CR-Wissen Das Archiv rund um den Corporate Responsibility Bericht der Deutschen Telekom
Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.

Lieferanten

Zwei Unternehmen, ein Standard: Neuer Lieferantenkodex für Joint Venture „BuyIn“

Das Einkauf-Joint-Venture BuyIn der Deutschen Telekom und Orange hat unter anderem zum Ziel, eine nachhaltige Lieferkette sicherzustellen. Dazu haben...

Das Einkauf-Joint-Venture BuyIn der Deutschen Telekom und Orange hat unter anderem zum Ziel, eine nachhaltige Lieferkette sicherzustellen. Dazu haben die beiden Unternehmen 2017 einen gemeinsamen Verhaltenskodex für Lieferanten (Supplier Code of Conduct, kurz SCoC) eingeführt. Er legt gemeinsame Grundsätze und Werte im Bereich Corporate Responsibility fest und formuliert hohe ethische, soziale, ökologische sowie menschenrechtliche Erwartungen und Anforderungen an Lieferanten.

Dabei soll und kann der Kodex selbstverständlich nicht die Gesetze und Vorschriften in Ländern ersetzen, in denen unsere Lieferanten tätig sind. Vielmehr soll er die Einhaltung dieser Gesetze und Vorschriften fördern und gewährleisten, dass sie gewissenhaft und wirksam durchgesetzt werden. Der Kodex gilt seit dem 1. Juli 2017 für alle Beschaffungsmaßnahmen der Deutschen Telekom, Orange und des gemeinsamen Joint Ventures BuyIn, also für:

  • alle aktuellen Verträge (neue Verträge),
  • Vertragsanpassungen wie Verlängerungen oder Nachverhandlungen,
  • Projektverhandlungen (basierend auf Rahmenverträgen aller Art – ausgenommen Katalogabrufe) sowie
  • Einzelbestellungen.

Der Lieferantenkodex ist fester Bestandteil der allgemeinen Geschäftsbedingungen/allgemeinen Einkaufsbedingungen. Neue Lieferanten müssen ihn im Rahmen des Lieferanten-Onboarding-Prozesses akzeptieren.

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Nachhaltigkeitsmanagement beim Joint Venture BuyIn

Seit 2011 beschafft die Telekom Endgeräte wie zum Beispiel Telefone über das Unternehmen BuyIn. Dessen Eigner sind die Deutsche Telekom und Orange....

Seit 2011 beschafft die Telekom Endgeräte wie zum Beispiel Telefone über das Unternehmen BuyIn. Dessen Eigner sind die Deutsche Telekom und Orange. Über die gemeinsame Beschaffung von Produkten können sie größere Mengen ordern und so bei den Zulieferern niedrigere Preise aushandeln.

Gleichzeitig können beide Konzerne über die größere Marktmacht einen stärkeren Einfluss auf die ökologische und gesellschaftliche Leistung der Lieferanten ausüben. Zu diesem Zweck haben sie die Einkaufsprozesse von BuyIn ihren Nachhaltigkeitsstrategien angepasst. Ihre Anforderungen an die Lieferanten haben sie im Verhaltenskodex „Supplier Code of Conduct“ festgehalten. Der Kodex setzt anspruchsvolle Standards in den Bereichen Ethik und Antikorruption sowie Umweltschutz. Er verbietet Kinder- und Zwangsarbeit und fordert ein Recht auf Vereinigungsfreiheit. Alle Lieferanten der Einkaufsgemeinschaft müssen sich zu den Regeln des Kodexes bekennen. Zudem erwartet BuyIn von ihren Lieferanten, dass diese auch ihre eigenen Zulieferer auf die Grundsätze des Code of Conduct verpflichten. Bei Verstößen behält sich BuyIn das Recht vor, Verbesserungsmaßnahmen zu verlangen und das Vertragsverhältnis für den Fall der Nichtumsetzung zu beenden. Um den Anforderungen ihres Code of Conduct Nachdruck zu verleihen, nutzt BuyIn folgende Instrumente: Verpflichtung auf den Code of Conduct bereits bei AusschreibungenBeantwortung eines nachhaltigkeitsbezogenen Fragebogens als Voraussetzung für eine Geschäftsbeziehung. Zusätzliche CR-Selbstauskünfte über die Informationsplattform für nachhaltiges Lieferkettenmanagement EcoVadis Lieferantenkontrollen im Rahmen der Joint Audit Cooperation (JAC). Für das interne Nachhaltigkeitsmanagement von BuyIn wurden zwei Gremien geschaffen, denen Verantwortliche der Deutschen Telekom, von Orange und BuyIn angehören: ein Lenkungsausschuss (CR Steering Board) und ein Arbeitsausschuss (CR Operations Committee). Der Lenkungsausschuss trifft sich halbjährlich und definiert die strategischen Schwerpunkte und Nachhaltigkeitsziele. Der Arbeitsausschuss sorgt für die operative Umsetzung der Vorgaben. Er trifft sich mindestens alle zwei Monate, um die Arbeit im Nachhaltigkeitsmanagement zu koordinieren.

