Ganzheitliches Compliance-Management-System

Unser Beitrag zu den SDG

Wir bekennen uns klar zu ethischen Grundsätzen sowie zu Recht und Gesetz. Verankert haben wir dies in unseren Leitlinien und unserem Verhaltenskodex (Code of Conduct). Der Verhaltenskodex ist konzernweit gültig und wurde in allen Landesgesellschaften eingeführt.

Für die Deutsche Telekom bedeutet Compliance, sich an Regeln zu halten und stets das Richtige zu tun. Integrität – und dies schließt Compliance ausdrücklich ein – ist Basis aller geschäftlichen Entscheidungen und betrieblichen Handlungen. Sie definiert das Verhalten aller Beschäftigten gegenüber Kund*innen, Mitarbeitenden, Investierenden, Manager*innen sowie dem Umfeld der Deutschen Telekom.

Um konzernweit stets für integres und rechtskonformes Verhalten zu sorgen und um Compliance-Risiken erfolgreich zu begegnen, haben wir ein umfassendes Compliance-Management-System eingerichtet. Die Verantwortung für das Compliance-Management-System ist bei der Telekom auf oberster Führungsebene angesiedelt. Damit tragen wir der hohen Relevanz des Themas Rechnung. Die konzernweite Ausgestaltung, Weiterentwicklung und Umsetzung des Compliance-Management-Systems obliegt dem CCO (Chief Compliance Officer) der Deutschen Telekom AG und dem Bereich Group Compliance Management. Auf der Ebene der operativen Segmente und Landesgesellschaften sind jeweils eigene CO (Compliance Officer) tätig. Ihr Auftrag ist es, das Compliance-Management-System und die Compliance-Ziele vor Ort umzusetzen.

Für unsere Compliance-Arbeit haben wir folgende Ziele festgelegt:

  • Compliance-Verstößen und nicht integren Geschäftsentscheidungen präventiv vorzubeugen
  • Compliance frühzeitig und dauerhaft in die Geschäftsprozesse integrieren
  • Haftungsrisiken für das Unternehmen minimieren
  • Als verlässlicher Partner für Kund*innen und Geschäftspartner*innen wahrgenommen werden
  • Konsequent vorbeugen, erkennen und reagieren
  • Compliance-Kultur und ethisches Verhalten fördern

Maike Scholz

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Maike Scholz

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Global Reporting Initiative (GRI)

  • GRI 102-17 (Allgemeine Standardangaben)

Kontinuierliche Prüfung des Compliance-Managements fortgesetzt

Im Jahr 2021 haben wir die 2010 begonnenen regelmäßigen Prüfungen unseres Compliance-Management-Systems nach dem Prüfungsstandard 980 des Instituts der Wirtschaftsprüfer mit dem Schwerpunkt „Antikorruption“ fortgesetzt. Auf diese Weise wollen wir sicherstellen, dass wir Korruptionsrisiken konsequent begegnen und wirksame Prozesse im Unternehmen etabliert haben.

Zwischen 2016 und 2018 stellten wir das Compliance-Management in insgesamt 25 deutschen und internationalen Gesellschaften auf den Prüfstand. 2020 begann ein neuer Prüfungszyklus: Zunächst wurden neun deutsche Gesellschaften einer Prüfung unterzogen, worauf Prüfungen in weiteren 13 internationalen Gesellschaften im Jahr 2021 folgten. In dem Zwei-Jahres-Turnus 2020/2021 wurden somit insgesamt 22 Gesellschaften geprüft. Im Fokus der Prüfung standen Prozesse, die einem erhöhten Korruptionsrisiko ausgesetzt sind: zum Beispiel in den Bereichen Einkauf, Vertrieb, Events, Spenden, Sponsoring sowie Personal.

Für die 2021 geprüften Gesellschaften haben Wirtschaftsprüfende erneut die Angemessenheit, Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Compliance-Management-Systems bestätigt. Details dazu sind den jeweiligen Prüfberichten zu entnehmen.

Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems durch regelmäßige Risikobewertung

Unser Ziel ist es, Compliance-Risiken für das Unternehmen systematisch zu erkennen, zu analysieren und zu bewerten. Daraus sollen risikoorientiert Maßnahmen zur Prävention von Rechts- und Regelverstößen abgeleitet werden. Deshalb wird jährlich durch das zentrale Compliance-Management eine übergeordnete Compliance-Risikoerhebung (Compliance Risk Assessment, CRA) durchgeführt. Sie umfasst auch Beteiligungen der Deutschen Telekom, die risikobasiert ausgewählt werden. Hierfür haben wir einen konzernweiten Compliance-Management-Prozess etabliert, Verantwortlichkeiten festgelegt und Bewertungskriterien definiert. Die einzelnen Schritte werden nachvollziehbar dokumentiert. Im Einzelnen verlaufen die CRA wie folgt:

  • Die Gesellschaften, die am CRA teilnehmen, werden nach einem reifegradorientierten Modell ausgewählt. Im Jahr 2021 beteiligten sich 112 Gesellschaften. Dies entspricht einer Abdeckungsquote von 98 Prozent (nach Anzahl der Mitarbeitenden der vollkonsolidierten Gesellschaften Stand Dezember 2021; bei T-Mobile US andere CRA-Systematik). Die Durchführung des CRA liegt in der Verantwortung der jeweiligen Landesgesellschaft. Zudem unterstützt die zentrale Compliance-Organisation bei der Durchführung und stellt eine einheitliche Methodik zur Verfügung. Somit nutzt das Compliance-Management die Erkenntnisse aus dem CRA, um risikoorientiert konzernweite Maßnahmen abzuleiten. Der Vorstand und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Deutschen Telekom wird regelmäßig über die Compliance-Risikolage des Konzerns informiert.
  • Die Geschäftsführungen der Landesgesellschaften verantworten die Ergebnisse des Compliance Risk Assessments. Auf Grundlage der Ergebnisse wird das Compliance-Programm für das jeweilige Folgejahr mit entsprechenden Maßnahmen und Verantwortlichkeiten erstellt. Die Geschäftsführung fasst dazu einen dokumentierten Beschluss. Die Durchführung der Maßnahmen aus dem Compliance-Programm wird konsequent überprüft. Die für unser Unternehmen potenziell möglichen Risiken werden in einer Konzern-Risikolandkarte aufgeführt. Sie ermöglicht den verschiedenen Gesellschaften der Deutschen Telekom mit ihren unterschiedlichen Geschäftsmodellen, eine systematische Risikoanalyse vorzunehmen. Die Kernrisikofelder wurden 2021 überarbeitet und teilweise zusammengefasst. Im Jahr 2021 umfasste die Risikolandkarte 21 Kernrisikofelder, dazu gehören beispielsweise Korruption, Kartellrechtsverstöße und Verstöße gegen den Menschenrechtskodex. Angesichts der rasant fortschreitenden Digitalisierung haben wir im Jahr 2021 die Risikolandkarte um das Thema „Digitale Ethik“ erweitert. Jede Landesgesellschaft kann geschäftsspezifisch und anlassbezogen weitere Kategorien definieren. Für jedes Risiko wird bestimmt, welche konkrete Bedrohung für die jeweilige Landesgesellschaft besteht und welche Schritte bereits eingeleitet wurden, um das Risiko möglichst auszuschließen. Sofern erforderlich, werden weitere Maßnahmen entwickelt, um die Risiken auf ein vertretbares Niveau zu senken.

Ein klarer Orientierungsrahmen: Verhaltenskodex und Ethikleitlinien für KI

Integrität, Wertschätzung und die Einhaltung von Gesetzen – auf diesen Prinzipien fußt das unternehmerische Handeln der Deutschen Telekom. Den zentralen Orientierungsrahmen für rechtlich einwandfreies und integres Verhalten bildet unser Verhaltenskodex (Code of Conduct). Er stellt unsere Geschäftstätigkeit auf ein festes moralisches Fundament und leistet so einen wesentlichen Beitrag für unseren Geschäftserfolg. Der Verhaltenskodex ist konzernweit gültig. Das Vorwort zum Verhaltenskodex wurde im Berichtsjahr überarbeitet, da die Leitung des Compliance-Bereichs gewechselt hat.

