Ökologisches Produktdesign

Wie können wir unsere Produkte nachhaltiger gestalten und ihre negativen Umweltauswirkungen im gesamten Lebenszyklus minimieren? Dieser Frage widmen wir uns schon früh im Produktentwicklungsprozess. Unsere „Sustainability by Design Guidelines“ geben den Produktentwickler*innen dafür konkrete Informationen und Richtlinien an die Hand. Die Richtlinien decken beispielsweise Aspekte wie „Nachhaltige Verpackungen“, „Gefährliche Inhaltsstoffe“ und „Nachhaltige Geräteentwicklung“ ab.

Damit werden wir unserem eigenen Anspruch gerecht, unser nachhaltiges Angebot stetig zu verbessern und zu erweitern. Außerdem begegnen wir der steigenden Nachfrage von Verbraucher*innen nach nachhaltigeren Mobilfunk- und Festnetz-Produkten.

Eco Rating eingeführt
Gemeinsam mit den Telekommunikationsunternehmen Orange, Telefónica, Telia Company und Vodafone haben wir 2021 die „Eco Rating“-Initiative ins Leben gerufen und damit ein neues Nachhaltigkeitsrating für Mobiltelefone etabliert. Bis Ende 2021 sind bereits über 150 Handymodelle nach der Eco-Rating-Methode bewertet worden. Ziel ist es, für Endkund*innen einheitliche und präzise Informationen über die Umweltauswirkungen des gesamten Lebenszyklus von Mobiltelefonen bereitzustellen – von der Produktion über die Nutzung bis hin zu Transport und Entsorgung. Die Handys werden anhand von Informationen bewertet, die von den Herstellern zur Verfügung gestellt werden. Insbesondere die Aspekte Langlebigkeit, Reparatur- und Recyclefähigkeit, Klimaverträglichkeit sowie Ressourcenschonung werden dabei berücksichtigt. Damit schaffen wir mehr Transparenz in der Mobilfunk-Industrie und tragen dazu bei, den gesamten ökologischen Fußabdruck zu verringern. Gleichzeitig soll das Eco Rating die Gerätehersteller motivieren, noch nachhaltigere Produkte zu entwickeln. Im Berichtsjahr wurde das Label bereits in 24 europäischen Ländern eingeführt; eine Einführung außerhalb Europas – darunter Südafrika, Brasilien, Argentinien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Mexiko, Peru und Uruguay – erfolgt derzeit sukzessive.

Darüber hinaus arbeiten wir seit 2021 gemeinsam mit Samsung an der Entwicklung eines nachhaltigen 5G-Smartphones für den Massenmarkt, das einfach zu reparieren sein soll und mit herausnehmbarer Batterie ausgestattet wird. Es soll Ende 2022 auf den Markt kommen.

Ökologische Verantwortung im Einkauf

Um umweltfreundliche Produkte anbieten zu können, arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten zusammen. In einer konzernweit gültigen nachhaltigen Einkaufsstrategie haben wir Richtlinien für unsere Beschaffungsprozesse definiert.

Festgeschrieben sind unsere Grundsätze zudem in verschiedenen Normen und Standards, wie unserem Lieferantenkodex und dem Leitfaden für den Einkauf. In unserer Konzernrichtlinie „Globale Einkaufsrichtlinie“ sind die Nachhaltigkeitsprinzipien für den Einkauf fixiert. Diese Kriterien werden im gesamten Beschaffungsprozess berücksichtigt. 2021 haben wir in einem umfangreichen Pilotprojekt unsere spezifischen Nachhaltigkeitskriterien bei der Lieferantenauswahl von IT- und Netzwerk/Hardware-Produkten überarbeitet. Ab 2022 sollen diese neuen Kriterien bei ausgesuchten Ausschreibungen mit hohem Einkaufsvolumen angewendet werden. Die Nachhaltigkeitskriterien fließen hier mit einer Gewichtung von 20 Prozent in die Lieferantenauswahl ein. Wenn ein Lieferant unsere im Lieferantenkodex festgeschriebenen Nachhaltigkeitsanforderungen nicht zufriedenstellend erfüllt, starten wir einen Eskalationsprozess. Mit verschiedenen Kontrollinstrumenten, beispielsweise Risikoanalysen und Audits img, überprüfen wir die Einhaltung unserer Standards. Zudem sind unsere ESG KPIs ein wichtiges Steuerungselement für den Einkauf. 

