Ich
mache
aus
Plastik
Heizöl

IT-Unternehmer Günther Bonin über seine maritime Müllabfuhr

Neue Wege gegen Plastik im Meer

Forscher*innen gehen davon aus, dass im Jahr 2050 mehr Plastikteile als Fische in unseren Ozeanen schwimmen werden. Dieses Plastik zersetzt sich im Laufe der Zeit in winzige Mikroteile, die über die Nahrung in unseren Körpern landen. Der Münchner IT-Unternehmer und passionierte Segler Günther Bonin gab sein altes Leben auf und gründete die Organisation „One Earth – One Ocean“. Sein Ziel: eine „maritime Müllabfuhr“, die Plastik aus dem Meer fischt. Seine Vision: mittelfristig das Plastik in Treibstoff für Schiffe umwandeln.


Plastik ist nur eine Facette eines noch größeren Problems

Birgit Klesper, bis Ende 2021 Senior Vice President, Group Corporate Responsibility & Sustainability bei der Deutschen Telekom, im Interview über Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft

Frau Klesper, Plastik vergiftet die Ozeane – brauchen wir ein Umdenken?

Ja, definitiv. Wir müssen unseren Plastikkonsum kritisch hinterfragen. An vielen Stellen können wir auf Plastik verzichten und durch umweltfreundlichere Materialien ersetzen, bei der Verpackung zum Beispiel. Es gibt aber auch Einsatzszenarien, da lassen sich Kunststoffe zumindest noch nicht ersetzen, wie in der Medizin. Können wir auf den Einsatz von Plastik nicht verzichten, dann dürfen Abfälle auf keinen Fall in die Natur gelangen, sondern müssen fachgerecht entsorgt und recycelt werden. Plastik ist aber nur eine Facette eines noch größeren Problems. Wir müssen nicht nur im Zusammenhang mit Plastik, sondern auch in vielen anderen Bereichen das Bewusstsein für Ressourcenschonung schärfen.

Können Sie das näher erläutern?

Wir leben über unsere Verhältnisse! Alle natürlichen Ressourcen, die ab August verbraucht werden, kann unsere Erde in diesem Jahr nicht mehr natürlich regenerieren. Dass dies auf Dauer nicht gut gehen kann, liegt auf der Hand. Wir alle kennen Probleme wie Überfischung der Meere, Abholzung der Wälder, immer größere Abfallberge oder die Zunahme von CO2 in der Atmosphäre und damit einhergehende Naturkatastrophen. Wir müssen uns also dringend etwas einfallen lassen, wenn wir auf Dauer einen guten Lebensstil führen wollen, wir müssen weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zu einer Kreislaufwirtschaft.

Was bedeutet denn Kreislaufwirtschaft?

In der Kreislaufwirtschaft sollen die eingesetzten Rohstoffe über den Lebenszyklus einer Ware oder eines Produkts hinaus wieder vollständig in den Produktionsprozess zurückgelangen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Wiederverwertung, Recycling, Reparieren, eine längere Nutzungsdauer oder auch das Teilen von Produkten. Wozu braucht jeder eine eigene Bohrmaschine, wenn sie die meiste Zeit ungenutzt im Keller liegt? Aber am Anfang muss natürlich eine ressourcenschonende Produktion stehen.

Sie fordern einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen – was kann dabei helfen?

Digitalisierung ist ein großer Hebel, um Ressourcen zu schonen. Wenn wir Urlaubsfotos nicht mehr auf der eigenen Festplatte speichern, sondern zum Beispiel in der MagentaCLOUD, dann braucht man keine Festplatte mehr. Und das heißt, wo keine Festplatte ist, werden keine Rohstoffe verbraucht, der Stromverbrauch reduziert sich und es entsteht natürlich auch kein Müll. Dematerialisierung ist hier das Schlagwort.

Aber auch in der Cloud müssen die Daten doch irgendwo gespeichert werden.

Das ist richtig, nur können wir dies viel effektiver als unsere Kund*innen. In unseren hochsicheren und energieeffizienten Rechenzentren wird aufgrund der besseren Auslastung weniger Hardware und damit auch weniger Energie benötigt. Zudem haben wir uns auf den Weg gemacht, unsere Emissionen auf null zu senken, also gar keinen CO2-Fußabdruck mehr zu hinterlassen. Dazu gehören auch Emissionen, die bei der Herstellung und Nutzung unserer Produkte anfallen. Schon heute surfen unsere Kund*innen im grünen Telekom-Netz.