Unsere Leitlinien zur digitalen Ethik für Künstliche Intelligenz (KI) ergänzen unseren Verhaltenskodex auf strategischer Ebene. Sie sind dem „Code of Conduct“ und dem „Menschenrechtskodex & Soziale Grundsätze“ gleichgestellt. Die Leitlinien machen klare Vorgaben dazu, wie wir bei der Telekom mit KI umgehen wollen. Mit den KI-Leitlinien setzen wir uns zum Ziel, unsere auf KI basierenden Produkte und Services verantwortungsvoll einzusetzen und weiterzuentwickeln. Wir wollen sicherstellen, dass geltendes Recht und Gesetze eingehalten werden und KI menschenzentriert gestaltet wird, um so die Souveränität, Diskriminierungsfreiheit und Meinungsfreiheit der handelnden Menschen zu schützen.

Sensibilisierung der Beschäftigten für Compliance-Risiken

Wir wollen sicherstellen, dass unsere Mitarbeitenden in ihrem Arbeitsalltag stets integer und rechtskonform handeln. Hierzu setzen wir konzernweit folgende Maßnahmen um:

  • Konzernweit gültiger Code of Conduct mit klaren Anforderungen an das Verhalten unserer Beschäftigten
  • Compliance-relevante Konzernrichtlinien unter anderem zu Antikorruption, Geschenken, Einladungen und Events sowie zum Umgang mit Beratenden und Vertriebspartner*innen
  • Richtliniendatenbank, die Mitarbeitende bei der Suche nach und Umsetzung von geltenden Vorschriften unterstützt
  • In einem Compliance-Programm gebündelte Präventionsmaßnahmen
  • Regelmäßige Compliance- und Antikorruptionsschulungen, die auch Teil unserer Einführungsprozesse für Onboardings von neuen Mitarbeitenden sind (siehe GRI 205-2); seit 2021 ist Compliance mit einem Workshop Teil der internationalen Einführungsveranstaltung für neue Mitarbeitende
  • Internationale Einführung der Online-Schulung „Compliance Grundlagen“ im Jahr 2021. Diese Schulung muss von unseren Mitarbeitenden alle zwei Jahre wiederholt werden. 
  • Kurze und prägnante Videos zu Compliance-Themen als Hilfestellung im Berufsalltag, auf die Mitarbeitende jederzeit über das interne Portal YAM UNITED oder LinkedIn zugreifen können 
  • Livestream zum Thema Geschäftsethik und ethische Führung im Rahmen der Internationalen Compliance Days im April 2021, an dem Vertreter*innen von der Telekom, T-Systems sowie ein externer Gast als Referent*innen teilnahmen
  • „Ask me!“-Portal für Fragen rund um das Thema Compliance. Das Portal beinhaltet FAQ mit Beispielfällen sowie Informationen über Gesetze, interne Richtlinien und Verhaltensgrundsätze. Außerdem bietet es die Möglichkeit, das „Ask me!“-Beratungsteam zu kontaktieren, das zuverlässige Antworten bei Verhaltensunsicherheiten gibt. Die Anzahl der Anfragen sowie deren Themenfelder können hier eingesehen werden.
  • Jährliches Compliance Risk Assessment, mit dem wir Compliance-Risiken in den Landesgesellschaften identifizieren, bewerten und Schwerpunkte für geeignete Präventionsmaßnahmen festlegen
  • Seit 2013 zum Anlass des weltweiten UN-Antikorruptionstags am 9. Dezember: Durchführung von konzernweiten Kommunikationskampagnen und verschiedenen Maßnahmen in den Gesellschaften zum Thema
  • Regelmäßige Statements gegen Korruption von den DTAG-Vorstandsmitgliedern

Systematischer Umgang mit Regelverstößen

Allen Hinweisen, die sich auf einen Verstoß gegen gesetzliche oder interne Vorschriften beziehen, gehen wir nach, sofern eine hinreichend konkrete Sachverhaltsbeschreibung vorliegt. Um Hinweise entgegenzunehmen, betreiben wir unter anderem das Hinweisgeberportal „Tell me!“.