Weitere Informationen zu Nachhaltigkeit im Einkauf finden Sie hier.

Grüner Shop

Unter dem Schlagwort „Green Point of Sale“ (deutsch: Grüner Shop) haben wir Maßnahmen zusammengefasst, mit denen wir das Thema Nachhaltigkeit in unseren Shops in Europa in den Fokus rücken.

Um die Nachhaltigkeitsaspekte der Produkte in unseren Shops für unsere Kund*innen sichtbar zu machen, nutzen wir unser Nachhaltigkeitslabel #GreenMagenta und veranschaulichen unsere Nachhaltigkeitsstrategie durch verschiedene Kommunikationskampagnen. Wir führen Nachhaltigkeitsschulungen für unsere Shop-Mitarbeitenden durch, damit sie unsere Kund*innen gezielter beraten können. Bereits mehr als 4 000 Beschäftigte haben teilgenommen.

Im Sinne des „Green Point of Sale“ nutzen wir in unseren Shops 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien und gestalten zudem die Einrichtung sowie Beleuchtung unserer Shops nachhaltiger. Seit 2019 werden in Europa in allen neuen oder renovierten größeren Shops recycelbare LED-Leuchten genutzt. In den Shops verwenden wir außerdem einen nachhaltigen Öko-zertifizierten Bio-Bodenbelag, den wir mit dem Label #GreenMagenta gekennzeichnet haben. Rund 45 Shops in Europa sind zudem mit Pflanzenwänden – sogenannten Green Walls – ausgestattet; für 2022 sind über 20 weitere in Planung. Auch unsere Green Walls tragen das Label #GreenMagenta. Darüber hinaus wurden energiesparende Bildschirme eingeführt und seit 2020 europaweit Einwegplastik aus den Shops verbannt. Beispielsweise haben wir alle Plastikbecher für die Kaffeeautomaten durch nachhaltigere Alternativen ersetzt. Allein in Österreich werden so monatlich um die 6 000 Plastikbecher eingespart. In Deutschland wurden recycelte PET-Tragetaschen eingeführt; für eine Tasche werden fünf recycelte PET-Flaschen aufbereitet. Und auch unseren Papierverbrauch reduzieren wir: Papierlose Stores gibt es bereits in der Slowakei und den Niederlanden. Flächendeckend werden in allen Landesgesellschaften digitale Rechnungen und Online-Bezahlmethoden angeboten. Europaweit bieten wir in einigen Shops zudem „Repair Bars“ an. Dort reparieren wir Displays, Akkus und Backcover von Apple-, Samsung- und Huawei-Geräten oder tauschen sie aus. Für das Jahr 2022 planen wir die Einführung einer noch nachhaltigeren Unternehmenskleidung für die Mitarbeitenden in unseren Shops in Deutschland. Dabei streben wir einen hohen Anteil an ökologischen und/oder recycelten Materialien an.

Unser Ziel ist es, in ganz Europa Nachhaltigkeitskriterien bei der Gestaltung unserer Shops zu berücksichtigen. Anfang 2021 haben wir eine europaweite „Green Point of Sale“-Community gegründet, die Nachhaltigkeitsthemen in regelmäßigen virtuellen Treffen vorantreibt. Dabei geht es unter anderem um lokale grüne Initiativen in den Landesgesellschaften, die Sichtbarkeit unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten in den Stores, Papierreduktion und unseren nachhaltigen Handy-Kreislauf. Für 2022 haben wir uns vorgenommen, das Möbelinventar und Design unserer Shops noch nachhaltiger zu gestalten.

