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Strategie zur Nachhaltigkeit im Einkauf.

  • CR-Klausel seit Juni 2013 fester Bestandteil der Allgemeinen Einkaufsbedingungen. 
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Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Medien decken immer wieder Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte, Umweltschutzstandards und Menschenrechte in der Lieferkette für Telefone, Laptops oder andere ICT-Produkte auf. Als einer der weltweit größten Telekommunikationsdienstleister mit Lieferanten aus über 80 Ländern nimmt die Telekom diese Problematik sehr ernst. Sie nutzt effektive Managementinstrumente, um bei ihren Zulieferern und Herstellern menschenwürdige Arbeitsverhältnisse und einen wirksamen Umweltschutz durchzusetzen.

Nachhaltigkeit im Einkauf der Deutschen Telekom.
Methoden, Tools und Stakeholder .

Tools und
Methoden zur
Umsetzung der
Nachhaltigkeit
im Einkauf
Lieferantenmanagement
  • Präqualifikationsfragebogen
  • Lieferantenauswahlprozess
  • Lieferantenbewertung
  • Lieferanten-Workshops
Risikomanagement
  • E-TASC
  • Social Audits
  • Kompetenzaufbau bei Lieferanten
  • Eskalationsprozess 
Kommunikation & Schulung
  • Einkaufsportal
  • Online-Trainingstool
  • Berichterstattung zur
    Nachhaltigkeit im Einkauf
  • „Stakeholder  Dialog Day“
Vorschriften & Bestimmungen
  • Procurement Practices
  • Allgemeine Einkaufsbedingungen,
    z. B. CR-Klausel
  • Sozialcharta 
  • Statement on Extractives 
Strategie zur Umsetzung der Nachhaltigkeit im Einkauf
 
Arbeitsgruppe
„Nachhaltiger
Einkauf“

Aufgaben: Verankerung von Nachhaltigkeit im Einkauf, Weiterentwicklung der nachhaltigen Einkaufsstrategie und Umsetzung wesentlicher Maßnahmen, Messung und Steuerung durch Key Performance Indikatoren, Unterstützung von Eskalationsprozessen, Austausch von Best Practice und Business Cases

 
Stakeholder 

Intern: Beschäftigte, Einkäufer, andere Arbeitsgruppen („Nachhaltige Produkte“ etc.)

Extern: Lieferanten, nachhaltigkeitsorientierte Anleger, NGOs

 
Managementansatz.

Die Telekom hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Wertschöpfungskette kontinuierlich nachhaltiger zu gestalten. Mit unserer nachhaltigen Einkaufsstrategie haben wir dafür die Voraussetzung geschaffen: Wir befolgen konzernweit Grundsätze einer sozial- und umweltverträglichen Beschaffung und steuern unsere Prozesse mithilfe interner und externer Leistungskennzahlen und Managementinstrumente.

Grundlegende Normen und Standards.
Die Telekom hat sich mit ihren Leitlinien und Selbstverpflichtungen soziale und ökologische Mindeststandards für ihr Unternehmenshandeln auferlegt. Auch von unseren Lieferanten fordern wir, diese einzuhalten. Hierfür verwenden wir die folgenden Dokumente:

Mit der Sozialcharta bekennen wir uns zu den Leitlinien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie zu der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und zum Global Compact  der Vereinten Nationen. 

Verankerung im Unternehmen.
Die Strategie zur Umsetzung der Nachhaltigkeit im Einkauf ist aus der CR-Strategie abgeleitet und konzernweit fest in unseren Einkaufsprozessen verankert. Die Arbeitsgruppe „Nachhaltiger Einkauf“ (Sustainable Procurement Working Group, SPWG) erarbeitet Empfehlungen zur Umsetzung unserer nachhaltigen Einkaufsstrategie und steht unseren Mitarbeitern bei Einkaufsentscheidungen zur Seite. Die Gesamtverantwortung für das Thema „Umsetzung der Nachhaltigkeit im Einkauf“ tragen die Leiterinnen des CR- und Einkaufsbereichs gemeinsam. Auch für das Joint Venture BuyIn wurden Voraussetzungen für einen nachhaltigen Einkauf geschaffen.

Als Orientierung für unsere Einkäufer haben wir unsere Nachhaltigkeitsprinzipien in der Konzernrichtlinie „Global Procurement Policy“ fixiert. Die dazugehörigen „Procurement Practices“ liefern entsprechende Handlungsanweisungen für den Einkauf in Deutschland. Unsere Mitarbeiter schulen wir über ein Online-Tool, das 2014 in überarbeiteter Form zur Verfügung steht. Unter anderem können sich unsere Einkäufer dort informieren, wie die Nachhaltigkeitsprinzipien im täglichen Geschäft umzusetzen sind.

Steuerung durch CR KPI „Nachhaltiger Einkauf“.
Unsere Nachhaltigkeitsleistung in der Beschaffung messen und steuern wir mit dem CR Key Performance Indikator (CR KPI) „Nachhaltiger Einkauf“. Dieser stellt das Einkaufsvolumen von Lieferanten, die im Rahmen von Selbstauskünften, E-TASC oder Social Audits auf soziale und ökologische Kriterien geprüft wurden, in Beziehung zu unserem gesamten Einkaufsvolumen. Unser Ziel ist es, bis 2015 75 Prozent hiervon abzudecken.