  • Alle Hinweise werden vertraulich behandelt, plausibilisiert und sorgfältig untersucht.
  • Hierbei festgestelltes Fehlverhalten wird im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen konsequent und ausnahmslos ohne Berücksichtigung von Rang und Position der handelnden Personen sanktioniert. Dies schließt auch eine eventuelle Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses und das Erheben von Schadensersatzansprüchen ein. Bei den Untersuchungen erkannte Schwächen im internen Kontrollsystem werden systematisch analysiert und behoben.

Die Telekom ist Partei in gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren mit Behörden, Wettbewerbern oder anderen Beteiligten. Über die aus Sicht der Deutschen Telekom wesentlichen Prozesse informieren wir im Geschäftsbericht 2021.

Relevant für die Abdeckung folgender Nachhaltigkeitsstandards

 

Global Reporting Initiative (GRI)

  • GRI 102-17 (Allgemeine Standardangaben)
  • GRI 416-2 (Kundengesundheit und -sicherheit)
  • GRI 418-1 (Schutz der Kundendaten)
  • GRI 419-1 (Sozioökonomische Compliance)

„Tell me!“-Hinweisgeberportal

Um Compliance-Verstöße aufzudecken, haben wir das Hinweisgeberportal „Tell me!“ eingerichtet. Hier können neben unseren Mitarbeitenden auch externe Personen, zum Beispiel Geschäftspartner*innen oder Kund*innen, Hinweise auf regelwidriges Verhalten abgeben – auch anonym. Zur Steuerung und Überwachung der eingehenden Hinweise haben wir einen konzernweit einheitlichen Prozess umgesetzt.

2021 sind über das „Tell me!“-Portal 87 Compliance-relevante Hinweise bei der Deutschen Telekom eingegangen (im Vorjahr 113 Hinweise). Sieben Hinweise werden derzeit noch auf Plausibilität geprüft (Stand 31.12.2021). Hierbei wurden 47 Fälle als Fehlverhalten aufgedeckt und entsprechend geahndet. 62 plausible Hinweise wurden als Compliance-Fälle untersucht.

  • Das Gros der Hinweise bezog sich 2021 auf den Schwerpunkt „Vermögensinteressen“ (mögliche Fälle von Betrug, Untreue, Zielemanipulation sowie unlautere Vertriebsmethoden).
  • Bestätigte Fälle werden konsequent, tat- und schuldangemessen sowie im Einklang mit den einschlägigen Rechtsvorschriften sanktioniert. Eine Liste der verfolgten Maßnahmen veröffentlichen wir auf unserer Website.
  • Wir gehen selbstverständlich allen Compliance-relevanten Hinweisen nach, auch denjenigen, die uns über andere Kanäle erreichen.

Eingang und Bearbeitung von Hinweisen auf dem „Tell me!“-Portal*

  2021 2020 2019

Eingänge (gesamt)

901

1 060

1 058

Compliance-relevante Hinweise

87

113

122

davon anonyme Hinweise

29

57

61

bestätigtes Fehlverhalten

47

63

38

in Untersuchung

13

12

13

nicht plausible Hinweise

18

38

35

* Hinweiseingänge, die direkt bei den internationalen Gesellschaften eingehen, sind hier nur berücksichtigt, sofern sie Konzernrelevanz haben.

