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Corporate Responsibility Bericht 2015

Kreislaufwirtschaft

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Hier findet sich eine Auswahl relevanter Inhalte aus dem CR-Bericht 2015. Mehr Informationen befinden sich in den Kapiteln KundenLieferanten und Klima & Umwelt.

Zu viele gebrauchte Handys und Smartphones liegen in Schubladen oder werden illegal im Hausmüll entsorgt. Die Recycling- und Weiternutzungsquote für elektronische Kleingeräte ist in Deutschland viel zu niedrig. Daher sollten gebrauchte Handys, Smartphones und Tablets entweder neu aufbereitet und weiterverwendet oder dem fachgerechten Recycling zugeführt werden. Schon seit 2003 bieten wir dafür verschiedene Abgabemöglichkeiten an.

Kunden können seit 2013 ihre gebrauchten hochwertigen Handys und Smartphones in den Telekom Shops ankaufen lassen. Der Gegenwert des Geräts wird als Gutschein beim Einkauf im Telekom Shop gutgeschrieben.

2014 haben wir gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) das Online-Portal Handysammelcenter eingerichtet. Über das Portal können Firmen gebrauchte Handys und Smartphones kostenlos, fachgerecht und sicher entsorgen lassen und erhalten einen entsprechenden Nachweis. Behörden, Vereine und andere Organisationen können über das Portal zudem eigene Sammelaktionen initiieren. So nutzen die Staatskanzlei Saarland und die Kirchen in Baden-Württemberg das Handysammelcenter für ihre Handysammel- und Bildungskampagnen.

Die Telekom Deutschland unterstützte im Berichtszeitraum die Kampagne „Die Handyaktion“ verschiedener kirchlicher Akteure in Baden-Württemberg. Die Kampagne hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Mai 2017 insgesamt 100 000 Geräte zu sammeln. Auch die Abgeordneten des Deutschen Bundestags unterstützen in einer fraktionsübergreifenden Initiative weiter unsere gemeinsame Handy-Sammlung mit der Deutschen Umwelthilfe. Wie schon 2014 sammelten sie auch im Jahr 2015 ausrangierte Mobiltelefone in ihren Büros und in den Wahlkreisen ein. Im Ergebnis kamen500 Altgeräte zusammen, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.

Die Rücknahmekampagne der Staatskanzlei Saarland, die wir bereits 2014 unterstützt haben, wurde aufgrund der hohen Akzeptanz im Berichtszeitraum bis Mitte 2016 verlängert. Die Kampagne steht unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und umfasst unter anderem spezielle Unterrichtsangebote zum Thema Handy-Rücknahme und Ressourceneffizienz. Neben Bildungseinrichtungen können sich nun erstmals auch Verbände, Vereine oder Kommunen an der Kampagne beteiligen. Die Kampagne wurde vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung als „Werkstatt N“-Projekt ausgezeichnet und gehört somit zu den 100 innovativsten Nachhaltigkeitsprojekten in Deutschland.

2015 nahmen wir deutschlandweit 230 751 gebrauchte Mobiltelefone und Smartphones zurück und führten diese einer Weiterverwendung oder dem fachgerechten Recycling zu. Der gesamte Handy-Rücknahme-Prozess ist von der DEKRA zertifiziert und erfüllt hohe Anforderungen bezüglich des Datenschutzes. Das gemeinsame Handy-Sammel-System der Telekom Deutschland und der DUH besteht 2015 bereits im zwölften Jahr – insgesamt konnten über die gesamte bisherige Laufzeit mehr alsMillionen gebrauchte Geräte gesammelt werden.

Unsere Stellungsnahme zur Petition" MagentaMobil Happy" finden Sie hier.

Mit unserem Managementsystem für Gesundheits-, Arbeits- und Umweltschutz („Health, Safety and Environment“, HSE img) verpflichten wir uns, unsere Leistungen in diesen Bereichen kontinuierlich zu verbessern. Es beruht auf den internationalen Standards OHSAS 18001 für Arbeits- und Gesundheitsschutz und ISO 14001 img für Umweltmanagement.