Ökologisch nachhaltige Produkte KPI

Wir bieten unseren Kund*innen immer mehr Produkte, Services und Dienstleistungen mit Nachhaltigkeitsbezug an. Basis dafür bildet das „grüne Netz“ der Deutschen Telekom, das zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Unser Angebot machen wir mit den Kennzeichnungen #GoodMagenta oder #GreenMagenta kenntlich. Außerdem haben wir 2021 gemeinsam mit anderen Netzbetreibern das Eco Rating eingeführt. Mit diesen Kennzeichnungen zeigen wir transparent auf, welche Handys einen positiven Beitrag zum Umweltschutz leisten. Unser Angebot nachhaltiger Produkte und Services haben wir im Jahr 2021 weiter ausgebaut. Neben nachhaltigen Endgeräten wie Routern, Media Receivern und dem Fairphone bieten wir auch nachhaltiges Zubehör an. Außerdem gehören Mietmodelle und die Wiederaufbereitung oder das Recycling von Festnetz-Endgeräten oder Smartphones zu unserem ökologisch nachhaltigen Portfolio. 

Erstes nachhaltiges 5G-Smartphone
Im Berichtsjahr haben wir das erste nachhaltige 5G-Smartphone in Deutschland, Österreich und den Niederlanden auf den Markt gebracht: Das Fairphone 4 ist aktuell das einzige Smartphone mit dem deutschen Umweltzeichen „Blauer Engel“. Es ist modular aufgebaut und benötigt somit weniger Ressourcen, spart Emissionen und ist das erste Elektronikmüll-neutrale Mobiltelefon.

Nachhaltiger Smartphone-Kreislauf
Im Berichtsjahr haben wir unser nachhaltiges Produktportfolio in Deutschland um die Angebote „Trade MyMobile“, „ReUse MyMobile“ und „Insure MyMobile“ erweitert. Im Rahmen von „Trade MyMobile“ kaufen wir gebrauchte Smartphones an – unabhängig davon, ob sie von der Telekom oder anderen Anbietern stammen. Wir garantieren eine zertifizierte Löschung alter Daten. Viele dieser Geräte lassen wir anschließend aufbereiten, wobei wir möglichst auf den Austausch von Bauteilen verzichten. Stattdessen werden innovative Verfahren eingesetzt, um den Verbrauch von Ressourcen zu minimieren. Durch eine neue, innovative Tiefenpolitur wird das Display nachhaltig erneuert. So muss es nicht ersetzt, sondern kann ressourcensparend weiterverwendet werden. Jedes Gerät durchläuft vor dem Verkauf 65 Tests mit denselben funktionellen Standards wie bei Neugeräten. Nachhaltig und sicher verpackt gelangt das Gerät anschließend wieder in den Produktkreislauf. 

Danach bieten wir die Geräte inklusive einer 24-Monate-Gewährleistung unter „ReUse MyMobile“ wieder zum Kauf an, verlängern dadurch den Lebenszyklus der Geräte und tragen zur Ressourcenschonung bei. Unsere neu gestaltete Verpackung ist biologisch abbaubar – auch die umweltfreundlichen Aufkleber sowie der Aufdruck. Die Innenverpackung ist versiegelt und sicher, dennoch können Kund*innen das Display durch ein Sichtfenster ohne Folie bereits im Laden begutachten.

Die neue „Insure MyMobile“ Handy-Versicherung inkl. Apple Care Service ist nicht nur für neue Geräte, sondern auch für wiederaufbereitete Smartphones hinzubuchbar. Auch damit verlängern wir die durchschnittliche Lebensdauer der Geräte, da sie im Schadensfall kostenlos repariert werden. Mit dem Kauf eines „ReUse MyMobile“-Smartphones sparen Interessierte bis zu 200 Euro im Vergleich zum Kauf eines Neugeräts. Die Produkte wurden mit unserem Label #GreenMagenta gekennzeichnet.

Umsetzung in den Landesgesellschaften
Auch in den Landesgesellschaften bieten wir ökologisch nachhaltige Produkte und Services an: So hat beispielsweise Magenta Telekom in Österreich im Jahr 2021 die mit dem #GreenMagenta-Label gekennzeichnete Kategorie „Magenta Refurbished“ in ihr Portfolio aufgenommen und bietet damit aufbereitete Mobiltelefone an. In Rumänien und Tschechien können Kund*innen Router und Modems mieten, sodass sie nach einem Austausch weiterverwendet werden können. In Ungarn können unsere Kund*innen die Datenerweiterungsoption „ExtraNet Green 1 GB“ wählen. Die gleiche Energiemenge, die für die Datenübertragung benötigt wird, erzeugt Magyar Telekom mit den eigenen Solarkraftwerken. Die Anlage erzeugt genug Strom, um jährlich etwa 450 000 Gigabyte Daten ausschließlich mit grüner Energie zu übertragen. 