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Sustainable Procurement Stakeholder Dialog Day

Um ihre nachhaltige Einkaufsstrategie weiterzuentwickeln, tauscht sich die Telekom intensiv mit ihren Stakeholdern aus. Lieferanten, Nicht-Regierungso...

Um ihre nachhaltige Einkaufsstrategie weiterzuentwickeln, tauscht sich die Telekom intensiv mit ihren Stakeholdern aus. Lieferanten, Nicht-Regierungsorganisationen, Vertreter aus Politik und Wissenschaft werden gezielt einbezogen, um die Lieferketten nachhaltiger zu gestalten. Hierzu veranstaltet die Telekom seit 2008 regelmäßig eine Dialogveranstaltung mit den wichtigsten Interessengruppen, den „Sustainable Procurement Stakeholder Dialog Day“. China hat auf dem Beschaffungsmarkt für ICT-Produkte weltweit außerordentliches Gewicht. Zugleich erfüllen nicht alle chinesischen Lieferanten unsere Nachhaltigkeitskriterien. Um sich dem Problem vor Ort zu stellen, veranstaltete die Telekom auch im chinesischen Shenzhen bereits einen „Sustainable Procurement Stakeholder Dialogue Day".

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Conflict-Free Sourcing Initiative

Manche in Smartphones oder anderen ICT-Produkten verarbeiteten Mineralien wie Coltan werden zum Beispiel im Ostkongo unter menschenunwürdigen und ill...

Manche in Smartphones oder anderen ICT-Produkten verarbeiteten Mineralien wie Coltan werden zum Beispiel im Ostkongo unter menschenunwürdigen und illegalen Bedingungen gefördert. Die Erträge dienen den dortigen Konfliktparteien unter anderem zur Finanzierung von Bürgerkriegen. Die Telekom macht sich dafür stark, dass in den von ihr gehandelten Geräten keine unter kritischen Bedingungen erzeugten Rohstoffe enthalten sind. Hierzu arbeitet sie mit ihren Lieferanten zusammen und engagiert sich in Brancheninitiativen. Eine dieser Initiativen ist die Conflict-Free Sourcing Initiative, die sich für eine verantwortungsvolle, „konfliktfreie“ Rohstoffgewinnung und -beschaffung einsetzt. Ihr zentrales Instrument ist das Conflict-Free Smelter Program. Es setzt hierzu bei einer Kontrolle der Metallverarbeitungs- und Verhüttungsbetriebe (Smelter) an. Dort kontrollieren unabhängige Prüfer, ob alle bezogenen Rohstoffe aus Quellen stammen, die nicht mit der Finanzierung von Bürgerkriegen zusammenhängen. Für jedes in den Verhüttungsbetrieben verarbeitete Metall werden im Rahmen des Programms Auditprotokolle erstellt, die öffentlich einsehbar sind. Um die Anzeige von Missständen in den Erzeugerbetrieben zu erleichtern, wurden Anlaufadressen bereitgestellt. Außerdem wurde dafür gesorgt, dass Informanten („Whistleblower“) ihre Hinweise anonym abgeben können.

Initiiert wurde die Conflict-Free Sourcing Initiative 2008 von der Global e-Sustainability Initiative und der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC). Beide globalen Branchenverbände haben sich eine nachhaltige Entwicklung der ICT-Branche und Elektronikindustrie zum Ziel gesetzt.

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Lieferantenkontrollen

Wir kontrollieren in sogenannten Sozialaudits, ob sich unsere Lieferanten gegenüber ihren Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt fair verhalte...

Wir kontrollieren in sogenannten Sozialaudits, ob sich unsere Lieferanten gegenüber ihren Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt fair verhalten. Nicht alle Überprüfungen beauftragen wir jedoch selbst. Wir können unsere Ressourcen wirksamer einsetzen, indem wir mit anderen Unternehmen gemeinsame Audits durchführen. Hierzu haben wir 2010 die Joint Audit Cooperation (JAC) mitgegründet. An diesem Verband beteiligen sich bisher zehn Telekommunikationsunternehmen. Gemeinsam repräsentieren wir eine größere Marktmacht und können so einen stärkeren Einfluss auf die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards bei unseren Lieferanten ausüben.