Unsere Ressourceneffizienz wollen wir konzernweit steigern, indem wir kontinuierlich unser Abfallaufkommen senken und unsere Recyclingprozesse verbessern. Um wertvolle Ressourcen zurückzugewinnen, unterstützen wir auch Handy-Sammel-Aktionen. Dazu haben wir den ESG KPI img Handy-Rücknahme etabliert, der die Anzahl in Umlauf gebrachter Mobiltelefone ins Verhältnis zur Anzahl zurückgenommener Altgeräte setzt.

Unser Abfallaufkommen erfassen wir regelmäßig konzernweit. Mit unserem „Internationalen Rahmen für das Abfallmanagement“ stellen wir einheitliche Grundsätze für alle Gesellschaften der Deutschen Telekom sicher. Auf dieser Basis müssen die Landesgesellschaften in eigener Verantwortung messbare Ziele festlegen und ihre Umsetzung überwachen. Dieses Vorgehen sowie der Verzicht auf quantitative Vorgaben machen es möglich, flexibel auf landes- und unternehmensspezifische Rahmenbedingungen einzugehen.

Auch an den Arbeitsplätzen steht bei der Telekom Ressourceneffizienz im Vordergrund. Wir verwenden Recyclingpapier, setzen auf den Einsatz energieeffizienter Multifunktionsdrucker und fördern den Einkauf umweltschonenden Büromaterials. Um den Papierverbrauch im Konzern zu senken, bittet die Telekom ihre Mitarbeiter, auf die postalische Gehaltsabrechnung zu verzichten und stattdessen ein „De-Mail-Postfach“ zu nutzen. Rund 20 Prozent der Mitarbeiter verzichten bereits auf den Postversand. Um noch mehr Mitarbeiter dafür zu begeistern, wurde im Frühjahr 2016 die „Klick dich grün“-Mitarbeiterkampagne ins Leben gerufen. Unter diesem Motto engagiert sich die Telekom finanziell für ein Aufforstungsprojekt im Darmstädter Westwald.

Die Umsetzung eines nach konzernweit einheitlichen Prinzipien organisierten Abfallmanagements liegt in der Verantwortung der Landesgesellschaften. Auf Grundlage unseres 2013 verabschiedeten „Internationalen Rahmens für das Abfallmanagement“ entwickeln sie hierzu eigene Abfallstrategien beziehungsweise aktualisieren ihre bereits bestehenden Strategien und legen dafür auch entsprechende Ziele fest: Im Vordergrund steht dabei die Reduktion gefährlicher Abfälle. Eine internationale Abfrage zum Stand dieses Implementierungsprozesses ist in Planung. Damit wollen wir einen zentralen Überblick über den Stand der Strategieentwicklung und Zieldefinition gewinnen.

Anforderungen an ein konzernweites Kupferkabelrecycling
Aktuell stellt sich vor allem die Aufgabe, die Kupferkabel zu entsorgen, die über Jahrzehnte Hauptbestandteil der Telefonleitungen waren. Sie werden im Rahmen des Glasfaserausbaus teilweise ersetzt. Damit die Landesgesellschaften bei der Wiederverwertung und Entsorgung von Altkabeln unsere Erwartungen an ein verantwortungsvolles Abfallmanagement erfüllen können, benötigen sie noch Unterstützung. Unsere Abfallexperten erstellten hierzu einen Entwurf mit Anforderungen an das Recycling von Kupferkabeln und legten diesen den Landesgesellschaften zur Abstimmung vor. Daraus ist eine konzernweit verbindliche Richtlinie hervorgegangen, die im Januar 2016 eingeführt wurde.

Bis 2018 wird unser gesamtes Netz auf IP-Technologie umgestellt. Mit dem Umbau der Technik werden wir in den nächsten Jahren tonnenweise alte Elektronik demontieren. Unser Ziel ist es, wertvolle Metalle wie Gold und Tantal aus dem anfallenden Elektroschrott zurückzugewinnen.

Das in den Kondensatoren verarbeitete Tantal wird aus Coltan-Erz gewonnen. Dieses gilt als Konfliktrohstoff. Deshalb ist das Recycling eine wichtige Maßnahme, um eine konfliktfreie Herstellung von Kondensatoren zu ermöglichen.

Mit dem Ziel, die optimale Methode für Demontage („Entstückung“) und Recycling von Tantal-Kondensatoren zu entwickeln, führen wir seit 2013 ein Projekt mit dem bifa Umweltinstitut durch. In der Pilotphase fand die Entstückung der Tantal-Kondensatoren manuell statt, da chemische oder thermische Verfahren hierfür nicht geeignet sind.