Und was tut die Telekom darüber hinaus zum Ressourcenschutz?

Der Vorstand der Telekom hat das ganzheitliche Umweltprogramm „we care for our Planet“ verabschiedet – denn viele kleine und große Schritte sind notwendig. Das Programm umfasst Maßnahmen vom grünen Shop über eine nachhaltige Mobilität bis zu ressourcenschonenden Produkten. Letztere machen wir mit unseren Kennzeichnungen #GoodMagenta oder #GreenMagenta transparent, damit unsere Kund*innen erkennen können, welche unserer Produkte einen nachhaltigen Mehrwert leisten. Zudem beziehen wir unsere Mitarbeiter*innen ein und unterstützen Grassroot-Ansätze konzernweit. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 260 Beschäftigte, die als „Green Pioneers“ als unsere Nachhaltigkeitsbotschafter*innen aktiv sind.

Wir haben
Umweltschutz
zum Programm gemacht

Ob in unserem Unternehmen oder bei unseren Lieferanten und Kund*innen, wir wollen den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen in allen Stufen unserer Wertschöpfungskette steigern. Dazu reduzieren wir den Verbrauch von Ressourcen in unserem Unternehmen, verringern Abfälle, sorgen für eine fachgerechte Entsorgung und Recycling. Wir arbeiten eng mit unseren Lieferanten zusammen, um unsere Produkte umweltfreundlicher zu machen. Wir reduzieren Verpackungen und unterstützen mit nachhaltigen Produkten und Lösungen unsere Kund*innen, ihren eigenen Umwelt-Fußabdruck zu verkleinern. Nachhaltigkeitsvorteile machen wir mit #GoodMagenta oder #GreenMagenta transparent. Wir nehmen gebrauchte Geräte zurück und sorgen für Wiederverwertung oder fachgerechtes Recycling. Unsere Netze ermöglichen Sharing-Plattformen. Darüber hinaus fördern wir die Ressourcenschonung insbesondere durch die Virtualisierung von Produkten.

SDG 12: Ressourcen schonen

Mit unserem umfassenden „#GreenMagenta Program“ zahlen wir auf das 12. Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen ein.

Unser „#GreenMagenta Program“

Ob bei unseren Produkten und Netzen, in unseren Gebäuden und Shops oder beim Thema Mobilität: Mit unserem „#GreenMagenta Program“ bauen wir unser Engagement für Klima- und Umweltschutz weiter aus und setzen Maßnahmen zur Ressourcenschonung um. Beispielsweise haben wir im Rahmen unseres Projekts „PLASMA“ in Deutschland seit der Gründung im Jahr 2018 mehr als 160 Maßnahmen umgesetzt und unseren Stromverbrauch reduziert.

Inzwischen haben wir unser Projektziel erreicht und sparen jährlich etwa 274 GWh – dies entspricht dem Jahresverbrauch von rund 68 000 Vier-Personen-Haushalten. Außerdem stellen wir unsere Produktverpackungen auf nachhaltige Alternativen um: So sollen ab Mitte 2022 alle neu auf den Markt kommenden Telekom-gebrandete Produkte in Europa nachhaltig verpackt sein. Und auch bei Geräten anderer Hersteller tut sich etwas: 2021 waren schon mehr als zwei Drittel aller durch die Deutsche Telekom verkauften Smartphones in der EU nachhaltig verpackt. Bis Ende 2022 möchten wir in Europa auch für Smartphones von Drittanbietern eine nachhaltige Verpackung nutzen. Ein weiteres Beispiel für Maßnahmen unseres „#GreenMagenta Program“ ist der Betrieb von Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge unserer Telekom-Tochter Comfort Charge. Damit konnten wir 548 Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht den CO2-Emissionen einer mit dem Pkw zurückgelegten Strecke von rund drei Millionen Kilometern. Innerhalb des Konzerns nutzen wir effizientere Fahrzeuge und setzen zunehmend auf alternative Antriebssysteme wie Elektro oder Erdgas. So konnten wir die CO2-Emissionen unserer Flotte in Deutschland seit 2008 bereits um mehr als 65 Prozent reduzieren. Mehr zum Thema nachhaltige Mobilität lesen Sie hier.

Energiesparmaßnahmen in unseren Gebäuden

Im Rahmen unseres Projekts „PLASMA“ tauschen wir in unseren Betriebsstellen die Gleichrichteranlagen durch energieeffizientere aus. Dadurch sparen wir jährlich etwa 274 GWh – dies entspricht dem Jahresverbrauch von rund 68 000 Vier-Personen-Haushalten.