Maßnahmen zur Stärkung der Unternehmenskultur

2019 haben wir unter dem Dach der Initiative „Transparente Unternehmenskultur“ zum zweiten Mal eine internationale Mitarbeiterumfrage zum Thema Compliance durchgeführt. Durch die Befragung haben wir Erkenntnisse über Verbesserungspotenziale in Bezug auf unsere Unternehmenskultur gewonnen. Mit verschiedenen Maßnahmen wie Vorstandsworkshops, Schulungen für Mitarbeitende und E-Learning-Angeboten für Führungskräfte wurden die Verbesserungspotenziale adressiert. In den Workshops haben wir beispielsweise mit Vorstandspersonen und Führungskräften anhand von Fallbeispielen das beste Vorgehen in typischen Dilemma-Situationen evaluiert. Durch die Studienergebnisse und die Erkenntnisse aus den Maßnahmen haben wir einen hinreichenden Einblick in die existierende Compliance-Kultur der Deutschen Telekom gewonnen. Um zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen, werten wir regelmäßig die Ergebnisse der verschiedenen Mitarbeiterbefragungen aus (u.a. Pulsbefragung).

Darüber hinaus haben wir im Jahr 2021 weitere Maßnahmen zur Stärkung der Compliance-Kultur im Konzern ins Leben gerufen. Beispielsweise wurde das E-Learning-Angebot „Compliance Grundlagen“ eingeführt. Das Online-Angebot adressiert typische Fragestellungen aus dem Geschäftsalltag. Außerdem wurden Präsenztrainings zum Thema Compliance und Compliance-Kultur durchgeführt.

Ferner haben wir neue Formate entwickelt, um das Bewusstsein der Mitarbeitenden für Compliance zu schärfen, darunter die „1-Minuten-Videos“ im Social-Media-Format, die Tipps zu relevanten Compliance-Themen geben. Außerdem haben wir die SimpleShows – kurze Trickfilme zu verschiedenen Compliance-Themenstellungen – konzernweit eingeführt. Darüber hinaus haben wir neue Mitarbeitende beim diesjährigen Onboarding-Event zum Thema Compliance und zur Bedeutung einer guten Compliance-Kultur sensibilisiert – in Ergänzung zu den bestehenden Compliance-Informationen beim Onboarding. Gleiches wurde für weitere Mitarbeitergruppen in den verschiedenen Segmenten über „Integrity Workshops“ erreicht.

Grenzen überwinden: Weltweite Zusammenarbeit für Compliance

Unterschiedliche Rechtsprechungen und kulturelle Wertvorstellungen in den Ländern, in denen die Deutsche Telekom vertreten ist, stellen für uns eine wesentliche Compliance-Herausforderung dar. Auch die zunehmend dynamische Entwicklung der globalen Märkte, das Aufkommen neuer, digitaler Geschäftsmodelle und der verschärfte internationale Wettbewerb beeinflussen unsere Compliance-Strategie.

Um der internationalen Ausrichtung des Konzerns gerecht zu werden, besprechen wir strategische Compliance-Themen zweimal im Jahr mit einem internen internationalen Beratungsteam (International Compliance Advisory Team). 2021 tauschten sich die Compliance Officer der größten beziehungsweise strategisch wichtigsten internationalen Einheiten mit dem Compliance-Management aufgrund der Corona-Pandemie per Online-Konferenzen aus. Auch die jährlichen International Compliance Days fanden 2021 erneut Corona-bedingt nicht als Präsenzveranstaltung statt. Als Ausgleich wurden monatliche internationale Compliance- Videokonferenzen durchgeführt. Strategische Projekte wurden vorgestellt und Erfahrungen aus der Compliance-Arbeit unserer internationalen Einheiten ausgetauscht. Die Themen lauteten unter anderem: „Being Agile and Compliant“, „Digital Ethics“ und „Corporate Strategy“.

