Was kann ich noch glauben?

Ein Video zeigt den früheren US-Präsidenten Richard Nixon, der mit ernster Miene in die Kamera schaut. Er verkündet dem amerikanischen Volk, dass die Mondmission „Apollo 11“ gescheitert ist: „Das Schicksal hat bestimmt, dass die Männer, die in friedlicher Absicht zum Mond flogen, auf dem Mond bleiben werden, um in Frieden zu ruhen.“ Moment mal – hier stimmt doch etwas nicht?

Alles Fake

Natürlich war „Apollo 11“ in Wirklichkeit die erste erfolgreiche Mondlandung. Das Video mit Nixon ist gefälscht: Es ist ein sogenannter Deep Fake – das sind Videos, in denen die Gesichter von Menschen ausgetauscht und ihre Stimmen eingebaut werden. So kann man Menschen alles sagen und tun lassen – und sogar die Vergangenheit verändern. Das falsche Video mit Präsident Nixon wurde 2020 zum 51. Jahrestag der erfolgreichen Mondlandung vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) veröffentlicht. Damit wollten die Wissenschaftler*innen darauf aufmerksam machen, was mit Deep-Fake-Videos heute alles möglich ist. Denn solche Fälschungen können drastische Folgen haben. Es gibt viele Möglichkeiten im Internet, um uns zu beeinflussen, wie Deep Fakes, Fake News oder Social Bots. Sie zu erkennen, ist nicht einfach. Wir müssen lernen, nicht nur die Nachricht selbst zu lesen, sondern auch auf andere Dinge zu achten: Wer ist der Absender? Ist die Quelle seriös? Kurz: Wir brauchen Medienkompetenz. Dies umfasst jedoch mehr als nur die Unterscheidung von „wahr“ und „falsch“. Zum Beispiel, dass wir uns im Internet gut zurechtfinden, unsere Daten vor unbefugtem Zugriff schützen oder nichts veröffentlichen, das andere missbrauchen könnten. Kurz gesagt: Fähigkeiten, damit das Netz unseren Alltag bereichert und nicht unser Leben belastet.

Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Mit unseren Maßnahmen zahlen wir auf das 16. Ziel der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ein.

Damit alle #DABEI sind

Medienkompetenz ist ein Schlüssel für einen sicheren und kompetenten Umgang mit digitalen Medien. Doch Medienkompetenz alleine reicht nicht aus. Wir wollen, dass im Netz alle #DABEI sein können. Dazu gehört für uns auch, dass das Internet ein Ort ist, an dem sich alle Menschen gleichermaßen sicher fühlen können und wo wir nach demokratischen Spielregeln zusammenleben.

Barbara Costanzo, Vice President Group Social Engagement

„Als Gesellschaft können wir es uns nicht leisten, Menschen auf dem Weg in die digitale Zukunft zurückzulassen. Deshalb fördern wir mit verschiedenen Projekten und Initiativen die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bis ins Seniorenalter.“

#DABEI-Geschichten aus der digitalen Welt

Wie wird meine Meinung eigentlich durch Bots und Algorithmen beeinflusst? Das und vieles mehr beantworten wir auf der Seite #DABEI-Geschichten. Unter der Überschrift „Digitale Demokratie“ und „Digitale Zivilcourage“ dreht sich alles darum, wie unsere Meinung im Netz beeinflusst wird und wie wir uns am besten dagegen wappnen. Bei der Initiative #DABEI-Geschichten geht es aber nicht nur um Fake News, sondern auch um viele andere brandaktuelle Themen des digitalen Alltags. Zum Beispiel: Wie kann man sich gegen Hetze und Ausgrenzung im Netz wehren? Welche Chancen und Risiken bietet das Internet für die Demokratie? Wo findet sich Hass auf Gaming-Plattformen, und warum? Unsere #DABEI-Geschichten sind voller alltagsnaher Tipps. Multiplikator*innen finden dort Leitfäden und Materialien für Workshops mit älteren Jugendlichen und Erwachsenen. So muss niemand bereits Expert*in sein, um sich mit digitalen Themen zu beschäftigen und darüber zu diskutieren. Die Materialien stehen auf Deutsch, Englisch und in Einfacher Sprache bereit.

Alle mitnehmen

Wir setzen uns für mehr Medienkompetenz in der Bevölkerung ein. Im Jahr 2021 erreichten wir allein in Deutschland etwa 370 Millionen Medienkontakte, und rund 3,85 Millionen Menschen nahmen an unseren oder den Workshops von Multiplikator*innen teil und setzten sich intensiv mit dem Thema auseinander.

Einige Beispiele aus Deutschland und Europa:

1
Medien, aber sicher

Unsere Website „Medien, aber sicher.“ bündelt unsere Initiativen für mehr Medienkompetenz. Sie trägt unsere #GoodMagenta-Kennzeichnung für sozial nachhaltige Angebote.

