen wie Arbeitszeitregelungen oder Gesundheitsschutz gemeinsam Lösungen zu finden und so letztlich auch Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Eine klare Win-win-Situation für unsere Lieferanten und uns, denn: Bessere Arbeitsbedingungen wirken sich positiv auf die Bindung und Motivation der Beschäftigten aus, steigern die Produktivität und verbessern die Qualität der Produkte.

Bereits wenige Monate nach Projektstart gab es erste messbare Erfolge. So konnten beispielsweise die Überstunden um 30 Prozent reduziert werden, bei einer gleichzeitigen Anhebung der Gehälter um 15 Prozent sowie einem Anstieg der Mitarbeiterzufriedenheit um 6 Prozent. 2015 werden wir fünf weitere Lieferanten in das laufende Projekt aufnehmen.

Integrität, Wertschätzung und die Einhaltung von Gesetzen sind die Grundlagen unseres Geschäfts. Umgekehrt erwarten wir auch von den Partnern der Deutschen Telekom, dass sie die Grundsätze guter und regelkonformer Unternehmensführung einhalten. Kleine und mittelständische Unternehmen verfügen aber oft nicht über die notwendigen Ressourcen, um sich ausgiebig mit dem Thema Compliance auseinanderzusetzen.

Seit September 2014 bietet die Deutsche Telekom rund 12 000 Geschäftspartnern in Deutschland Compliance-Schulungen an. Damit unterstützt sie ihre Partner noch stärker, sich nach ethischen und rechtlichen Gesichtspunkten korrekt zu verhalten.

Prävention im Fokus
In den Seminaren werden für Compliance relevante Themen wie Korruptionsprävention, Kartellrecht und Nachhaltigkeit thematisiert und das entsprechende Compliance-Managementsystem der Deutschen Telekom vorgestellt. Um möglichst viele Lieferanten zu erreichen, bieten wir außerdem kostenlose Online-Schulungen an. Die Teilnahme ist nicht zwingende Voraussetzung für eine Partnerschaft mit der Telekom, wird aber begrüßt. Zielgruppe sind Mitglieder der Geschäftsführung sowie Mitarbeiter aus den Bereichen Vertrieb und Vertragsmanagement.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Was sollte die Deutsche Telekom Ihrer Meinung nach tun, um ihre Lieferkette noch nachhaltiger zu gestalten?
Welche Nachhaltigkeitsthemen sollte ein ICT-Unternehmen wie die Telekom aus Ihrer Sicht besonders berücksichtigen?