Allen Überprüfungen der Joint Audit Cooperation liegt ein abgestimmtes und einheitliches Vorgehen zugrunde: Es besteht aus Vor-Ort-Prüfungen beim Lieferanten und mehreren aufeinander aufbauenden Maßnahmen. Diese dienen dazu, beim Lieferanten verantwortungsvolles Unternehmenshandeln (Corporate Responsibility, CR) sicherzustellen sowie dessen Nachhaltigkeitsleistung zu bewerten und zu fördern. Anschließend wird geprüft, ob und inwieweit die Verbesserungsmaßnahmen von den Lieferanten umgesetzt werden. Durchgeführt werden die Audits von internationalen Prüfgesellschaften, die auf die sozialen und umweltpolitischen Aspekte in dem jeweiligen Land spezialisiert sind. Sie verwenden hierbei eine Checkliste auf Basis der internationalen Standards für Arbeitsbedingungen (SA 8000) und Umweltmanagementsysteme (ISO 14001).

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„CR-Klausel“ für Lieferanten

Seit Juni 2013 ist die „Corporate Social Responsibility“- und Antikorruptionsklausel, kurz: „CR-Klausel“, fester Bestandteil unserer Allgemein...

Seit Juni 2013 ist die „Corporate Social Responsibility“- und Antikorruptionsklausel, kurz: „CR-Klausel“, fester Bestandteil unserer Allgemeinen Einkaufsbedingungen. Die CR-Klausel beschreibt in 13 Paragrafen die ethischen, sozialen und ökologischen Grundsätze, deren Einhaltung wir von unseren Lieferanten fordern und im Rahmen unserer Lieferantenkontrollen prüfen.

Die CR-Klausel knüpft ausdrücklich an die bestehenden internen Normenkataloge, den Code of Conduct und die Sozialcharta der Telekom an und bekräftigt deren Geltung auch für die Lieferanten und Vorlieferanten unseres Konzerns. Sie räumt der Telekom das Recht ein, von den Lieferanten Informationen zur Einhaltung von Menschenrechten, Arbeits- und Umweltstandards oder zu Korruptions- und Betrugsbekämpfung in ihren Verantwortungs- und Einflussbereichen zu verlangen und diese zu prüfen. Mit jeder Vertragsunterzeichnung verpflichten sich die Lieferanten außerdem, konkrete Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Korruption zu ergreifen, die gelieferten Waren und Dienstleistungen umweltfreundlicher und energieeffizienter zu machen und Auskunft über die verwendeten Inhaltsstoffe zu geben. Gesetzliche Regelungen und internationale Standards, die den Lieferanten in die Verantwortung nehmen, werden ausdrücklich aufgeführt und sind damit ebenfalls Vertragsbestandteil. Abschließend regelt die Klausel die Sanktionsmöglichkeiten, mit denen die Telekom auf Verletzungen der CR-Vertragsbedingungen reagieren kann.

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E-Learning-Tool „Nachhaltigkeit im Einkauf“

Nachhaltigkeit im Einkauf hat durch unsere „Global Procurement Policy“ eine genau geregelte Struktur. Damit die Mitarbeiter im Einkauf der Landesg...

Nachhaltigkeit im Einkauf hat durch unsere „Global Procurement Policy“ eine genau geregelte Struktur. Damit die Mitarbeiter im Einkauf der Landesgesellschaften die Richtlinie praxisnah umsetzen können, vermitteln wir ihnen die Handlungsanweisungen über das E-Learning -Tool „Nachhaltigkeit im Einkauf“. Im Training werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über wichtige CR-Maßnahmen und Prozesse informiert und ihr Wissen wird geprüft. Beispielsweise erklärt das Tool detailliert, welche Schritte umzusetzen sind, um im Falle von Missständen Gegenmaßnahmen einzuleiten (Eskalationsprozess).

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Arbeitsgruppe „Nachhaltiger Einkauf“

Die Arbeitsgruppe Nachhaltiger Einkauf (Sustainable Procurement Working Group, SPWG) dient uns seit 2007 als Instrument für die flächendeckende Umse...

Die Arbeitsgruppe Nachhaltiger Einkauf (Sustainable Procurement Working Group, SPWG) dient uns seit 2007 als Instrument für die flächendeckende Umsetzung sozialer und ökologischer Standards im Einkauf. Der SPWG gehören Vertreter aller funktionalen Einkaufsbereiche (wie „Endgeräte“ oder „IT“) sowie Repräsentanten der Landesgesellschaften und Verantwortliche von T-Systems International an.

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