Weniger ist mehr

Ein Beispiel für Ressourcenschonung bei unseren Produkten ist der Speedport Smart 4 Router. Sein Gehäuse besteht zu rund 95 Prozent aus recyceltem Kunststoff. Um ihn beim Transport zu schützen, nutzen wir „PaperFoam“ – ein Material, das aus industrieller Stärke, Cellulosefasern und Wasser hergestellt wird und im Papiercontainer oder auf dem Kompost entsorgt werden kann.

Eine Wolke, die Ressourcen schont

Mit Cloud Computing können unsere Kund*innen auf eigene Server und Speichermedien verzichten. Dies ist ressourcen- und energieeffizienter als der Betrieb einer eigenen Infrastruktur außerhalb der „Wolke“: Denn in unseren Rechenzentren werden aufgrund der besseren Auslastung weniger Hardware und bis zu 80 Prozent weniger Energie benötigt.

70

Bis zu 70 Tonnen Papier im Jahr sparen wir durch passgenaue Produktkartons.

Technik im Maßanzug

Mit unseren Verpackungsmaschinen in Steinfurt setzen wir auf maßgeschneiderte Verpackungen für das Equipment der Techniker*innen und dem Außendienst. Statt fest definierter Standardkartongrößen werden die Kartons aus Endlospappe in rund zehn Sekunden maßgeschneidert produziert. Neueste Technik berechnet blitzschnell die optimale Größe und spart so tonnenweise Papier. Doch so passend ein Karton auch sein mag, die Zwischenräume in ihm müssen gefüllt werden, damit der Inhalt geschützt ist. Die beim Schnitt anfallende Restpappe wird deshalb geschreddert und als Füllmaterial verwendet. Das spart nicht nur Platz in den Papiertonnen, sondern vor allem jede Menge wertvolle Papierressourcen: rund 50 bis 70 Tonnen pro Jahr. Jede nicht verwendete Tonne Papier spart zudem bis zu 50 000 Liter Wasser, 10 000 kWh Energie und einer Tonne CO2 ein.

„Grüner Shop“

In unseren Telekom Shops nutzen wir 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien. In allen neuen oder renovierten größeren Shops in Europa verwenden wir recycelbare LED-Leuchten sowie einen nachhaltigen Bodenbelag, der mit dem Label #GreenMagenta gekennzeichnet ist. Rund 45 Shops in Europa sind zudem mit Pflanzenwänden – sogenannten Green Walls – ausgestattet; für 2022 sind über 20 weitere in Planung. Außerdem wurden energiesparende Bildschirme eingeführt, Einwegplastik aus den Shops verbannt und der Papierverbrauch reduziert. Unseren Shop-Mitarbeitenden bieten wir Nachhaltigkeitsschulungen, damit sie unsere Kund*innen gezielter beraten können. Anfang 2021 haben wir eine europaweite Community gegründet, die in regelmäßigen virtuellen Treffen die Nachhaltigkeit in unseren Shops weiter vorantreibt.

Wir entwickeln unser Ladenkonzept kontinuierlich weiter, indem wir es erneuern, innovieren und neue Ladenerlebnisse für unsere Kund*innen schaffen. Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Teil unserer Reise. Wir verwenden bereits ökologische Bodenbeläge, recycelbare LED-Leuchten und grüne Pflanzenwände in mehreren Filialen in ganz Europa.

Papierloses Büro

Bis 2025 wollen wir möglichst vollständig auf Papier in unseren Büros verzichten. Ein ambitioniertes Ziel angesichts der enormen Menge von aktuell rund 3 200 Tonnen Papierverbrauch allein an unseren deutschen Standorten. Einer der größten Hebel auf diesem Weg sind Online-Rechnungen sowie zunehmend digitale Kommunikation mit unseren Kund*innen. Durch diese und weitere Maßnahmen haben wir 2021 in Deutschland insgesamt rund 275 Tonnen Papier eingespart. An unseren betrieblichen Arbeitsplätzen drucken wir dank Sensibilisierungs- und Digitalisierungsmaßnahmen immer weniger Unterlagen aus – und wollen die Anzahl der Drucker zukünftig deutlich verringern. Nach dem erfolgreichen Start eines Pilotprojekts zur Druckreduktion in der Telekom-Zentrale in Bonn soll bald ein weiterer Standort folgen. Und wo immer möglich ersetzen wir Arbeitsmittel wie Notizbücher zunehmend durch digitale Alternativen. Bis wir unser Ziel erreicht haben, beziehen wir unser Papier aus nachhaltigen Quellen und nutzen zertifiziertes Papier. Auch die Landesgesellschaften können beim Thema „papierloses Büro“ Erfolge vorweisen: Bei der Slovak Telekom werden durch Online-Rechnungen 10 Tonnen Papier pro Monat eingespart; Brasilien, Kroatien, Russland und Rumänien haben ihren Papierverbrauch durch digitales Signieren von Verträgen reduziert und die OTE Group in Griechenland ermöglicht mit der „MyNet.Go“-App Mitarbeitenden unter anderem, papierlose Urlaubsanträge zu stellen.