In dem Wert des CR KPI „Nachhaltiger Einkauf“ für das Jahr 2013 hat sich das große Einkaufsvolumen einzelner Lieferanten sehr stark niedergeschlagen. Auch der Wechsel auf eine neue E-TASC-Plattform hat sich auf den KPI ausgewirkt. Die alte Plattform wurde Ende 2013 abgeschaltet. Aber nicht alle dort registrierten Lieferanten konnten vor Ablauf des Jahres im neuen Tool erfasst werden. Ihre Daten standen daher zur Berechnung des KPI für 2013 nicht zur Verfügung.

Bewertung des Lieferantenmanagements im Nachhaltigkeitsranking.
Jedes Jahr bewerten führende Ratingagenturen wie die Sustainable Asset Management (SAM) Group die Nachhaltigkeitsleistung von Großunternehmen. Im SAM-Rating 2013 erreichte die Deutsche Telekom in der Kategorie Lieferantenmanagement 88 von 100 Punkten (2012: 83 Punkte) und gehört damit zu den Branchenführern. 

Arbeitsgruppe „Nachhaltiger Einkauf“ mit neuer Struktur und neuen Aufgaben.

Die Arbeitsgruppe Nachhaltiger Einkauf (Sustainable Procurement Working Group, SPWG) dient uns seit 2007 als Instrument für die flächendeckende Umsetzung sozialer und ökologischer Standards im Einkauf. 2013 haben wir ihre Zusammensetzung und Aufgaben neu festgelegt.

Seit Dezember 2013 umfasst die SPWG neben Vertretern aller funktionalen Einkaufsbereiche (wie „Endgeräte“ oder „IT“) auch Repräsentanten der Landesgesellschaften und Verantwortliche von T-Systems International. Geleitet vom zentralen Einkauf und beraten vom CR-Bereich, wirkt die SPWG als Nachhaltigkeitsbotschafterin im konzernweiten Einkauf. Gleichzeitig dient sie als Plattform für den Austausch von Best Practice unter den Landesgesellschaften.

Zu den Aufgaben der Arbeitsgruppe gehört es, die internationalen Einkaufsbereiche mit geeigneten Arbeitsinstrumenten bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsanforderungen zu unterstützen. Hierzu zählen Audit-Fahrpläne, Fragebögen zur Lieferantenselbsteinschätzung oder Konzepte für Korrekturmaßnahmen. Falls ein Lieferant gegen die Anforderungen der Telekom verstößt, unterstützt die SPWG die verantwortlichen Einkäufer: Mit Benchmarks und anderen Entscheidungshilfen macht sie es ihnen leichter, Wege aufzuzeigen und Motivationsarbeit zu leisten. Sie übernimmt außerdem Projektaufgaben in der Lieferantenentwicklung und erarbeitet Kennzahlen für die Bewertung unserer Nachhaltigkeitsleistung im Einkauf.

„CR-Klausel“ eingeführt.

Seit Juni 2013 ist die „Corporate Social Responsibility“- und Antikorruptionsklausel, kurz: „CR-Klausel“, fester Bestandteil unserer Allgemeinen Einkaufsbedingungen. Der Konzerneinkauf und T-Systems verwenden sie seitdem bei sämtlichen Lieferantenverträgen. Ihre Einführung bei den europäischen Landesgesellschaften erfolgt 2014. Die CR-Klausel beschreibt in 13 Paragrafen die ethischen, sozialen und ökologischen Grundsätze, deren Einhaltung wir von unseren Lieferanten fordern und zum Beispiel durch Kontrollen prüfen.

Die CR-Klausel knüpft ausdrücklich an die bestehenden internen Normenkataloge, den Code of Conduct und die Sozialcharta  der Telekom an und bekräftigt deren Geltung auch für die Lieferanten und Vorlieferanten unseres Konzerns. Sie räumt der Telekom das Recht ein, von den Lieferanten Informationen zur Einhaltung von Menschenrechten, Arbeits- und Umweltstandards oder zu Korruptions- und Betrugsbekämpfung in ihren Verantwortungs- und Einflussbereichen zu verlangen und diese zu prüfen. Mit jeder Vertragsunterzeichnung verpflichten sich die Lieferanten außerdem, konkrete Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Korruption zu ergreifen, die gelieferten Waren und Dienstleistungen umweltfreundlicher und energieeffizienter zu machen und Auskunft über die verwendeten Inhaltsstoffe zu geben. Gesetzliche Regelungen und internationale Standards, die den Lieferanten in die Verantwortung nehmen, werden ausdrücklich aufgeführt und sind damit ebenfalls Vertragsbestandteil. Abschließend regelt die Klausel die Sanktionsmöglichkeiten, mit denen die Telekom auf Verletzungen der CR-Vertragsbedingungen reagieren kann.