2
Teachtoday

Unsere mehrfach ausgezeichnete Initiative „Teachtoday“ unterstützt Kinder & Jugendliche, Eltern & Großeltern sowie pädagogische Fachkräfte mit alltagsnahen Tipps und Materialien. 2020 haben wir für 9- bis 16-Jährige eine Toolbox mit über 100 lehrreichen Formaten veröffentlicht.

3
SCROLLER

Das Kindermedienmagazin SCROLLER vermittelt Kindern von neun bis zwölf Jahren Medienkompetenz auf Augenhöhe. Die Themen werden hier altersgerecht präsentiert, zum Beispiel geht es unter der Überschrift „Mut im Netz für Kids“ um digitale Zivilcourage.

4
#DABEI-Geschichten

Mit den #DABEI-Geschichten rund um digitale Themen haben wir eine Plattform für Multiplikator*innen geschaffen, die – ohne selbst Expertise zu haben – mit dem Material Workshops und Gruppenarbeit anbieten können. Derzeit bieten wir zu zwölf Themenfeldern Material in verschiedenen zeitlichen Längen in Deutsch, Englisch und Einfacher Sprache an.

5
ConnectedKids

Das 2013 von Magenta Telekom in Österreich gegründete Projekt ConnectedKids steht vor allem Schulen mit fehlender digitaler Infrastruktur zur Seite: Mithilfe von Tablets, mobilem Internet, digitalem Know-how und pädagogischer Expertise können die Schulen einen Grundstein für die digitale Zukunft im Klassenzimmer legen.

Vorbeischauen und mitmachen

Mit dem Magenta Moon haben wir 2020 ein Veranstaltungsprogramm zu Medienkompetenz durchgeführt. Der Schwerpunkt lag auf den Themen „Digitales Lernen“ und „Digitale Zivilcourage“. 2021 haben wir mit dem Equal eSports Festival eine Veranstaltung rund um Diversity, eSports und Gaming angeboten. Auf dem Programm stand beispielsweise ein Panel-Gespräch zu „Hatespeech und Toxicity – Gegen Hass im Netz“. In einem Elternworkshop ging es wiederum um die Auswahl altersgerechter Computerspiele und Tipps zur Medienerziehung.


abschalten

Einfach mal abschalten

Sei ehrlich: Ging dein erster Griff heute Morgen auch zum Smartphone? Wir merken kaum noch, wie viele digitale Inhalte wir eigentlich konsumieren. Und geben Handy & Co. damit eine Menge Macht über uns. Wie man einfach mal abschaltet, zeigen wir im „We Care“-Magazin. Mehr Infos hier

Abschalten nicht vergessen

Kinder der 1980er- und 1990er-Jahre erinnern sich vielleicht daran, dass Peter Lustig am Ende jeder „Löwenzahn“-Sendung dazu aufforderte, den Fernseher jetzt auszuschalten und draußen spielen zu gehen. Als Erwachsene haben wir heute unser Smartphone immer in der Tasche – und das Abschalten fällt vielen von uns richtig schwer. Eine Folge: Forscher*innen haben festgestellt, dass die „Smartphone-Generation“ immer weniger Zeit mit ihren Partner*innen verbringt – aus Angst, Dinge zu verpassen. Medienkompetenz bedeutet für uns deshalb nicht nur, das Internet kritisch und kompetent zu nutzen – sondern auch, zu wissen, wann das Smartphone besser Pause hat. Denn im schlimmsten Fall droht sonst ein digitales Burn-out. Expert*innen empfehlen daher eine konsequente Auseinandersetzung mit der eigenen Smartphone-Nutzung. Viele setzen neben „Digital Detox“ – der digitalen Entgiftung durch längere handylose Phasen beispielsweise im Urlaub – auf digitale Auszeiten im Alltag: Manchmal wirken schon einfache Spaziergänge – natürlich ohne das Smartphone – wahre Wunder. Der Tapetenwechsel und frische Luft regen zudem die Kreativität an. Auch kleine Vorsätze wie ein Handy-Verbot im Schlafzimmer oder eine Social-Media-Pause an bestimmten Tagen helfen, negative Gewohnheiten aufzubrechen. So kann das digitale Kommunikationsverhalten normalisiert werden – und es bleibt mehr Zeit mit dem Partner oder der Partnerin.

Verantwortung plus

Unsere verschiedenen Projekte und Initiativen zu Medienkompetenz haben ein gemeinsames Ziel: Menschen dabei zu unterstützen, sich in den digitalen Medien kompetent und sicher zu fühlen. Dazu gehört für uns, alles dafür zu tun, dass die uns anvertrauten Daten bei uns in sicheren Händen sind – sowie Kinder und Jugendliche vor nicht geeigneten Inhalten zu schützen. Und nicht zuletzt gilt: Die Grundvoraussetzung für Medienkompetenz ist, dass alle Menschen über einen schnellen Zugang zum Netz verfügen. Deshalb investieren wir seit vielen Jahren massiv in den Netzausbau.

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