320

Über 320 freiwillige „Green Pioneers“ der Telekom in Deutschland engagieren sich für Ressourcenschutz und treiben den Wandel zu einem noch nachhaltigeren Unternehmen von innen voran.

Green Pioneers – unsere Botschafter*innen für Nachhaltigkeit

Im Januar 2019 haben wir die Bewegung der „Green Pioneers“ gestartet. Über 320 Mitarbeitende aus 53 Standorten haben sich seither in Deutschland angeschlossen. Sie fördern innerhalb der Belegschaft das Bewusstsein für Ressourceneffizienz am Arbeitsplatz und geben zudem Impulse ins Kerngeschäft. Eigeninitiativ und auf freiwilliger Basis entwickeln sie grüne Ideen für mehr Nachhaltigkeit bei der Telekom – dafür schaffen wir die notwendigen Freiräume, zum Beispiel im Rahmen von flexiblen Arbeitsmodellen. Unter anderem führten einige Green Pioneers regelmäßig digitale Schulungen und Workshops zu Umweltthemen für Kolleg*innen durch. Andere Green Pioneers organisieren Aktionen zu nachhaltiger Mobilität wie „Mit dem Rad zur Arbeit“. Seit dem Herbst 2021 ist eine Teilnahme an dieser Aktion auch über unsere Mitarbeitenden-App möglich, was das gemeinsame Sammeln von Radkilometern und CO2-Einsparungen noch leichter macht. Auf Initiative der Green Pioneers wurden an sechs deutschen Standorten die ersten Radreparaturstationen bereitgestellt. Auch in den Landesgesellschaften, beispielsweise in Österreich, Spanien, Kroatien, Tschechien, Ungarn und Mexiko, gibt es ähnliche Grassroot-Ansätze unserer Mitarbeitenden. Sie setzen zum Beispiel Kampagnen zur Handy-Rücknahme und Vermeidung von Plastikabfällen um.

Einsatz für ein langes Geräteleben

Millionen ungenutzter Alt-Handys liegen in Schubladen, ein nicht unerheblicher Rohstoffschatz. Denn bis zu 100 Prozent der Materialien können ein weiteres Mal verwendet werden – als recycelte Metalle oder zur Energieerzeugung. Wir engagieren uns freiwillig über die gesetzlichen Anforderungen hinaus für eine Wiederverwendung oder das fachgerechte Recycling gebrauchter Handys sowie weiterer gebrauchter Endgeräte. Als eines der ersten Unternehmen in Griechenland bereitet die OTE Group Modems und TV-Decoder wieder auf. Zurückgegebene Geräte werden überprüft, repariert und wieder in Umlauf gebracht. Ist eine Reparatur nicht möglich, gehen die Altgeräte an lizenzierte Entsorgungsunternehmen. Im Jahr 2021 hat die Gruppe mehr als 480 000 Endgeräte gesammelt, über 260 000 davon konnten wiederaufbereitet, 200 000 recycelt werden.

In den USA kann jeder Mobilfunk-Kunde seine elektronischen Geräte bei T-Mobile US abgeben: egal ob Mobiltelefon, Akku, Zubehör, Tablet oder Laptop, und unabhängig von Marke und Modell. Auch hier werden die Geräte zur weiteren Nutzung aufgearbeitet oder – wenn das nicht geht – recycelt. Jährlich sammelt T-Mobile US Millionen gebrauchte Mobiltelefone. Seit 2008 konnten mehr als 35 Millionen aufbereitete Geräte weiterverkauft werden.

35

Über 35 Millionen elektronische Geräte konnte T-Mobile US seit 2008 aufbereiten und weiterverkaufen.

Mit vielen Produkten, Dienstleistungen und Aktivitäten unterstützen wir unsere Kund*innen dabei, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Zudem haben wir uns zum Ziel gesetzt, alle CO2-Emissionen, die in unserer Wertschöpfungskette anfallen, auf null zu senken.

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