Um die Ergebnisse der Compliance-Prüfungen nach IDW 980 innerhalb des Unternehmens zu teilen und voneinander zu lernen, wurden im Rahmen von internationalen „Best Practice Calls“ Compliance-Maßnahmen von Landesgesellschaften vorgestellt, die bei den Prüfungen besonders positiv bewertet und als „Best Practice“ sowie besonders wegweisend beurteilt wurden. Beispiele dafür sind unter anderem das Betrugs-Beobachtungs-System (Fraud Monitoring System) von Magyar Telekom (Ungarn) oder die Durchführung von Spenden- und Sponsoring-Prozessen von der OTE Group (Griechenland). Für 2022 sind weitere Termine geplant. 

Zudem tauschen wir uns auch mit nationalen und internationalen externen Organisationen sowie Fachkreisen zu Compliance-Fragen aus. Darüber hinaus bringen wir uns regelmäßig mit Fachvorträgen, Publikationen und anderen Beiträgen in die Weiterentwicklung von Compliance-Standards und -Management-Systemen ein. 
 

Engagement in Antikorruptionsinitiativen

Wir arbeiten regelmäßig in nationalen und internationalen Organisationen mit, die sich schwerpunktmäßig mit Compliance-Fragen beschäftigen. Als Mitglied in Verbänden und Organisationen wie dem Deutschen Institut für Compliance (DICO e.V.), dem Forum Compliance & Integrity des ZfW (Zentrum für Wirtschaftsethik) und dem BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) nutzen wir die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch über Compliance-Fragen.

Den internationalen Antikorruptionstag der Vereinten Nationen am 9. Dezember nehmen wir seit Jahren zum Anlass, im Konzern auf das Thema Bestechung und Bestechlichkeit aufmerksam zu machen. Hierzu geben Vorstandsmitglieder seit 2015 jährlich einen „Tone from the Top“ gegen Korruption heraus. Im Berichtsjahr gab es ein Gespräch zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Tim Höttges und dem Vorstandsmitglied Technologie und Innovation Claudia Nemat zum Thema Antikorruption. Die Kommunikationsmaßnahmen wurden bewusst in die Vorweihnachtszeit gelegt, in der viele Fragen zum ethischen Umgang mit Geschenken aufkommen.

Verantwortungsvoller Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI)

Digitale Verantwortung img ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Als Deutsche Telekom entwickeln wir Künstliche Intelligenz (KI) und setzen sie in verschiedenen Produkten ein. KI-Systeme sind längst ein integraler Bestandteil unserer Arbeitsweise und werden zum Beispiel genutzt, um Kundenanfragen automatisch zu priorisieren. Außerdem interagieren Chatbots mit Kund*innen, um Anfragen so schnell wie möglich zu beantworten.

Wir stehen für einen ethischen Umgang mit KI, bei dem der Mensch und seine Bedürfnisse stets im Mittelpunkt stehen – ebenso wie für eine hohe Service-Qualität und digitale Souveränität. Nicht zuletzt haben wir ein großes Interesse daran, dass unsere Kund*innen unseren Produkten Vertrauen entgegenbringen.

Vor diesem Hintergrund haben wir 2018 als eines der ersten Unternehmen der Welt Managementleitlinien für den ethischen Umgang mit unserer KI entwickelt. Sie verdeutlichen, wie wir verantwortungsvoll mit KI umgehen und unsere auf KI basierenden Produkte und Services entwickeln wollen. Unsere KI-Leitlinien folgen dem Ansatz einer KI, die sich um und für den Menschen entwickelt, und verweisen auf gesetzliche Grundlagen sowie auf unseren Menschenrechtskodex & Soziale Grundsätze, in dem wir uns unter anderem dazu verpflichten, Menschenrechte zu achten und zu fördern.