Angebote für Geschäftskund*innen
Auch unsere Geschäftskund*innen wollen wir dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und regulatorische Vorgaben – etwa durch den EU Green Deal – umzusetzen. Insgesamt wurden bereits sieben Kundenlösungen von T-Systems International mit unserem #GreenMagenta-Label gekennzeichnet – vier davon sind im Berichtsjahr neu hinzugekommen: Ein Beispiel ist „M.A.R.S.“, eine Lösung zur Verwaltung von alten Datensystemen. Diese werden auf Cloud-Servern gespeichert, die zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden. Auch vier Produkte der Telekom Deutschland wurden 2021 mit dem #GreenMagenta-Label gekennzeichnet. Dazu zählt unter anderem das Handyankaufsportal für Geschäftskund*innen, mit dem wir auch für Unternehmen einen kompletten Handy-Kreislauf anbieten. Gemeinsam mit dem Anbieter „everphone“ bieten wir unseren Geschäftskund*innen zudem ein sogenanntes „Device as a Service“-Modell an. Dabei übernehmen wir die komplette Geräteverwaltung – von der aktiven Rückholung der Geräte von den Mitarbeitenden, über den Austausch und die fachgerechte Reparatur von defekten Geräten bis hin zur zertifizierten Entsorgung und anschließendem Recycling. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Telekom-eigene Angebote sowie Herstellerprodukte, die unsere Kund*innen unterstützen, CO2-Emissionen einzusparen – beispielsweise die vielen Homeoffice-Lösungen, allen voran die Webkonferenz-Angebote. Mit Kommunikationskampagnen wie „Nachhaltig mit IoT“ haben wir unsere Geschäftskund*innen im Berichtszeitraum zu Nachhaltigkeitsthemen informiert: Die Kampagne beschäftigt sich mit Internet-of-Things-Lösungen und ihrem Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit.

Fortschrittsmessung mit Kennzahlen
Unsere Fortschritte beim Ausbau unseres nachhaltigen Produktangebots messen wir mit verschiedenen Kennzahlen. Zum Beispiel erfassen wir die Anzahl nachhaltiger sowie aufbereiteter Geräte in den Segmenten Mobilfunk und Festnetz. Zusätzlich geben wir an, in welchem Verhältnis der Anteil nachhaltiger Produkte zur Gesamtzahl aller verkauften und vermieteten Geräte steht. 2021 waren bereits mehr als 40 Prozent unserer konzernweit verkauften und vermieteten Festnetzgeräte nachhaltig.

Nachhaltige Produkte Deutsche Telekom Konzern

Darüber hinaus erheben wir Kennzahlen zur Rücknahme von Geräten zu Recyclingzwecken, zu nachhaltig verpackten Produkten und zur Kompensation von CO2-Emissionen durch den Versand mit DHL GoGreen beziehungsweise durch Baumpflanzaktionen.

Elektronische Kundenrechnungen Mobilfunk und Festnetz in Deutschland KPI

2021 wurden knapp 237 Millionen Kundenrechnungen elektronisch zugestellt. Dies entspricht etwa 84 Prozent der übermittelten Kundenrechnungen und Gutschriftserteilungen für Mobilfunk- und Festnetzkunden in Deutschland. Seit 2017 wurden die Daten mit einer präziseren Berechnungsmethode erfasst. 

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Deutscher Nachhaltigkeitskodex

  • Kriterium 2 (Wesentlichkeit)
  • Kriterium 10 (Innovations- und Produktmanagement)

Global Compact

  • Prinzip 7 (Unterstützung eines vorsorgenden Ansatzes im Umgang mit Umweltproblemen)
  • Prinzip 8 (Ergreifen von Initiativen für ein größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt)

European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS)

  • V04-13 (Prozentsatz an Services zur Erhöhung der Öko-Effizienz der eigenen Produkte)
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