2015 untersuchten wir weitere Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Entstückung von Tantal-Kondensatoren. Um den aktuellen Stand der Forschung zu den verschiedenen Methoden des Tantal-Recyclings hierbei einzubeziehen, führte die Telekom gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe ein Expertengespräch mit Vertretern verschiedener Forschungs- und Recyclingeinrichtungen durch. 2016 wollen wir ein optimales Verfahren auswählen, um dieses anschließend in den Wirkbetrieb zu überführen.

Die Telekom fordert von ihren Lieferanten, die Umwelt zu schützen und verantwortlich mit Ressourcen umzugehen. Diese Anforderungen haben wir in unserer Sozialcharta img festgehalten. Außerdem sind sie detailliert in der CR-Klausel aufgeführt, die seit 2013 fester Bestandteil unserer Allgemeinen Einkaufsbedingungen ist. Um ihnen Nachdruck zu verleihen, verlangen wir von unseren Zulieferern Selbstauskünfte und führen Lieferantenkontrollen durch  durch. Dabei prüfen wir unter anderem, ob unsere Lieferanten über ein Umweltmanagementsystem verfügen und wie sie ihren Energie- und Wasserverbrauch managen. Außerdem fragen wir sie explizit nach ihrem Abfallmanagementsystem.

Umgang mit kritischen Rohstoffen
Die Deutsche Telekom arbeitet mit Lieferanten und Brancheninitiativen zusammen, um auf eine verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung hinzuwirken. Sie stellt in ihren Anforderungen an ihre Lieferanten die Bedingung, dass keine Konfliktrohstoffe in von ihr gehandelten Geräten oder eingesetzter Netztechnik verarbeitet werden.

Die Deutsche Telekom hat bereits 2005 ihr „Coltan Statement“ veröffentlicht und es 2009 zum „Statement on Extractives“ erweitert. Seit 2014 nehmen wir Konfliktfreiheit auch in unsere Produktanforderungen an Hersteller auf. Damit wollen wir sicherstellen, dass sowohl unsere direkten Lieferanten als auch deren Sublieferanten die mit dem Abbau von Rohstoffen verbundenen sozialen und gesellschaftlichen Risiken minimieren. Von unseren Zulieferern erwarten wir die Berücksichtigung des Deutsche Telekom „Statement on Extractives“. Richtlinien zu Konfliktrohstoffen und deren Umsetzung sind auch integraler Bestandteil unserer Lieferantenkontrollen.

In Kooperation mit den Branchenverbänden Global e-Sustainability Initiative img und Electronic Industry Citizenship Coalition tragen wir dazu bei, die Conflict-Free Sourcing Initiative (CFSI) weiterzuentwickeln. Diese unterstützt Unternehmen dabei, Konfliktrohstoffe zu identifizieren und den Handel beziehungsweise die Produktion damit zu vermeiden.

Recyceltes Tantal hingegen gilt als konfliktfrei. Daher führt die Telekom Deutschland GmbH ein Forschungsprojekt durch, um wertvolle Metalle wie Gold oder Tantal aus nicht mehr benötigten Bauteilen der Netzinfrastruktur zurückzugewinnen.

Die Telekom unterstützt die Conflict-Free Sourcing Initiative (CFSI) seit ihrer Gründung 2008. Dabei handelt es sich um die größte Initiative der Wirtschaft für verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung. Ihr Ziel ist es, Konfliktrohstoffe zu identifizieren und die Förderung sowie den Handel mit ihnen zu verhindern.

Die CFSI geht auf eine seit 2008 bestehende Arbeitsgruppe der Branchenverbände Global e-Sustainability Initiative img und Electronic Industry Citizenship Coalition (Extractives Working Group) zur nachhaltigen Rohstoffgewinnung zurück. Seitdem ist die Zahl der Metallverarbeitungs- und Verhüttungsbetriebe, die sich an der CFSI beteiligen, kontinuierlich gestiegen. Insgesamt 184 dieser Betriebe sind nach dem einheitlichen Bewertungsprotokoll auditiert. Weitere 50 haben sich dazu verpflichtet, das Audit img zu absolvieren (Stand Februar 2015).

Ich interessiere mich für das Engagement der Telekom im Bereich...