Um unsere KI-Leitlinien zu konkretisieren und umzusetzen, waren weitere Schritte, Regelungen und Prozesse notwendig. Unter anderem haben wir folgende Maßnahmen eingeleitet:

  • Unter dem Motto „Teilen und Aufklären“ („Share and Enlighten“) haben wir für unsere Mitarbeitenden eine Online-Schulung „Digitale Ethik“ erstellt sowie auf deutscher und internationaler Ebene Vorträge zu KI-Themen durchgeführt.
  • Da KI nicht an Unternehmensgrenzen aufhört, wurde der bestehende Lieferantenkodex um entsprechende Anforderungen zum Umgang mit KI ergänzt.
  • Im Zuge unserer Gremienarbeit teilen wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse mit anderen Unternehmen – unter anderem im Rahmen unserer Arbeit im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom), Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und im Ethisphere Institute.

Im Berichtszeitraum wurden weitere Maßnahmen umgesetzt, um die KI-Leitlinien mit Leben zu füllen:

  • Die KI-basierten Sprach- und Chatbots des Geschäftskundenvertriebs der Telekom Deutschland haben wir als eines der ersten Unternehmen nach dem BSI-Kriterienkatalog für vertrauenswürdige KI (AIC4, Artificial Intelligence Cloud Service Compliance Criteria Catalogue) überprüfen lassen. 
  • Damit unsere technologischen Expert*innen und Projektverantwortlichen bei der Entwicklung neuer Technologien nicht allein gelassen werden, haben wir gemeinsam mit ihnen den Leitfaden „Professionsethik“ entwickelt. Er bietet Best Practices, Methoden und Tipps, die dabei helfen sollen, die KI-Leitlinien auf die Anwendung in Entwicklungsprozessen zu übertragen. So wollen wir sicherstellen, dass sich alle mit KI befassten Entwickler*innen an die Leitlinien für den verantwortungsvollen Umgang mit KI halten können beziehungsweise diese in die von ihnen entwickelten Systeme und Produkten implementieren.
  • Das Projekt „Robust AI Assessment für KI“ ist Teil unserer übergreifenden Bestrebungen, neueste Technologien mit ethischen Ansprüchen zu verbinden. In einer Kooperation mit Expert*innen der Ben-Gurion-Universität in Israel und dem deutschen Start-up Neurocat beschäftigen sich die KI-Expert*innen der Telekom Innovation Laboratories damit, die Robustheit von internen und externen KI-basierten Produkten und Dienstleistungen zu messen, technisch zu analysieren und so Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
  • Darüber hinaus haben wir die KI-Leitlinien in diverse Fort- und Weiterbildungen für unsere Beschäftigten integriert. Zum Beispiel haben wir entsprechende Trainings für die Fortbildung zum Data Scientist und unsere „Re-Skilling Academy“ entwickelt; dazu bieten wir verschiedene attraktive Formate an, darunter virtuelle Rundgänge, Online-Schulungen und „Digital Learning Journeys“ im Rahmen der Telekom-Ausbildung.

Weiterentwicklung der Compliance-Organisation

Aufgrund der gestiegenen Herausforderungen in unserem Marktumfeld und der Veränderungen der Arbeitswelt passen wir das Aufgabenspektrum von Compliance stetig an. Auch die Kenntnisse der Compliance-Mitarbeitenden halten wir anhand von bedarfsorientierten und anlassbezogenen Schulungen stets aktuell.

Um unsere Compliance-Organisation an die zunehmenden internen und externen Kundenanforderungen sowie digitale und agile Arbeitsformen anzupassen, haben wir im Jahr 2020 die Transformationsinitiative „Compliance Next Level/Compliance der Zukunft“ gestartet und weiterentwickelt. Seit Oktober 2021 arbeitet der Bereich „Group Compliance Management“ mit agilen Arbeitsprozessen. 

Durch die inhaltliche Konzentration auf die Themenfelder „Innovation“, „Business Ethics“ sowie „Risk Mitigation“ soll sichergestellt werden, dass eine konsequente Kundenorientierung und die Fähigkeit, gemeinsam, rasch und angemessen auf Veränderungen im Compliance-Umfeld reagieren zu können, weiterhin sichergestellt werden.

Den Beschäftigten wurden hierzu umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen angeboten, etwa zum Thema Agilität img, die auf umfangreiches Interesse und Austausch stießen.

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